Zeitschriften » Internationale Situationniste » Numéro 11
Pierre Gallissaires (Übersetzung) • Hanna Mittelstädt (Übersetzung) • Situationistische Internationale

Über einige Verweigerungen, die leicht vorauszusehen waren

Wir machen hier auf einige Fälle aufmerksam, in denen wir denen die Erfüllung ihrer Wünsche verweigert haben, die es für nötig halten, uns einen Platz in diesem oder jenem Verkaufsstand desselben Systems anzubieten, das wir denunziert haben. Selbstverständlich liegt das Interesse dieser Informationen nicht in der Verweigerung selbst — die keinen überraschen sollte — sondern in der einfältigen Unanständigkeit, die gewisse Leute an den Tag legen.

Im Juni 1966 haben die Situationisten es abgelehnt, sich an einer Sondernummer von „Aletheia“ über den „Militantismus“ zu beteiligen, einer Stalinisten jeder Art offenen und mit etwas Heidegger bestäubten Zeitschrift. Im August desselben Jahres haben wir die Einladung zu einem für September in London vorgesehenen „Symposium der Zerstörung in der Kunst“ abgewiesen, indem wir darauf hinwiesen, dass: „die Kunst schon seit einiger Zeit zerstört darnieder liegt. … Jetzt das gemeinsame Spektakel aller Überreste und Imitationen von Überresten — wie z.B. Enrico Bai — zu organisieren, das heißt nicht mehr zerstören, sondern wieder zusammenkleben. Das heißt die akademische Kunst der Beendigungsepoche der Kunst sein.“ Im Januar, als Maspéro, die berühmte Buchhandlung der Bürokratie auf dem Wege der Liberalisierung, die situationistische strassburger Broschüre bestellt hatte — ein gewisses Publikum handelte eben sinnlos genug, diese dort zu holen — schrieben wir an ihren Eigentümer: „Stalinistisches Arschloch — nicht zufällig hast du unsere Broschüre nicht bekommen. Verachtungsvoll.“ Dem „Zentrum für sozialistische Studien“, das einem S.I.-Mitglied angeboten hatte, sich in einer seiner Debatten über „KZ-ähnliche Städte oder sozialistischen Urbanismus“ einfangen zu lassen, mussten wir im März antworten, dass „wir diejenigen, die dort sprechen, sowie diejenigen, die ihnen zuhören, uninteressant finden.“

Die Krönung aber hat Kostas Axelos (s.o.) erreicht, der uns als Direktor der Reihe Arguments im Verlag Minuit am 27. Februar schriftlich vorschlug, „ihm Raoul Vaneigems ‚Handbuch‘ zur Leseprobe zu schicken“. Wir haben ihm eine kurze, aber grobe Antwort erteilt.

La domination du spectacle sur la vie
Cette publicité de la caméra Eumig (été 1967) évoque très justement la glaciation de la vie individuelle qui s’est renversée dans la perspective spectaculaire : le présent se donne à vivre immédiatement comme souvenir. Par cette spatialisation du temps, qui se trouve soumis à l’ordre illusoire d’un présent accessible en permanence, le temps et la vie ont été perdus ensemble.

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Erstveröffentlichung im FORVM:
Januar
1977
Numéro 11, Seite 56
Autor/inn/en:

Pierre Gallissaires:

Geboren 1932 in Talence (Gironde). Übersetzer und Mitgründer der Edition Nautilus in Hamburg.

Hanna Mittelstädt:

Geboren 1951 in Hamburg. Autorin und Übersetzerin, Mitgründerin der Edition Nautilus in Hamburg.

Situationistische Internationale: Situationistisch / Situationist: All das, was sich auf die Theorie oder auf die praktische Tätigkeit von Situationen bezieht. Derjenige, der sich damit beschäftigt, Situationen zu konstruieren. Mitglied der situationistischen Internationale.
Situationismus: Sinnloses Wort, missbräuchlich durch Ableitung des vorigen gebildet. Einen Situationismus gibt es nicht — was eine Doktrin zur Interpretation der vorhandenen Tatsachen bedeuten würde. Selbstverständlich haben sich die Anti-Situationisten den Begriff „Situationismus“ ausgedacht.

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