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Julián Grimau

Beiträge

Manès Sperber

Die falsche Alternative

Zur Hinrichtung Julian Grimaus in Spanien
Juni
1963

Wir sind zahlreich, wir, die niemals vergessen haben, daß der Westen durch sein verächtliches Versagen am Beginn des spanischen Bürgerkrieges eine Schuld auf sich geladen hat, die bis heute nicht getilgt ist. Die junge Republik war durch eine Armee von Landsknechten und Kolonialtruppen (...)

Julián Grimau bei Wikipedia

Julián Grimau García (* 18. Februar 1911 in Madrid; † 20. April 1963 ebenda) war ein spanischer Kommunist, der trotz weltweiter Proteste unter dem Franquismus zum Tode verurteilt und hingerichtet wurde.

Er war zuerst in der linksliberalen Partei Izquierda Republicana (dt.: Republikanische Linke)[1], später in der Kommunistischen Partei Spaniens PCE bis zum Ausbruch des Spanischen Bürgerkriegs tätig. Nach dem Militärputsch gegen die zweite spanische Republik im Juli 1936 verbrachte er die Zeit des Spanischen Bürgerkriegs als Kriminalpolizist in Barcelona, wo schon sein Vater ein Polizeiinspektor gewesen war. 1936 trat er der PCE bei. Während des Franquismus ging er nach Lateinamerika ins Exil. Später siedelte er nach Frankreich über. Er wurde einer der Führer der Kommunistischen Partei und wurde auf deren Kongress 1954 in Prag zum Mitglied des Zentralkomitees der PCE gewählt. Seit 1959 lebte er versteckt meist in Madrid zu einer Zeit, die Spanien eine verstärkte Industrialisierung brachte und damit auch größere Möglichkeiten, politisch den Widerstand gegen den Franquismus zu organisieren. Am 7. November 1962[2] wurde er von der spanischen Geheimpolizei in Madrid[3] festgenommen, bestialisch gefoltert[4] und 1963 wegen seines Wirkens im Spanischen Bürgerkrieg zum Tode verurteilt.[5] Obwohl weltweit Proteste gegen das Todesurteil eingelegt wurden, wurde Grimau am 20. April desselben Jahres durch ein Peloton von Wehrpflichtigen erschossen.[6] 1989 wurde eine Revision des Urteils erreicht, aufgehoben und Grimau schließlich vollständig rehabilitiert.[7]

Der Grabstein von Julian Grimau in Madrid auf dem Zivilfriedhof

In der DDR wurde an Grimau erinnert, indem Straßen und Klubs nach ihm benannt wurden. Zum Beispiel wurde 1963 die Ostra-Allee in Dresden in Julián-Grimau-Allee umbenannt. Nach der friedlichen Revolution in der DDR und der Wiedervereinigung wurde dies 1991 rückgängig gemacht. Die Grimaustrasse in Berlin-Niederschöneweide besteht nach wie vor.

Commons: Julián Grimau – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. JULIÁN GRIMAU, EL ÚLTIMO EJECUTADO DE LA GUERRA CIVIL. Asociación para la Recuperación de la Memoria Histórica, abgerufen am 6. August 2022 (europäisches Spanisch).
  2. El Comité Ejecutivo del Partido Comunista de España: LAMAMIENTO DEL PARTIDO COMUNISTA DE ESPANA AI PUEBLO ESPANOL Y LA OPINION PUBLICA INTERNACIONAL. Mundo Obrero. Ministerio de Cultura, 1. Dezember 1962, abgerufen am 20. September 2022 (spanisch).
  3. Documentación: Julián Grimau. La Vanguardia, 20. April 2018, abgerufen am 5. August 2022 (spanisch).
  4. Nicolás Sartorius, Javier Alfaya: La Memoria Insumisa. Sobre la Dictadura de Franco. España Calpe, Madrid 1999, ISBN 84-239-7792-7, S. 241–243.
  5. Jesús Duva: El regreso de Julián Grimau. El Pais, 19. November 2006, abgerufen am 5. August 2022 (spanisch).
  6. Documentación: Julián Grimau. La Vanguardia, 20. April 2018, abgerufen am 5. August 2022 (spanisch).
  7. Daniela Dahn: Der Schnee von gestern ist die Sintflut von heute. Die Einheit – Eine Abrechnung, Hamburg 2019, S. 139.

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