Zeitschriften » radiX » Nummer 3

Was ist die Ökologische Linke?

Unsere politische Gruppierung gibt es in Österreich seit Herbst 1998. Bisher sind wir v.a. publizistisch mit unserer Zeitschrift radiX und einer Reihe von aktuellen Flugblättern tätig. Demonstrationen und Veranstaltun­gen aller Art organisieren wir oft mit befreundeten Gruppen gemeinsam. Auch Flugblätter haben wir immer wieder in Zusammenarbeit mit anderen linksra­dikalen Gruppierungen hergestellt. Kleine Gruppen der ÖKOLI gibt es in Wien, Tirol und Vorarlberg.

Da Ökologie für uns eng mit politischen und ökonomi­schen Fragen zusammenhängt, wollen wir keine „linke Ökoorganisation“ sein, sondern einen gesamtpoliti­schen Anspruch erheben. Unseren LeserInnen wollen wir insbesondere die Zusammenhänge zwischen Umweltzerstörung und Kapitalismus vor Augen führen. Daraus ergiebt sich eine eindeutig antikapitalistische Ausrichtung unserer Politik, was uns deutlich von den Grünen unterscheidet.

Statt des bestehenden Kapitalismus streben wir einen antistaatlichen, herrschaftslosen Sozialismus an, in dem die Menschen ihre Bedürfnisse selbstständig regeln können.

In unserer politischen Arbeit wollen wir Theorie und Praxis miteinander verbinden. Wir sehen uns dabei ganz in der Tradition der kulturellen Moderne und Aufklärung und vertreten damit ein sekulares, rationa­les Weltbild. Mit vormodernem Naturromantizismus oder Esoterik-Wahn verbindet sich unser Ökologie­begriff keinesfalls.

Unser Ökologiebegriff geht von der Notwendigkeit der langfristigen Erhaltung der natürlichen Lebensgrund­lagen der Menschheit aus und nicht von einer Flucht der Menschen zu einer „Beseelten Natur“ im esoterischen Sinne oder anderen romantischen Schwärmereien.

Eine intensivere Auseinandersetzung mit rechtsextre­men und antisemitischen Strömungen in der Ökologie­bewegung nimmt in unseren Publikationen immer wie­der einen wichtigen Platz ein.

Obwohl wir als antinationale Gruppierung gegen jedes Konstrukt von „Volk“ oder „Nation“ auftreten, gilt unse­re internationale Solidarität all jenen Menschen, die auch sonstwo auf dieser Erde für wirkliche Befreiung kämpfen. Darin sehen wir keinen Widerspruch zu unserer antinationalen Haltung. „Nationale Befreiungs­bewegungen“ können so aber sicher nur unsere kriti­sche Solidarität erwarten, Gruppierungen, die im Namen der Befreiung Kriegsverbrechen an Zivilbevöl­kerung oder anderen Linken begehen oder einen fana­tischen Nationalismus predigen, sicher gar keine.

Natürlich treten wir — wie hoffentlich die meisten Linken — gegen Rassismus, Antisemitismus, Sexismus und jede Staatsgewalt auf.

Letztlich ist uns ein selbstbestimmtes Leben aller Menschen unter lebenswerten materiellen und ökolo­gischen Bedingungen ein Hauptziel!

  • Ökologische Linke (Ö)
    Postfach 28
    1153 Wien
    e-mail: Oekologische.Linke reflex.at
  • Ökologische Linke Wien
    Postfach 28
    1153 Wien
    e-mail: oekoli swi.ml.org
  • Ökologische Linke Vorarlberg
    Postfach 73
    6800 Feldkirch
    e-mail: oekoli.vlbg gmx.li
  • Ökologische Linke Tirol
    e-mail: Oekoli.Tirol reflex.at
  • Ökologische Linke (BRD)
    Manfred Zieran
    Neuhofstraße 42
    D-60318 Frankfurt/Main

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Erstveröffentlichung im FORVM:
Mai
2000
Nummer 3, Seite 52
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