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Nachstehend finden Sie einige aktuelle Anregungen.

Günther Anders-Archiv

  • Felipe Catalani
    Woher die Monster kommen
    (9. Mai 2024)

    F. C. hat Günther Anders: Wir Eichmannsöhne ins Portugiesische übersetzt, mit einem Nachwort versehen und in Brasilien herausgegeben. Für uns hat er sein Nachwort ins Deutsche übersetzt, um es hier in beiden Sprachen zu präsentieren. Das (...)

  • Felipe Catalani
    De onde vêm os monstros
    (9 de Maio de 2024)

    Felipe Catalani é mestre em filosofia pela Universidade de São Paulo (usp) e realizou estágios de pesquisa nas universidades Humboldt, em Berlim, e Paris-Nanterre, em Paris. Seu doutorado, em andamento, dedica-se ao estudo da obra de Günther (...)

  • Ramon Sensano Bayerri
    Streitigkeiten und Enthüllungen in der Internationalen Günther Anders-Gesellschaft
    (29. Februar 2024)

    Barcelona, im Jänner 2024

  • Ramon Sensano Bayerri
    Disputas y Revelaciones en la Sociedad Internacional Günther Anders
    (28 de febrero de 2024)

    Fecha: Enero 2024

  • Gerhard Oberschlick
    Seltsames in Anders’ Namen
    purgierte Fassung
    (25. November 2023)

    Kriminalgeschichte im Philosophenmilieu: 1. Das intellektuelle und moralische Totalversagen einer Gruppe Philosophen im praktischen Leben einer Günther Anders gewidmeten Forschungsgemeinschaft; 2. deren schludriger Umgang mit Wahrheit bereits in (...)

Günther Anders-Bibliographie

  • Heinz Scheffelmeier
    Bibliographie Günther Anders
    (24. Oktober 2015)

    Günther Anders-Bibliographie 1924-2012 — mit einem Anhang: Materiali per una Bibliografia italiana di Günther Anders 1962–2013

  • Gerhard Oberschlick
    Vorbemerkung des Herausgebers
    (12. April 2014)

    Das bevorstehende Erscheinen von Günther Anders, Die Kirschenschlacht, deren erste Transkription aus der Handschrift Heinz Scheffelmeier 1994 oder ’95 vorgenommen hatte, war der Anlass, im Dezember 2011 wieder Kontakt zu ihm aufzunehmen. Er, (...)

Neueste Beiträge von Günther Anders im FORVM

  • Obdachlose Skulptur
    (WWW-Ausgabe, August 2023)

    Am 13. März 1943 hielt Günther Anders, seit 1936 im Exil in den USA, in Kalifornien einen Vortrag über das Werk von Auguste Rodin, das er von seinem Pariser Aufenthalt 1933-1936 her kannte. Der Text erschien auf deutsch erstmals 1994 im Verlag C. (...)

  • «Wenn ich verzweifelt bin, 
    was geht’s mich an?»
    (Günther Anders-Archiv, Mai 2023)

    Die ungewöhnliche Informiertheit seines Gesprächspartnes macht dieses frühe Interview zu einer reichhaltigen philosophiehistorischen und biografischen Quelle über Günther Anders. Zuerst erschienen in Mathias Greffrath: Die Zerstörung einer Zukunft. (...)

  • Die Rolle der Situationskategorien bei den „Logischen Sätzen“
    (WWW-Ausgabe, September 2020)

    Mit dieser Dissertation promovierte Günther Anders 1924, noch unter seinem Geburtsnamen Günther Stern, als 22-Jähriger bei Edmund Husserl in Freiburg/Breisgau

  • Anders und Adorno
    (WWW-Ausgabe, Mai 2020)

    Wie die ambivalente Beziehung der beiden Philosophen wechselseitig begründete Wertschätzung mit ebensolcher Feindseligkeit, wenn nicht Verachtung mischt, sollen diese Beiträge nachzeichnen. Am Anfang steht der peinlichste Auftritt, den ein (...)

  • Nürnberg und Vietnam
    (Günther Anders-Archiv, Juni 2019)

    Zur Lektüre empfohlen wird das zunächst stehende PDF des Originaldrucks. Der darunter stehende, nicht synoptisch und auch sonst unformatierte Text dient nur der Such-Funktion, die systembedingt keine PDFs durchsucht. „Von euch werden die meisten (...)

  • Unsinn des Sinnbegriffes
    (WWW-Ausgabe, Mai 2019)

    Zuerst erschienen in: „Akzente“, Zeitschrift für Literatur herausgegeben von Michael Krüger in München Heft 5/Oktober 1982, 3. Umschlagseite „Ich halte das nicht mehr aus!“ jammerte ein Einzelrädchen, das, völlig frei und in seinen Handlungen und (...)

  • Löwith-Besprechung (1942)
    (WWW-Ausgabe, Dezember 2018)

    Diese Löwith-Besprechung ist zusammen mit der zugehörigen Korrespondenz, insbesondere zwischen Anders und Löwith (soweit erhalten), in „sans phrase“ erschienen. Dort wird auch erklärt, was es mit den heftigen redaktionellen Strichen im Manuskript auf (...)

  • Über das Haben
    (WWW-Ausgabe, Oktober 2018)

    Erschienen 1928 unter dem Geburtsnamen Günther Stern, fußt dieses erste Buch des Verfassers auf seiner unveröffentlichten Dissertation Die Rolle der Situationskategorie bei den „logischen Sätzen“. Erster Teil einer Untersuchung über die Rolle der (...)

  • Drei poetische Nachträge aus dem Nachlaß
    (WWW-Ausgabe, Oktober 2015)

    1. Zu: Molussische Katakombe 2. Zu: Lieben gestern 3. Zu: Tagebücher und Gedichte

  • Kulturwert und Wahrheit widersprechen einander
    (WWW-Ausgabe, Juli 2014)

    Mit der nachstehenden Überlegung gibt uns G. A. einen Schlüssel zum Verständnis, worauf der sogenannte religiöse Fundamentalismus beruht: Dieser betrachtet Religionen nicht als Kulturwerte, sondern die eigene als Wahrheit, alle anderen als (...)

Neueste Beiträge zu Günther Anders im FORVM

  • Perrine Wilhelm
    Gewalt und Politik bei Günther Anders und Hannah Arendt
    (Philosophie im Kontext, September 2021)

    Dieser elfte der zweiundzwanzig Beiträge konfrontierte am zweiten Tag präzise das Tagungsthema. Günther Anders’ späte Thesen zur Gewalt hatten dem beinahe Neunzigjährigen fast ausschließlich heftigen Widerspruch, Schelte und die Verdächtigung als senil (...)

  • Gerhard Oberschlick
    Nicht genügend kontrovers
    (WWW-Ausgabe, Oktober 2018)

    Warum aus Günther Anders’ Nachlass nichts im Tumult erscheint. Zuerst erschienen in: sans phrase. Zeitschrift für Ideologiekritik, Heft 6, Wien und Freiburg, Frühjahr 2015, Seite 233 – 241 Auf Grundlage einer kursorischen, doch sorgfältigen Einschau (...)

  • Gerhard Oberschlick
    Minister Larifari
    (No. 496-498, Juni 1995)

    4 Anschreiben, 1 Aktennotiz Postscriptum und Notabene mit 3 Fußnoten Herrn Staatssekretär und Bundesminister designatus für Inneres Caspar Einem persönlich (1) BKA Fax: 53 55 656 6. 4., ca. 15. 20 (2) BMfI Fax: 53126 2240 7. 4., ca. 14.10 Wien, 6. (...)

  • Konrad Paul Liessmann
    »Das Prinzip Auschwitz«
    (No. 496-498, Juni 1995)

    Fünfzig Jahre nach dem Ende des 2. Weltkrieges nimmt die Beschäftigung mit diesem und seiner Vorgeschichte immer seltsamere Formen an. Angesichts der auf die Erinnerungstage hin terminierten Appelle, nicht zu vergessen, angesichts des damit (...)

  • Gerhard Oberschlick
    Lob der Unangenehmheit
    (No. 496-498, Juni 1995)

    Bei der Vorbereitung bin ich wieder einmal darauf gestoßen worden, daß Günther Anders ein äußerst unangenehmer Mensch war. Immer wenn ich mich hingesetzt habe, um irgendwas aufzuschreiben, imaginiert sich mir der und macht mir Einwände und pflanzt (...)

  • Wendelin Schmidt-Dengler
    Günther Anders’ »Mariechen«
    (No. 487-492, Dezember 1994)

    1. Sich mit Günther Anders auseinanderzusetzen, ist so gefahrlos nicht, und das in einem ganz körperlichen Sinne, denn er sagt von sich: »Wenn Kunst-, Musik- oder Literaturwissenschaftler philosophische Floskeln in den Mund nehmen, ziehe ich den (...)

  • Editorische Notiz
    (No. 480, Dezember 1993)

    Auf den folgenden Seiten bringen wir die erste Veröffentlichung aus dem Nachlaß von Günther Anders, der genau ein Jahr vor dem Erscheinungstag starb. Der handgeschriebene, unvollendete Text liegt neben zahlreichen Skripten in einer Ladenschachtel (...)

  • Ludger Lütkehaus
    Die Bombe küßt niemanden
    (No. 465-467, November 1992)

    Lieber, verehrter Herr Anders, zu der unsäglichen Rezension von Werner Fuld in der ›FAZ‹ vom 26. September, die mich in unverfrorener und total irreführender Weise für eine nur der ›FAZ‹ passende Anders-Kritik in Anspruch nimmt, schicke ich Ihnen eine (...)

  • Gerhard Oberschlick
    Bombenvergessenheit schlägt Seinsversessenheit
    (No. 465-467, November 1992)

    Betrifft: Werner Fuld, „Zur Freiheit verurteilt, 11.7.1992 & „Wen die Bombe küßt. Neue Literatur von und über Günther Anders“, 26.9.1992, in Ihrem Blatt. S.g. Herren ›FAZ‹-Herausgeber, mit angemessener Verspätung gerät mir der zweite von Fulds (...)

  • Wolfgang Beck
    Dank von & an Günther Anders
    (No. 465-467, November 1992)

    G.A. hat seit mehr als 10 Jahren Wien nicht mehr verlassen; seit anderthalb Jahren lebt er in einem Pflegeheim, nach einem Schenkelhalsbruch kann er sich kaum mehr bewegen. Sein Radius reicht über wenige wackelige Schritte vom Bett zum Tisch oder (...)

Neueste Beiträge der WWW-Ausgabe

  • Herbert Auinger
    FPÖ damals: Die „Nazi-Partei“
    (30. Mai 2024)

    In seinem 14. FORVM-Beitrag zieht Herbert Auinger den parteieigenen „Bericht“ der FPÖ-Historikerkommission ans helle Licht der Aufklärung – mit obgleich erwartbarem, so doch erstaunlichem Ergebnis. H.C. Strache, der zu Recht glücklose Initiator, war (...)

  • IG Autorinnen Autoren
    Solidarität mit Oksana Stavrou
    (4. März 2024)

    Am 23.2.2024 informierte die Theodor Kramer Gesellschaft mit der Bitte um Kenntnisnahme und Verbreitung wie folgt: „Unsere Autorin Oksana Stavrou wurde im Aktionsradius Wien physisch angegriffen.“ Anm. d. Red: Breaking News bestätigen den Befund (...)

  • Karl Bruckmaier
    Paint it black
    (3. März 2024)

    „Bis man mich erschießt, werde ich darauf beharren, dass Kunst, sobald sie mit Politik in Berührung gebracht wird, unvermeidlich auf das Niveau beliebigen ideologischen Plunders herabsinkt.“ Vladimir Nabokov, Frühling in Fialta Liebe Leserin, lieber (...)

  • Konstantin Kaiser
    Nationalismus
    (13. September 2023)

    Sich einem bestehenden Begriff neu anzunähern bedeutet zugleich, sich von dessen bisherigem Verständnis zu entfernen. Das Deutsche liebt es, in räumlichen Metaphern zu formulieren – enträumlicht gesprochen: Begriffe neu zu klären, bedeutet zugleich (...)

  • Jürg Jegge
    Wiener Theaterbummel
    (11. Juli 2023)

    Alle sechs Wochen, ungefähr, kommt Jürg Jegge nach Wien und ins Burgenland, alle sechs Wochen, ungefähr, fährt er zurück nach Rorbas im Bezirk Bülach des Kantons Zürich in der Schweiz. Bei uns in Wien und Umgebung besucht er von Alters her die Theater (...)

  • Konstantin Kaiser
    „Politische Aufklärung“ in Österreich
    (30. November 2022)

    In der Woche 27 des Jahres 2022 (4. bis 10. 7. 2022), stellten die „Niederösterreichischen Nachrichten“, S. 42–43, Christa Bauer, die neue Geschäftsführerin des Mauthausen-Komitees vor. Christa Bauer, Weinviertlerin aus Wultendorf, weiß sich dem (...)

  • Peter Gutjahr
    Von Fröschen und von Skorpionen
    (4. Oktober 2022)

    1.Dialog Egokrücken Alfred und Slobo in einem Wiener Gemeindebau. Alfred, am Schreibtisch vor seinem Computer, spielt Schach, Slobo, mit einer Tasse Tee aus der Küche kommend setzt sich auf die Couch. Slobo: „Alfred, dein Wasserhahn tropft.“ (...)

  • Konstantin Kaiser
    Je länger der Krieg andauert, desto wichtiger wird die Propaganda
    (22. Mai 2022)

    Preprint seines Editorials zur „Zwischenwelt“ Nr. l/22 Zeitschrift der Theodor Kramer Gesellschaft Erscheint Anfang Juni Der Vernichtungskrieg, den das Terrorregime der Russischen Föderation gegen die Republik Ukraine führt, die Vergewaltigungen, (...)

  • Konstantin Kaiser
    Der Narzißmus des „Bin ich nicht“
    (17. Januar 2022)

    Über Rudolf Burgers erstes posthumes Buch. Die Besprechung erschien zuerst im Magazin der Theodor Kramer Gesellschaft „Zwischenwelt. Zeitschrift für Kultur des Exils und des Widerstands“ 38/4, Dezember 2021, 70f., hier mit freundlicher Genehmigung (...)

  • Gerhard Oberschlick
    Über Gott und die Welt und das Böse
    (17. Januar 2022)

    Ein wutiges Pamphlet, zuerst gegen Anton Pelinka und sodann gegen mich, enthält das erste posthume Buch von Rudolf Burger im Nachwort des Herausgebers. Offenbar hatte ihn erbost, wie meine Analyse des Artikels gegen „Gedenken“ und für das (...)

  • Gerhard Oberschlick
    ­Rudolf Burgers Glück
    nach dem Ende
    (24. Oktober 2021)

    Das eine brachte der Postbote am 3. Juli. Absender: Sonderzahl, handschriftliches Begleitbillett in Versalien: Mit herzlichen Grüszen, Unterschrift (unleserlich). Autor: Rudolf Burger, Herausgeber: Bernhard Kraller, der im Nachwort meine (...)

  • Moralischer Absturz in eine gefährliche und unmenschliche Politik!
    (5. Juli 2021)

    Berlin, den 5. Juli 2021 Sehr geehrter Herr Bundespräsident, mit Entsetzen haben wir die von den Revolutionsgarden im Iran nahestehenden Medien verbreitete Nachricht Ihrer Glückwünsche an Ebrahim Raisi vernommen. Auch der Botschafter des (...)

aus 42 Jahren FORVM

  • Claus Gatterer
    Der Freund stand links (III)
    (No. 103/104, Juli 1962)

    1945 haben die Alliierten und die innere Résistance Italien für die Demokratie befreit. Die 1923 abgebrochene Diskussion über Südtirol kann wieder aufgenommen werden. Doch ist es keine einfache Fortsetzung; die Lage zwischen dem Brenner und Salurn (...)

  • Richard Coudenhove-Kalergi
    Drei, sechs und mehr
    (No. 103/104, Juli 1962)

    Graf Richard Coudenhove-Kalergi, im 68. Lebensjahr, Professor für Geschichte an der Universität New York, in Basel ansässig, hat 1923 mit seinem Buch „Paneuropa“ den Anstoß zu dem gegeben, was heute als europäische Integration vielfältiger (...)

  • Leopold Lindtberg
    Shakespeares Königsdramen (II)
    (No. 105, September 1962)

    Hiemit präsentieren wir den zweiten und letzten Teil des Aufsatzes, in dem der vielleicht bedeutendste Regisseur des gegenwärtigen Theaters deutscher Sprache nicht bloß seine eigenen Inszenierungen erläutert, sondern die Beziehungen zwischen (...)

  • Manya Harari
    Am linken Ufer der Moskwa (II)
    (No. 105, September 1962)

    Jewtuschenko nimmt es mit seinen Verpflichtungen als Delegierter im Ausland sehr genau. Ein glänzend begabter Dichter von gesunder Fruchtbarkeit, ein junger Mann von Geist, Intelligenz, gutem Aussehen und Charme, ist Jewtuschenko zugleich (...)

  • Wassili Aksjonow • Erich Frank (Übersetzung)
    Fahrkarte zu den Sternen
    (No. 105, September 1962)

    Wassilij Aksjonow gehört zu jener Gruppe junger sowjetischer Schriftsteller, die nach dem XX. Parteitag „entstalinisierte“ Prosa zu schreiben begannen. Auf Owetschkin, den ersten von ihnen, folgten Tjendrjakow und Kusnjezow, und heute stehen Namen (...)

  • Claus Gatterer
    Der Freund stand links (IV)
    (No. 105, September 1962)

    Die bürgerlichen Trienter Parteien, die lokalen Autonomiebewegungen und die Zentralregierung in Rom wollten von Anfang an eine Doppelautonomie Trentino—Südtirol. Und Ernesta Battisti bekämpfte diese „hybride Region“ von Anfang an. Am 15. September (...)

  • Richard Neutra
    Architektur als Kunst des Schweigens
    (No. 106, Oktober 1962)

    Am 6. Oktober begeht Le Corbusier, der wohl anerkannteste Architekt der Gegenwart, seinen 75. Geburtstag. Wir freuen uns, eine Würdigung veröffentlichen zu können, die Richard Neutra, der kaum minder anerkannte österreichische, seit langen Jahren in (...)

  • Hans Jacob
    Begegnung mit den Originalen
    (No. 106, Oktober 1962)

    Den 1896 in Berlin geborenen und 1961 in Paris verstorbenen Hans Jacob als „einen Übersetzer“ zu bezeichnen, ist eigentlich unstatthaft und wird dem Format dieses Mannes — der wie kaum ein zweiter die Kennzeichnung „Sprachgenie“ verdiente — in keiner (...)

  • Alexander Lernet-Holenia
    Hitlers Herkunft
    (No. 106, Oktober 1962)

    Am 27. Oktober wird Alexander Lernet-Holenia 65 Jahre alt. Daß er eine unverwechselbar eigene Persönlichkeit von unverwechselbar österreichischer Prägung ist, einer der letzten großen Herren unter den deutsch schreibenden Autoren und einer der (...)

  • Manès Sperber
    Djilas oder Die bestrafte Reue
    (No. 106, Oktober 1962)

    In jener Stille, die Unerhörtes ankündigt, lauschen wir gern den Seufzern eines Reumütigen, der in seiner Buße — verzweifelnd — die Raserei seiner Sünden wiederfinden möchte. Es mißfällt uns nicht, daß er seine Vergangenheit bloßlegt und, um ihr zu (...)

  • Heinz Kienzl
    Was wählt der Wähler?
    (No. 106, Oktober 1962)

    Die politischen Denker von Rousseau bis Renner; die Lehrer vom Fachlehrer für Staatsbürgerkunde bis zum ordentlichen öffentlichen Professor für öffentliches und Völkerrecht; die Politiker vom Gemeinderat bis zum Minister — sie stellten und stellen uns (...)

  • Wolfgang Hauer
    Existieren die Parteien?
    (No. 106, Oktober 1962)

    Österreich ist ein Rechtsstaat. Dies bedeutet einerseits, daß die gesamte staatliche Vollziehung nur auf Grund der Gesetze ausgeübt werden darf, und anderseits, daß nur Personen im Sinn der jeweiligen Rechtsordnung rechtswirksam handeln können. Daß (...)

  • Heimito von Doderer
    Neuland österreichischer Geschichte
    (No. 107, November 1962)

    Es gibt, nach dem Ende der im engeren Sinne Josephinischen Zeit, zwei Jahre österreichischer Geschichte, bei deren Betrachtung man den Atem anhalten möchte, als könnte noch immer alles werden und sich wenden; paradox genug, da man ja wohl weiß, (...)

  • George Saiko
    Die Klauen des Doppeladlers
    (No. 107, November 1962)

    Österreichs Geschichte läßt sich mittels Geschichtsschreibung nicht darstellen, nur mittels Romanschreibung. George Saiko — aus Böhmen gebürtig, Dr. phil., Psychologe und Kunsthistoriker, nach der Rückkehr aus angelsächsischer Emigration in Wien (...)

  • Norbert Leser
    Wissenschaft und letzte Werte
    (No. 107, November 1962)

    Die „Reine Rechtslehre“, nach der Psychoanalyse Sigmund Freuds wohl die originellste und am weitesten in die Welt ausstrahlende schöpferische und systematische Leistung eines Österreichers dieses Jahrhunderts, ist im Heimatland ihres Begründers (...)

  • René Marcic
    Recht als Willensakt
    (No. 107, November 1962)

    Im Sommer 1962 hielt sich Hans Kelsen, der das 81. Lebensjahr vollendet hat, lange in Österreich auf. Das Institut für Politische Wissenschaften des Internationalen Forschungszentrums für Grundfragen der Wissenschaften, Salzburg, und der (...)

  • Kelsen und das Naturrecht
    (No. 107, November 1962)

    Hans Kelsen, der neuerdings viel gefeierte und weiterhin wenig beachtete österreichische Rechtslehrer, war im Vorjahr aus Anlaß seines 80. Geburtstages Gegenstand eines Symposions im FORVM (Heft VIII/94). Diesmal setzt sich Univ.-Doz. Dr. René (...)

  • Manès Sperber
    Djilas oder Die bestrafte Reue (II)
    (No. 107, November 1962)

    Erst nach dem Prozeß gegen Rajk gaben die Titoisten zu, daß nicht erst im Jahre 1949, sondern schon seit 1936 Stalin den alten Kommunisten falsche Geständnisse abgezwungen hatte, um sie für Verbrechen büßen zu lassen, die niemals verübt worden waren. (...)

  • Hans-Joachim von Merkatz
    Ursprung und Grenzen der Gefälligkeitsdemokratie
    (No. 107, November 1962)

    In einer kleinen Schrift über römische Staatskunst zitiert der englische Historiker Frank E. Adcock den „berühmten Ausruf“ seines Landsmannes Edmund Burke „Um Himmels willen, stellen Sie wenigstens irgend jemanden zufrieden!“ und verweist auf die (...)

  • Hans Sprinzl
    Wissenschaft ist nicht Kultur
    (No. 107, November 1962)

    „Trotz der wachsenden Erkenntnis dessen, was im Osten vor sich geht, bleibt die Wohlstandsgesellschaft des freien Westens den Hochschulen das gleiche schuldig, was die kapitalistische Gesellschaft des 19. Jahrhunderts den Arbeitern schuldig (...)

  • Wolfgang Pehnt
    Ein Stil macht Karriere
    (No. 108, Dezember 1962)

    Ferdinand Hodler in der Secession, Gustav Klimt gleich in drei Galerien: mit solch einem Massenangebot an Jugendstil begann die neue Wiener Ausstellungssaison. Wir lassen daher dem Ausstellungsüberblick Dr. Rüdiger Engerths eine Studie über die (...)

  • Hans Heinz Stuckenschmidt
    Musik unter Hitler
    (No. 108, Dezember 1962)

    Musik ist eine unpolitische Kunst. Man kann einer Melodie jeden Text unterlegen, einen weltlichen und einen geistlichen, einen kommunistischen und einen faschistischen. Sie sträubt sich nicht dagegen. Und deshalb läßt sich Musik müheloser als jede (...)

  • Elisabeth Stengel
    Doctor Doderers Wuthäuslein
    (No. 108, Dezember 1962)

    Ganz in der Nähe von Doderers Wohnung im IX. Wiener Gemeindebezirk ist an einem Gittertore auf schwerer Emaille-Platte in schwarzen und roten Lettern folgende Inschrift zu lesen: Bundesstaatliche Schutzimpfungsanstalt gegen WUT Da laut (...)

  • Arthur Schnitzler
    Bemerkungen zur Politik
    (No. 108, Dezember 1962)

    Anläßlich des 100. Geburtstages von Arthur Schnitzler haben wir eine bisher unveröffentlichte „Anatol“-Szene zum Abdruck gebracht (FORVM IX/101). Ehe das Schnitzler-Jahr zu Ende geht, publizieren wir noch eine Reihe von Aphorismen und Gedanken, die (...)

  • Roland Nitsche
    Revolte gegen die Weltformel
    (No. 108, Dezember 1962)

    Kontaktverlust ist mehr als ein soziologisches Problem. Es ist dieses erst, seitdem es das ontologische Problem des von seinem Denken verratenen Menschen gibt. In dieser beispiellosen Verwandlung seiner Bewußtseinslage und Bedrängnis seines (...)

  • Oscar Fritz Schuh
    Vom falschen „Spiegel“-Bild
    (No. 108, Dezember 1962)

    Als Oscar Fritz Schuh uns ankündigte, er wolle dem FORVM einen Beitrag — ja, worüber? — über die „Spiegel“-Affaire liefern, wußten wir, daß dies etwas Besonderes werden mußte. Einer der Bedeutendsten des deutschsprachigen Theaters der Gegenwart würde (...)

  • Felix Butschek
    Demagogie statt Programm
    (No. 108, Dezember 1962)

    Man frage um Gottes Willen nicht, warum die ÖVP gewonnen hat. In Österreich werden Wahlen zumeist nicht von der einen Partei gewonnen, sondern von der andern verloren. Man frage also, warum die SPÖ verloren hat. Zu Beginn der Legislaturperiode (...)

  • Josef Kaut
    Volksverdummung statt Propaganda
    (No. 108, Dezember 1962)

    Der Kulturpolitiker hat den Wahlkampf mit Unbehagen verfolgt. Ein Vielfaches der bescheidenen Summe, die von Bund, Ländern und Gemeinden in Österreich alljährlich für Volksbildung aufgewendet wird, wurde von den politischen Parteien innerhalb der (...)

  • Nach dem großen Wählerschrecken
    (No. 108, Dezember 1962)

    Die ÖVP hat die Nationalratswahlen gewonnen. Da ist es nur fair, die Diskussion über dieses Ergebnis durch Voten aus dem Lager der Verlierer zu eröffnen. Mit jugendfrischem, unsern Lesern längst vertrautem Zornesmut äußert sich Dr. Felix Butschek (...)

  • Hans Heinz Stuckenschmidt
    Musik unter Hitler (II)
    (No. 109, Januar 1963)

    Inzwischen hatte Erich Kleiber durchgesetzt, in einem Konzert mit der Staatskapelle in der Staatsoper Unter den Linden ein neues Werk von Alban Berg zu dirigieren. Er hatte mit Berg seit langem wegen der Uraufführung der Oper „Lulu“ korrespondiert. (...)

  • Alexander Lernet-Holenia
    Die k. u. k. Vergangenheit
    (No. 109, Januar 1963)

    Der Titel, den wir diesem Buche gegeben haben, könnte, zum mindesten auf den ersten Blick, anmaßend scheinen. Denn sollte Wien, von dem doch jeder, der von dort her ist, glaubt, daß es der Nabel der Welt sei, in der Tat bloß eine Vorstadt, (...)

  • Friedrich Torberg
    Unterwegs in USA
    (No. 109, Januar 1963)

    New York Das Flugzeug landet am späten Nachmittag. Ich erkenne die Stadt schon von weitem nicht, und das will etwas heißen. Immerhin habe ich fünf Jahre lang hier gelebt, und bei meinem letzten Besuch, 1954, hatte ich noch durchaus das Empfinden, (...)

  • Gustav Eduard Kafka
    Neutralismus und engagierte Demokratie
    (No. 109, Januar 1963)

    Wer unter einer Diktatur gelebt hat, weiß, daß „Neutralität“ gegenüber der Politik — politischer „Neutralismus“, politisches „Disengagement“ — eine der Ursachen totalitärer Herrschaft ist. Die „Neutralisten“ in der Demokratie werden die besten „Mitläufer“ in (...)

  • Friedrich Torberg
    Unterwegs in USA
    (No. 110, Februar 1963)

    Milwaukee Philadelphia, Washington und Chicago, meine bisherigen Reisestationen seit New York, kannte ich — wenn auch nur flüchtig — schon von früher her. Jetzt beginnt für mich die eigentliche Entdeckungsfahrt. Jetzt beginnt die Fremde. (...)

  • Gustav Eduard Kafka
    Neutralismus und engagierte Demokratie (II)
    (No. 110, Februar 1963)

    Die Wissenschaft, oder was sich als Wissenschaft ausgibt, hat jener „Alles ist Schwindel“-Mentalität durch Lehren Vorschub geleistet, die den nicht zu leugnenden Einfluß unsrer Wünsche, unsrer Triebe und unsres sozialen Milieus auf unser Vermögen, (...)

  • Siegfried Melchinger
    Grundfunktionen des Theaters
    (No. 111, März 1963)

    Der nachstehend abgedruckte Text gibt das — nur unwesentlich gekürzte — Referat wieder, das Dr. Siegfried Melchinger bei der jüngsten Tagung der „Deutschen Dramaturgischen Gesellschaft“ in Köln gehalten hat, Inzwischen ist aus dem Feuilletonchef der (...)

  • Friedrich Torberg
    Unterwegs in USA
    (No. 111, März 1963)

    Portland (Oregon) Der nordwestlichste Punkt meiner Reise, mit Betonung auf „nord“. Zwischen hier und Kanada, repräsentiert durch die Stadt Vancouver, liegt nur noch Washington. Der Staat Washington, nicht die Stadt. Die Stadt Washington liegt in (...)

  • Robert Peter
    Lateinamerika nach der Kuba-Krise
    (No. 111, März 1963)

    Ob die Kuba-Krise eine Wende in der interamerikanischen Politik bedeutete, wird sich erst zu einem viel späteren Zeitpunkt beurteilen lassen. Im wesentlichen wird das von der Gesamtentwicklung des Kalten Krieges abhängen, insbesondere von der (...)

  • Karl Theodor zu Guttenberg
    Der alte Mann und der Westen
    (No. 111, März 1963)

    In Kennedys „Grand Design“ spielt der Gedanke der Partnerschaft zwischen Europa und Amerika eine wesentliche Rolle. Und von Jean Monnet — einem gewiß vorzüglichen Europäer — soll der Satz stammen, daß eine „Atlantische Gemeinschaft abzulehnen sei und (...)

  • Klaus Dohrn
    Der alte Mann und der Osten
    (No. 111, März 1963)

    „Mit einem schwachen Frankreich ist die Verständigung unmöglich, mit einem starken sehr schwer“ — wie schwer, konnte wohl auch jener kluge Publizist unsrer Tage nicht voraussehen, von dem dieser Satz stammt. Dürfte man von der Schwierigkeit der (...)

  • Phänomen de Gaulle
    (No. 111, März 1963)

    Im vorigen Heft kam ein Europäer zu Wort, und zwar für England, gegen de Gaulle. Diesmal kommen zwei Europäer zu Wort, und zwar beide eher gegen England und jedenfalls für de Gaulle. Im vorigen Heft war es der sozialistische Abgeordnete im (...)

  • Franz Nemschak
    Ein Konzept für Österreichs Wirtschaft
    (No. 111, März 1963)

    Seit mehr als einem Jahr wächst Österreichs Wirtschaft nur noch mäßig — mit einer Wachstumsrate von ungefähr 2% gegenüber durchschnittlich 6% von 1953 bis 1961 und durchschnittlich 12% von 1945 bis 1961. Handelt es sich nur um eine Atempause der (...)

  • Oscar Fritz Schuh
    Zwischen Engagement und Verstaatlichung
    (No. 112, April 1963)

    Ein kommunistischer Staat, der seine Schriftsteller ins Gefängnis wirft, nimmt deren Funktion und Verantwortlichkeit wenigstens ernst: diesen verblüffenden Gedanken äußerte unlängst ein berühmter französischer Schriftsteller in einem Interview. Was man (...)

  • Eugen Gürster
    Das Rätsel der Dummheit
    (No. 112, April 1963)

    In seinem Buch über die Dummheit gesteht Robert Musil ganz offen: „Ich weiß nicht, was sie ist.“ In diesem Sinne wüßte jeder zum Bewußtsein erwachte Mensch von der Dummheit zwar zu sagen, daß sie ein mächtiges, gefährliches, hemmendes Lebenselement ist, (...)

  • René Marcic
    Was ist eine Tageszeitung?
    (No. 112, April 1963)

    René Marcic, Dozent der Staatswissenschaften an der Universität Wien, hielt an der Universität Nürnberg-Erlangen eine Probevorlesung „Politische Tageszeitung und öffentliche Meinung“, und zwar wie stets völlig frei sprechend. Der nachfolgende Text ist, (...)

  • Franz Theodor Csokor
    George Saiko zum Gedächtnis
    (No. 113, Mai 1963)

    Der in der Nacht vom 22. auf den 23. Dezember 1962 so plötzlich verstorbene Schriftsteller und Kunsthistoriker Dr. George Saiko, der 1892 in Seestadtl in Nordböhmen zur Welt gekommen war, stellte, wie der ihm befreundet gewesene Robert Musil, ein (...)

  • Ernst Nolte
    Der Faschismus in seiner Epoche
    (No. 113, Mai 1963)

    Unter obigem Titel erscheint demnächst bei Piper, München, der Erstling des jungen deutschen Historikers Ernst Nolte, Schülers von Prof. Theodor Schieder. An der Arbeit, aus der wir einen autorisierten Vorabdruck präsentieren, scheint uns, neben (...)

  • Claus Gatterer
    Jugoslawiens Magen bleibt westlich
    (No. 113, Mai 1963)

    Ein knappes Jahr hat genügt, um das gesellschaftliche Klima in Jugoslawien sehr wesentlich zu verändern. Vom optimistischen Aufwind der späten Fünfziger- und der ersten Sechzigerjahre ist heute kaum noch etwas zu spüren. Die von Marschall Tito am 5. (...)

  • Borys Lewytzkyj
    Öffentliche Meinung in der Sowjetunion
    (No. 113, Mai 1963)

    Zu den bedeutsamsten sowjetischen Neuerungen seit dem Tode Stalins gehört das Entstehen einer öffentlichen Meinung. Eine Parallele zur öffentlichen Meinung, wie sie im Westen heute besteht oder zu anderen Zeiten bestand, kann freilich kaum gezogen (...)

  • Wolfgang Pehnt
    Wenn Hoffnungen bauen ...
    (No. 114, Juni 1963)

    Zu den Ruhmestiteln der Zwanzigerjahre zählt die Architektur. In den „weißen Städten im Grünen“, deren Architekten wohl von der Rationalität des Planens sprachen, aber die Poesie des Bauens meinten, war offenbar eine Utopie von menschlichem Wohnen (...)

  • Friedrich Torberg
    Ist Karl Kraus vorlesbar?
    (No. 114, Juni 1963)

    Dieser Helmut Qualtinger ist eine der vitalsten und originellsten Begabungen, die in der Zeit nach 1945 dem österreichischen Kulturboden entwachsen sind. Auch in den allmählich legendär gewordenen Jahren vor 1938, in der Hochblüte der damals so (...)

  • Alexander Lernet-Holenia
    Geheimbünde in Österreich?
    (No. 114, Juni 1963)

    Der Bayerische Rundfunk, der mich für einen genauen Kenner österreichischer Verhältnisse zu halten scheint, hat die Anfrage an mich gerichtet, was ich denn zu den Einflüssen zu sagen hätte, die hierzulande zum Beispiel die Industrie, der sogenannte (...)

  • Claus Gatterer
    Jugoslawien ohne Jugoslawen
    (No. 114, Juni 1963)

    Jedes Jahr im Herbst, wenn sich die Hotels an der Adria und in den Bergen leeren, wenn die Volksbanken darangehen, die von den Ausländern ins Land gebrachten Devisen zu bilanzieren, setzt in Jugoslawien eine in Europa wohl einmalige (...)

  • Friedrich Abendroth
    Lassalle und die Folgen
    (No. 114, Juni 1963)

    Von Ferdinand Lassalle ist in diesen Wochen viel gesprochen worden. Die deutsche Sozialdemokratie feiert diesen Mann, der einer der wenigen echten Tribunen der deutschen Geschichte war, geradezu in Permanenz. Die datenmäßigen Anlässe sind (...)

  • Manès Sperber
    Die falsche Alternative
    (No. 114, Juni 1963)

    Wir sind zahlreich, wir, die niemals vergessen haben, daß der Westen durch sein verächtliches Versagen am Beginn des spanischen Bürgerkrieges eine Schuld auf sich geladen hat, die bis heute nicht getilgt ist. Die junge Republik war durch eine (...)

  • Elisabeth Stengel
    Mißbehagen am Mittelmaß
    (No. 115/116, Juli 1963)

    In Wien kann man den jeweils letzten Stand der dramatischen Neuheiten am besten bei den Aufführungen der Kellerbühnen registrieren. Hier erfolgte vor einigen Jahren der Einbruch des Neuen Theaters, hier wurden die ersten Stücke von Genet, Ionesco (...)

  • George Steiner
    Homer bleibt dunkel
    (No. 115/116, Juli 1963)

    Als Schuljunge wurde ich einmal gefragt, welchen Gestalten der Geschichte ich am liebsten persönlich begegnet wäre. Meine Wahl fiel auf Homer, Christus, Shakespeare, und dies nicht aus frühreifer intellektueller Raffinesse, sondern weil ich (...)

  • Georg Lukács
    Privatbrief über Stalinismus
    (No. 115/116, Juli 1963)

    Auf sieben Fragen des Herausgebers der italienischen Zweimonatsschrift „Nuovi Argomenti“, Alberto Carocci, betreffend Veränderungen der sowjetischen Szenerie seit dem XXII. Parteitag, antwortete Georg Lukács, neben Ernst Bloch letzter großer (...)

  • Friedrich Heer
    Was ist Antikommunismus?
    (No. 115/116, Juli 1963)

    Im ersten Heft des FORVM und folglich vor mehr als einem Jahrzehnt unternahm Univ.-Doz. Dr. Friedrich Heer mit unserem Herausgeber Friedrich Torberg ein Gespräch über das „Gespräch mit dem Feind“. Wir haben diese Diskussion seither in gemessenen (...)

  • Ernst Bloch
    Revolutionäre Verantwortung
    (No. 115/116, Juli 1963)

    Verantwortlich ist man ungern, vor sich und gar vor den anderen. Vor sich wird dann fast jeder höflich, so auch ein sonst roher Kerl. Doch vor anderen, sobald sie einen zur Rechenschaft ziehen, muß er sich nackt darstellen, ein Ertappter. (...)

  • Epilog zum 17. Juni 1963
    (No. 115/116, Juli 1963)

    Diesmal fiel der 17. Juni auf einen Montag. Also benutzten die Bundesdeutschen den nationalen Gedenktag zur Verlängerung ihres langen Wochenendes. Gibt es andere Formen des Gedenkens? Vor zehn Jahren, als die Bauarbeiter durch die Stalin-Allee (...)

  • Bernhard Leitner
    Artis sola domina necessitas
    (No. 117, September 1963)

    Mit drei Forderungen begründete der Architekt Otto Wagner (1841-1918) seine revolutionierende Leistung: Jeder Bau muß seinen Zweck erfüllen und ausdrücken; das Material muß in jeder Weise diesem Zweck entsprechen, und die Konstruktion soll so einfach (...)

  • Elisabeth Stengel
    Ein produktiver Pedant
    (No. 117, September 1963)

    1860, ein Jahr nach dem Tod Wilhelm Grimms, schrieb sein Bruder Jacob im Vorwort zum zweiten Band des „Deutschen Wörterbuchs“: Angemerkt zu werden verdient, dasz er mit dem buchstaben D, welchen er sich zuerst auserlesen hatte, genau und ohne dasz (...)

  • George Steiner
    Homer bleibt dunkel (II)
    (No. 117, September 1963)

    Aber in welcher Schrift vollzogen sich Schöpfung und Überlieferung? Auch in dieser komplizierten Frage gibt es keine Übereinstimmung unter den Gelehrten. Die ionische Schrift, in der die Homerischen Epen auf uns gekommen sind, wurde erst während (...)

  • Georg Lukács
    Stalin ist noch nicht tot
    (No. 117, Juli 1963)

    Stalin ließ den zwischen Hitler-Deutschland und den Westmächten ausbrechenden Krieg für einen ebensolchen imperialistischen Weltkrieg erklären, wie es der Erste Weltkrieg war. Das heißt: die damals richtigen strategischen Losungen Lenins („Der Feind (...)

  • Rudolf Strasser
    Hochschulen am Tiefpunkt
    (No. 118, Oktober 1963)

    In der Frage der vieldiskutierten Hochschulreform sollte unseres Erachtens auch die Stimme der jungen Hochschullehrer zu Gehör kommen. Möglicherweise könnte sie die richtige mittlere Tonlage treffen zwischen dem allzu sordinierten Baß der (...)

  • Erwin Weissel
    Steuerzahlers Märchen
    (No. 118, Oktober 1963)

    Wieder wird um das Budget gekämpft, wieder unter den sturmzerschlissenen Feldzeichen „linker“ und „rechter“ Wirtschaftsmythologie. Fern der einen wie der anderen kämpft untenstehend Dr. Erwin Weissel, Mitglied der Wirtschaftsabteilung der Wiener (...)

  • Hugh Carlton Greene
    Rundfunk heißt Freiheit
    (No. 118, Oktober 1963)

    In Abwandlung Rousseaus läßt sich vom heimischen Rundfunk bestenfalls sagen, er sei, obgleich in Ketten, frei geboren. Daß dieses ethische Postulat auch aktuelle Existenz sein kann, beweist das Beispiel der „British Broadcasting Corporation“. Deren (...)

  • Norbert Leser
    Konturen des dritten Jahrtausends
    (No. 118, Oktober 1963)

    Dem in die Vereinigten Staaten emigrierten, gegenwärtig an der Freien Universität Berlin lehrenden Österreicher Kurt Shell verdanken wir eine Darstellung des österreichischen Nachkriegssozialismus, die als erste gründliche wissenschaftliche (...)

  • Willy Brandt
    Abschied vom 19. Jahrhundert
    (No. 118, Oktober 1963)

    In diesen Monaten hat sich die deutsche Öffentlichkeit der Tatsache erinnert, daß die Sozialdemokratische Partei hundert Jahre alt ist. Mitten in dieses Jubiläumsjahr fällt das Gedenken an den gesinnungsstarken, wortgewaltigen und noblen Mann August (...)

  • Wolf Rosenberg
    Gibt es Werktreue in der Musik?
    (No. 119, November 1963)

    Es herrscht heute eine gewisse Scheu, Grundfragen musikalischer Wiedergabe zu erörtern. Dabei zieht man sich behaglich auf das Argument zurück, derlei sei dem Geschmack überlassen — als ob ein Kunstwerk kein objektiver Tatbestand und seine (...)

  • Salvador de Madariaga
    Don Giovanni und Don Juan
    (No. 119, November 1963)

    Eine Amerikanerin — und wenn die Geschichte nicht wahr ist, so ist sie gut erfunden — sah zum erstenmal in ihrem Leben eine Aufführung des „Don Giovanni“; etwa in der Mitte des zweiten Aktes rief sie, empört und begeistert: „But, my dear, he is a (...)

  • Herbert Eisenreich
    Schreiben heißt identisch sein
    (No. 119, November 1963)

    Der verdienstvolle Leiter des Deutschen Taschenbuch-Verlages, Heinz Friedrich, sammelt im Auftrag der Nymphenburger Verlagshandlung (München) Antworten deutschsprachiger Schriftsteller auf die Frage, welchen „Schwierigkeiten beim Versuch, heute (...)

  • Georg Lukács
    Zur Debatte zwischen China und der Sowjetunion
    (No. 119, November 1963)

    Vor allem sei der rein theoretische, ja in mancher Hinsicht philosophische Charakter dieser Bemerkungen betont — der aber keineswegs eine Neutralität der Urteilsenthaltung bedeutet. Die Kontroverse selbst ist ein höchst wichtiges politisches (...)

  • Margaret Hacker
    Wie unsere Jugend haust
    (No. 119, November 1963)

    Eine Befragung von 2500 jung verheirateten Paaren durch den Verein „Gut Haushalten“ zeigte klipp und klar, daß jenes Problem, welches die jungen Menschen von heute bedrückt, ja an den Rand der Verzweiflung treibt, das Wohnungsproblem ist. Die (...)

  • Victor Brauner • Edouard Roditi
    Surrealisten unter sich
    (No. 120, Dezember 1963)

    Victor Brauner (geboren 1903 in Bukarest) ist einer der vielen Außenseiter unter den Pariser Malern. Nach seinen ersten Ausstellungen wurde ihm das Etikett „Surrealist“ angeheftet, das loszuwerden ihn nun einige Mühe kostet. In einem klärenden (...)

  • Edwin Hartl
    In den Niederungen Kakaniens
    (No. 120, Dezember 1963)

    Es gehört zum paradox Faszinierenden aller Kunstübung, daß sie dem Flüchtigen Dauer verleiht und daß gerade der Moment des Sterbens oder Hinwelkens kraft künstlerischer Darstellung Ewigkeitswert gewinnt. So kommt es, daß man mit eben jenem Kakanien, (...)

  • Horst Althaus
    Vom mönchischen Stand des Kritikers
    (No. 120, Dezember 1963)

    Es ist nicht sehr lange her, daß Heimito von Doderer behauptete, der Kritiker — und nicht etwa der Schriftsteller — sei der Mittelpunkt des literarischen Kosmos, weil jener das faszinierende Geheimnis des Maßes besitze; aber erst beide Eigenschaften (...)

  • Heinrich Bennecke
    Aus Deutschlands Krankengeschichte
    (No. 120, Dezember 1963)

    Trotz der umfangreichen Literatur über die Weimarer Republik, ihre Endphase und die Entwicklung des Nationalsozialismus bis zum Regierungsantritt Hitlers sind die Forschungen über diesen Zeitraum keineswegs abgeschlossen. Das Zusammenwirken (...)

  • Georg Lukács
    Zur Debatte zwischen China und der Sowjetunion (II)
    (No. 120, Dezember 1963)

    Die Wahrheit ist, daß sowohl Kapitalismus wie Sozialismus universalistische Wirtschaftssysteme sind, deren innere Logik darauf gerichtet ist, die ganze Welt ihrer Produktionsweise zu unterwerfen. Dies ist eine elementare, nicht eliminierbare (...)

  • Ernst Bloch
    Traum von einer Sache
    (No. 120, Dezember 1963)

    Nach der ungarischen Revolution, im April 1957, beschäftigte sich die SED-Parteigruppe an der Leipziger Philosophischen Fakultät mit der Lehre Ernst Blochs. Sie kam zu folgendem Schluß: „Diese Philosophie ist nicht mit den Prinzipien der Lehre von (...)

  • Fred Ungart
    Presse und Werbung
    (No. 120, Dezember 1963)

    Der Rahmen meines Themas — Presse, Werbung und Demokratie — mag vielleicht etwas weit gespannt erscheinen; trotzdem bin ich guten Mutes, denn der Zusammenhang zwischen Demokratie und Presse einerseits und Werbung als Motor anderseits ist — (...)

  • Heinrich Gleissner
    Presse und Partei
    (No. 120, Dezember 1963)

    Wenn eine Partei sich mit „Öffentlichkeitsarbeit“ beschäftigt, so kommt darin zweierlei zum Ausdruck. Zunächst einmal ist daraus zu entnehmen, daß sie sich nicht mit den Fragen der Presse allein beschäftigt, sondern daß darüber hinaus die Probleme (...)

  • Fritz Klenner
    Presse und Freiheit
    (No. 120, Dezember 1963)

    Pressefreiheit ist in der Demokratie theoretisch unbestritten, doch in der Praxis scheiden sich die Geister. Über die Aufgabe der Presse und die Rolle der unabhängigen Presse hat es daher lebhafte Diskussionen gegeben, insbesondere im FORVM und im (...)

  • Zeitung heißt Unabhängigkeit
    (No. 120, Dezember 1963)

    Real- und Rechtsgestalt des Pressewesens waren im FORVM seit je ein bevorzugtes Diskussionsthema. Hier wurde die Idee des österreichischen Presserates aus der Taufe gehoben — gleich in unserem ersten Jahrgang und von niemand Geringerem als dem (...)

  • Christian Broda
    Zwei Programme für Österreich
    (No. 120, Dezember 1963)

    Welches ist für uns Österreicher die innenpolitische Bilanz des Jahres, das nun zu Ende geht? Ein sehr angesehener Vertrauensmann der Sozialistischen Partei eines westlichen Bundeslandes hat diese Bilanz vor einigen Wochen so formuliert: Viele (...)

  • Bruno Kreisky
    John Fitzgerald Kennedy
    (No. 120, Dezember 1963)

    Das furchtbare Ereignis ist noch zu nah, und ich bin noch zu sehr ergriffen, als daß ich in der Lage wäre, hier ein abgerundetes Bild der Persönlichkeit des Präsidenten zu geben. Ich bin ihm dreimal in meinem Leben begegnet, aber Begegnungen allein (...)

  • Oscar Fritz Schuh
    Kabarett der Enttäuschten
    (No. 121, Januar 1964)

    Ein Freund hat mir kürzlich aus Wien zwei Schallplatten mitgebracht. Eine mit neuen Chansons von Georg Kreisler, die andere mit Liedern auf Artmann-Texte von Helmut Qualtinger. Beide Platten sind Produkte des „schwarzen Humors“, der heute aus der (...)

  • Peter Wilson
    Boris Pilnjak oder Kommunismus und Romantik
    (No. 121, Januar 1964)

    Nach der Veröffentlichung seines ersten größeren Werkes, „Das nackte Jahr und andere Erzählungen“, zu Beginn der Zwanzigerjahre wurde Pilnjak von Trotzkij und anderen, weniger prominenten Kritikern als einer der begabtesten jungen sowjetischen (...)

  • Hans Mommsen
    Von der k. u. k. Sozialdemokratie
    (No. 121, Januar 1964)

    Der junge Historiker Dr. Hans Mommsen, welcher im FORVM bereits mit einem Essay über Victor Adler zu Wort gekommen ist („Die Wandlung Victor Adlers“, Heft VII/78 und 79-80), wäre nach amerikanischem Brauch mit der Ziffer III zu kennzeichnen. Sein (...)

  • Bruno Kreisky
    Ganz Europa soll es sein
    (No. 121, Januar 1964)

    Es scheint mir notwendig, vorerst die Antwort auf eine Vorfrage zu geben: Was meinen wir, wenn wir Europa sagen? Hier könnte ich mich nun all der gängigen Definitionen und Interpretationen bedienen. Probieren wir es anders. Die Encyclopaedia (...)

  • Economicus
    ... was nicht sein darf
    (No. 121, Januar 1964)

    Zum Jahreswechsel hat die EWG das sechste Jahr ihres Bestandes vollendet, und daß sie dieses Jubiläum erreichte und nicht schon im Dezember in ihre Teile zerbrochen war, nannte Präsident Hallstein „die Wiedergeburt der Gemeinschaft“. Tatsächlich war (...)

  • Kurt Skalnik
    Dollfuß war zur Machtprobe entschlossen
    (No. 122, Februar 1964)

    I. Die Frage gilt der „Alleinschuld, der Hauptschuld oder der größeren Schuld am Ausbruch des unseligen Bruderkrieges vom Februar 1934“. Hier muß jeder Historiker, der die Ergebnisse der zeitgeschichtlichen Forschung der letzten Jahrzehnte nicht (...)

  • René Marcic
    Rechtsbruch geht zu Lasten der Regierung
    (No. 122, Februar 1964)

    I. Wie die Erfahrung der Geschichte und theoretische Überlegungen lehren, findet man kaum jemals eine Alleinschuld von der nämlichen Art vor. Ebensowenig wird man hier von einer Hauptschuld oder größeren Schuld sprechen können, sofern man den Blick (...)

  • Norbert Leser
    Schwarze Hauptschuld, rote Mitschuld
    (No. 122, Februar 1964)

    I. Es dürfte heute wohl kaum mehr einem Zweifel unterliegen, daß die Hauptschuld an den unglückseligen Februar-Ereignissen und der Zerstörung der österreichischen Demokratie die Christlichsoziale Partei und die mit ihr verbundenen Kräfte der (...)

  • Franz Kreuzer
    Schädeleinschlagen unter Berufung auf Ideale
    (No. 122, Februar 1964)

    I. Ich glaube, daß die österreichische Rechte die Hauptschuld am Ausbruch des Bürgerkrieges 1934 auf sich geladen hat. Die Sozialdemokratische Partei war in der Ersten Republik wie in der Zweiten sowohl theoretisch wie praktisch eine (...)

  • Ernst Koref
    Wie immer, wenn Kompromißlosigkeit ...
    (No. 122, Februar 1964)

    I. Es sei zugegeben, daß die Haltung auf beiden Seiten intransigent war und zu einer verhängnisvollen Erstarrung der Fronten führte. Durch überspitzten Dogmatismus und verbissene Orthodoxie auf der einen Seite und durch aufreizende (...)

  • Josef Klaus
    Ich kann und will nicht Richter sein
    (No. 122, Februar 1964)

    I. Sie fragen nach der Schuld. Ich will Ihnen mit einigen Gegenfragen antworten: Gibt es eine menschliche Auseinandersetzung, an der im Anfang und späterhin ein Teil und nur dieser eine Teil und überhaupt nicht der andere Schuld trägt? Und: (...)

  • Ludwig Jedlicka
    Unter dem Druck der Außenpolitik
    (No. 122, Februar 1964)

    Der 12. Februar 1934 ist ein wahrer Teufelskreis innen- und außenpolitischer Komponenten, deren keine man gesondert betrachten darf. Die Hauptaufgabe der Regierung Dollfuß war die Erhaltung der Selbständigkeit Österreichs nach außen. Diese ließ sich (...)

  • Felix Hurdes
    Zum Streiten gehören zwei
    (No. 122, Februar 1964)

    Es liegt mir nicht, einen so umfangreichen Fragenkomplex, wie er im übermittelten Fragebogen angeschnitten wurde, in wenigen Sätzen zu beantworten. Es besteht die Gefahr, bei nicht gründlicher Erörterung des Gegenstandes, mißverstanden zu werden. (...)

  • Josef Hindels
    Rot-weiß-rot statt schwarz-rot
    (No. 122, Februar 1964)

    I. Die Hauptschuld an den Februar-Ereignissen 1934 trägt die Christlichsoziale Partei. Die führenden Männer dieser Partei haben die demokratische Republik stets gehaßt. Es ist kein Zufall, daß am 12. November nur die Organisationen der (...)

  • Friedrich Heer
    Dollfuß war schuldiger
    (No. 122, Februar 1964)

    Jeder Satz, jedes Wort, das heute ein Österreicher über die Situation von 1934 äußert, ist gleichzeitig eine politische Stellungnahme zu den österreichischen Verhältnissen von 1964. Wie heikel, wie unheilvoll unsere Lage ist, verrät bereits der Titel (...)

  • Jacques Hannak
    Weit mehr positive Züge als heute
    (No. 122, Februar 1964)

    I. Wenn mit der Frage nach der „Schuld“ der unmittelbare Ausbruch des Bürgerkriegs gemeint ist, so trifft die Schuld daran die Zusammenballung der Rechten. Von Schuld einer „Partei“ kann man hingegen nicht sprechen, da wahrscheinlich auch in der (...)

  • Franz Grössl
    Verzeihen gilt auch in der Politik
    (No. 122, Februar 1964)

    Obwohl ich nicht glaube, daß Ihre Umfrage dazu beitragen könnte, die Vergangenheit zu „bewältigen“, will ich sie dennoch beantworten, weil ich dem FORVM den guten Willen, mit dieser Aktion der gemeinsamen Sache aller Österreicher einen Dienst zu (...)

  • Alfons Gorbach
    Nicht rückwärts blicken
    (No. 122, Februar 1964)

    Ich weiche normalerweise der Beantwortung von Fragen, die mir Zeitungen oder Zeitschriften stellen, nicht aus. Diesmal kann ich aber die von Ihnen gestellten Fragen nicht im einzelnen, sondern nur zusammenhängend beantworten. Ich habe in meiner (...)

  • Leopold Figl
    Es gab zu wenig Österreicher
    (No. 122, Februar 1964)

    Eine Stellungnahme zu den einzelnen Punkten Ihres Fragebogens hätte zwangsläufig den Charakter einer individuellen Beurteilung der Ereignisse. Obwohl noch viele Männer leben, die 1934 aktiv in der österreichischen Politik tätig waren, sind die (...)

  • Fritz Csoklich
    Warnung vor guten und bösen Österreichern
    (No. 122, Februar 1964)

    Die Vergangenheit wird bei uns in Österreich gerne in der Weise bewältigt, daß man unangenehme Erinnerungen einfach ausklammert. Jetzt, dreißig Jahre später, werden alle die alten Geschichten wieder ausgekramt. Es wäre so schön, wollte man damit (...)

  • Anton Burghardt
    Die Sozialdemokraten waren Demokraten
    (No. 122, Februar 1964)

    I. Das Wort „Schuld“ kann nur als subjektive Schuld verstanden werden. Es gibt aber bei Betrachtung der Februar-Ereignisse von 1934 weder eine subjektive, noch auch eine Gruppen-Schuld. Die tragischen, politischen Prozesse, die schließlich, durch (...)

  • Christian Broda
    Sie wurden auch Opfer Stalins
    (No. 122, Februar 1964)

    Zuerst eine „Vorwarnung“ für Ihre Leser, soweit diese eine solche Warnung vor meiner Person benötigen. Ich bin einer der Jüngeren der älteren Generation, die am 12. Februar 1934 bereits politisch aktiv tätig gewesen ist. Meinen 18. Geburtstag habe ich (...)

  • Karl Ausch
    Wir haben die Lektion gelernt
    (No. 122, Februar 1964)

    Zuerst eine Vorbemerkung. Die Ankündigung der Sozialistischen Partei, am 12. Februar eine große Gedenkfeier zu veranstalten, hat die ÖVP veranlaßt, den Sozialisten vorzuwerfen, daß sie mit einer solchen Kundgebung doch nur „Gespenster (...)

  • Februar 1934 — Februar 1964
    (No. 122, Februar 1964)

    Wir fragten: I. Zur historischen Schuld: Trägt eine der beiden Parteien des Bürgerkriegs an dessen Ausbruch die Alleinschuld, die Hauptschuld oder doch größere Schuld als die andre, oder verteilt sich das Maß der Schuld relativ gleichmäßig? War die (...)

  • Ludwig Reichhold
    Thesen über Austrofaschismus
    (No. 122, Februar 1964)

    Hier wird keine Apologie des österreichischen Faschismus oder dessen, was dafür gehalten wird, versucht. Hier soll nur festgestellt werden, daß man es beim „Austrofaschismus“ mit einem äußerst komplexen Phänomen zu tun hat, in dem auch Faschismus, aber (...)

  • Joachim-Ernst Berendt
    Der Schritt über die Grenze
    (No. 123, März 1964)

    Die großen Musiker des Bebop in den Vierzigerjahren (u.a. Charlie Parker, Dizzy Gillespie, Thelonious Monk) haben den Jazz an jene äußerste Grenze der Abstraktion geführt, auf deren anderer Seite die Atonalität wartet. Seither verstand es sich für (...)

  • René Marcic
    Recht, Staat, Rechtsstaat
    (No. 123, März 1964)

    In relativer Jugend und doch ganz ohne die oft zugehörige Ellbogentechnik ist René Marcic, Mitglied unserer Redaktion und Chefredakteur der „Salzburger Nachrichten“, vormals Dozent an der Universität Wien, in die vorderste Reihe des Nachwuchses an (...)

  • Claus Gatterer
    Neue Linke — altes Leiden
    (No. 123, März 1964)

    Der italienische Sozialismus ist seiner Tradition treu geblieben: an der historischen Wende zur „apertura a sinistra“, die unternommen wurde, um endlich einen Teil der Arbeiterschaft in die Machtzentren des bürgerlichen Staates zu führen, und als (...)

  • Kurt Wolff
    Einsamer Kämpfer, liebenswerter Mensch
    (No. 124, April 1964)

    Als der 76 jährige Kurt Wolff im Oktober vorigen Jahres an den Folgen eines tragischen Unfalls starb, verlor die deutsche Literatur ihre letzte, noch aus großer Vergangenheit herüberragende Verlegerpersönlichkeit, und unsere Zeitschrift verlor einen (...)

  • Georg Lukács
    Probleme der kulturellen Koexistenz
    (No. 124, April 1964)

    Vom FORVM wird niemand erwarten, es sei einer Meinung mit Georg Lukács, großem Überlebendern aus Zeiten, da der Kommunismus prästalinistisch intellektuellen Glanz hatte. Vom FORVM wird desgleichen, schon seinem Namen nach, niemand erwarten, es (...)

  • Hans Winge
    Das Spiel wird ernst
    (No. 125, Mai 1964)

    Zurück bis zu den prähistorischen Höhlenmalereien ist der Wunsch des Menschen erkennbar, Bewegung im Bilde festzuhalten. Weihnachten 1895 ging er, nach der Erfindung des elektrischen Lichts und der Perforierung des Zelluloidstreifens, in Erfüllung. (...)

  • Hans Heinz Stuckenschmidt
    Wer will unter die Spezialisten gehen?
    (No. 125, Mai 1964)

    So weit unser Blick in die Musikgeschichte reicht, sehen wir keine menschliche Gesellschaft, die auch nur annähernd in solchem Maße von Musik überschüttet worden wäre wie die seit dem zweiten Drittel des 20. Jahrhunderts. Die Ursachen sind bekannt; (...)

  • Franz Theodor Csokor
    Bevor die Welt in Scherben ging
    (No. 125, Mai 1964)

    Auch in Wien besinnt man sich nun, wie allerorten, auf den „Anbruch unseres Jahrhunderts“; die im Mai beginnenden Wiener Festwochen stehen unter diesem Motto und versprechen einen Blick auf „Kunst und Kultur um 1900“. Mag die emsige Beschäftigung (...)

  • Supreme Court of the United States
    Regierende muß man beleidigen dürfen
    (No. 125, Mai 1964)

    Zum erstenmal in seiner Geschichte befaßte sich der Oberste Gerichtshof der Vereinigten Staaten von Nordamerika mit dem Zusammenhang und Widerstreit von Meinungsfreiheit einerseits und Ehrenschutz öffentlicher Funktionäre anderseits. Er tat es, in (...)

  • Georg Lukács
    Probleme der kulturellen Koexistenz (II)
    (No. 125, Mai 1964)

    Die großen Tendenzen unserer Zeit führen die kulturelle Koexistenz in ihrem eigentlichen Sinne herbei. Ich bin dabei weit entfernt davon, die bereits vorhandenen anfänglichen Formen — von Sportveranstaltungen und Schachwettkämpfen bis zu (...)

  • Willy Brandt
    Vaterland statt Vaterländer
    (No. 125, Mai 1964)

    Wir müssen offen sagen: Es steht nicht gut um Europa. Wo die Zusammenarbeit verstärkt werden müßte, herrscht Wirrwarr. Wo die Ziele weiter gesteckt werden müßten, herrscht Kleinmut. Die wirtschaftliche Einigung im Bereich der Sechs schreitet trotz (...)

  • Ernst Kux
    Peking vor der Türe
    (No. 125, Mai 1964)

    Karl Marx schrieb im „Achtzehnten Brumaire des Louis Bonaparte“, anknüpfend an Hegel und Heine, daß alle großen weltgeschichtlichen Tatsachen und Personen sich sozusagen zweimal ereignen, das eine Mal als Tragödie, das andere Mal als Farce, und er (...)

  • Hans Heinz Stuckenschmidt
    Überfluß verdirbt den Geschmack
    (No. 126/127, Juni 1964)

    Die Komponisten um die Mitte des 20. Jahrhunderts haben in Zusammenarbeit mit Physikern und Ingenieuren die Bereiche des organisierten Geräusches sowie allen nur denkbaren Schall sich verfügbar gemacht. Dem schaffenden Musiker steht heute wahrhaft (...)

  • Albert Drach
    Der verhaftete Zwetschkenbaum
    (No. 126/127, Juni 1964)

    Wenn nicht alles trügt, wird die österreichische Literatur demnächst um eine neue und sehr markante Autorenpersönlichkeit bereichert sein — „neu“ nicht unbedingt im gleichen Sinn wie „jung“, denn Albert Drach hat die Sechzig bereits überschritten. Bald (...)

  • Kurt Skalnik
    Dollfuß, Entdecker Österreichs
    (No. 126/127, Juni 1964)

    Am 25. Juli sind es dreißig Jahre, daß auf dem Ballhaus platz in Wien zwei Schüsse krachten. Sie galten dem damaligen Bundeskanzler Doktor Engelbert Dollfuß. Sie trafen einen Mann, dessen Person und Politik, wo immer auf sie die Rede kommt, auch (...)

  • Julius Deutsch
    Dollfuß, Diktator aus Schwäche
    (No. 126/127, Juni 1964)

    In einer Sitzung des parlamentarischen Beirates für den Bundeswohn- und Siedlungsfonds, der staatliche Mittel für gemeinnützige Bauvorhaben verwaltete, traf ich zum ersten Mal Dollfuß. Der kleine, fast zwerghaft gebaute Mann vertrat als Direktor der (...)

  • Wien, 25. Juli 1934
    (No. 126/127, Juni 1964)

    Am 25. Juli 1934 wurde Engelbert Dollfuß erschossen. Dreißig Jahre sind lange genug, um seiner in Objektivität zu gedenken. — Dr. Kurt Skalnik ist unseren Lesern sowohl als Chefredakteur der „Furche“ wie als Beiträger des FORVM (zuletzt Heft X1/122) (...)

  • Vladimir Dedijer
    Portrait des Mörders
    (No. 126/127, Juni 1964)

    Gavrilo Princip wurde 1894 als Sohn einer Kmet-(Leibeigenen-) Familie im Grahovo-Tal, Nordwest-Bosnien, geboren. Geschichtliche Umstände hatten die Entwicklung der bosnischen Gesellschaft verzögert; eine urtümliche Stammeskultur war unter (...)

  • Georg Hohenberg
    Portrait des Ermordeten
    (No. 126/127, Juni 1964)

    In den 20 Jahren, in denen ich Volks-, Mittel- und Hochschule besuchte, wurde mein Großvater Franz Ferdinand in so verschiedenen Gestalten aufs Katheder zitiert, daß ein Angehöriger meiner Generation sich überhaupt kein Bild über ihn machen konnte (...)

  • Sarajavo, 18. Juni 1914
    (No. 126/127, Juni 1964)

    Historische Ereignisse von so weittragender Bedeutung wie das Attentat, dem vor fünfzig Jahren, am 28. Juni 1914, das Thronfolger-Ehepaar der österreichisch-ungarischen Monarchie zum Opfer fiel, werden ganz mit Recht zum Gegenstand vielfältigster (...)

  • Christian Broda
    Das Parlament ist am Zug
    (No. 126/127, Juni 1964)

    Die Menschen, die im öffentlichen Leben stehen, und die Richter — sie stehen in gleicher Weise unter der steten Kontrolle der Öffentlichkeit. Sie formen die öffentliche Meinung und die öffentliche Meinung formt sie. Die freie Gesellschaft könnte (...)

  • Paul Flora
    ... da ich jenen sowieso nicht leiden kann
    (No. 128, August 1964)

    Aus Innsbruck erhielten wir statt einer Karajan-Zeichnung folgenden Brief: Es tut mir leid, Ihrem Wunsche nicht willfahren zu können. Einmal bin ich im Begriffe, in einer Stunde in die freie Schweiz zu fahren, und erst in einer Woche (...)

  • Hans Menningen
    Die Austreibung Karajans
    (No. 128, August 1964)

    An dieser Stelle bemerkte ich vor drei Monaten, nach Karajans Rückkehr, zum munter in Gang gesetzten Kesseltreiben seiner Gegner: „Es ist schwer, an die Aufrichtigkeit jener zu glauben, die meinen, einen solcherart aus der Opernleitung geekelten (...)

  • Friedrich Torberg
    Im memoriam Hans Moser
    (No. 128, August 1964)

    Sie hießen „Die Budapester“, weil sie ursprünglich aus lauter Budapestern bestanden und weil das Theater, in dem sie ihre Schwänke und Soli darboten, sich ursprünglich in Budapest befand. Übrigens wurde damals, vor 1914, auch in Budapest jeweils einer (...)

  • Vladimir Dedijer
    Die Revolution der primitiven Rebellen
    (No. 128, August 1964)

    Eine ganze Reihe theoretischer Spielarten des Individualterrorismus beeinflußte das Denken der Gruppe um Gavrilo Princip. Auf Grund der von mir eingesehenen Dokumentation kannten und studierten Princip und seine Freunde: Die klassischen (...)

  • Norbert Leser
    Marxismus unterwegs zum Geist
    (No. 128, August 1964)

    Es gehört zu den traurigsten Kapiteln der an beklagenswerten Einzelheiten nicht armen Nachkriegsgeschichte des geistigen und politischen Österreich, daß das Werk großer österreichischer Denker und Gestalter, die durch die Ungunst der Zeitumstände in (...)

  • Franz Nemschak
    Planung ist nicht Bolschewismus
    (No. 128, August 1964)

    Planung in der Wirtschaftspolitik darf nicht mit zentral bürokratischer Planwirtschaft östlicher Provenienz verwechselt oder gar identifiziert werden. Die entschiedene Ablehnung des kommunistischen Wirtschaftssystems darf nicht die Erkenntnis (...)

  • Walter Antoniolli
    Herrschaft durch Gewaltentrennung
    (No. 128, August 1964)

    Der Präsident des Verfassungsgerichtshofes hielt auf dem Zweiten Österreichischen Juristentag das nachstehend abgedruckte Hauptreferat. Es geriet sogleich in den Mittelpunkt des Interesses dieses ansehnlichen Gremiums. In der Tat bezieht es sich (...)

  • Harald Kaufmann
    Karajan noch in unserem Besitz
    (No. 129, September 1964)

    Unser ständiger Musikreferent Hans Menningen hat im August-Heft unter dem Titel „Die Austreibung Karajans“ Grundsätzliches zum Problem und zur Affäre Karajan vorgebracht und hat damit weitgehend auch die Meinung des FORVM klargestellt: wir sind — (...)

  • Ernst Ginsberg
    Die goldenen Zwanzigerjahre
    (No. 129, September 1964)

    Der Schauspieler Ernst Ginsberg, dessen letztes Auftreten in Wien (1959 im Volkstheater als Molières „Misanthrop“) unvergessen und unvergeßlich ist, liegt seit vielen Monaten schwer erkrankt in einem Zürcher Hospital und hat dort mit der (...)

  • Hans Strotzka
    Wien hat viel vergessen
    (No. 129, September 1964)

    Im Zusammenhang mit Ihrer Frage drängt sich die Erinnerung an drei Gesprächsstereotypen auf, die beim zuhörenden Psychiater das gleiche Gefühl milder Verzweiflung auslösen. Erstens; am häufigsten in Österreich und Deutschland: „Ach, Sie sind (...)

  • Ludwig Marcuse
    Die Welt hat wenig gelernt
    (No. 129, September 1964)

    Selten merkt eine Epoche, welchen Fortschritt sie nicht gemacht hat. An Freuds fünfundzwanzigstem Todestag wird mancher Heitere den Haß, den Freud hervorgerufen hat, als viktorianisch belächeln. Das Kopfschütteln über vergangene Torheiten verhindert (...)

  • Willi Hoffer
    Die Revolution geht vielleicht weiter
    (No. 129, September 1964)

    Ich möchte dem Leser zwei Antworten auf Ihre Frage vorlegen und ihm dann bei seinen Überlegungen assistieren. „Was ist von Freud geblieben?“ — meine erste Antwort ist: die Freud-Relique, der Freud-Nachlaß. Er ist leicht zugänglich und ein williger (...)

  • Was ist von Freud geblieben?
    (No. 129, September 1964)

    Am 23. September 1939 starb Sigmund Freud in London. Dr.med.et.phil. Willi Hoffer hat noch unter ihm gearbeitet, war sodann Mitarbeiter Anna Freuds, las an der Universität London und ist Vizepräsident h.c. der Internationalen Psychoanalytischen (...)

  • Norbert Leser
    Marxismus unterwegs zum Geist (II)
    (No. 129, September 1964)

    Der von Marx und Engels eingeführte Gesichtspunkt erlaubt es, ideologischen Prätentionen auf die Spur zu kommen und durch den Nebel von Ideen zu den Interessen vorzudringen, die sich dieses Nebels erfreuen. Die moderne Ideologiekritik hat den von (...)

  • Christian Broda
    Strafrechtsreform — dritter Anlauf
    (No. 129, September 1964)

    Nachfolgend drucken wir eine authentische Zusammenfassung betreffend die Ziele, aber auch die Grenzen der von Justizminister Dr. Christian Broda vorangetriebenen großen österreichischen Strafrechtsreform. Der Text erhielt seine besonderen Akzente (...)

  • Economicus
    Gulasch und Weltrevolution
    (No. 129, September 1964)

    Es ist ein Jammer, daß die großen Augenblicke der Weltgeschichte für ihre Zeitgenossen durch nichts, aber schon gar nichts von ihren Normalaugenblicken zu unterscheiden sind. Da dröhnen keine Tuben des Weltgerichts, da verkündet kein Weltgeist auf (...)

  • Felix Weltsch
    Der Stiefel ist Italien
    (No. 130, Oktober 1964)

    In der immer noch anwachsenden Sekundärliteratur zum Werk Franz Kafkas taucht neben anderen mehr oder minder absurden Interpretationen in regelmäßigen Abständen eine bestimmte Art symbolischer Entschlüsselung auf, die mit Sicherheit den einen Punkt (...)

  • Max Brod
    Kafka stand niemals beiseite
    (No. 130, Oktober 1964)

    Mit der nachfolgenden, in tschechischer Sprache gehaltenen Rede eröffnete Max Brod am 23. Juni 1964 die Prager Gedenk-Ausstellung für Franz Kafka. Der Achtzigjährige war zu diesem Zweck eigens aus Tel Aviv in seine und Kafkas Geburtsstadt gekommen (...)

  • Eduard März
    Planung ohne Planwirtschaft
    (No. 130, Oktober 1964)

    I. In vielen akademischen Kreisen der westlichen Welt und insbesondere des deutschsprachigen Teils dieser Welt — wird noch immer die von Professor Hayek gestellte und von ihm negativ beantwortete Frage leidenschaftlich debattiert, ob (...)

  • Ernst Winkler
    Otto Bauer — Bild und Zerrbild
    (No. 130, Oktober 1964)

    FORVM ist stets bestrebt gewesen, ein Forum aller geistigen Kräfte Österreichs zu sein. Der Austromarxismus schien uns hievon nicht nur nicht ausschließbar, sondern besonders beachtlich — als bisher sträflich vernachlässigtes Gebiet der Information (...)

  • Claus Gatterer
    Togliatti und die Ursachen
    (No. 130, Oktober 1964)

    Das „Memorandum über Fragen der internationalen Arbeiterbewegung und ihre Einheit“, das der verstorbene Führer der KPI, Palmiro Togliatti, kurz vor seinem Tod in Jalta verfaßt und seiner Partei als politisches Testament hinterlassen hat, scheint zu (...)

  • Paul Hernadi
    Von Kapitalisten und Misanthropen
    (No. 131, November 1964)

    Nathan der Weise, der Jude, der Klassische, der Zeitgemäße — sie verdecken oft den Blick auf Nathan den Bürger. Sir William Sampson oder der Oberst Odoardo Galotti, ein Patrizier mit Landgut und kleinadeligem Lebensstil, werden viel häufiger als der (...)

  • Tibor Déry • Mirza von Schüching (Übersetzung)
    Über die Annehmlichkeiten der Zivilisation (I)
    (No. 131, November 1964)

    Mit freundlicher Genehmigung des Autors und des S. Fischer-Verlages drucken wir nachfolgend ein Kapitel aus dem Roman „Herr G. A. in X.“, welcher auf deutsch noch nicht vorliegt. Tibor Déry, zu dessen siebzigstem Geburtstag wir herzlich (...)

  • Eduard März
    Planung ohne Planwirtschaft (II)
    (No. 131, November 1964)

    Was den privatwirtschaftlichen Sektor der Volkswirtschaft anlangt, ist der Plan nur als eine Vorschau auf die kommende wirtschaftliche Entwicklung gedacht, wobei ihm bestimmte Annahmen hinsichtlich des vom Staate einzuschlagenden (...)

  • Hermann Mörth
    Delogierte Meinungsfreiheit
    (No. 131, November 1964)

    FORVM verweist auf eine nunmehr elfjährige Regsamkeit als Marktplatz für Meinungsware von anderswo unanbringlicher Qualität und Quantität, als Stadion für den Amoklauf quer über geheiligte Weltanschauungs- sowie insbesondere Parteizäune. Gedeckt durch (...)

  • Claus Gatterer
    Togliatti und die Ursachen (II)
    (No. 131, November 1964)

    Den „gewissen Pessimismus“ und die Furcht vor einer reaktionären Entwicklung teilt Togliatti mit Nenni. Daraus entspringt jedoch keine gemeinsame Politik — erstens wegen der Rivalität zwischen KPI und Nennis PSI (Partito Socialista Italiano); (...)

  • Heinz Ohff
    Pop oder die Kunst, keine Kunst zu machen
    (No. 132, Dezember 1964)

    Nicht wir wollen schockieren, sondern die Dinge schockieren uns. Winfred Gaul Es ist erst ein paar Jahre her, da kam uns seltsame Kunde aus Amerika. Die ersten Augenzeugenberichte hörte man mit ungläubigem Staunen. Wie es schien, war die jüngste (...)

  • Tibor Déry • Mirza von Schüching (Übersetzung)
    Über die Annehmlichkeiten der Zivilisation (II)
    (No. 132, Dezember 1964)

    „Meine Damen und Herren, was macht bei uns im Ausland das Leben so anziehend?“ fragte G. A. und beugte sich in seinem Schaukelstuhl nach vorn. Seine Stimme schien diesmal vor nervöser Erregung ein wenig gedämpft, es klopfte heftig in seinen (...)

  • Hermann Mörth
    Entfremdete Arbeitswelt
    (No. 132, Dezember 1964)

    Vor einigen Jahren hat Fritz Klenner mit Intuition und Sachkenntnis in einem Buch, das über Österreich hinaus aufhorchen ließ, das „große Unbehagen“ beschrieben, das die spätkapitalistische Gesellschaft trotz Wohlstand und Wohlfahrt erfaßt hat. (...)

  • Guntram Hämmerle
    Entfremdetes Eigentum
    (No. 132, Dezember 1964)

    Was Eigentum heißt, wird seit über tausend Jahren durch das römische Recht festgelegt. Nach diesem wird das Eigentum für den Menschen zu einem allgemein gültigen Rechtsverhältnis, welches festlegt, worüber er ungehindert verfügen kann oder nicht. Das (...)

  • Norbert Leser
    Lenin und Schopenhauer
    (No. 132, Dezember 1964)

    Das biographisch bezeugte Interesse Lenins an der Philosophie Schopenhauers führt auf die Spur eines Zusammenhanges zwischen den beiden so verschiedenen Denkern. Was Lenin an Schopenhauer faszinierte, war wohl die seinen eigenen Auffassungen (...)

  • Christian Broda
    Gesellschaft und individuelle Freiheit
    (No. 132, Dezember 1964)

    Die individuellen Freiheitsrechte sollen die Privatsphäre des einzelnen in der Gesellschaft schützen. Das ist die geläufige Begriffsbestimmung. Was das Bestehen oder Nichtbestehen von Freiheitsrechten in der Gesellschaft für die Menschen wirklich (...)

  • Hans Kelsen
    Die Funktion der Verfassung
    (No. 132, Dezember 1964)

    Das Recht ist ein System von Normen; und Normen sind der Sinn von Willensakten, die auf das Verhalten anderer gerichtet sind. Diese Willensakte sind Willensakte von Menschen oder von übermenschlichen Wesen wie die Willensakte Gottes oder — wie im (...)

  • Christian Broda
    Gesellschaft und individuelle Freiheit (II)
    (No. 133, Januar 1965)

    Die moderne arbeitsteilige Gesellschaft vergibt noch größere Macht an jene, die die Geschäfte der herrschenden Klassen führen sollen, als es in früheren Gesellschaftsordnungen der Fall gewesen ist. Auch die Versuchung unkontrollierter Machtausübung (...)

  • Heinrich Drimmel
    Was Wien zur Weltstadt fehlt
    (No. 133, Januar 1965)

    Dr. Heinrich Drimmel, zweitens langjähriger Unterrichtsminister, erstens noch längerjähriger FORVM-Mitarbeiter, ist zur neuen Würde eines Vizebürgermeisters von Wien aufgerückt. In unsere gelassene Freude, daß aus FORVM-Mitarbeitern eben immer etwas (...)

  • Hans Eberhard Goldschmidt • Karl Kraus
    Verschollene Faschingsnotizen von Karl Kraus
    (No. 134, Februar 1965)

    Dem Wiener Buchhändler und Antiquar Dr. Hans Eberhard Goldschmidt verdanken wir die nachstehenden Kuriosa, für die wir uns keinen passenderen Erscheinungstermin wüßten als den jetzigen: der Fasching, in dem sie entstanden, liegt jetzt genau 70 Jahre (...)

  • Claus Gatterer (Übersetzung) • Ignazio Silone
    Begegnungen mit Musil
    (No. 134, Februar 1965)

    Der am 1. Mai 1900 in Pescina dei Marsi in den Abruzzen geborene Ignazio Silone hat im FORVM schon so lange nichts veröffentlicht (zuletzt „Vom Schrecken des Wohlfahrtsstaates“, Heft VIII/91-92, und „Tolstoi in den Abruzzen“, Heft VIII/87)‚ daß wir (...)

  • Egon Matzner
    Das Geheimnis des Wirtschaftsbeirates
    (No. 134, Februar 1965)

    Hiemit setzen wir die FORVM-Diskussion über wirtschaftliche Grundsatzfragen fort, in der bisher zu Wort kamen: Eduard März („Planung ohne Planwirtschaft“, Heft XI/ 130), Franz Nemschak („Planung ist nicht Bolschewismus“, Heft XI/128), Ernst Veselsky (...)

  • Ernst Topitsch
    Marx ist tot, es lebe Marx!
    (No. 134, Februar 1965)

    Bekanntlich ist die Loslösung des modernen wissenschaftlichen Denkens von älteren Formen der Weltauffassung und Selbstinterpretation nur langsam und schrittweise erfolgt. So tragen zahlreiche Philosophen der europäischen Neuzeit das Doppelgesicht (...)

  • René Marcic
    Ernst Jünger und der Weltstaat
    (No. 134, Februar 1965)

    Der Mensch, wie er da ist, steht mitten auf dem Feld des Rechts; er bestellt es, nimmer stampft er es aus dem Nichts. Selbst an düstersten Orten leuchtet das Licht des Rechts, „unter armsel’gem, rauchschwarzem Dach“: Δίκη δὲ λάμπει μὲεν ἐν δύσκαπνοις (...)