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Prive Friedjung

Prive Friedjung stammte aus einer frommen Familie, löste sich vom religiösen Leben und trat der jüdischen Arbeiterbewegung, der Poale Zion, bei. Zu Beginn ihrer politischen Laufbahn kehrte sie immer wieder zu ihrer Familie nach Zadowa zurück und musste auch an den religiösen Festen teilnehmen. 1924 zog sie nach Wien, wo sie der Kommunistischen Partei Österreichs (KPÖ) beitrat und ihren Lebensunterhalt als Näherin verdiente.

Nach 1934 wurde es für sie als Kommunistin immer schwieriger, eine Wohnung zu finden, sie emigrierte schließlich in die Sowjetunion. Dort arbeitete sie als Deutschlehrerin und bekam einen Sohn. Den Zweiten Weltkrieg überlebte sie in Tomsk in Sibirien. Nach 1945 ging sie auf Parteibefehl zurück nach Wien. Aus Enttäuschung verließ sie 1969 die KPÖ, für die sie stets im Hintergrund gearbeitet hatte und niemals eine Funktion bekleidet hatte. 1983, im Alter von 81 Jahren, trat sie der Partei mit folgenden Worten wieder bei: „Denn ich gehöre dazu.“

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