Zeitschriften » FORVM » Print-Ausgabe » Jahrgänge 1968 - 1981 » Jahrgang 1975 » No. 259/260
Heidi Pataki

Saaltochter

Als Fremdarbeiterin in der Schweiz

Die Schweiz, dachte ich mir, ist eine Spielzeugschachtel, und alles darin glänzt so sauber, weiß und rosenrot wie die Backen braver und gesunder Kinder. Das gilt vielleicht für die Schweizer. Um als Fremdarbeiter in dieses Schlaraffenland zu gelangen, muß man sich nicht durch Ströme süßen Breis essen, sondern Bleimauern, Röntgenschirme überwinden; auch die Blutprobe bestehen.

Ich war 20 Jahre alt und hatte Schulden wegen einer Abtreibung. Durch die Vermittlung des Schweizerischen Wirtevereins verdingte ich mich für die Sommersaison an ein Ausflugsrestaurant in der Nähe von Bern: als „Saaltochter, etwas Mithilfe im Haushalt“. Da die Zeit drängte und die Schweizer Arbeitsämter angeblich überlastet waren, riet mir die Vermittlungsstelle, nur mit dem Dienstvertrag einzureisen; die „Bewilligung“ würde sie dann direkt an meine Arbeitsstelle schicken.

In meinem Dienstvertrag stand: „Der Gehalt beträgt neben freier Kost und Logis pro Monat Fr. 100,— plus minimum 300,— aus Trinkgeld.“ In einer zusätzlichen Bemerkung hieß es, dies sei mein Verdienstminimum; bei „Fleiß und Anpassungsfähigkeit“ würde ich höher kommen. Ich hatte keine Ahnung vom Gastgewerbe. „Saaltochter“ — dieses Wort suggeriert familiäre Bindung, väterlichen Schutz. In Wirklichkeit ist man eine Dienstmagd, und an den Status der Tochter erinnern nur die Inzestwünsche des Padrone. Das besondere Elend des Arbeiters in der Fremde kannte ich nicht; damals gab es in Österreich noch keine Gastarbeiter.

Ich suchte mir alle Anschlüsse heraus, um in mein Schweizer Kaff zu gelangen (Umsteigen in Lokalbahn; Autobus) und setzte mich in den Zug nach Bern. Als wir uns der Schweizer Grenze näherten, durchstreiften zwei sonderbare Männer den Zug: in graugrüner Uniform mit Mütze, halb Bergwacht, halb Polizei. Argwöhnisch schauten sie vom Gang herein, rissen die Coupétüren auf, taxierten die Reisenden mit dem geübten Blick von Roßhändlern und fischten sich hie und da einen heraus. Sie forderten mich auf, mitzukommen und auszusteigen — bei der nächsten Station an der Grenze, in Buchs. Mir klopfte das Herz. Darauf war ich nicht vorbereitet. Verwechseln die mich? Halten die mich für eine Schmugglerin, eine Spionin? Ich protestiere, verweise auf mein Recht als Passagier, es nützt alles nichts. Mir schwante bereits: die müssen von der Grenzsanität sein. Unerbittlich schmeißen sie jeden aus dem Zug, der keine Rückfahrkarte vorweisen kann. Das macht ihn verdächtig als Arbeitsuchenden, als illegalen Fremdarbeiter. — Aber was ist, wenn man mit dem Auto fährt ? Da gibt’s doch keinen Rückfahrschein! Im Auto reisen eben keine Fremdarbeiter.

In Buchs kletterte ich also mit Sack und Pack aus dem Zug. Der nächste fuhr erst wieder in drei Stunden, alle meine komplizierten Anschlüsse waren futsch. Am Bahnsteig hatte sich ein Grüppchen angesammilt, lauter junge Leute. Ergeben setzten wir uns auf die Bänke und warteten.

Als der Zug endlich abfuhr, schickte man uns ins Stationsgebäude. Ein großer Raum, der wie ein Klassenzimmer aussah, mit schmuddeligen hölzernen Bänken und Tischen. Wir mußten uns setzen, wie’s grade kam, und unsere Pässe abgeben. Dann bekam jeder eine Blechmarke mit einer Nummer. Auf einer Art Katheder thronte ein Beamter in Uniform; links und rechts von ihm saßen zwei Frauen, die emsig schrieben. Nach einiger Zeit wurden wir aufgefordert, im Gänsemarsch — Männlein und Weiblein getrennt — in zwei angrenzende Räume zu gehen.

Gestank schlug uns entgegen. Drinnen war es nahezu finster, nur eine rote Funzel brannte — wohl der Keuschheit zuliebe? Halbblind tappten wir umher. Wir mußten uns nackt ausziehen, die Kleider aufhängen — ein schrecklicher Wirrwarr — und im Stehen warten, bis unsere Nummer aufgerufen wurde. Eine Frau in weißem Kittel lotste mich in den Röntgenraum: ich wurde durchleuchtet. Eine monotone Stimme sagte dabei medizinische Fachausdrücke an. Dann wurde ich wieder hinausgeleitet und zog mich mehr schlecht als recht an. Die Haare waren zerzaust, es gab keinen Spiegel. Vor Angst schwitzend, ging ich auf meinen Platz im Schulzimmer zurück. Ein zweites Mal wurde meine Nummer aufgerufen, ich mußte vor zum Katheder. Zwei Ärzte standen dort, einer stach mir mit der Nadel in den Finger, der andere drückte das herausfließende Blut zwischen zwei Glasplättchen. Ich hatte mich wieder zu setzen und zu warten, bis ich mit Namen aufgerufen wurde, um meinen gestempelten Paß in Empfang zu nehmen.

Bei dieser Gelegenheit wurde über unser Wohl und Wehe entschieden. Wer einen Arbeitsvertrag samt Aufenthaltsbewilligung vorweisen konnte, dem stellte man nur wenige, aber immerhin völlig überflüssige Fragen: bezüglich der Entlohnung, wie, was und warum. Hatte man keine solchen Papiere, so wurde man gefragt, wohin man zu fahren gedenke, wen man in der Schweiz kenne; diesen oder mehrere Namen habe man anzugeben — sie würden sagte der Examinator. (Das war natürlich absurd und als bloße Einschüchterung gedacht — oder?) Ich log, schon aus Trotz; ich sagte nichts von meinem Dienstvertrag. Ich fand, das ging die überhaupt nichts an. Mir fiel der Name und die Adresse eines Bekannten aus Basel ein, die nannte ich. Es war wie ein Verhör. Wie lange ich in der Schweiz bleiben will? Wo? Bei wem? Aus allem sprach der Wunsch: raus mit euch! Ein paar ganz junge Mädchen waren darunter, vielleicht Minderjährige, bei denen war die Fragerei besonders arg. Auf Herz und Nieren geprüft?

Eher auf Brust und Bauch. Der Vorsitzende auf seinem Katheder wollte einfach alles wissen, und zu seinem Privatvergnügen würzte er die verwirrten oder schüchternen Antworten mit ironischen und beleidigenden Bemerkungen. Schöne Schweiz! Den jungen Mädchen folgte man die Pässe nicht aus, sie wurden „zurückbehalten“. Was weiter mit ihnen geschah, weiß ich nicht. In diesem Zusammenhang hörte ich zum ersten Mal das Wort „Fremdenpolizei“; es sollte mir später vertrauter werden. Aus dem Mund des Examinators klang es wie: FBI.

Drohend brauen sich die staatlichen Gewalten über dem Haupt des Fremdarbeiters zusammen: seine Wege werden kontrolliert, auf Schritt und Tritt verfolgt ihn die Angst — vor der Ausweisung, vor dem Entzug der Arbeitsbewilligung, vor einem „Fehltritt“. Ständig muß er Formulare ausfüllen, sich an- oder abmelden, Gesuche richten, Eingaben machen. Er kann es sich nicht leisten, aufzumucken: immer muß er um irgend etwas zittern.

Ich versäumte den letzten Autobus zu meinem unbekannten Ausflugsrestaurant. Für die paar Franken, die mir noch geblieben waren, nahm ich ein Taxi, den Rest ging ich zu Fuß, auf einer staubigen Landstraße, kofferschleppend. Es war spät in der Nacht, als ich ankam. Dieses Fischrestaurant mußte schon bessere Tage gesehen haben: ein altmodischer Kasten, ziemlich vergammelt. Einsam lag es am Fluß, rundum nichts als Gegend. Die Wirtsleute standen zueinander wie Hund und Katz; sie hatte die Hosen an, war wohl auch „was Besseres“ und machte die Honneurs; er stand total unter ihrem Pantoffel, kochte und soff und hielt sich an den „Küchenmenschern“ schadlos, hoffte gewiß auch auf die neue Saaltochter.

Mein Arbeitsbereich: das waren die Schank, ein großes Gastzimmer für die Biertrinker, ein Saal für die vornehmen Speisenden, eine Gartenterrasse für die Ausflügler. Dazu hätte es drei Serviererinnen gebraucht. Ich hauste in einer winzigen Kammer, ohne fließendes Wasser, das Klo drei Gänge weiter. Man glaubt immer, in einem reichen Land wären alle reich. Ich staunte sehr, als ich den uralten Badeofen mit Holzfeuerung sah, den windschiefen Eiskasten, noch für Blockeis. Das Wasser zum Waschen mußte ich mir in einer Schüssel aus der Küche holen; heißes Wasser war eine Kostbarkeit; fürs Baden mußte ich extra bezahlen.

Ich war den ganzen Tag auf den Beinen. Ich war hinter der Schank und vor der Schank, richtete alle heißen Getränke zu, goß Wein ein, zapfte Bier ab, servierte, kassierte, bonierte; füllte die „Menagen“ nach, faltete Servietten, putzte die leidigen Rechauds, kratzte das alte Wachs heraus, erneuerte die Kerzen, reinigte die Aschenbecher, verkaufte Zigaretten, schrubbte die Böden, die Tische, wusch nach der Sperrstunde Berge von Gläsern.

Was in Scherben ging, wurde mir vom Lohn abgezogen. Bei den scharfen Spülmitteln und den alten, brüchigen Gläsern passierte das dauernd. Manchmal schaffte ich die Scherben unauffällig beiseite, in Zeitungspapier eingewickelt. Das Problem war: wohin damit? Was ich in den Abfallkübel tat, kontrollierte die Chefin; ins Klo schmeißen ging nicht, weil es sich sonst verstopfte — also vergrub ich die Scherben nachts draußen vor dem Haus in der Erde. Einmal erwischte mich die Chefin dabei und zog mir vorsichtshalber — quasi rückwirkend — eine ansehnliche Pauschale vom Lohn ab. Ich wurde auch noch zum Bügeln der großen Wäsche, zum Flicken der Stoffservietten, zum Rechen und Kiesstreuen auf der Terrasse und als Telefonistin herangezogen. Auch die Gartenbeete sollte ich umgraben.

Das ärgste war, daß ich mich mit der Abrechnung oft irrte: vor lauter Arbeit und Hetzerei wußte ich manchmal nicht, wo mir der Kopf stand, und ich vergaß, wieviel die Gäste an den Tischen konsumiert hatten. Die nutzten das freilich auch weidlich aus! Am Abend, bei der Abrechnung, stimmte das Geld, das in meiner Zahltasche war, oft kaum mit der Summe der Kassabons überein. Das heißt, ich blieb an vielen Tagen praktisch ohne Trinkgeld, was aber doch neben dem lächerlich geringen Fixum mein eigentlicher Verdienst hätte sein sollen. Und nach was für einem Arbeitstag!

In der ersten Zeit teilte ich mit der Chefin den Mittagstisch; sie bestand darauf, schon um die Hierarchie gegenüber den „Küchenmenschern“ zu wahren. Ich bekam dasselbe, was auch sie aß. Aber sie war spindeldürr und magenkrank, wir kriegten stets was Breiiges: Kartoffelpüree, Mus, Süppchen, drin schwamm, wenn’s hoch ging, ein winziges dünnes Filetchen. Ich war jung, und durch die ewige Rennerei hatte ich brüllenden Hunger. Am Abend, wenn ich nicht dabei war, speiste sie sicherlich Forelle blau, leichte Kost, gut für die Verdauung. Ach! In der gastlichen Schweiz, wo Milch und Honig fließen sollen, krachte mir dauernd der Magen. Die vollen Schüsseln gab es freilich, aber nur für zahlende Gäste.

Ich wußte nicht, was ich mit meiner Chefin reden sollte. 15 Stunden am Tag schafft sie mir an, um dann für 15 Minuten so zu tun, als wären wir gleich zu gleich? Meine Chefin war gegen die Fremdarbeiter. Der reinste Pofel! Alle sind sie dreckig und faul und verstehen kein Schwyzerdütsch. Am Klo können sie sich nicht benehmen wie zivilisierte Menschen, sondern scheißen auf die Brille. Wenn man nicht scharf aufpaßt, fressen sie einem die Haare vom Kopf. Nur der Pofel kommt herüber — „eine negative Auslese“! Ihre Logik war folgende: Tüchtige Leute haben es nicht nötig, außer Landes zu gehen. Sie bauen sich in ihrer eigenen Heimat eine ordentliche Existenz auf. Also kommt nur der letzte Dreck aus aller Herren Länder ausgerechnet in die schöne Schweiz. Das war unser Tischgespräch.

Schon allein die Hoffnung auf mehr Essen trieb mich in die Küche zu den Küchenmenschern: so nah beim Herd — da muß doch öfter eine Handvoll Fleisch, ein tüchtiges Stück Braten für uns abfallen! Weit gefehlt. Unser Wirt und Koch schwang zwar fluchend die heißen Pfannen, daß die Funken nur so stoben; doch für uns gab’s immer nur Kartoffeln, in jeder Form: mal gekocht, mal als Pommes frites, und dazu Wurst — ekelhafte, mehlige rosa Cervelat und Bratwürste. Da saßen wir nun in der sommerlichen Hitze neben dem glühenden eisernen Herd und aßen unseren Schlangenfraß, inmitten von Kartoffelschalen, schmutzigem Geschirr und Fischgräten.

Diese zwei „Küchenmenscher“, Filomena und Maria, stammten aus Sizilien und konnten weder schreiben noch lesen. Sie arbeiteten bereits längere Zeit in der Schweiz, um sich ihre Aussteuer zu verdienen. Verzweifelt wehrten sie sich gegen die Annäherungsversuche ihres Padrone: sie mußten um jeden Preis Jungfrauen bleiben. Ihre Verlobten, ebenfalls Sizilianer, arbeiteten in der näheren Umgebung — der eine bei einem Bauern als Knecht, der andre bei der Straßenreinigung in Bern. Manchmal kamen sie auf Besuch; dann flossen nur so die Tränen.

Immer wieder hörte ich diese Klage von den ‚„Italjaanern‘“: es gibt doch eine italienische Schweiz, dort sprechen die Schweizer doch auch italienisch. Warum werden dann ausgerechnet wir Italiener so verachtet? Für die urigen Bauern, die am Sonntag nach der Kirche auf ein paar Bier in die Gaststube kamen, waren die Italjaaner keine Menschen, noch nicht einmal Tiere. Sie spuckten aus, wenn einer wo saß.

Filomena und Maria kannten nicht einmal den Zusammenhang zwischen Geschlechtsverkehr und Kinderkriegen, und sie waren auch nie zur Schule gegangen. Ich verständigte mich mit den beiden Mädchen auf italienisch und versuchte, ihnen in den paar Wochen soviel wie möglich beizubringen. In unseren „Zimmerstunden“ übten wir auf den Rückseiten alter Kalender in der Küche Großbuchstaben. Die beiden waren sehr gelehrig, und wir kamen bis zum „M“. Mit Hilfe eines Kamms erklärte ich ihnen auch gleich die Knaus-Ogino-Methode. Der ganze Kamm — das ist ein Monat. Die dünnen Zacken am Anfang des Kammes: alles in Ordnung; dann kommen die dicken Zacken. — auch alles in Ordnung. In der Mitte brach ich zehn Spieße aus dem Kamm: da heißt’s aufpassen! ... Ob ihnen meine Belehrung was genützt hat?

Ich mußte die Erfahrung machen: kein Mensch hält sich an Arbeitsverträge. Wenn ich meinem Wirt die einzelnen Punkte vorhielt, sagte er mir das ganz offen. „Etwas Mithilfe im Haushalt“ — unter diesen Passus fiel eben meine ganze zusätzliche Arbeit. Im Vertrag hieß es: Die Besorgung der Berufswäsche geht zu Lasten des Dienstherrn. Das stimmte schon einmal nicht — meine Kleidung (schwarz) und die Schürzchen (weiß) mußte ich mir selber kaufen und dann auch waschen und bügeln.

Was das Essen betrifft, hieß es im Vertrag: Dem Dienstpflichtigen wird eine den schweizerischen Ernährungsverhältnissen entsprechende Kost verabreicht. In meinem Fall also Kartoffeln und wieder Kartoffeln. Wie fleißig wird am Essen des Dienstnehmers gespart ...

Und erst die Anzahl der Arbeitsstunden! Die wurden ganz willkürlich gehandhabt. Ich dachte schon, daß es dafür überhaupt keine Regelung gibt: daß sie ewig dauern, der Wirt grenzenlos über mich verfügen kann. Als ich im Vertrag nachschaute, stand da: eigentlich gar nichts. Die freigelassenen Stellen mit den Pünktchen waren nicht ausgefüllt worden. Nur vom Ruhetag war die Rede — 24 Sunden pro Woche, laut einem Bundesgesetz aus dem Jahr 1931. Ich war sehr erstaunt, wie langlebig Arbeitsgesetze sind — dieses bestand schon 30 Jahre unverändert! Auf der Rückseite des Vertrags fand ich dann in winzig kleiner Schrift gedruckt: „Die Zeit der Arbeitsbereitschaft sollte unter Vorbehalt ortsüblicher oder gesamtarbeitsvertraglicher Bedingungen in der Regel wöchentlich 66 Stunden nicht überschreiten.“ 66 Stunden! Weiß Gott genug für eine Woche. Doch ich arbeitete fast 90.

Die Chefin sagte dazu: das ist nun einmal so im Gastgewerbe. Ja, für mich — aber nicht auch für sie. Sie meinte, auch sie selber müsse sich placken und abrackern. Nur mit dem Unterschied, daß es bei ihr in die eigene Tasche geht, während ich doch nichts als meinen kümmerlichen Lohn habe. Bezeichnenderweise gaben sie mir dann ein paar Zimmerstunden drauf — in denen ich meine Dienstkleidung und die vielen weißen Schürzen waschen und bügeln durfte.

Doch meine Wirtsleute waren nun gewarnt. Sie begannen die Telefonzelle hinter der Schank zu überwachen, mich zu belauern, ob ich irgendwelche verdächtige Gespräche führte, etwas meldete, mich wo beschwerte. Viel zu spät erst traf ich wegen einer steuerlichen Formalität im zuständigen Gemeindeamt (eine Stunde Fußmarsch entfernt) auf eine Beamtin. Ich erzählte ihr von meiner verzweifelten Lage, und sie war sehr verständnisvoll und hilfsbereit. Sie riet mir, das Dienstverhältnis sofort aufzukündigen und meinen Wirt ruhig auch beim Arbeitsamt zu verklagen — auf Bezahlung von Überstunden. Doch wie hätte ich das machen sollen? Die Saison ging bereits ihrem Ende zu. Für einen Anwalt, für einen Prozeß hätte ich dort ansässig sein, zumindest länger bleiben müssen, schon allein wegen der Beweisführung, den Zeugenaussagen ... So gab’s kein Mittel. Ich durfte mich ausgenutzt fühlen und damit basta.

In den Nächten, den paar Stunden, die mir zum Schlafen blieben, holte ich immer wieder den Dienstvertrag hervor und starrte drauf, mit brennenden Augen. Diese zwei Wörter bedeuteten einmal dasselbe: Elend, Ausland.

FORVM des FORVMs

Vorgeschaltete Moderation

Dieses Forum ist moderiert. Ihr Beitrag erscheint erst nach Freischaltung durch einen Administrator der Website.

Wer sind Sie?
Ihr Beitrag

Um einen Absatz einzufügen, lassen Sie einfach eine Zeile frei.

Hyperlink

(Wenn sich Ihr Beitrag auf einen Artikel im Internet oder auf eine Seite mit Zusatzinformationen bezieht, geben Sie hier bitte den Titel der Seite und ihre Adresse bzw. URL an.)

FORVM unterstützen

Die Digitalisierung des FORVM und der Betrieb dieser Website ist ein Projekt von Context XXI. Im Rahmen von Context XXI sind bereits 5194 Beiträge veröffentlicht. 10388 Beiträge warten derzeit darauf, der Texterkennung zugeführt und verfügbar gemacht zu werden. Context XXI kann Euch in den kommenden Jahren noch Vieles bieten. Das kann zu unser aller Lebzeiten und dauerhaft nur mit Eurer Unterstützung gelingen. Ganz so wie unsere alternativen Zeitschriften auf Abos angewiesen waren und sind, so ist dieses Projekt auf regelmäßige Beiträge von Euch Lesenden und Nutzenden angewiesen — hier heißen sie halt fördernde Mitgliedschaften:

Persönliche Daten

bzw. zweites Namensfeld bei juristischen Personen

z.B. "p.A. Kommune 1"

einschließlich Hausnummer und ggf. Wohnungsnummer

Mitgliedschaft

Ich trete hiemit dem Verein Context XXI - Verein für Kommunikation und Information als förderndes Mitglied in der gewählten Beitragsgruppe bei. Ich kann meine Beitragsgruppe jederzeit ändern.

SEPA-Lastschriftmandat

Ich/Wir ermächtige/ermächtigen Context XXI – Verein für Kommunikation und Information, Zahlungen meiner/unserer Mitgliedsbeiträge von meinem/unserem Konto mittels SEPA-Lastschrift einzuziehen. Zugleich weise ich/weisen wir mein/unser Kreditinstitut an, die von Context XXI – Verein für Kommunikation und Information auf mein/unser Konto gezogenen SEPA–Lastschriften einzulösen. Ich kann/Wir können innerhalb von acht Wochen, beginnend mit dem Belastungsdatum, die Erstattung des belasteten Betrages verlangen. Es gelten dabei die mit meinem/unserem Kreditinstitut vereinbarten Bedingungen. Zahlungsart: wiederkehrende Lastschrift (Recurrent)

Werbung

Erstveröffentlichung im FORVM:
Juli
1975
No. 259/260, Seite 31
Autor/inn/en:

Heidi Pataki:

Heidi Pataki war von 1970 bis 1980 Redaktionsmitglied des FORVM. Sie gehörte 1973 zu den Gründungsinitator/inn/en der Grazer Autorinnen/Autorenversammlung, ab 1991 war sie deren Präsidentin.

Lizenz dieses Beitrags:
Copyright

© Copyright liegt beim Autor / bei der Autorin des Artikels

Diese Seite weiterempfehlen