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Jürgen Schwab

Jürgen Schwab (Publizist) bei Wikipedia

Jürgen Schwab (* 26. Februar 1967 in Miltenberg; † 16. Februar 2023) war ein deutscher Publizist, der sich selbst als „sozialrevolutionärer Nationalist“ bezeichnete. Er wurde vom Verfassungsschutz, von etablierten Politikwissenschaftlern und Bürgerlichen als Rechtsextremist eingruppiert.

Er studierte von 1991 bis 1995 Germanistik mit Schwerpunktfach Kommunikationswissenschaft/Journalistik und Nebenfach Politikwissenschaft an der Otto-Friedrich-Universität Bamberg. Das Studium schloss er mit dem akademischen Grad des Diplom-Germanisten ab.

Schwab war von 1985 bis 1990 Mitglied der Republikaner, dabei auch Kreisvorsitzender im Landkreis Miltenberg, zwischenzeitlich parteilos, dann von 2000 bis 2004 Mitglied der Nationaldemokratischen Partei Deutschlands, seitdem wieder parteiunabhängig. Während seiner NPD-Mitgliedschaft war er Autor der Parteizeitung Deutsche Stimme sowie Leiter des Arbeitskreises Volk und Staat beim NPD-Parteivorstand.

Schwab wurde mehrmals in Verfassungsschutzberichten erwähnt, u. a. wegen Äußerungen, die gegen den deutschen Parlamentarismus gerichtet waren. Für das rechtsextreme Portal Altermedia und das vorherige Störtebeker-Netz verfasste Schwab regelmäßig Gastkolumnen.[1] Früher schrieb Schwab auch bei der rechtsextremen[2][3][4] österreichischen Zeitschrift Die Aula. Der Autor schrieb für Neue Ordnung (Ares-Verlag, Graz; mittlerweile umbenannt in Abendland), Fakten (Korneuburg, Niederösterreich), Deutschland in Geschichte und Gegenwart (Grabert-Verlag, Tübingen), Nation & Europa (Nation & Europa Verlag, Coburg), Der ZeitGeist – die Monatsschrift der Partei National Orientierter Schweizer sowie Hier & Jetzt (Zeitschrift der Jungen Nationaldemokraten Sachsens).

Schwab hatte sich in den letzten Jahren aus dem operativen politischen Bereich, was vor allem Parteipolitik betrifft, desillusioniert weitgehend zurückgezogen.

Schwab war Mitgründer und Mitinitiator der rechtsextremen Deutschen Akademie (DA) und des Netzwerks Sache des Volkes.

Er war Mitglied in den Burschenschaften Thessalia Prag[5] und Germania Graz, aus denen er wegen seiner politischen Arbeit ausgeschlossen wurde.

Veröffentlichungen

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  • Die Meinungsdiktatur. Wie „demokratische“ Zensoren die Freiheit beschneiden. Nation-Europa-Verlag, Coburg 1997, ISBN 3-920677-20-X.
  • Deutsche Bausteine. Grundlagen nationaler Politik. DS-Verlag, Riesa 1999, ISBN 3-9805844-4-5.
  • Volksstaat statt Weltherrschaft. Das Volk – Maß aller Dinge. Hohenrain, Tübingen 2002, ISBN 3-89180-067-3.
  • Die „Westliche Werte-Gemeinschaft“. Abrechnung, Alternativen. Hohenrain, Tübingen 2007, ISBN 978-3-89180-079-9.
  • Angriff der neuen Linken. Herausforderung für die nationale Rechte. Angriff der neuen Linken. Hohenrain, Tübingen 2009, ISBN 978-3-89180-084-3.
  • Die Manipulation des Völkerrechts. Wie die „Westliche Wertegemeinschaft“ mit Völkermordvorwürfen Imperialismus betreibt. Kyffhäuser-Faksimile-Verlag, Mengerskirchen 2011, ISBN 978-3-941348-77-6.
  • Flucht in die Menschheit. Der Schriftsteller Jakob Wassermann und der Typus des nichtjüdischen Juden. Arnshaugk Verlag, Neustadt/Orla 2020, ISBN 978-3-95930-219-7.
  • Zukunft Deutsch. Möglichkeiten nationaler Politik im 21. Jahrhundert. Sturmzeichen-Verlag, Dortmund 2021.
  • Fränkische Novellen. Sturmzeichen-Verlag, Dortmund 2022.
  • Gemeinschaft und Gesellschaft bei Martin Walser. Eine Werkanalyse. Arnshaugk-Verlag, Neustadt an der Orla 2022.
  • Eckhard Jesse: Von den Linken lernen? Vier rechtsextremistische Intellektuelle im Vergleich. In: Uwe Backes (Hrsg.): Rechtsextreme Ideologien in Geschichte und Gegenwart (= Schriften des Hannah-Arendt-Instituts für Totalitarismusforschung 23). Böhlau, Köln u. a. 2003, ISBN 3-412-03703-6, S. 261–288.
  • Armin Pfahl-Traughber: Literatur aus der „Szene“. Ein „Anti-Globalisierungsbuch“ aus etatistisch-völkischer Sicht. In: Jahrbuch Extremismus & Demokratie. 15. Jg., 2003, S. 320–324.
  • Armin Pfahl-Traughber: Eine nationalrevolutionäre Kritik an der NPD. Der rechtsextremistische Intellektuelle Jürgen Schwab als Ideologe und Kritiker der Partei. In: Uwe Backes, Henrik Steglich (Hrsg.): Die NPD. Erfolgsbedingungen einer rechtsextremistischen Partei (= Extremismus und Demokratie 17). Nomos, Baden-Baden 2007, ISBN 978-3-8329-3122-3, S. 383–397.
  • Toralf Staud: Moderne Nazis. Die neuen Rechten und der Aufstieg der NPD (= KiWi 909). Kiepenheuer & Witsch, Köln 2005, ISBN 3-462-03638-6, S. 102, 119, 132, 171.
  • Elmar Vieregge: Rezension zu Die Manipulation des Völkerrechts. In: Uwe Backes/Alexander Gallus/Eckhard Jesse (Hrsg.) Jahrbuch Extremismus & Demokratie. 24. Jg., 2012, Baden-Baden 2012, S. 463–464.

Einzelnachweise

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  1. Deutscher Bundestag Drucksache 16/4030 vom 9. Januar 2007
  2. Max Preglau: Rechtsextrem oder postmodern? - Über Rhetorik, Programmatik, Interaktionsformen und ein Jahr Regierungspolitik der (Haider-)FPÖS. (Memento des Originals vom 21. Februar 2014 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.sws-rundschau.at (PDF; 179 kB) In: SWS-Rundschau. Heft 2/2001, S. 193–213.
  3. Reinhold Gaertner: Die ordentlichen Rechten. Die 'Aula', die Freiheitlichen und der Rechtsextremismus. Pictus Verlag, Wien 1996.
  4. Aula. (Memento des Originals vom 20. Januar 2016 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/doewweb01.doew.at Im: Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes.
  5. Pirinçci liest bei ultrarechter Burschenschaft und AfD. 18. Mai 2014, abgerufen am 17. Januar 2024.

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