FORVM » Print-Ausgabe » Jahrgänge 1954 - 1967 » Jahrgang 1963 » No. 109
Friedrich Torberg

Unterwegs in USA

Notizen von einer Amerikareise (I)

New York

Das Flugzeug landet am späten Nachmittag. Ich erkenne die Stadt schon von weitem nicht, und das will etwas heißen. Immerhin habe ich fünf Jahre lang hier gelebt, und bei meinem letzten Besuch, 1954, hatte ich noch durchaus das Empfinden, etwas Bekanntem und Vertrautem zu begegnen, überkam mich noch ein ganzes, echtes Wiedersehens-Gefühl. Was mich diesmal überkommt, ist ein Gefühl des Staunens, der Fremdheit, ja der Beängstigung.

Alsbald erweist sich jedoch, daß das nicht an mir, nicht an meinen vergangenen acht Jahren liegt, sondern an denen der Stadt. Sie hat sich unheimlich verändert. Als ich auf der Fahrt vom Flugplatz — in vier dichten, immer nur stoßweise sich beschleunigenden Autokolonnen — ihre Silhouette aus der Abenddämmerung hervortreten sehe, muß ich erst mühsam nach den einstigen Wahrzeichen suchen: soviel Konkurrenz haben sie bekommen. Gewiß, das Empire State Building ist mit seinen 102 Stockwerken immer noch das höchste von allen (es ist absolut höher als der Kahlenberg), und wahrscheinlich hält auch das Chrysler Building noch den zweiten Platz. Aber woran man sie und ihresgleichen eigentlich erkennt, ist weniger die Höhe als die Turmform. Denn ihre Erbauer waren insgeheim noch des Glaubens, daß etwas, was zum Himmel emporragt, doch irgendwie einem Kirchturm ähneln müsse. Heute ist man über solche Kindereien längst hinaus und baut erbarmungslos rechteckige Riesenblöcke. Wenn’s hoch kommt — und das tut es in den meisten Fällen —, spendiert man ihnen ein paar nach oben verjüngte Terrassen.

Und wie’s der Teufel will, ist das Ganze dann auch noch schön. Von einer herausfordernden, verruchten Schönheit ist es. Besonders wenn die Lichter angehen. Besonders wenn sie in den gläsernen, stahlschlanken Neubauten angehen.

Erster Abend in New York. Ich kenne mich immer weniger aus, fühle mich immer fremder und unbehaglicher, frage mich immer skeptischer, ob mich diese letzten acht Jahre nicht vielleicht zu einem lärmempfindlichen, kopfscheuen Provinzler gemacht haben, der so vielen Wolkenkratzern auf einmal und so vielen Autos hintereinander nicht mehr gewachsen ist. Der Zuspruch, daß es z.B. in Paris bedeutend stärkeren Autoverkehr gibt und in Wien bedeutend gefährlicheren, hilft mir wenig. Ich habe Kopfschmerzen vom Lärm und Schwindelgefühle vom Wirbel ringsum.

Außerdem habe ich das Pech, für die erste Nacht in einem der großen Bahnhof-Hotels untergebracht zu sein, deren Halle sich von der Bahnhofshalle selbst höchstens dadurch unterscheidet, daß nicht die Züge ausgerufen werden, sondern die Passagiere. Auch dürfte es, wenn man einmal die Coupetüre hinter sich geschlossen hat, bedeutend ruhiger sein als hier bei geschlossener Zimmertüre. Es werden ihrer nämlich zu viele geschlossen, und zu laut, und zu lange in die Nacht hinein, bis 3 Uhr früh. Und um 7 geht’s wieder los. — Vom Service gar nicht zu reden. Oder vielleicht später.

Eine kleine, gemütliche Nuance: Innen an der Zimmertüre befindet sich ein rot umrandetes Täfelchen, das den Gast „zu seinem eigenen Schutz“ auffordert, die Türe zu versperren. Ich halte das für eine leere Formel, glaube mich schon dadurch hinlänglich geschützt, daß ich in einem als erstklassig geltenden Hotel wohne, und tue nichts dergleichen.

Aus seichtem Schlaf weckt mich ein Telephonanruf des Hausdetektivs: er hätte soeben — wie, sagt er nicht — bemerkt, daß ich bei unversperrter Türe schlafe, und fordere mich auf, zu meinem eigenen Schutz ...

New York bei Tageslicht. Es wirkt etwas weniger unheimlich, aber dafür kehrt es neue Ärgerlichkeiten hervor. Zum Beispiel sind inmitten der Stadtmitte — also dort, wo man schon unter normalen Umständen kaum vorwärtskommt — mehrere Straßen aus dem Verkehr gezogen. Das heißt nun nicht, daß sie für den Verkehr gesperrt wären, o nein. Er durchflutet sie weiterhin. Er muß nur, soweit er aus Autos besteht, mit den unmöglichsten Fahrbahnverengungen, Fahrbahnüberhöhungen und Schlagrinnen fertig werden, und soweit er aus Menschen besteht, zu den unmöglichsten Not- und Laufstegen seine Zuflucht nehmen (und zwar seine eilige). Die Straßen dienen nicht mehr in erster Linie der Fortbewegung, sondern einer hektischen, fanatischen Bautätigkeit. Schluchten von gewaltiger Tiefe, Gerüste von noch viel gewaltigerer Höhe, Holzverschalungen, Wohn- und Bürobauten, soeben fertiggestellt, Fertigstellung demnächst, hier werden noch einige Geschäftsräume vermietet, hier wird im Frühjahr 1963 das neue X-Hotel eröffnet, in dem bereits bis Herbst 1964 kein Zimmer zu haben ist, hier baut das Bankhaus Y, hier baut die Baugesellschaft Z. Es sieht tatsächlich nach Bautätigkeit um ihrer selbst willen aus. Daß man die alten Ziegelhäuser und Mietskasernen durch Wolkenkratzer ersetzt, mag noch Sinn haben oder Notwendigkeit. Aber schon bei meinen ersten Spaziergängen — ich bitte um Nachsicht für dieses romantische Wort aus der Postkutschenzeit — mußte ich feststellen, daß Wolkenkratzer Wolkenkratzern Platz machen. Oft genug, wenn mein Blick sich an einem von früher her erinnerten Gebäude emporranken wollte, stand ein andres da oder gar keines. „Nein, nach New York fahre ich noch nicht“, soll unlängst jemand gesagt haben. „Ich warte, bis es gebaut ist.“

Manches hingegen, was mich im Wirrsal des Straßenbildes zunächst befremdet, hat seit jeher dazugehört: die zigarettenrauchenden Frauen; die komprimierten Dunstwolken, die jählings aus den Ventilationsgittern der Untergrundbahnen hervorstoßen; die selbstverständliche Rassenvielfalt: Weiße und Neger und Chinesen und, deutlich verstärkt, die braunhäutigen Portorikaner ; dazu eine nicht minder selbstverständliche Sprachenvielfalt: englisch in allen Schattierungen, italienisch und jiddisch und, gleichfalls verstärkt, spanisch. Am oberen Broadway, etwa von der 110. Straße an, gibt es bereits ein gutes Dutzend Kinos mit rein spanischen Programmen. Zu „meiner Zeit“, also um die Mitte der Vierzigerjahre, hat hier das Negerviertel angefangen. Ich erinnere mich, daß wir in unheilbarer Emigranten-Verspieltheit diese Straße als ,„Große Mohrengasse“ und „Negerlegasse“ zu bezeichnen liebten; und nach dem Zuzug der ersten Portorikaner war dann noch die „Schwarzspanierstraße“ entstanden ...

Seltsam: es sind Erinnerungen solcher Art, aus denen mir nun doch ein Wiedersehens-Gefühl aufkeimt. Allmählich beginne ich mich in New York zurechtzufinden, auch sprachlich. Ich merke nicht ohne Stolz, daß mir noch all die Ausdrücke und Redewendungen geläufig sind, in denen der Witz des New Yorkers sich ausprägt und die ich seit acht Jahren nicht mehr gehört habe. Als ich das erstemal den Mut finde, meinerseits einen Slangausdruck zu verwenden — natürlich im Gespräch mit einem Taxichauffeur —, bange ich sekundenlang, ob’s gut ausgehen wird. Dem Taxichauffeur fällt nichts weiter auf. Mein Akzent stört ihn nicht. Er hat selber einen (und zwar den unter New Yorker Taxichauffeuren immer noch häufigsten: den russisch-jüdischen, der sich über Generationen erhält). In keinem andern Land, dessen Sprache ich halbwegs beherrsche, ja nicht einmal in Deutschland würde ich es wagen, mit einem Einheimischen im Dialekt zu reden, wohl wissend, daß mein Akzent den Anbiederungsversuch kläglich scheitern ließe. Der New Yorker Slang ist, als einziger, keine Frage des Akzents, sondern eine Frage der Terminologie.

Übrigens schalten die New Yorker Taxichauffeure das Taxameter erst ein, nachdem sie wirklich losgefahren sind; ein Stoplicht nach dem Einsteigen geht niemals zu Lasten des Fahrgastes. Das mag eine Kleinigkeit sein, aber sie wirkt angenehm.

Andere Annehmlichkeiten, die man nicht übersehen soll: die ungeheure Reichhaltigkeit der Tageszeitungen bei einem auch nach unseren Begriffen niedrigen Preis (S 1,50-2,50); der gleichfalls sehr niedrige Einheitstarif auf sämtlichen öffentlichen Verkehrsmitteln, der zumanchmalstundenlanger Fahrt berechtigt; und der späte Lokal- und Ladenschluß — manche Geschäfte, auch Buchhandlungen, halten bis Mitternacht offen, manche die ganze Nacht, vor allem die Lebensmittelgeschäfte und die „Drugstores“, die in Wahrheit kleine Warenhäuser mit Buffetbetrieb sind.

Unannehmlichkeiten, die man nicht übersehen kann, selbst wenn man möchte: der höllische Straßenlärm, der auch in der Nacht kaum nachläßt; die zumal für den Neuankömmling niederschmetternde Unfreundlichkeit fast aller Menschen, mit denen man es in den Verrichtungen des Alltags zu tun bekommt; die Unmöglichkeit, aus den ehern festgelegten Schablonen dieser Verrichtungen auszubrechen und beispielsweise ein Glas Wasser ohne Eis zu bekommen oder Hemden mit nicht gestärktem Kragen aus der Wäscherei. Gibt’s nicht. Auch „Danke“ gibt’s nicht. „Danke“ sagt einzig und allein die Telephonistin im Hotel, wenn sie die gewünschte Nummer entgegengenommen hat. Es ist eine völlig leergedroschene Phrase, wie das obligate „Fine!“ auf die Frage „How are you today?“ Wobei mich besonders das „today“ erbittert, mit dem der Fragesteller vorzutäuschen wünscht, daß er sich auch über das gestrige und morgige Wohlbefinden des Befragten Sorgen macht, obwohl ihn nicht einmal das heutige interessiert.

Deutlichste Veränderung im Stadtbild: die Park Avenue (so genannt, weilsie in der Mitte von einem eingegitterten Grünstreifen durchzogen wird). Aus einem eleganten, verhältnismäßig ruhigen Boulevard, das als „vornehme Wohnadresse“ galt, ist gut zur Hälfte eine von enormen Büro-Neubeuten beherrschte Geschäftsstraße geworden. Übrigens läßt sich auch diesen Neubauten eine gewisse Eleganz nicht absprechen. Von früher her geblieben: die zu ebener Erde konzentrierten Ärzte-Ordinationen, und die erstaunliche, vermutlich auf eine spezielle Anti-Lärm-Verordnung aus Gründerzeiten zurückgehende Tatsache, daß die Park Avenue, als einzige der kilometerlangen Längs-Verkehrsadern Manhattans, keinen Autobusverkehr hat. In bezug auf Vornehmheit scheint ihr die Third Avenue, die ich noch mit donnernder Hochbahn gekannt habe, ernsthaft Konkurrenz zu machen.

Sämtliche Längs-Avenuen mit Ausnahme von Park, Madison und Fifth sind auf Einbahnverkehr umgestellt; die Querstraßen waren es schon längst (wieder mit Ausnahme von einigen besonders breit angelegten). Parken an verbotener Stelle kostet 15 Dollar, was einer Summe von annähernd 400 S entspricht. Kürzlich wurde ein Test veranstaltet, um das Fahrtziel der Autos zu ermitteln, die während der Nachmittagsstunden die Straßen von Manhattan verstopfen. Es erwies sich, daß 40% aller unterwegs befindlichen Autos auf der Suche nach Parkplätzen waren.

Ich habe mit einem Freund telephonisch ein Rendezvous vereinbart. Wir wollen uns in einem Lokal treffen, das uns seinerzeit als eine Art Kaffeehaus-Ersatz gedient hat. Zur festgesetzten Stunde treffen wir uns jedoch auf offener Straße: nicht nur das Lokal, das ganze Haus existiert nicht mehr. (Dergleichen wird mir noch mehrmals passieren, und daß es mir passiert, ist schließlich ganz in Ordnung. Aber auch meine in New York lebenden Freunde wissen von einer Woche zur andern nicht mehr, wo man noch sitzen kann und wo nicht.)

Besuch im Palast der Vereinten Nationen, der zu den eingangs erwähnten „neuen Wahrzeichen“ New Yorks gehört. Damit ist auch schon eine seiner wesentlichen Funktionen umschrieben. Die United Nations werden in erster Linie als Sehenswürdigkeit betrachtet und behandelt. Autobusse speien organisierte Besuchergruppen aus, Aufschriften, Broschüren und ein Teil des Personals sind speziell für die Neugierigen da, und häufige Fernseh-Übertragungen (samt dazugehörigen Publikums- und Pressekommentaren) verstärken den Eindruck, daß hier das Schicksal der Welt nicht ernsthaft entschieden, sondern fröhlich zur Schau gestellt wird. Wenn „nichts los“ ist, halten sich die Besucher auch gar nicht erst mit Niedersetzen und Zuhören auf; sie durchstreifen, ihrerseits schnatternd, die großartig angelegten Sitzungssäle und Wandelgänge — und können sagen, daß sie dabeigewesen sind.

Ich war dabei, als im Plenum z.B. die Aufnahme Rotchinas debattiert wurde. Ich stülpte den Kopfhörer auf, drehte am Übersetzungsschalter (es gibt englische, französische, spanische, russische und chinesische Simultanübersetzungen), blieb bei Französisch stehen, wunderte mich über die schlechte Diktion und mehr noch über die schlechte Aussprache des Übersetzers — bis ich dahinterkam, daß ich den Redner direkt hörte. Er war für die Aufnahme Rotchinas, berief sich auf „le journaliste bjäähnkonni Waltr Lippmann“ und vertrat die Tschechoslowakei.

Ein unleugbarer Vorzug des Unternehmens: es serviert, im Delegierten-Buffet, den weitaus besten Espresso New Yorks. Auch in den Künstlerkneipen von Greenwich Village und in einigen italienischen Restaurants bekommt man Espresso, aber dort heißt er nur so. Den wirklichen Espresso bekommt man in den Vereinten Nationen. Einen andern würden sich die schwarzen Exzellenzen, die dort in der Überzahl sind, auch nicht gefallen lassen.

Ich wohne jetzt in einem recht guten Hotel, wo mir die Ford-Foundation, unter schnödem Mißbrauch meines Professorentitels, die sogenannte „Akademiker-Ermäßigung“ verschafft hat. Infolgedessen zahle ich für ein überflüssig großes und durchaus unzweckmäßig eingerichtetes Zimmer nur 12 Dollar statt der normalen 20 (was mehr als 500 S wären). Die einzige Schreibgelegenheit ist eine als Tischplatte kaschierte Schublade, die man aus dem Wäschekasten hervorziehen muß. Natürlich hat das Zimmer einen Radio- und einen Fernsehapparat. 27 Stationen, 12 Kanäle und kein Tisch. Hingegen herrscht nobelster Überfluß an Handtüchern und Seife. Es gibt sogar Room-Service, und wenn man der dringenden Empfehlung, das Frühstück zur Sicherheit und Pünktlichkeit bereits am Vorabend zu bestellen, hoffnungsfroh Folge leistet und für halb neun einen Tomatensaft, einen Kaffee und frisches Gebäck mit Butter bestellt, so bekommt man immerhin um neun einen Orangensaft, einen Tee und lauwarme Toasts mit Marmelade. Man darf nur nicht verzweifeln. Es geht schon.

Schräg gegenüber dem Hotel befindet sich ein Drugstore, der die ganze Nacht offenhält. Als ich zum drittenmal hinkomme, um mir die Thermosflasche, die ich dort um 2 Uhr früh gekauft hatte, mit schwarzem Kaffee füllen zu lassen, muß ich sie dem wortlos nickenden Verkäufer nur noch hinhalten, und die Prozedur vollzieht sich fortan automatisch. Ich habe die höchsterreichbare Stufe von Kaffeehaus-Stammgast erklommen, zu der man es in New York bringen kann.

In der Delikatessen-Abteilung von Bloomingdale, einem der besseren Warenhäuser, entdecke ich eine eigene Theke mit importierten Demel-Erzeugnissen und einem Bildnis der Frau Paula in Aktion.

Es tut mir beinahe leid, daß ich nach Washington fahren muß.

Washington

Flugdauer von New York: eine Stunde. Flugfrequenz: jede halbe Stunde. Zwei Fluglinien ausschließlich für diesen Pendelverkehr, dazu noch eine Reihe andrer, die dann von New York oder Washington weiterfliegen. Karten werden am Flughafen gelöst. Wer keinen Platz bekommt oder ein Flugzeug versäumt, fliegt eben eine halbe Stunde später. Das Ganze ist keine Angelegenheit mehr, und eröffnet — wie fast alles, was keine Angelegenheit mehr ist — bedrohliche Zukunftsperspektiven. Tatsächlich gibt es vom La-Guardia-Flugfeld (das diesen Teil des inneramerikanischen Luftverkehrs bewältigt) bereits regelmäßige Hubschrauber-Dienste nach den entlegeneren Stadtteilen.

Ankunft in Washington bei strahlend schönem Herbstwetter, das der Stadt sehr zum Vorteil gereicht. Sie ist unter allen synthetischen Städten Amerikas wahrscheinlich diejenige, der man die künstliche Planung am deutlichsten anmerkt — aber sie hat „Grandeur“, es läßt sich nicht anders sagen. Sie hat, zum wohltuenden Unterschied von New York, Luft und Platz und innere Bewegungsfreiheit, sie hat ihre Denkmäler und Gedenkstätten richtig plaçiert und ihre Straßenzüge in die richtige Balance mit ihren (vorbildlich gepflegten) Parkanlagen gebracht. Von alledem will die einheimische Aristokratie — die in Georgetown, der eigentlichen „alten“ Stadt lebt — natürlich nichts wissen. Nur hätte Georgetown, so adrett es seinen Virginia-Kolonialstil gewahrt hat, eben darum niemals zur Hauptstadt werden können. Dieses hier, Washington, ist eine unverkennbare Hauptstadt. Und unverkennbar die Hauptstadt eines sehr großen, sehr mächtigen Landes.

O weh, das Hotel. Schon wieder eines von den großen. Es gehört zur gleichen „Kette“ wie jenes erste in New York und weist die gleichen grauslichen Massenmerkmale auf (wenn auch nicht in Bahnhofsformat). Ich kann nicht umhin, mich bei dem Freund, der mich abholen kommt, darüber zu beschweren, erzähle ihm von meinen New Yorker Erfahrungen, von der Mahnung des Hausdetektivs, „zu meinem eigenen Schutz“ das Zimmer von innen zu versperren, bringe die miserable, de facto nicht vorhandene Bedienung zur Sprache: an mehreren Abenden mußte ich mir das Bett (bei einem Normalzimmerpreis von 520 S) selbst herrichten, auch besteht keine Möglichkeit, in etwaigen Dringlichkeitsfällen irgendwelches Personal herbeizurufen, sondern man muß alle Wünsche dem ständig überlasteten Haustelephon bekanntgeben und bis zu einer Viertelstunde auf Erledigung warten, und so weiter, und so noch lange weiter.

Mein Freund — er steht im diplomatischen Dienst eines nicht sonderlich amerikafreundlichen Landes, kennt aber aus langjährigem Aufenthalt die hiesigen Sitten und Gebräuche — gibt mir folgendes zu bedenken (und ich nehme es mit einiger Betretenheit zur Kenntnis):

„Anonyme“ Bedienung ist in Amerika immer schlecht, weil der Amerikaner nicht gerne bedient (und sich nicht gerne bedienen läßt). Sowie die Bedienung auf persönlichem Kontakt beruht und als eine Art kameradschaftlicher Hilfeleistung gelten kann, wird sie sofort sehr gut (vgl. meinen Drusgstore). Die großen Hotels, wie alle großen Unternehmungen, leiden an Personalmangel. Wer halbwegs etwas taugt oder sich etwas zutraut, nimmt keine Dienststellung in einem Hotel an. Es bleibt hiefür nur eine Schicht von gleichgültigen, ambitionslosen Farbigen übrig, die ohne jede Eignungsprüfung, sozusagen „von der Straße weg“, angestellt werden. Daraus erklärt sich alles weitere. Und was den Hausdetektiv betrifft, so sollte ich ihm dankbar sein: Hotels mit 1.500 bis 2.000 Zimmern können unmöglich darauf achten oder gar Verantwortung dafür tragen, wer da alles kommt und geht. Sie leben im übrigen nicht von Einzelgästen, sondern von den „Conventions“, den Tagungen und Versammlungen aller möglichen Berufsorganisationen, Handelsfirmen, Klubs etc., die ihre eigenen Komitees zur Betreuung der Teilnehmer mitbringen.

An diesem Abend mache ich still mein Bett zurecht, bedaure tief, daß ich weder ein Distriktsleiter von Coca Cola noch ein Mitglied der „Löwen“ oder der „Elche“ bin, rufe den Hausdetektiv an, um ihr darüber zu beruhigen, daß ich mein Zimmer von innen versperrt habe, und gehe schuldbewußt schlafen.

Mein Aufenthalt hier fiel mit der Kuba-Krise zusammen (worüber ich schon berichtet habe [*]). Indessen wäre die Annahme, daß Washington „im Zeichen“ der Kuba-Krise stand, völlig verfehlt. Gerade weil es die Stadt der politischen und diplomatischen Professionals ist, läßt es sich diese Dinge weit weniger anmerken als etwa New York. So fand, unter stärkster Beteiligung offizieller und sonstwie repräsentativer Kreise, zur gleichen Zeit ein dreitägiges „Festival of American Poetry“ statt, zu dem etwa fünfzig Lyriker aus allen Teilen des Landes herbeigeeilt waren, auch einige der international bekannten und berühmten. In der „Library of Congress“ (deren Archive schlechterdings alles beherbergen, was jemals auf Erden im Druck erschienen ist) fanden an den Vor- und Nachmittagen die auf 15 Minuten pro Dichter begrenzten Vorlesungen statt, an den Abenden gab es Empfänge und Vorträge von auswärtigen Gästen. Einen besonders reizvollen hielt der englische Kunstkritiker Sir Herbert Read (der von meiner Anwesenheit irgendwie Wind bekommen und für meine Einladung gesorgt hatte). Er sprach über den Unterschied zwischen englischer und amerikanischer Literatur, ein Thema also, dessen Problematik auch dem Verfechter des Unterschieds zwischen deutsch und österreichisch vertraut ist. Read hatte es insofern leichter, als er zwischen „englisch“ und „britisch“ unterscheiden und somit „amerikanisch“ unter „englisch“ subsumieren konnte, was ihm den Beifall fast aller Anwesenden eintrug. Wohl ihm. (Auch deshalb wohl ihm, weil aus Australien keine Schweizer gekommen waren.)

Die sonst sehr lebhafte gesellschaftliche Betriebsamkeit der Diplomatenhauptstadt scheint durch die Kuba-Krise doch ein wenig in Mitleidenschaft gezogen. Der einzige große Empfang, der in diesen Tagen unberührt vor sich geht (und zu dem mich amerikanische Freunde einschmuggeln), findet auf der koreanischen Botschaft statt und ist fast ausschließlich von den Vertretern der asiatischen Missionen besucht. Auffallend viele Uniformen, davon auffallend viele in Schwarz. Die dazugehörigen Damen in Gewändern von betörender Farbenpracht und Schönheit. Nähere Angaben versage ich mir, weil ich mich nicht mit Kenntnissen aufpudeln möchte, die ich erst durch Belehrung an Ort und Stelle erworben habe. Ich konnte vorher zwischen Koreanern, Laoten, Malayen, Malaysiern und Burmesen nicht unterscheiden und konnte es auch bald hernach nicht mehr. Jedenfalls waren die Weißen hier in ebenso verschwindender Minorität gegenüber den Gelben, wie sie es in New York auf einem Empfang des ghanesischen UN-Delegierten gegenüber den Schwarzen waren.

Abends mit Freunden in einem der vorzüglichen chinesischen Restaurants. An den Wänden zahllose Karikaturen und Photos, darunter eine Serie offenbar zusammengehöriger Farbphotos von einer offenbar sehr fröhlichen Veranstaltung, vielleicht einem chinesischen Faschingsball. Die Aufnahme eines sichtlich wohlgelaunten Würdenträgers, der von vielen lachenden Landsleuten umringt ist, erregt mein Interesse. Auf Befragen erfahre ich den Anlaß der im Bilde festgehaltenen Heiterkeit: der Chinese hatte sich als Kambodschaner kostümiert.

Europäer, die sich von den Positionsverlusten des Abendlandes oder der weißen Rasse ad oculos überzeugen wollen, brauchen nicht erst nach Asien oder Afrika zu fahren. Ein Besuch bei den Vereinten Nationen, womöglich mit anschließendem Empfang bei irgendeiner asiatischen oder afrikanischen Delegation erfüllt den selben Zweck.

Beinahe hätte ich jetzt etwas von einer „exotischen“ Delegation geschrieben. Das wäre grundfalsch. Die Exoten sind wir. (Wobei unter „wir“ sowohl Europäer wie Amerikaner zu verstehen sind.)

Philadelphia

Von New York mit den regelmäßigen, in einstündigen Intervallen abgehenden Bummelzügen der „Pennsylvania Railroad“ in etwa anderthalb Stunden zu erreichen. Das ist keine Entfernung. Hunderttausende von New Yorkern müssen die gleiche Zeitstrecke täglich zweimal zwischen ihrer Wohnung und ihrem Arbeitsplatz zurücklegen. Trotzdem ist Philadelphia alles eher als etwa eine „Vorstadt“ New Yorks. Es ist eine eigene, eigenständige Großstadt mit mehr als zwei Millionen Einwohnern, liegt bereits in einem andern Staat (eben Pennsylvania) und käme gar nicht auf die Idee, sich mit New York verbunden oder gar verwandt zu fühlen. Wenn eine der beiden Städte auf die andre herabblickt, dann eher Philadelphia auf New York. Es schmeichelt sich, ähnlich wie Boston und Washington, einer alteingesessenen Aristokratie, außerdem trat hier — in der „Independence Hall“ — die erste unabhängige Regierung der Vereinigten Staaten zusammen, und schließlich ist der „Philadelphia Inquirer“, 1771 gegründet, die älteste noch erscheinende Zeitung des Landes.

Auch auf ihre von Benjamin Franklin gegründete Universität hält die Stadt sich etwas zugute — und wie mir scheint: mit Recht. Meine Gastgeber von der Ford-Foundation hatten mir nahegelegt, in mein Reise- und Studien-Programm möglichst viele Universitäten aufzunehmen, und da deren Wahl mir freigestellt blieb, fiel sie immer auf solche Universitäten, an denen europäische oder ex-europäische Freunde von mir unterrichten. In Philadelphia ist es Professor Adolf Klarmann (literarischer Nachlaßverwalter Franz Werfels und den Lesern des FORVM kein Unbekannter), der mich in Empfang nimmt. Er lebt schon seit Ende der Zwanzigerjahre in Amerika, hat die Verbindung zu seiner österreichischen Heimat und zur deutschsprachigen Literatur niemals aufgegeben und leitet jetzt das „German Department“ dieser größeren und älteren der beiden Universitäten Philadelphias. Von ihm betreut, durchwandere ich das weitgedehnte Universitätsgelände („Campus“ geheißen und in Wahrheit eine eigene kleine Gartenstadt mit Fahr- und Fußwegen, Fakultätsgebäuden, Laboratorien, Wohnhäusern für Studenten und Professoren, Vortrags- und Gesellschaftsräumen, Theater, Gaststätten und vielem mehr), lerne die übrigen Mitglieder seiner Fakultät kennen und darf einem Lehrkurs für Fortgeschrittene beiwohnen, in dem Kleists „Zerbrochener Krug“ zuerst von einem Studenten einer vorbereiteten Analyse unterzogen und sodann von den übrigen Hörern diskutiert wird. Der Professor selbst greift kaum ein, und wenn, dann höchstens als gleichberechtigter Debattenpartner. Die Hörerschaft (etwas mehr als 20) ist überwiegend weiblich. Viele rauchen, die meisten machen eifrig Notizen, alle haben Freude an der Sache. Ich erfahre zwar nichts Neues über den „Zerbrochenen Krug“, aber sehr viel Neues über die jungen Amerikaner, die er interessiert.

Zum Abschluß besichtige ich die Bibliothek, und werde nicht enttäuscht: sie ist von dem geradezu als „üblich“ zu bezeichnenden Qualitätsreichtum. Der Bibliothek — wie dem von England übernommenen „Campus“ — gilt die große Liebe und der große Stolz fast aller amerikanischen Universitäten. Für die Bibliothek wird ein großer Teil der privaten Stiftungen und Subventionen abgezweigt, auf die sie alle angewiesen sind und die ihnen in der Regel sehr willig zufließen. Aus dieser Bereitschaft des amerikanischen Privatkapitals, höheren und gemeinnützigen Zwecken zu dienen, erklärt sich die erstaunliche Vielzahl von Universitäten, die auch in den kleineren Städten oft mit ganz hervorragenden, aus aller Welt herbeigeholten Lehrkräften aufwarten. Fast wäre man versucht, eine Parallele zu den einstigen Hoftheatern zu ziehen: die Dollarfürsten „halten sich“ Universitäten, wie sich die deutschen Duodezfürsten Theater zu halten liebten.

Wenn jetzt noch ein paar Dynastien aufstünden, die sich Theater hielten ... aber darauf hofft man wohl vergebens. Der Begriff „Theater“ — das rührt wohl von den puritanischen Ursprüngen der amerikanischen Gesellschaft her — hat immer noch etwas Leichtgeschürztes an sich und jedenfalls nichts Respektgebietendes. Schwer vorstellbar, daß dem dahingegangenen Kulturmäzen einer mittleren amerikanischen Stadt im Nekrolog etwa nachgerühmt würde, er hätte das Theaterleben gefördert. Und es liegt durchaus im Stil dieser Auffassung, daß — abgesehen vom eben darum kommerzialisierten Broadway-Betrieb — wieder nur die Universitäten sich des Theaters annehmen.

Chicago

Wahrscheinlich muß man hier längere Zeit leben, um sich überhaupt vorstellen zu können, daß man hier leben kann. Und wahrscheinlich kann man das dann sehr gut. Aber fürs erste, und für die gebotene Oberflächlichkeit des kurzfristigen Besuchers, wirkt diese Stadt noch viel beängstigender und betäubender als New York, viel „amerikanischer“ (wenn man bitte auch diese Charakterisierung mit allen Vorbehalten eines europäischen Klischees verstehen will), viel lauter, hektischer, grausamer (was aber nichts mit dem Gangster-Klischee zu tun hat, so weit geht’s denn doch nicht). Sie ist, gewissermaßen nebenbei, die viertgrößte Stadt der Welt, nach Tokio, London und New York. Und ohne Zweifel die erstlärmende. In einer bestimmten Partie des Stadtzentrums, wo zwischen Hochbahnen und Unterführungen und Brücken und sechsbahnigen Autoviadukten die wilden, willkürlich stilverworrenen Wolkenkratzer sich hochtürmen, sieht es wahrhaftig nach „Metropolis“ aus. Noch ein paar Hubschrauber mit Düsenantrieb, und der Albtraum aus Stummfilmzeiten ist fertig. (Der war aber wenigstens stumm.)

Am Abend, vom Dachrestaurant einer dieser verwegenen, gläsernen Riesen-Zündholzschachteln, die gleißend und durchsichtig in den Nachthimmel ragen, gewinnt das Ganze eine erstaunlich ausgeglichene Schönheit, an deren Ebenmaß sogar die zuckenden Lichtreklamen ihren Anteil haben: weil sie überall zucken, weil sie Rhythmus haben, den Rhythmus von Synkopenzeichen in den selbstherrlich unabsehbaren Notenzeilen aus lauter Lichtköpfen. Dort, wo die Leuchtalleen, von endlosen Autokolonnen rührend langsam durchzogen, jäh auf eine gleichfalls unabsehbare Dunkelheit stoßen, beginnt der Michigansee. Vor etlichen dreißig Jahren gab es einen populären Schlager aus irgendeiner „Revue“ (wie das Musical damals hieß), und der Refrain begann mit der leicht sentimentalen Zeile: „Kennst du das kleine Haus am Michigansee?“ Der Textdichter, wer immer er war, muß die Gegend gekannt haben ...

Autofahrt bei Tageslicht den Michigansee entlang, mit der wüsten Metropolis dicht zur andern Hand. Es hat etwas von jener grandiosen Beklemmung, die sich überall dort ergibt, wo Menschenwerk und Natur einander trotzen (und beide mit Erfolg); also zum Beispiel bei Eisenbahnviadukten in der Schweizer Hochgebirgslandschaft.

Landeinwärts mit der Hochbahn, 40 Minuten Fahrt, zum Teil (wie schon der Name „Hochbahn“ sagt) untergrund, zweimal umsteigen, die letzte Viertelstunde zwischen trostlos uniformen und streckenweise recht armseligen Häuserzeilen hindurch, dann ein paar Minuten lang Grün und wenn man aussteigt, steht vor dem Stationshäuschen ein einziges Taxi, in das man sich mit zwei oder drei andern Ankömmlingen teilen muß, denn für ein zweites Taxi ist der Verkehr nicht rentabel genug. Wir befinden uns in dem freundlichen, verträumten Universitätsstädtchen Evanston, das einwandfrei zu Groß-Chicago gehört — und mit Chicago ungefähr so viel zu tun hat, wie die Jesuitenwiese bei Nacht mit dem Stadion vor Beginn eines Länderspiels. Lerne sich einer auskennen in Amerika. Und lerne einer verstehen, wieso just hier, an der Northwestern University, dem Konkurrenzunternehmen zur eigentlichen University of Chicago, der Lehrstuhl für Deutsche Literatur mit Erich Heller besetzt ist, einem der wenigen kompetenten Literaturkritiker und Essayisten deutscher Sprache, Autor (englisch und deutsch) der Essaysammlung „Enterbter Geist“, Autor (ebenso) der vieldiskutierten Thomas Mann-Monographie „Der ironische Deutsche“, prospektiver Herausgeber neu aufgefundener Kafka-Briefe, Mitarbeiter des FORVM, und was es halt sonst noch an geistigen Ehrentiteln gibt. Der also unterrichtet hier, fühlt sich so glücklich wie nirgends zuvor und will nie mehr anderswo leben. Lerne sich einer auskennen in Amerika.

Es ist nach Mitternacht, als ich mich wieder dem zuckend aufgerissenen Höllenschlund Chicagos anheimgeben muß. Den späten Hunger zu stillen, wird hier nicht schwer sein. Auf dem Weg von der Untergrundstation zum Hotel komme ich an einem der Delikatessenläden vorbei, die bis in die Morgenstunden eine Art Restaurationsbetrieb aufrechthalten. „Stan’s Delicatessen“. Einer von vielen, und nicht besonders einladend. Der nächste tut’s auch. Ich schicke mich zum Weitergehen an. Da bremst mich eine Papptafel in der Auslage. Ihr Text, handgeschrieben (und in keiner sehr schönen Schrift), lautet:

Wenn Sie schon nicht hereinkommen und etwas essen wollen, dann spendieren Sie uns wenigstens ein Lächeln. Danke vielmals. Stan.

Überflüssig zu sagen, daß ich sofort nach dem spendierten Lächeln eintrete und etwas esse. Stan, soviel dürfte feststehen, kennt sich in Amerika aus.

[*Friedrich Torberg: Kuba-Krise aus der Nähe (FORVM IX/108)

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Erstveröffentlichung im FORVM:
Januar
1963
, Seite 25
Autor/inn/en:

Friedrich Torberg:

1908 in Wien geboren, war Erzähler, Essayist, Kritiker und Übersetzer. Bis 1938 als Publizist und Theaterkritiker in Prag und Wien tätig, flüchtete über die Schweiz nach Frankreich und 1940 in die USA, wo er als Drehbuchautor in Hollywood und New York lebte. 1951 Rückkehr nach Wien; 1954 Mitbegründer und bis 1965 Herausgeber des FORVM, Herausgeber der Werke von F. von Herzmanovsky-Orlando. Torbergs Bekanntheit gründet sich vor allem auf den Roman Der Schüler Gerber hat absolviert und die beiden Erzählbände um die Tante Jolesch. Torberg erhielt 1976 das Österreichische Ehrenzeichen für Wissenschaft und Kunst, 1979 den Großen Österreichischen Staatspreis. Friedrich Torberg starb 1979 in Wien.

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