Zeitschriften » Context XXI » Print » Jahrgang 2003 » Heft 6-7/2003
Alexander Emanuely • Anna Mitterer

Um das Unvermögen

Charlotte Salomons autobiographisches Singspiel in 769 Bildern

Salomons Singspiel ist der Versuch, sich in­mitten des Wahnsinns gegen die Apokalypse aufzulehnen.

1936 — die rassistische Gesetzge­bung der Nazis wurde eben erst beschlossen und ver­wirklichte in Deutschland de­finitiv den Ausschluss all je­ner Menschen aus der neu und völkisch definierten Ge­meinschaft, welche die Nazis schon immer ausgeschlossen haben wollten. Charlotte Sa­lomon ist gerade 19 Jahre alt. Sie beginnt in diesem Jahr — die „Judenquote“ an den deutschen Hochschulen wur­de gerade auf 1,5% festgelegt — ihr Studium an der Berliner Kunstakademie.

Sprechen darf Charlotte Salomon aber mit niemanden von den StudentInnen, auch darf sie nur in der Nacht ar­beiten, tagsüber ist den jüdi­schen StudentInnen der Zu­tritt zu den Ateliers verboten. Eigentlich lernt sie auch kaum etwas. Und das, was sie lernen könnte, die Techniken eines nationalsozialistischen Realismus, schrecken sie ab. Die Ausstellung „Entartete Kunst“ 1938 in Berlin dürfte sie mehr inspiriert haben als das enttäuschende Studium an der Akademie. George Grosz oder Oskar Kokoschka, zu dieser Zeit nur in die­ser Ausstellung zu sehen, schienen ihre wirklichen Leh­rer. Gleichzeitig war diese Ausstellung Anlass für die deutschen BildungspolitikerInnen, die Universitäten end­gültig und ausnahmslos „ju­denrein“ zu machen — mit den logischen Konsequenzen für die Studentin. Es war die fünf Jahre dauernde Epoche vor der Shoah, zu welcher der Berliner Malerfürst Max Liebermann, guter Freund von Charlottes Stiefmutter, gemeint hatte „Ich kann gar nicht so viel essen, wie ich kotzen möchte!“ Er starb alt und voller Gram, noch ehe er die Folgen dieser ankot­zenden Welt erleben musste.

Vom Vermögen etwas zu tun

Sich gegen die fortwährend herrschende Ideologie weh­ren, dass man nichts gegen die „objektiven Konstellatio­nen“, denen man ausgeliefert ist, machen kann und sein „Unvermögen subjektiviert“, [1] darum geht es bei Charlotte Salomon. Es ging darum, nicht den Folgeerscheinun­gen des ersten Schocks, und zwar jenes schleichenden, der eine sich steigernde Aus­schluss- und Verfolgungsge­schichte, welche der Ver­nichtung voraus ging, mit sich brachte, zu unterliegen. Deutsche Juden und Jüdin­nen fanden sich von 1933 bis 1938 in einer Situation der stetigen Erniedrigung und Diskriminierung wieder. Ein neues, für alle fast unvor­stellbares Leben begann, in dem Antisemitismus zur po­litischen Alltagsrealität, zum Gesetz wurde. Es war die Hoffnung und das Vertrau­en auf die humanistischen Werte, die den kollektiven Wahn des Nazismus nicht ernst genug nehmen ließen, diesen Wahn, in welchem sich die Mehrheit der Deut­schen sehr wohl gefühlt ha­ben dürfte. Die ausbleiben­de Selbstbesinnung ließ die Täter das Menschliche ver­gessen und ließ den Opfern keine Chance. Auf sich selbst als Ausgestoßene zurückge­worfen, schlug der Unglaube an die Unmenschlichkeit in Angst und Verzweiflung um. Die Auswege hießen Flucht, Selbstmord oder Widerstand. Widerstand zu leisten, hieß im Falle dieses Ausgestoßen­seins aus dem gewohnten Le­ben und der Gesellschaft, trotzdem weiter zu leben, oh­ne das institutionalisierte Un­vermögen zu subjektivieren. Charlotte Salomon tat dies, als sie im Exil als Künstlerin ihren Kampf gegen die ob­jektive Konstellation auf­nahm. Sie beschrieb in ihrer Kunst, wie die Verfolgten sich wehrten oder auch nicht, aber vor allem, wie sie, ir­gendwie, wie auch immer, lebten. Es ist die künstleri­sche Reduktion und Kon­zentration, die bildhafte Ver­dichtung auf den Alltag ein­zelner Menschen, der Künst­lerin selbst, einer vernichte­ten Welt, die dem Vergessen entrissen wird, die uns Char­lotte Salomon als ihr Zeugnis überliefert hat: Gefühle, Äng­ste, Freuden mitten drinnen und fernab von der von den Deutschen, von den Nazis aufgezwungenen Alltagsrea­lität.

Statt Strohhalmsuche

1939 — die Vernichtungs­maschine der Nazis lief gera­de an — war Charlotte Salo­mon nach Südfrankreich zu ihren Großeltern geflohen. Sie war 23 Jahre alt, hatte eben ihre Ausbildung an der Hochschule für Bildende Kunst in Berlin nicht absch­ließen können und begann mit jener Arbeit, welche schlussendlich ihr Lebens­werk wurde.
Nicht nur der Fluch der Politik und der Geschichte schien ihr Leben zu zer­stören, sondern auch ein Familien-Fluch. In den letzten Generationen hatten sich vie­le Frauen und einige Männer der Familie umgebracht. Auch ihre Großmutter ver­sucht sich im Exil das Leben zu nehmen. In diesem Exil erfährt Charlotte Salomon von diesem Fluch, davon, dass ihre Mutter sich einst ebenfalls umgebracht hatte, sowie ihre Tante. Es sah so aus, als ob sie nun an der Rei­he sei, zumindest bildete sie sich, aber auch ihr Großva­ter, das ein. Doch sie kämpft dagegen an, kämpft auch ge­gen den Todeswillen der Großmutter, und sie erzählt ihr von Sonne und Poesie — doch vergebens, den zweiten Selbstmordversuch überlebt die alte Frau nicht.

Mit ihrem Singspiel „Le­ben oder Theater?“, beste­hend aus 769 Gouachen, Begleittexten und Musik­stücken, an dem sie bis zu ih­rer Deportation 1942 arbei­ten sollte, stellte Charlotte Sa­lomon sich gegen die sie um­gebende Apokalypse. Sie rekapitulierte ihr Leben gegen den sich aufdrängenden Tod. „So erwachte in einem zu­gleich leidenden und etwas darüberstehenden Wesen ein Gefühl von der großen Hilflosigkeit aller Menschen, die sich an Strohhalmen fest­zuhalten versuchen bei schrecklichsten Gewitter­stürmen. Bei allergrößter Schwäche jedoch wollte sich unser Objekt nicht in den Kreis der Strohhalmsucher hineinziehen lassen und blieb allein mit ihren Erlebnissen und dem Pinsel. Doch auf die Dauer konnte ein solch tagnächtliches Leben selbst bei einem dazu ‚veranlagten‘ Geschöpf nicht ertragen wer­den. Und sie sah sich vor die Frage gestellt, sich das Leben zu nehmen oder etwas ganz verrückt Besonderes zu un­ternehmen. (...) So fiel ihr im Angesicht glühender Sonne, blaurotem Meere, blühender Bäume ein altes Erlebnis ihrer glühenden einstmaligen Liebe ein. Und sie versuchte sich dieses Gesicht und die­se Gestalt zu verdeutlichen. Und siehe, es gelang ihr, und sie bemerkte, dass dies eine sehr interessante Beschäfti­gung sei. Sie fand nämlich heraus, dass diese Figur sie vielleicht vor einem Selbst­mord bewahren könnte, in­sofern, als sie sich an einen ihrer Hauptsätze, die Ama­deus stets bereit war, von sich zu geben, erinnerte: Liebe, erkenne dich erst selbst, um deinen Nächsten zu lieben. Und dann, man muss erst in sich gegangen sein — in seine eigene Kindheit — um außer sich gehen zu können. Und er meinte, dass das Kino die Maschine des modernen Menschen sei, als Mittel, außer sich zu gehen. Als letz­tes kam ihr das berühmte Liebespaar unter einem Bademantel, das so wie ein Mensch fungierte, in den Sinn.“ [2]

„Was Ihr da alles für Zeug zusammenschwätzt. Wenn man nicht wüßt‘, daß vieles Unsinn ist, könnte man fast daran glauben.“ [3] Diese Wor­te, aus nun fernster Vergan­genheit, von der Stiefmutter und berühmten Opernsän­gerin Paula Lindberg-Salo­mon, im Singspiel Paulinka Singsang genannt, gespro­chen, hatten einst dem Ge­sangslehrer der Familie in Berlin, Alfred Wolfsohn, der besagte Amadeus im Sing­spiel, gegolten, dem Mann, der nun im Bewusstsein des absoluten Wahn- und Tod­sinns lebensrettend wieder auf Papier auftauchte.

„Nehmen Sie z.B. ein ver­schlungenes Liebespaar un­ter einem Bademantel. Es ist fast wie ein Mensch. Denken Sie sich nun die Kraft ihrer Küsse auf einen anderen Gegenstand, nehmen wir das Singen an, übertragen. Sie werden zugeben müssen, dass dabei — was Kraft betrifft und manchmal auch was Schönheit anbelangt — eine außerordentliche Leistung zustande gebracht werden wird. Noch etwas anderes spielt hier mit. Ich entdeck­te nämlich, als ich nach einer sehr angestrengten Gesangsübung mit einem Schüler vor den Spiegel trat, dass ich genauso aussah wie nach einer wild durchtobten Liebesnacht — woraus ich den Schluss zog, dass Kunst nichts anderes bedeutet, als sich hinzugeben, um so viel­leicht dem Alleinsein, dem je­der Mensch unterworfen ist, zu entfliehen.“ [4] Poesie und Hoffnung, die Aussicht auf Kunst und somit auf Leben. Charlotte Salomon ummalte jeden wichtigen Satzteil, je­des wichtige Wort des von ihr bewunderten Lebens­künstlers Amadeus Daberlohn mit einem kleinen Por­trät. Diese repetitive Porträt­serie erstreckt sich manchmal über Dutzende Seiten.

Andere Erinnerungen zie­hen sich durch Wohnzimmer, Straßen, Klavierstunden, Aktzeichensäle der Akademie, Büroräume, Konzertsäle, Träume, Reisen, Hochzeiten, durch Sachsenhausen, an Menschen und Worten vor­bei. Charlotte Salomon schuf sich im Angesicht vieler To­de ihre Welt neu. Diese Welt glich einem theatralisch erzählten Comic, einem Film. Ein Theater und doch ihr Le­ben, die Bestätigung in der Zeit des Unvermögens, doch etwas vermocht zu haben — als Mensch, Mensch zu sein und als Künstlerin, Künstle­rin. Charlotte Salomon ist ei­ne von vielen, die es trotz allem weiterhin geschafft ha­ben, zu vermögen und der Unterschied zu diesen vielen anderen ist, dass das von ihr Vermochte die Vernichtung überlebt hat, dass ihr inners­ter Widerstand in seiner Ver­äußerung, stellvertretend für sie und für all die anderen Verschollenen, deren Le­benswerke mit ihnen unter­gingen, gegen die Vernich­tung gewann.

„Mögest du nie vergessen, daß ich an dich glaube“
Charlotte Salomon

Das Leben — ein Film

Und der Film war ein langer Film, den Charlotte Salomon zu erzählen hatte: er besteht aus Hunderten dokumenta­rischer und lyrischer Szenen — erzählt mehrere Leben. Sie selbst kam aus einer soge­nannten assimilierten, bil­dungsbürgerlichen jüdischen Familie in Berlin. Die Mut­ter verstarb früh, offiziell an Grippe. Der Vater heiratete bald nach ihrem Tod die berühmte Operndiva Paula Lindberg und mit ihr zog die Kunst in die Familie Salo­mon. Paula Lindberg war nicht nur Opernsängerin, sondern an den Hohen Fei­ertagen auch Kantorin der li­beralen jüdischen Gemeinde rund um den sie bewundern­den Reformrabbiner Leo Baeck. Dadurch fand sich Charlotte nicht nur mit einer mo­dernistisch religiösen Tradi­tion konfrontiert, sondern mit dem Judentum selbst. Die Schulzeit in der Fürstin Bismarck-Schule ließ in Charlotte Salomon kaum Zweifel an einem deutschen Humanismus hegen. Unter den nichtjüdischen Schüle­rinnen fand sie keine einzige Antisemitin und die Nazis waren unter den großbür­gerlichen Mädchen aller reli­giöser Ausrichtungen min­destens verachtet. Illusionen an einer Mädchenschule? Doch nicht nur die deutsche Realität blieb dem Mädchen und der Jugendlichen ver­borgen, wie ein gut gehüte­tes, offensichtliches Geheim­nis, auch die Tragödie der Fa­milie, das häufige Auftreten von Selbstmorden. Doch ge­nauso wie der Suizid keine Ausnahme in der Familie war, war die Familie selbst keine Ausnahme in Berlin: denn die allgemeine Selbst­mordrate lag dort 1926 sehr hoch (5053 Selbstmorde von 1925 bis 1927), sie war eine der höchsten in Europa. [5] Auffallend war, dass sich ins­gesamt genauso viele Juden und Jüdinnen das Leben ge­nommen hatten, wie Protes­tantInnen und KatholikInnen zusammen. Todessehnsucht und Selbstmorde waren epi­demisch und fast könnte man sagen: en Vogue. Es wurde damals sogar von einer Suizidkatastrophe, einer Epide­mie in jüdischen Familien ge­sprochen und es gab Semi­nare in der B’nai B’rith und anderen jüdischen Vereinen zum Thema. Vielleicht kann diese hohe Selbstmordrate als unbewusste Vorahnung für das Kommende gedeutet werden. Die Zeitgenossen in­terpretierten dies natürlich anders. Für die AntisemitIn­nen war das ein neuer Beweis für die jüdische Dekadenz, für manche Juden und Jüd­innen eine logische Folge des Versuchs einer unmöglichen Assimilation, unmöglich we­gen dem kollektiven Wahn des Nationalismus und des Rassismus. Dass Frauen sich kaum verwirklichen konnten, und jüdische Frauen noch viel weniger, erklärt wohl die Tatsache, warum mehr Frau­en als Männer sich das Leben nahmen. Trotzdem es ein ge­sellschaftliches Phänomen war, kursierte in der Familie Salomon der Aberglaube, all die Selbstmorde seien ein be­sonderer Fluch der Familie — und vor diesem und vor der Schande galt es die Kinder zu schützen.
Als die Nazis die Macht ergriffen, versuchte die Fa­milie Salomon, so gut es ging, mit der nun neu geschaffe­nen und aussichtslosen Rea­lität umzugehen — irgendei­ne Normalität zu finden und zu erhalten. Doch die Nor­malität fand nur noch in sehr kleinen Kreisen statt, in jüdi­schen Vereinen, in jüdischen Schulen, Altersheimen, Spitälern, im jüdischen Wohnzimmer. Das Novem­berpogrom 1938 setzte dem ein Ende. Erst die unge­schminkte Brutalität — der Va­ter von Charlotte kommt nach dem Pogrom, wenn auch kurz, nach Sachsenhau­sen und nur der „Charme“ der Stiefmutter, wie es bei Charlotte heißt, rettete ihn ausnahmsweise aus der Höl­le — lässt keine Zweifel mehr über die zu erwartende Zu­kunft zu. Wenn Ende der 20er Jahre die Selbstmordra­te in Berlin als sehr hoch ge­golten hat, so dürften die Selbstmorde Ende der 30er Jahre gar nicht mehr gezählt worden sein.

„9. November, Reichskristallnacht“ — „Juda verrecke! Nehmt alles, was ihr nehmen könnt!“
Charlotte Salomon

Doch wird es in Folge auch Wunder geben, wie dass Vater und Stiefmutter die Shoah als U-Boote in Holland überleben. Charlot­te Salomon hätte in ihrem Exil in Südfrankreich auch — fast zufälligerweise — überle­ben können. Der wohlha­benden amerikanischen Wit­we Ottilie Moore gefiel Char­lottes Kunst und sie unter­stütze sie; außerdem nahm sie noch viele Flüchtlinge in ih­rer Villa auf. Ebenfalls setz­ten sich die Menschen aus Charlottes Zufluchtsort Ville Franche aktiv dafür ein, dass weder Gestapo noch franzö­sische Polizei sie und andere Flüchtlinge so schnell ent­decken sollten. Durch diese Wunder konnte zwar Char­lotte an ihrem Singspiel ar­beiten, überlebt hat sie trotz­dem nicht. War es die Sehn­sucht nach der verlorenen Normalität? Sie verliebte sich, wurde schwanger und heiratete am Standesamt, statt konsequent unterge­taucht zu bleiben und das ab­normale Leben einer Ver­folgten weiter zu führen — so­mit war sie erfasst und fass­bar. Damit gehörte sie den Todesknechten, gegen die kein innerer Widerstand, kein Lebenwollen mehr half. Einer von ihren Henkern war Alois Brunner, jener Öster­reicher, der für die Ermordung der in Frankreich le­benden Juden und Jüdinnen zuständig war und nach 1945 in Syrien offen als Berater in Sachen „Judenfragen“ emp­fangen wurde.

Epilog

Charlotte Salomon ist nicht vergessen. Ihre Eltern such­ten nach dem Krieg Spuren und fanden die Gouachen. Ausstellungen folgten in Am­sterdam, wo eigens ein Ar­chiv eingerichtet wurde, dann in Deutschland. In Berlin gibt es seit einiger Zeit ein nach ihr benanntes Gymna­sium. Dass Charlotte Salo­mon sich und ihre Welt nicht gänzlich 1943 in Auschwitz hatte auslöschen und verges­sen lassen, ist ein Beitrag zu jenem Widerstand, der zu­mindest den Versuch der Na­zis scheitern ließ, nicht nur das Leben, sondern auch jede Erinnerung, jeden Beweis von Leben zu vernichten.

Bella Koch

Bella Koch kommt 1924 als Tochter einer burgenländi­schen Roma auf die Welt. Ihr wird der Schulbesuch ver­weigert. Im Juni 1939 wird Bella Koch mitten in der Nacht von Gendarmen aus dem Bett gezerrt und in das Gemeindehaus von Pinkafeld verschleppt. Die dort ge­fangengehaltenen Roma-Mädchen und Frauen werden von SS-Leuten aus dem Dorf vergewaltigt. Von Pinkafeld geht es zunächst nach Feldbach bei Graz, nach drei Ta­gen werden sie nach Ravensbrück deportiert. Da Koch nicht lesen und schreiben kann, ist sie besonders ge­fährdet. 1942 wird Bella Koch von Ravensbrück nach Auschwitz-Birkenau gebracht. 1944 gelingt ihr gemein­sam mit zwei Freundinnen die Flucht. Als Bella Koch nach sechs Jahren KZ-Haft in ihren Heimatort zurück­kommt, steht sie vor dem Nichts. Ihre ganze Familie wurde ermordert, ihr Haus von den Dorfbewohnerin­nen geplündert und zerstört. Bella Koch kämpfte um ei­ne Entschädigung. Von der Gemeinde wird ihr statt des­sen eine Baracke zur Verfügung gestellt.

Quelle: Helga Amesberger/ Brigitte Halbmayr: Vom Le­ben und Überleben - Wege nach Ravensbrück. Das Frauenkonzentrationslager in der Erinnerung. 2 Bände. Wien 2001

[1Theodor W. Adorno: Eingriffe. Neun kritische Modelle.
Frankfurt/M., S. 131

[2Charlotte Salomon: Lehen oder Theater? Ein autobio­graphisches Singspiel in 769 Bildern. Köln 1981 - Amsterdam 1980, S. 776f.

[3Ebd., S. 297

[4Ebd., S. 325

[5Mary Lowenthal Felstinger: To paint her life — Charlotte Salomon in the Nazi Era. New York 1994, S. 14

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Erstveröffentlichung im FORVM:
Oktober
2003
Heft 6-7/2003, Seite 20
Autor/inn/en:

Alexander Emanuely:

Seit Juni 1999 Redakteur und von September 2001 bis 2006 geschäftsführender Redakteur, seither Vorstandsmitglied von Context XXI. Vorstandsmitglied des Republikanischen Clubs — Neues Österreich, Sprecher der LICRA-Österreich. Freier Autor in Wien.

Anna Mitterer:

Geboren 1980 in Innsbruck. Lebt in Wien (bis 2011 auch in Cork/Irland). 1996-1999 klassische Gesangsausbildung, Cork School of Music, 1999-2003 Philosophie und Musikwissenschaft, Universität Wien (ohne Abschluß), 2000-2005 Akademie der bildenden Künste, Wien, (MS: Gunter Damisch), Diplom 2006. Würdigungspreis der Akademie der bildenden Künste 2007, Arbeitsstipendium der Akademie der bildenden Künste 2009, Startstipendium für bildende Kunst des bmukk 2012, Auslandatelierstipendium Paris 2014, MUSA Preis für junge Kunst, Stadt Wien

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