FORVM » Print-Ausgabe » Jahrgänge 1954 - 1967 » Jahrgang 1963 » No. 109
Alexander Lernet-Holenia

Die k. u. k. Vergangenheit

Einleitung zu einem noch im Jahre 1963 im Artemis-Verlag, Zürich, erscheinenden Buche „Wien, Vorstadt Europas“

Der Titel, den wir diesem Buche gegeben haben, könnte, zum mindesten auf den ersten Blick, anmaßend scheinen. Denn sollte Wien, von dem doch jeder, der von dort her ist, glaubt, daß es der Nabel der Welt sei, in der Tat bloß eine Vorstadt, wenngleich ganz Europas sein? Eine Weltstadt, freilich, auf die Art von Paris und London etwa, oder auch nur von Rom und Zürich, ist es in keinem Falle; und wenn man in Wien ausländische Freunde abends ausführen will, so hat man, nach einem Souper in den „Drei Husaren“ und im „Palais“, die größten Schwierigkeiten, ein Lokal zu finden, wo man eine richtige Orgie feiern kann — auf diesem Gebiete sollen uns sogar Linz und Wels weit voraus sein. Ja Wien ist nicht einmal ein Welt-Dorf im Sinne etwa von Vaduz, wo es bekanntlicher- oder auch verheimlichterweise mehr Holding-Gesellschaften geben soll, als ganz Liechtenstein Einwohner zählt. Aber auch keine Hauptstadt im eigentlichen Sinne ist Wien, dazu ist es wiederum viel zu groß und paßt wie eine etwas rückständige Faust auf das Auge des übrigen unter dem Einflusse des benachbarten deutschen Wirtschaftswunders fortschrittberauschten Landes.

Ja selbst zur Zeit, wo es unter Karl dem Fünften, in dessen Reiche die Sonne nicht unterging, die Hauptstadt der Welt hätte sein können, war es nichts dergleichen, hat sich jener Gebieter über den ganzen Erdball, der, nebenbei bemerkt, nicht einmal richtig Deutsch konnte, allermeist in Gent oder Brügge aufgehalten und in seiner guten Stadt Wien alles in allem bloß sechs Wochen und um keinen Tag länger.

Wenn wir Wien also nicht ganz brüsk eine Provinz nennen wollen, so bleibt wirklich bloß übrig, daß es zumindest für den, der aus dem Osten kommt, die Vor-Stadt der Städte Europas ist. Wehe aber, kommt jemand statt dessen aus dem Westen! Dann scheint ihm Wien dem Wohlfahrtsstaate, den monarchistischen Tabaktrafikantinnen, dem sozialistischen Stimmenreservoir bei den Straßenbahnen, den Lipizzanern und der geradezu amerikanischen Ausplünderung seiner Bewohner durch die Steuer zum Trotz, wirklich bloß aus den entern Gründen zu bestehen.

Es gehörte, wenn auch nicht ausschließlich, so doch mit zum Wesen des Kaiserlichen und Königlichen in Österreich, daß es zu einer Zeit, wo es sich noch durchaus gegenwärtig gebärdete, eigentlich schon längst vorüber war. Die mit Titeln und Würden überladene Umgebung des Kaisers, die Beamten in den Ministerien, die Offiziere an der sogenannten Sirk-Ecke, die von Engelhart gemalten sechzigjährigen Blumenmädchen auf dem Graben und die überschweren Tschinellen-Fifs der Damenkapellen im Prater, all dies war, ohne es selber zu wissen, bereits vorbei, ja selbst heute noch, wenn eine der Säulen des Staates von damals umstürzt, das heißt wenn einer der Würdenträger Franz Josephs stirbt, sinkt er immer noch von all seinen Titeln umrauscht, ja gleichsam so hochwohlgestorben ins Grab, als ob es, zwischendurch, nicht zwei Weltkriege, Inflationen, Deflationen, Nationalsozialismus, Bolschewismus, Atombomben und Mondraketen, sondern bloß Vorderlader, Backhühner und Aktendeckel gegeben hätte.

Dabei war jene ganze Zeit im mindesten nicht so schön, so gefühlsbetont, so gemütlich, wie man, heutzutage, diejenigen glauben machen möchte, die sie nicht mehr miterlebt haben. Sie konnte vielmehr, gleichsam um ihre Überholtheit wettzumachen, äußerst ungemütlich werden, und am allerungemütlichsten war, insbesondere gegen seine eigene Familie, zuzeiten der alte Kaiser. Umsonst, schließlich, hat sich ja der Kronprinz, der die Zeichen der Zeit erkannte, nicht erschossen.

Denn Österreich war unter dem Hause Lothringen gleichsam bloß noch das Satyrspiel nach der habsburgischen Tragödie des Vertuns einer Welt; und daß Österreich, und in Österreich insonderheit Wien und Ischl, die Operette hervorgebracht hat, kennzeichnet die Lage, die schließlich nur mehr „hoffnungslos aber heiter“ war. Darüber vermochte auch der Umstand nicht hinwegzutäuschen, daß das Schmalz damals nicht allein von den Backhühnern, sondern auch von der ganzen Gemütsart und den politischen und kulturellen Leistungen der Wiener troff.

An der Spitze des Staates stand noch Franz Joseph der Erste, Kaiser von Österreich und Apostolischer König von Ungarn. Überdies und außerdem aber war dieser allgemein und manchmal sogar nicht einmal so sehr zu Unrecht verehrte Monarch auch noch König von Böhmen, von Dalmatien, Kroatien, Slavonien, Galizien, Lodomerien und Illyrien sowie von Jerusalem, Großherzog von Toskana und Krakau, Herzog von Lothringen, von Salzburg, Steier, Kärnten, von Ober- und Niederschlesien, von Modena, Parma, Piacenza und Guastalla, von Auschwitz und Zator, von Teschen, Friaul, Görz und Gradiska, Fürst von Trient und Brixen, Markgraf der Ober- und Niederlausitz und in Istrien, Graf von Hohenembs, Feldkirch, Bregenz, Sonnenberg und so weiter, Herr von Triest, von Cattaro und der Windischen Mark, Großwojwod von Serbien et cetera et cetera. Was, allerdings, sollte diese papierene Hypertrophie von Titeln den großdeutsch angehauchten, seit der Revolution des Jahres 48 immer noch reichlich aufklärerischen Bürgern, Proletariern und Plattenbrüdern von Wien bedeuten, die statt Auschwitz und Zator, statt Lothringen und der Niederlausitz meist bloß „Zimmer, Kuchel, Kabinett“ besaßen!

Des Kaisers Erster Obersthofmeister — wir beziehen unsere Kenntnisse aus dem Gotha’schen Hofkalender 1910 — war der Fürst Montenuovo, Durchlaucht, Geheimer Rat und Kämmerer, all dies aber, genau genommen, eigentlich nur deshalb, weil einer seiner Vorfahren ein Verhältnis mit Marie-Louise, der Tochter des Kaisers Franz, Napoleons des Ersten zweiter Frau gehabt hatte und für diese erotische Leistung in den erblichen Fürstenstand erhoben worden war; des Kaisers Oberstkämmerer war ein Graf Gudenus, Geheimer Rat und Legationssekretär a.D., sein Zweiter Obersthofmeister der Graf Bela Cziráky von Czirák und Dénesfalva, Geheimer Rat und Kämmerer, sein Oberststallmeister der Graf Kinsky von Wchinitz und Tettau, Geheimer Rat, Kämmerer und Rittmeister a.D. von dem übrigens der Schah von Persien Ahmed Kadjar, anläßlich seines Besuches in Wien, erwartet hatte, daß er sein, des persischen Kaisers, Leibpferd persönlich im Prater weiden werde —, Franz Josephs Generaladjutant war der Geheime Rat und Kämmerer Graf — später Fürst — Paar, General der Kavallerie, sein Chef der Militärkanzlei der Freiherr Bolfras von — man sollte es nicht glauben — Ahnenburg, Geheimer Rat und General der Infanterie, sein Direktor der Kabinettskanzlei war der auf den äußerst heitern Namen hörende Ritter Schießl von Pernstorff, Geheimer Rat, und so weiter und so weiter — aber was sollten all diese mit Orden und Auszeichnungen bedeckten Greise, diese Geheimen Räte, die keinerlei Rat gewußt hätten, wenn man auf den Gedanken gekommen wäre, sie heimlich um einen solchen zu fragen, diese Kapitäne der Arcierenleibgarde und der Ungarischen Trabantenleibgarde, die — offenbar um dem Feinde größere Furcht einzujagen — Leopardenfelle umhängen hatte, was sollten all diese Generale der Kavallerie und Infanterie, deren strategischer Wert Null war, diese Statthalter, Landespräsidenten und Minister, dieser auf allem lastende soziale, militärische und bureaukratische Albtraum den Wiener Industriellen und Gewerbetreibenden aus dem sogenannten Brillantengrund, die gewohnt waren, aus dem Zuschauerraum der Oper, ohne alle etwaigen vermittelnden Obersthofmarschälle und Oberstkämmerer der Walhalla, mit sämtlichen Wagnerschen Göttern und den nicht erst vor kurzem von Franz Joseph geadelten Helden der Germanen umzugehen!

Denn was sich in der Hofburg und in Schönbrunn, in Ischl und in Ofen breitmachte, war gleichsam nur noch ein nicht mehr ganz geglücktes Abziehbild des Mittelalters, wie eine falsche Vorstellung sich’s von der Vergangenheit zu machen pflegte, es war, ins Beamtliche und Hofstaatliche übersetzt, der ungeheuerliche Kitsch von Laxenburg, es war so recht die „finstere Neuzeit“. Vergeblich rannten die aufgeweckteren, beziehungsweise extravaganteren Mitglieder des Herrscherhauses selbst, wie etwa die Erzherzöge Franz Ferdinand oder Johann Orth und Leopold Wölfling, gegen diese Zustände an: es nützte nichts, bis das Debakel ein endgültiges war, und dann nützte es erst recht nichts mehr.

Denn genau wie die obenerwähnten „Spitzen des Staates“ dachten und handelten auch die meisten von denen, die unter ihnen standen. Eifersüchtig wachten Exzellenzen und Botschafter, Sektionschefs und Statthaltereibeamte, die mit Zylinderhüten und Zwickern, statt den Versuch zu machen, den Staat, von ihren Bureaus aus, zu retten, dieselben nach eingenommenem Gabelfrühstück sofort wieder verließen — eifersüchtig wachten sie darüber, daß sich unter ihnen ja nichts rege und rühre; und was bedeuteten die unhaltbar gewordenen Verhältnisse auch der, wiederum, nächst tieferen sozialen Schicht von Bankiers und Industriellen, den Gutmanns und Morpurgos, den Pollack-Parnecks und Economos! Hie und da blieben zwar auch sie an der schon erwähnten Sirk-Ecke, wo die Kärntnerstraße auf den Ring führte, stehen und blickten, an der Oper vorbei, gegen die Hofmuseen, denn dahinter lag, immerhin, das Parlament, und davor fanden — so hieß es — wieder einmal politische Demonstrationen statt — aber da klirrte und schütterte auch schon eine Eskadron Sachsendragoner vorüber, setzte sich, noch in Sichtweite, in Galopp und fegte, hinter der Krümmung bei der Babenbergerstraße, den Ring von allen subversiven Elementen rein ... und andern Tages war ja Blumenkorso in der Praterhauptallee, aus welchem Anlasse die Prinzessin X oder die Halbweltdame Y, die in die Gesellschaft eingeheiratet hatte, in ihrer mit lauter Maiglöckchen dekorierten Equipage den ersten Preis machen würde ...

Die restlichen fünfzig Prozent der kaiserlichen und königlichen Vergangenheit — und leider gleichfalls nicht immer die bessere Hälfte — wurden von der Armee eingenommen.

Das österreichische oder, wenn man will, das österreichisch-ungarische Heer nämlich, das noch um die Mitte des vergangenen Jahrhunderts für das glänzendste gegolten und in welchem freiwillig dienen zu dürfen Hunderte von deutschen Offizieren sich zur Ehre angerechnet hatten, war unter den Befehlen so mancher zu wenig oder kaum befähigter, entweder mit Titeln überladener oder aller Titel ermangelnder und daher serviler, nach oben katzbuckelnder und nach unten tretender Generale und Stabsoffiziere reichlich überständig geworden, ja geradezu in eine Art von Zersetzung übergegangen. Denn es war, als habe man sich da, ganz allgemein, den berühmten Grundsatz Malherbes zu eigen gemacht: „Ne vous souciez que de bien servir, et vous ne manquerez jamais de maître.“ Es fehlten eben, als Führer, diejenigen, die gleichsam das Rückgrat des deutschen Heeres bildeten, die Junker, die schlichten Herren von So und So, bei denen der Dienst, das Fallen im Kampfe, das Sterben sozusagen mit zum Leben gehörte und die sich wiederum an einen andern der vortrefflichen Grundsätze Malherbes zu halten schienen: „Soyez vaillants, vous ne valez rien à autre chose.“

Auch in Österreich gab es zwar noch eine ganze Zahl erst kürzlich nobilitierter Offiziere, deren bürgerliche Väter und Großväter sich noch in der Radetzky-Armee ausgezeichnet und die Siege von damals miterfochten hatten. Aber sie trugen den Adel, der den meisten deutschen Offizieren schon seit Jahrhunderten selbstverständlich war, wie einen vom Schneider nicht — oder noch nicht — angepaßten Waffenrock; und dazu, daß er schließlich gepaßt hätte, sollte es nicht mehr kommen. Sie waren auch keine einfachen Herren von Ribbeck oder von Rohr, von Quast oder von Ziethen wie ihre deutschen Kameraden, vielmehr hatte ihre neue, allzu neue Vornehmheit zufolge des Umstandes, daß sie „Edle“ und „Ritter“ hatten werden und die absonderlichsten Prädikate schlucken müssen, einen Stich ins Ridiküle bekommen.

Zudem wimmelte die Armee auch noch von Söhnen aus den besten Familien, die aber meist nur deshalb dienten, weil sie auf der Schulbank versagt hatten. So war es denn noch als glückliche Fügung anzusehen, daß derlei Leute nicht mehr, wie einst, die hohen Kommanden innehatten, sondern daß sie es, zum mindesten im Weltkrieg, vorzogen, sich nur noch bei den hohen Kommanden, jedenfalls aber außerhalb des Bereiches der feindlichen Artillerie, aufzuhalten; und auch ihre aktiven Kameraden sozial niedrigeren Standes wurden schon in den ersten Kriegswochen oft genug in ganzen Rudeln „nervös“ oder gar „krank“, und statt im Felde trieben sie sich dann bei den Ersatzkaders herum, wo sie das neu eingezogene Kanonenfutter mit besonderer Strenge abrichteten ... ach, keine menschliche Schwäche war diesen Aktiven, die aber eher als Passiven zu bezeichnen waren, fremd ...

Wer aber, ehe die Armee im Ersten Weltkrieg ein Ende nahm, wirklich noch vier und ein viertel Jahre standgehalten hat, waren fast ausschließlich die namen- und titellosen Reserveoffiziere — auch die jüdischen — und die Unteroffiziere gewesen.

Die deutschen Unteroffiziere mögen, ihres Schliffs und ihres Schleifenkönnens wegen, überschätzt gewesen sein, die österreichischen Unteroffiziere waren bestimmt unterschätzt. Wenn überhaupt irgendwo, so lebte in diesen Feldwebeln, Wachtmeistern und Feuerwerkern, in diesen Zugsführern und Korporalen noch etwas von dem Geiste der Radetzkyarmee. Sie waren’s, die bis zuletzt noch all diese nach Millionen zählenden ruthenischen, rumänischen, tschechischen und ungarischen Bauernhorden bei den Fahnen hielten, obwohl jene das Gewehr, den Karabiner, die Handgranaten und nicht weniger als dreißig bis vierzig Kilogramm an Munition und Verpflegung kaum mehr mitzuschleppen vermochten, vom Bajonett, dem Dolchmesser, den Decken, dem Spaten und dem Stahlhelm ganz zu schweigen. Daß sich die kaiserliche und königliche Armee nicht schon zur gleichen Zeit aufgelöst hat wie die zaristisch-russische ist vor allem, wenn nicht ausschließlich und allein, das Verdienst der Reserveoffiziere und der Unteroffiziere gewesen.

Denn das österreichisch-ungarische Heer war der Angehörigen so vieler verschiedener Nationen wegen, aus denen es sich rekrutierte, eine Art von Kolonialheer, und die kroatische oder ruthenische, rumänische oder slowakische Mannschaft ward etwa wie die Zuaven in Frankreich oder wie die indischen Ghurkas im Britischen Empire als mehr oder minder „farbig“, das heißt als eine Art von „Eingeborenen“ angesehen. Bei der Kavallerie ging’s ja noch einigermaßen: im Offizierskorps herrschte da noch ein gewisser Kavalierston, und die Mannschaft hatte es gut, weil die Offiziere das ganze Militär nicht wichtig genug nahmen, um ihre Leute schlecht zu behandeln.

Wesentlich unerquicklicher aber waren die Verhältnisse bereits bei den sogenannten Intelligenztruppen, etwa bei der Artillerie und bei den Sappeuren, unerträglich war die Streberei im Generalstab, dessen Angehörige sich zeitweise, wie im Fall Hofrichter, sogar wechselseitig durch Gift aus dem Weg zu räumen suchten, und ausgesprochen elend, ja geradezu niederträchtig gestalteten sich die Verhältnisse, vor allem im Kriege, bei der Infanterie. Denn zu einer Zeit, wo der sogenannte Materialkrieg, die technische Aufrüstung der Armeen, eigentlich erst begann, galt das Gewehr oft weit mehr als das Leben des Mannes, der es trug.

Die österreichisch-ungarische Armee war also nicht das, was man heutzutage, in Operettenreprisen wie im „Husarenfieber“, in Schlesinger-Eichthals primitiven Büchern und andern derlei posthumen Verherrlichungen der Doppelmonarchie oder sonstigen Lobhudeleien noch davon vorgesetzt bekommt, sie hatte auch keine Ähnlichkeit mit den verklärten Bildern, die sich, zuzeiten, sogar diejenigen, die noch in ihr gedient haben, nachträglich von ihr machen, weil ihnen die Wahrheit entfallen ist. Die wirkliche Armee, das über und über bepackte, keuchende, in sackartigen Uniformen aus Brennesselstoff daherschwankende, hungernde und frierende österreichische Heer war, zumindest zuletzt, nur noch eine vollkommen tragische Angelegenheit mit zwei bis drei Millionen namenloser, vergessener, verstümmelter und zerfetzter Toter.

Gewaltig ragte über diesen Verfall der Armee, über die Streberei und wechselseitige Mißachtung der Schwächen aller nur noch eine große Figur, die imstande war, an die glorreichen Zeiten der Heere von einst zu erinnern: die Gestalt des nur allzu bald von der Ranküne und Niedertracht der Unfähigen seines Lorbeers beraubten, beiseitegeschobenen und am Ende ganz und gar davongejagten Stabschefs Conrad von Hötzendorf; und nichts ist eindrucksvoller als sein Grab auf dem Hietzinger Friedhof. Denn da sind in den hünenmäßigen Stein statt aller Ränge und Würden, statt des Grafentitels, des Adelsprädikats und der Charge eines Kapitäns der Arcierenleibgarde, statt der Aufzählung aller Siege, Orden und Ehrenzeichen des großen Toten nur zwei Worte mit gleichsam tragischer Verbissenheit eingegraben:

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Erstveröffentlichung im FORVM:
Januar
1963
, Seite 31
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Alexander Lernet-Holenia:

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