Zeitschriften » Context XXI » Print » Jahrgang 2006 » Heft 4-5/2006

Who is who

Eine kleine Auswahl oberösterreichischer Rechtsextremer
  • Fred Duswald, Kallham
    Der ehemalige Fabrikant ist „Alter Herr“ der Münchner Burschenschaft Danubia und war in den 70er Jahren Führungskader der neonazistischen Nationaldemokratischen Partei (NDP). Auch als Vorstandsmitglied des 1998 behördlich aufgelösten Vereins Dichterstein Offenhausen betätigte er sich. Duswalds „revisionistisch“ angehauchten Texte finden sich u.a. im rechtskatholischen Blatt Der 13. und in der Aula („Der alliierte Sieg über das Deutsche Reich und seine Verbündeten verwandelte die Welt in ein globales Menschenjagdrevier“, Aula 3/2004)
  • Helmut Gollowitsch, Linz
    Gollowitsch war Mitglied der NDP und ist „Alter Herr“ der Burschenschaft Arminia Czernowitz zu Linz. Er referierte u.a. bei der Arbeitsgemeinschaft für demokratische Politik (AfP) und beim Österreichischen Kulturwerk (Otto Scrinzi); seine Texte finden sich u.a. in der Aula.
  • Gernot Kusatz, Wels
    Der im August 2006 plötzlich verstorbene Anwalt Kusatz verteidigte Alt- und Neonazis vor Gericht. Einem seiner Klienten, dem ebenfalls im August verstorbenen Salzburger Fritz Rebhandl, war er auch als Leserbriefschreiber verbunden („Sehr geehrter Herr Rebhandl! Soeben habe ich die Schlagzeile der Kronenzeitung ’Deutsche wollen unseren Mozart’ gelesen und habe mich diebisch gefreut. Nun fällt den Verfechtern der Österreichischen Nation der eigene Irrwitz auf den Kopf!“, Der Volkstreue (3/2003). 2001 sorgte er in einem Prozess gegen drei Welser Neonazis für Aufsehen: Das NS-Verbotsgesetz nannte Kusatz „nicht mehr zeitgemäß“ und das juristische Vorgehen gegen Geschichtsfälscher und Neonazis „Gesinnungsrechtsprechung.“ Kusatz war „Alter Herr“ der Deutsch conservativen Semestralverbindung Gothia Wels, die einen Link zum neonazistischen Nationalen Info Telefon gelegt und dieses als „bestes tägliches Informationsmedium für Querdenker“ bezeichnet hat.
  • Rene Lang, Marchtrenk
    Der ehemalige Kader der Volkstreuen Außerparlamentarischen Opposition (VAPO) gründete Ende der 90er Jahre das Förderwerk Junge Familien. Dieses veranstaltet u.a. Gedenkfeiern für die Bauernkrieger in Eferding und Sonnwendfeiern (gemeinsam mit dem Bund freier Jugend). 2000 mobilisierte Lang zu einer (letztendlich verbotenen) Demonstration deutscher Neonazis in Freilassing. Heute betätigt er sich v. a. als „Landesleiter“ der Arbeitsgemeinschaft für demokratische Politik (AfP).
  • Ludwig Reinthaler, Wels
    Einer breiteren Öffentlichkeit wurde der Fahrschullehrer Ludwig Reinthaler im Herbst 1992 bekannt: Damals hetzte er gegen eine Installation von Cornelius Kolig in der Welser Stadtgalerie. Anfang 1993 zog Reinthaler (gemeinsam u.a. mit Martin Humers Europäische Bürgerinitiativen) gegen eine Ausstellung von Hermann Nietsch ins Feld. Nachdem Reinthaler Anfang der 1990er Jahre bereits mit seiner Kandidatur auf der Liste der Vereinten Grünen Österreichs (VGÖ) gescheitert war, führte er bei den Gemeinderatswahlen 2003 in Wels — wieder erfolglos — eine Liste namens Die Bunten an. Bereits 1996 versuchte er sich auch als Kandidat der nationalistischen Anti-EU-Truppe Die Neutralen bei den Wahlen zum Europäischen Parlament. Berüchtigt waren Reinthalers „Erlebnis-Flohmärkte“ in der Welser Messe, auf welchen seit Mitte der 90er Jahre allerlei Nazi-Devotionalien und -Propagandamaterial angeboten wurden. Nach massiven Protesten sahen sich Stadtrat und Messeleitung gezwungen, den Vertrag mit Reinthaler Ende 2001 nicht mehr zu verlängern. Im Frühjahr 1995 gründete er das Dokumentationsarchiv des Welser Widerstandes, das sich v.a. in rassistischer Hetze und Drohungen gegen AntifaschistInnen ergeht. Nur sieben Monate nach den rassistischen Morden in Oberwart belästigte er dort im Herbst 1995 die Haushalte mit einer Postwurfsendung, in welcher er von der rechtsextremen Urheberschaft der Sprengfalle ablenken wollte und gegen Roma hetzte. Seine Ausfälle brachten Reinthaler wiederholt mit dem Gesetz in Konflikt; zuletzt wurde er 2005 wegen Verleumdung des oberösterreichischen Arbeiterkammer-Präsidenten Kalliauer (als Sammler von Kinderpornographie) verurteilt. Reinthaler war Stammgast bei den alljährlichen „Dichtersteintreffen“ in Offenhausen, wo er auch gerne GegendemonstrantInnen abfilmte. Beste Kontakte hat er auch zur Arbeitsgemeinschaft für demokratische Politik (AfP): Nachdem er schon im März 2006 als Anmelder einer Demonstration des Bundes freier Jugend in Ried/Innkreis eingesprungen war, trat er am 20. Oktober bei der „41. Politischen Akademie“ der AfP in Gumpoldskirchen mit seinem berüchtigten „Dokumentarfilm“ über das „Ausländerproblem in Wels“ auf.
  • Ottokar Schöfer, Unterach
    Ehemaliger Aktivist der NDP und in Otto Scrinzis Nationalfreiheitlicher Aktion. Zwischen 1994 und 1998 war Schöfer Obmann des Vereins Dichterstein Offenhausen. Er moderierte im März 2001 eine Diskussionsveranstaltung mit Harald Neubauer (Nation & Europa) auf Schloss Hochscharten.
  • Gerhard Staudinger, Linz
    Staudinger arbeitete bis Ende der 90er Jahre im FPÖ-Parlamentsklub, daneben betätigte er sich beim Verein Dichterstein Offenhausen, welcher ihm 1988 gar eine „Ehrennadel“ verlieh. Heute tritt er u.a. als stellvertretender Schriftführer des Witiko-Bundes (Revanchistentruppe im Geiste Konrad Henleins) in Erscheinung. Im März 2006 integrierte der Bund freier Jugend eine Kundgebung des Witiko-Bundes in Freistadt in seinen „Tag der volkstreuen Jugend.“
  • Robert Wimmer, Wels
    Der Industrielle erwarb 1989 das Schloss Hochscharten in Waizenkirchen. Dieses dient seit damals dem Verein für Kultur und Zeitgeschichte (Vorsitzender: Rudolf Penzenstadler, Marchtrenk) als Veranstaltungsort. Holocaustleugner (David Irving, Gerd Honsik usw.) und andere Neonazis geben sich dort die Klinke in die Hand. Dennoch wurde Wimmer 1994 ein Wirtschaftspreis der Oberösterreichischen Nachrichten verliehen. 2005 stellte Wimmer sein Schloss dem Bund freier Jugend für deren „Tag der volkstreuen Jugend“ zur Verfügung. Das Treffen wurde jedoch von der Polizei aufgelöst.

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Erstveröffentlichung im FORVM:
März
2006
Heft 4-5/2006, Seite 0
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