Zeitschriften » Context XXI » Print » Jahrgang 2006 » Heft 4-5/2006
Thomas Rammerstorfer

Vor lauter Feigheit gab es kein Erbarmen

Der Film „Hasenjagd“ ist soeben auf DVD erschienen.

„Im prekären Bereich einer ‚Aufarbeitung‘ von Zeitgeschichte durch Spielfilme besticht an Andreas Grubers Hasenjagd eine Sorgfalt, ein Verzicht auf didaktische Betulichkeit, und eine stille Leidenschaftlichkeit, an denen künftige Erzähler und Regisseure noch lange gemessen werden dürften“ schrieb Claus Philipp im Standard anlässlich des Kinostarts 1995. Tatsächlich ist „Hasenjagd — Vor lauter Feigheit gibt es kein Erbarmen“ bis heute einer von ganz wenigen sehenswerten deutschsprachigen Spielfilmen zum Nationalsozialismus. Man hat das Gefühl, hier stimmen die Relationen: Die seltenen Beispiele von Mut, Solidarität und Widerstand einerseits, andrerseits die tausendfache Kollaboration, Feigheit oder auch reine Mordlust.

Der Film beginnt im Februar 1945 mit dem größten Ausbruchsversuch aus dem KZ Mauthausen: Rund 500 sowjetische Offiziere, die sich weigerten, als HiWis auf Seiten der Wehrmacht zu kämpfen, überwinden mit feuchten Decken und improvisierten Waffen den elektrischen Zaun. Etwa 150 gelingt tatsächlich die Flucht aus dem KZ-Bereich; auf sie beginnt die „Mühlviertler Hasenjagd,“ unter Teilnahme von SS, HJ, Volkssturm und auch einfacher ZivilistInnen. In den nächsten Tagen werden nahezu alle Geflüchteten wieder gefangen und ermordet; mitunter auch an Ort und Stelle der Gefangennahme durch den Mob. Insgesamt sollten ganze neun der rund 500 an dem Fluchtversuch beteiligten Häftlinge überleben — der Film erzählt die Geschichte zweier davon, die von einer Mühlviertler Bauernfamilie versteckt werden.

Zusätzlich enthält die DVD die Dokumentation „Aktion K“ von Bernhard Bamberger, die die historischen Hintergründe anhand von Interviews mit ZeitzeugInnen nachzeichnet sowie die Reaktionen der Bevölkerung auf die Dreharbeiten zum Spielfilm „Hasenjagd“ einfängt.

Hasenjagd (Spielfim, 105 min)
Buch und Regie: Andreas Gruber
Aktion K (Dokumentation, 60 min)
Buch und Regie: Bernhard Bamberger
polyfilmvideo / www.hasenjagd.at

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Erstveröffentlichung im FORVM:
März
2006
Heft 4-5/2006, Seite 0
Autor/inn/en:

Thomas Rammerstorfer:

Thomas Rammersdorfer war 2005 bis 2006 Redakteur von Context XXI.

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