FORVM » Print-Ausgabe » Jahrgänge 1968 - 1981 » Jahrgang 1974 » No. 251

Walter Rauff: Von Himmler zu Pinochet

NSDAP-Mitgliedsnummer 5,216.415, SS-Nummer 290.947.

1939 beim „Unternehmen Tanneberg“, Beteiligung an Liquidierungen im Raum Poznan am 10. September 1939, in und um Gdansk am 14. September 1939.

1941 SS-Obersturmbannführer und Gruppenleiter, konstruierte zusammen mit SS-Untersturmführer Dr. August Becker 5-t-Vergasungswagen (Aussagen von Major J. Pradel und Dr. Becker vor einem Schwurgericht in Hannover).

1942 im Dezember von Himmler nach Tunesien entsandt, um Sklavenarbeiter für das Afrika-Korps zu organisieren. Hat angeblich in Djerba 49 kg Goldschmuck für die SS-Kriegskasse requiriert.

1943 Leiter Abteilung VI im Reichssicherheitshauptamt, das Spione mit gefälschten Dokumenten usw. versorgte. Beförderung zum Standartenführer. Ende 1943 Kommando über SD im Gebiet Mailand. Einsätze gegen Partisanen und streikende Arbeiter.

Im Oktober 1945 mit gefälschten Papieren aus Lager in Ancona geflohen. Mit Unterstützung der Organisation „Odessa“ nach Ecuador geschleust.

1958 von Bolivien nach Chile (Punta Arenas) übersiedelt. 1960 Ehrenmitglied der „Vereinigung ehemaliger chilenischer Seekadetten“

Walter Rauff

Reiste wiederholt privat und geschäftlich unter seinem richtigen Namen in die BRD. 1961 Auslieferungsantrag der BRD, dem nicht stattgegeben wird. Rauffs Söhne schlagen die Offizierslaufbahn ein. Während der Volksfrontregierung ist Rauff am Aufbau der Terrororganisation BOFE beteiligt, die sich aus Offizieren und Mitgliedern der Faschistenpartei Patria y Libertad zusammensetzt.

Nach dem Putsch wurde im Parlamentsgebäude eine Sicherheitsbehörde mir dem Namen SENDET eingerichtet. Eine Unterabteilung mit der Bezeichnung DINA (Dirección de Inteligencia Nacional), die von einem Oberst Sepulveda geleitet wird, koordiniert die nachrichtendienstlichen Aktionen der verschiedenen Watfengattungen der Streitkräfte (FACH) und der Carabineros. Rauff war Berater beim Aufbau dieses Terrortrusts. NF-Mirarbeiterin Marie Luise Kaltenegger teilt in einem Artikel in der Arbeiter-Zeitung vom 10. August 1974 mit, was von einem chilenischen Staatsbeamten an Emigranten verraten worden war: Rauff nahm an mehreren Besprechungen der Kommandospitzen der chilenischen Militärdiktatur teil, wo unter anderem die Schaffung eines Ausbildungszentrums für wissenschaftliche Foltermethoden im Regiment von Tejas Verdes beschlossen und ein umfassender Plan zur Bespitzelung und Ausrottung von Regimegegnern ausgearbeitet wurde.

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Erstveröffentlichung im FORVM:
November
1974
, Seite 16
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