Zeitschriften » Internationale Situationniste » Numéro 12
Pierre Gallissaires (Übersetzung) • Hanna Mittelstädt (Übersetzung) • Situationistische Internationale

Reform und Gegenreform in der bürokratischen Macht

Es sieht so aus, als ob die Geschichte der letzten zwanzig Jahre sich als einzige Aufgabe gestellt hätte, Trotzkis Analyse der Bürokratie zu widerlegen. Er war das Opfer einer Art „Klassensubjektivismus“ und wollte sein ganzes Leben lang die stalinistische Praxis nur als die vorübergehende Abweichung einer Schicht von Usurpatoren, als eine „Thermidor-Reaktion“ betrachten. Als Ideologe der bolschewistischen Revolution konnte Trotzki nicht zum Theoretiker der proletarischen Revolution während der stalinistischen Restauration werden. Indem er sich weigerte, die Bürokratie an der Macht für das zu halten, was sie ist, d.h. eine neue ausbeutende Klasse, versagte sich dieser Hegel der verratenen Revolution eine wirkliche Kritik an ihr. Die theoretische und praktische Ohnmacht des Trotzkismus — in allen seinen Varianten — war zum großen Teil in dieser Erbsünde seines Meisters schon enthalten.

In Wütende und Situationisten in der Bewegung der Besetzungen schrieben wir einen Monat vor der russischen Intervention, dass „die bürokratische Aneignung der Gesellschaft von einem totalitären Besitz des Staates und von der absoluten Herrschaft seiner Ideologie nicht zu trennen ist. Kurzfristig stellen die Abschaffung der Zensur, die Garantie der Meinungsfreiheit und das Vereinigungsrecht die Tschechoslowakei vor folgende Alternative: entweder die Unterdrückung, die den künstlichen Charakter dieser Zugeständnisse zugibt, oder den proletarischen Ansturm gegen das bürokratische Eigentum an Staat und Wirtschaft, das entlarvt werden würde, sobald die herrschende Ideologie ihre allgegenwärtige Polizei für einige Zeit entbehren müsste. Der Ausgang eines solchen Konflikts ist für die russische Bürokratie von höchstem Interesse, deren Fortbestehen selbst durch einen Sieg der tschechoslowakischen Arbeiter in Frage gestellt würde“ (S. 20). Jetzt ist es soweit — die erste Möglichkeit dieser Alternative hat mit dem Eingreifen der „sowjetischen“ Panzer gesiegt. Moskaus absoluter Herrschaft über die sogenannten sozialistischen Länder lag folgende Faustregel zugrunde, die von der russischen Bürokratie öffentlich bekanntgegeben und praktiziert wurde: „Der Sozialismus wird nicht weiter als unsere Armee vordringen.“ So kommt dieser Armee dort, wo sie als Hauptkraft den „kommunistischen“ Parteien zur Macht verholfen hat, jedesmal das letzte Wort zu, wenn die ehemaligen Schützlinge Unabhängigkeitsgelüste an den Tag legen, die die totalitäre bürokratische Herrschaft gefährden könnten. Von Anfang an war das russische sozio-ökonomische System das ideale Vorbild für alle neuen bürokratischen Regimes. Dieser Treue gegenüber dem Urbild arbeitete aber oft die Notwendigkeit entgegen, sich nach den besonderen Erfordernissen der jeweiligen in Besitz genommenen Gesellschaft zu richten; da die Interessen jeder Satellitenbürokratie als herrschender Klasse nicht unbedingt mit denen der russischen Bürokratie zusammenfielen, waren die zwischenbürokratischen Beziehungen immer wieder durch latente Konflikte gespannt. Zwischen Hammer und Amboss gestellt, schlossen sich schließlich die Satellitenbürokratien dem Hammer an, sobald die proletarische Macht ihren Willen zur Autonomie äußerte. In Polen, Ungarn oder seit neuestem in der Tschechoslowakei, überall ging die nationale bürokratische „Revolte“ nicht über die Auswechslung eines Bürokraten durch einen anderen hinaus.

Als erster durch den Stalinismus eroberter hochindustrialisierter Staat hat die Tschechoslowakei zwanzig Jahre lang eine „privilegierte“ Stellung im internationalen Ausbeutungssystem eingenommen, das seit 1949 von den Russen im Rahmen der durch den Comecon dirigierten „sozialistischen Arbeitsteilung“ eingeführt wurde. Der offene Totalitarismus der stalinistischen Periode bewirkte, dass die tschechoslowakischen Stalinisten von ihrer Machtergreifung an nur unterwürfig das „Universalsystem des Sozialismus“ nachzuahmen brauchten. Im Gegensatz zu den anderen bürokratischen Ländern also, die eine wirtschaftliche Entwicklung (Industrialisierung) wirklich nötig hatten, war die Entwicklungsstufe der Produktivkräfte in der Tschechoslowakei den Zielen der Wirtschaftsplanung des neuen Regimes vollkommen entgegengesetzt. Nach 15 Jahren einer irrationalen bürokratischen Verwaltung stand die tschechoslowakische Wirtschaft am Rand der Katastrophe: seitdem war die Reform dieser Wirtschaft eine Lebensfrage für die herrschende Klasse geworden. Dort haben der „Prager Frühling“ und die abenteuerliche Liberalisierung, die von der Bürokratie versucht wurde, ihre Wurzeln. Bevor wir aber zu dieser „bürokratischen Reform“ kommen, wollen wir die Frage ihrer Herkunft klarstellen, d.h. die Bilanz der rein stalinistischen Periode (bzw. der Novotny-Periode) ziehen.

Unmittelbar nach dem Prager Putsch machte die Einverleibung der Tschechoslowakei in das fast vollständig autarke östliche Wirtschaftssystem dieses Land zum hauptsächlichen Opfer der russischen Herrschaft. Da es am weitesten entwickelt war, musste die Industrialisierung der entsprechenden Länder, die selbst einer Überausbeutung unterworfen wurden, auf seine Kosten geschehen. Seit 1950 führt die wesentlich auf Schwerindustrie und Maschinenbau eingestellte totalitäre Planung zu einer tiefgreifenden Gleichgewichtsstörung in der Ökonomie, die immer stärker werden wird. 1966 erreichten die Investitionen in der tschechoslowakischen Schwerindustrie 47%, was der höchste Prozentsatz auf der Welt war: die Tschechoslowakei musste der UdSSR, den sogenannten sozialistischen Ländern und später sogar den von den Russen begehrten Ländern in der „dritten Welt“ Rohstoffe (in 5 Jahren hat die UdSSR 50 Jahresvorräte des Jachimov-Uranvorkommens in Böhmen abgebaut) bzw. Fertigwaren (Maschinen, Waffen usw.) zu lächerlichen Preisen liefern, die es nicht einmal ermöglichten, die Produktionskosten und den Verschleiß an Werkzeugen zu decken. „Die Produktion für die Produktion“ — so lautete die ideologische Begleitmusik dieses Unternehmens, dessen Kosten in erster Linie die Arbeiter tragen mussten. Schon 1953 nach der Währungsreform erhoben sich die Pilsener Arbeiter, deren Löhne bei steigenden Preisen abnahmen, und sie wurden mit Gewalt unterdrückt. Aus dieser ökonomischen Politik folgten also hauptsächlich die immer stärkere Abhängigkeit der tschechoslowakischen Wirtschaft von den sowjetischen Lieferungen an Roh- und Brennstoffen und deren Orientierung nach äußeren Interessen; eine recht spürbare Abnahme des Lebensstandards infolge des Sinkens der Reallöhne und zuguterletzt das Sinken des Nationaleinkommens seit den sechziger Jahren, dessen durchschnittliche Steigerungsrate von 8,5% 1950-1960 auf 0,7% 1962 sank. 1963 nahm zum ersten Mal in der Geschichte eines sogenannten sozialistischen Landes das Nationaleinkommen ab anstatt zu. Das war das Alarmzeichen für die neue Reform. Ota Sik schätzte, dass man viermal so hohe Investitionen brauchte, um 1968 dieselbe Zunahme des Nationaleinkommens wie 1958 zu erreichen. Von da an begann man zuzugeben, dass „die Nationalökonomie der Tschechoslowakei tatsächlich eine Periode der tiefgreifenden strukturellen Gleichgewichtsstörung und der gezügelten inflationistischen Tendenzen durchmacht, die in allen Gebieten des Lebens und der Gesellschaft zum Vorschein kommen vor allem im Außenhandel, sowohl auf dem Binnenmarkt als auch in den Investitionen“ (Tschechoslowakischer Außenhandel, Oktober 1968).

Stimmen wurden laut, die die lebenswichtige Notwendigkeit betonten, die Ökonomie umzugestalten. Professor Ota Sik und seine Gruppe begannen, ihren Reformplan vorzubereiten, der seit 1965 mehr oder weniger von den höheren Staatsinstanzen gebilligt wurde. Der neue Ota-Sik-Plan übte eine ziemlich gewagte Kritik an der Art, wie die Ökonomie in den letzten Jahren funktioniert hat. Er stellt die russische Vormundschaft in Frage und schlägt vor, die Loslösung der Ökonomie aus der starren Zentralplanung vorzubereiten, und sie für den Weltmarkt zu öffnen. Dafür musste man aus der einfachen Reproduktion heraustreten, der „Produktion für die Produktion“ ein Ende setzen (diese wurde jetzt als ein anti-sozialistisches Verbrechen entlarvt, nachdem sie als Grundsatz desselben Sozialismus gepriesen worden war), die Produktionskosten reduzieren und die Produktivitätsrate erhöhen, die von 7,7% 1960 auf 3,1% 1962 zurückgegangen war, um in den folgenden Jahren noch weiter zu sinken.

Mit der Durchführung dieses Planes, der ein Muster einer technokratischen Reform darstellte, wurde seit 1965 begonnen und er wurde seit 1967 effektiv angewandt. Er verlangte, dass mit den Verwaltungsmethoden deutlich gebrochen wurde, die jede Initiative töten: man sollte dagegen die Produzenten für die Resultate ihrer Arbeit „interessieren“, die verschiedenen Betriebe wieder selbständig machen, Erfolge belohnen und Misserfolge bestrafen, den Fortschritt der rentablen Industrien und Betriebe durch angemessene technische Maßnahmen fördern und den Markt nach und nach wiederherstellen, indem die Preise dem internationalen Stand angeglichen würden. Dieses Programm wurde von den verknöcherten Verwaltungskadern bekämpft und nur tropfenweise angewandt. Die Novotny-Bürokratie begann, die gefährlichen Folgen eines solchen Unternehmens zu erfassen. Die derzeitige Preiserhöhung, die nicht durch eine ähnliche Lohnerhöhung ausgeglichen wurde, ermöglichte es dieser rückständigen Schicht, den Plan vor den Arbeitern anzugreifen. Novotny selbst entdeckte, dass er der Verteidiger der Interessen der Arbeiterklasse sei und kritisierte 1967 offen die neuen Maßnahmen während einer Arbeiterversammlung. Aber der „liberale Flügel“, der sich der wirklichen Interessen der bürokratischen Macht in der Tschechoslowakei und der Unterstützung der Bevölkerung bewusst war, leitete den Kampf ein. Denn „das neue ökonomische System war für die Leute gleichbedeutend mit dem Bedürfnis nach Veränderung geworden“, wie ein Journalist es in Kulturni Tvorba vom 5. Januar 1967 feststellte — und zwar mit dem Bedürfnis, alles zu verändern. Von da aus entstand eine Reihe von weiteren Entwicklungen, die zwangsläufig zu wichtigen sozialen und politischen Veränderungen führte. Die konservative Bürokratie, die über keine wirkliche Unterstützung verfügte, tat dann Buße und trat allmählich von der politischen Bühne ab: ihr Widerstand hätte kurzfristig zu einer ähnlichen Explosion wie 1956 in Budapest geführt. Im Juni 1967 wurde der IV. Schriftstellerkongress (denen wie auch den Filmproduzenten schon eine bestimmte ästhetische Freiheit bei der Ausübung ihres Berufes eingeräumt worden war) zur echten Anklagerede gegen das Regime. Daraufhin sammelten die „Konservativen“ ihre letzten Kräfte zum Gegenschlag, indem sie eine gewisse Anzahl von radikalen Intellektuellen aus der Partei ausschlossen und deren Zeitung unter die direkte Kontrolle des Ministers stellten.

Der Wind der Revolte wurde aber immer stärker und von da an konnte nichts mehr den Drang des Volkes nach einer Umbildung der herrschenden Verhältnisse im tschechoslowakischen Leben aufhalten. Eine Studentendemonstration gegen einen Stromausfall wurde gewalttätig unterdrückt und verwandelte sich in eine Versammlung der Anklage gegen das Regime. Eine der ersten Entdeckungen dieser Versammlung, die zur Parole der ganzen weiteren Bewegung der Kritik wurde, war die absolute Forderung danach, die Wahrheit zu sagen, wobei die „phantastischen Widersprüche zwischen dem Gesagten und der Praxis“ hervorgehoben wurden. In einem System, das sich auf die permanente Lüge der Ideologie gründet, wurde eine solche Forderung ganz einfach revolutionär und die Intellektuellen haben es nicht versäumt, ihre Folgen bis zum Ende zu entwickeln. In den bürokratischen Systemen, in denen dem totalitären Partei-Staat nichts entgehen kann, führt der Protest gegen die geringste Einzelheit des Lebens zwangsläufig zur Infragestellung der Totalität der bestehenden Verhältnisse, zum Protest des Menschen gegen das gesamte unmenschliche Leben. Auch wenn die Studentendemonstration auf die Prager Universitätsstadt beschränkt war, traf sie alle entfremdeten Aspekte des tschechoslowakischen Lebens, das während der Versammlung als unannehmbar denunziert wurde.

Dann stellte sich die Neo-Bürokratie an die Spitze der Bewegung und versuchte, sie in dem engen Rahmen ihrer Reformen zu halten: im Januar 1968 wurde ein „Aktionsprogramm“ gebilligt, das den Aufstieg Dubceks und seiner Gruppe und Novotnys Abstieg bestätigt. Außer Ota Siks Plan, der endgültig gebilligt und in dieses neue Programm integriert wurde, wurden eine gewisse Anzahl von politischen Maßnahmen von der Führung stolz beteuert. Fast alle formalen „Freiheiten“ der bürgerlichen Regimes wurden garantiert, was eine recht neuartige Richtung für die bürokratischen Regimes darstellte und auf die Bedeutung des Einsatzes und den Ernst der Lage hinwies. Indem die radikalen Elemente diese bürokratischen Zugeständnisse ausnutzten, verliehen sie ihnen ihren wirklichen Wert — und zwar als Maßnahmen, die zum Schutz der bürokratischen Herrschaft „objektiv notwendig“ sind. Smirkovsky, der liberalste der gerade beförderten Elemente, drückte ganz naiv die Wahrheit des bürokratischen Liberalismus aus: „Da wir wissen, dass sogar eine sozialistische Gesellschaft sich durch einen ständigen Interessenkampf auf dem ökonomischen, sozialen und politischen Gebiet entwickelt, sollten wir nach einem System der politischen Führung suchen, das die Lösung aller sozialen Konflikte ermöglicht und die Notwendigkeit außergewöhnlicher Verwaltungseingriffe ausschließt“. Jedoch wusste die neue Bürokratie nicht, dass sie ihr Regime der unerbittlichen radikalen Kritik auslieferte, indem sie auf diese „außergewöhnlichen Eingriffe“ verzichtete, die doch in Wirklichkeit ihre einzige normale Art zu regieren ausmachen. Die kulturelle und politische Meinungs- und Vereinigungsfreiheit wurde zum wahren Fest der kritischen Wahrheit. Der Gedanke, dass „der Partei sogar auf der Ebene der Basisorganisationen eine natürliche und spontane Autorität zugutekommen“ sollte, „der die Fähigkeit der kommunistischen Funktionäre zugrundeliegt, zu arbeiten und zu befehlen“ (siehe das Aktionsprogramm), wurde überall angegriffen und neue Forderungen nach einer autonomen Organisation der Arbeiter begannen, sich zu behaupten. Ende Frühjahr 1968 sah die Dubcek-Bürokratie auf lächerliche Weise so aus, als ob sie „gleichzeitig ihren Kuchen aufessen und behalten“ wollte. Erneut behauptete sie ihre Absicht, ihr politisches Monopol aufrechtzuerhalten: „Falls antikommunistische Elemente sich anschicken sollten“, so der Beschluss des ZK vom Juni 1968, „diese historische Tatsache (das Recht der Partei auf die Führung) anzugreifen, so wird die Partei alle Kräfte des Volkes und des sozialistischen Staates mobilisieren, um diesen abenteuerlichen Versuch zurückzuschlagen und zunichtezumachen.“ Da die bürokratische Reform aber alles der Entscheidung der Parteimehrheit überließ, wie konnten die großen Mehrheiten außerhalb der Partei nicht entscheiden wollen? Wenn an der Spitze des Staates die Geige gespielt wird, wie sollte man nicht erwarten, dass diejenigen, die unten stehen, zu tanzen beginnen?

Von da an richteten die revolutionären Tendenzen ihre Kritik auf die Entlarvung des liberalen Formalismus und dessen Ideologie. Bisher ist die Demokratie auf die gleiche Art wie die Diktatur sozusagen „den Massen aufgezwungen worden“, und zwar indem ihre wirkliche Beteiligung ausgeschlossen wurde. Jeder weiß, dass Novotny als Befürworter der Liberalisierung zur Macht gelangte und dass folglich die Dubcek-Bewegung zu jeder Zeit der Gefahr eines „Rückschritts nach Art von Gomulka“ ausgesetzt war. Man verändert keine Gesellschaft, indem man den Apparat ändert, sondern indem man sie von Grund auf umwälzt. Von da an wurde die bolschewistische Auffassung einer die Arbeiterklasse führenden Partei kritisiert und nach der autonomen Organisation des Proletariats verlangt — was den nahen Tod für die Bürokratie bedeutete. Für sie kann tatsächlich das Proletariat nur als imaginäre Macht vorhanden sein, sie würdigt es so weit herab — bzw. sie versucht es — bis es nur ein Schein ist, aber sie will, dass dieser Schein existiert und sie glaubt an seine Existenz. Indem sie ihre Macht auf den Formalismus der Ideologie gründet, macht die Bürokratie ihren Inhalt aus ihren formalen Zielen und gerät damit überall in Konflikt mit den wirklichen Zielen. Dort, wo sie sich des Staates und der Ökonomie bemächtigt, dort, wo das allgemeine Interesse des Staates ein besonderes und folglich ein wirkliches Interesse wird, fängt die Bürokratie an, gegen das Proletariat zu kämpfen, so wie jede Konsequenz gegen das Vorhandensein ihrer Voraussetzungen kämpft.

Aber die Bewegung der Kritik — die aus der bürokratischen Reform folgte — konnte nur den halben Weg gehen. Sie hatte nicht Zeit genug, um sich bei allen ihren praktischen Konsequenzen zu behaupten. Kaum war die theoretische und ohne Konzessionen geführte Entlarvung der „bürokratischen Diktatur“ und des stalinistischen Totalitarismus von der großen Mehrheit der Bevölkerung übernommen worden, als die Neo-Bürokratie reagierte, indem sie mit der schon seit dem Mai vorhandenen Möglichkeit einer russischen Intervention drohte. Man kann sagen, dass die Hauptschwäche der tschechoslowakischen Bewegung darin bestand, dass die Arbeiterklasse praktisch nicht als autonome und ausschlaggebende Kraft in sie eingriff. Die Themen der „Selbstverwaltung“ und der „Arbeiterräte“, die in Ota Siks technokratischer Reform mitenthalten waren, sind nicht über die bürokratische Perspektive einer demokratischen „Verwaltung“ jugoslawischen Typs hinausgegangen — sogar in dem Gegenprojekt, das offensichtlich von Syndikalisten verfasst und am 29. Juni 1968 von der Wilhelm Pieck-Maschinenfabrik vorgelegt wurde. Die Kritik des Leninismus, der von „gewissen Philosophen“ schon deswegen als „eine Entstellung des Marxismus“ dargestellt wurde, „weil er logischerweise zum Stalinismus führt“, ist nicht, wie die Schwachköpfe von Rouge meinen, „ein ungereimter Gedanke“ gewesen, „weil er schließlich zur Verleugnung der führenden Rolle des Proletariats führt“ (!), sondern der Höhepunkt der theoretischen Kritik, der in einem bürokratischen Lande erreicht wurde. Dutschke selbst wurde von den tschechoslowakischen revolutionären Studenten lächerlich gemacht, die seinen „Anarcho-Maoismus“ verächtlich als „absurd, komisch und nicht einmal wert, von Fünfzehnjährigen beachtet zu werden“ zurückwiesen. Diese gesamte Kritik, die selbstverständlich nur zur Infragestellung der Klassenmacht der Bürokratie führen konnte, wurde von den Dubcek-Anhängern noch so lange geduldet und sogar manchmal gefördert, wie diese sie als gerechte Denunzierung der „stalinistisch-novotnyistischen Irrtümer“ rekuperieren konnten. Zwar denunziert die Bürokratie ihre eigenen Verbrechen, aber immer so, als ob sie von anderen begangen worden wären; dafür braucht sie nur einen Teil ihrer selbst von sich abzutrennen, ihn zum selbständigen Wesen zu erheben und ihm alle anti-proletarischen Verbrechen aufzubürden (seit den entferntesten Zeiten ist die Opferung die Lieblingspraxis der Bürokratie, um ihre Macht zu verewigen). Wie in Polen und in Ungarn bot der Nationalismus das beste Argument an, um die Bevölkerung der herrschenden Klasse zustimmen zu lassen. Je genauer die russische Drohung wurde, desto stärker wurde Dubceks bürokratische Macht, die nur einen Wunsch hatte — und zwar den, dass die Kräfte des Warschauer Paktes auf unbestimmte Zeit an den Grenzen blieben. Jedoch hätte früher oder später das tschechoslowakische Proletariat durch seinen Kampf entdeckt, dass es nicht darauf ankommt zu wissen, was dieser oder jener Bürokrat oder sogar die Bürokratie als Ganzes vorübergehend als ihr Ziel versteht, sondern was sie wirklich ist und was sie gemäß ihrem Wesen geschichtlich tun muss. Dann hätte es demzufolge gehandelt.

Die Angst vor einer solchen Entwicklung quälte die russische Bürokratie und ihre Satelliten. Man stelle sich den russischen bzw. ostdeutschen Bürokraten vor — wie sehr musste mitten in dieser „ideologischen“ Panik sein Gehirn, das genauso krank wie seine Macht ist, durch solche Worte wie „Unabhängigkeit“, „Arbeiterräte“ und „bürokratische Diktatur“ gequält, verblüfft und bestürzt sein, sowie durch diese Verschwörung der Arbeiter und Intellektuellen und deren Drohung, ihre Errungenschaften mit Waffen zu verteidigen! Dann wird man verstehen, dass die russische Bürokratie bei diesem lauten Durcheinander von Wahrheit, Freiheit, Verschwörung und Revolution ihrer tschechoslowakischen Kollegin zurief: „Lieber ein schreckliches Ende als ein Schrecken ohne Ende!“

Hat je ein Ereignis seinen Schatten lange vorausgeworfen, bevor es stattfand, so die russische Intervention in die Tschechoslowakei für diejenigen, die die moderne Geschichte lesen können. Trotz aller internationalen Folgen und der langen Überlegungszeit war sie sozusagen unabwendbar. Indem der abenteuerliche — aber notwendige — Versuch Dubceks die Allgewalt der bürokratischen Macht in Frage stellte, gefährdete er diese Macht selbst überall dort, wo sie vorhanden war, und sie war folglich nicht mehr zu ertragen. 600.000 Soldaten (fast so viele wie Amerikaner in Vietnam) werden ihm ein brutales Ende setzen. Als also die „anti-sozialistischen“ und „konterrevolutionären“ Kräfte, die ununterbrochen von allen Bürokratien heraufbeschworen und an die Wand gemalt werden, endlich zum Vorschein kamen, taten sie das nicht unter Bens Bild oder mit von den „deutschen Revanchisten“ gelieferten Waffen, sondern in der Uniform der sogenannten „Roten“ Armee.

Sieben Tage lang — „die sieben ruhmreichen Tage“ — leistet fast die Gesamtheit der Bevölkerung den Eindringlingen einen bemerkenswerten Widerstand. Paradox genug, es kamen deutlich revolutionäre Kampfmethoden im Dienst einer reformistischen Bürokratie auf. Das aber, was im Laufe der Bewegung selbst nicht durchgesetzt worden war, konnte gewiss nicht unter der Besatzung durchgesetzt werden: die russischen Truppen, die es den Dubcek-Anhängern ermöglicht hatten, den revolutionären Prozess maximal zu bremsen, als sie an den Grenzen standen, ermöglichten ihnen noch, die gesamte Widerstandsbewegung am Tage nach dem 21. August zu kontrollieren. Damit spielten sie genau dieselbe Rolle wie die amerikanischen Truppen in Vietnam, die die Bevölkerung Nordvietnams zur einstimmigen Zustimmung zur Bürokratie veranlassten, die sie ausbeutet.

Was jedoch den Pragern zuerst einfiel, war nicht, den Palast der Republik zu verteidigen, sondern das Haus des Rundfunks, das sie für das Symbol ihrer hauptsächlichen Errungenschaft hielten — der Wahrheit der Information gegen die organisierte Lüge. Das, was der Alptraum aller Bürokratien des Warschauer Paktes war — d.h. Presse und Rundfunk — sollte sie eine ganze Woche lang weiter quälen. Das tschechoslowakische Experiment hat die außerordentlichen Kampfmöglichkeiten gezeigt, über die eine konsequente und organisierte revolutionäre Bewegung eines Tages verfügen kann. Gerade die durch den Warschauer Pakt gelieferte Ausrüstung (um eine eventuelle Invasion der Imperialisten in die Tschechoslowakei zu vereiteln!) wurde von den tschechoslowakischen Journalisten benutzt, um 35 geheime Sender herzustellen, die mit 80 Hilfssendern verbunden waren. So wurde die sowjetische Propaganda — die einer Besatzungsarmee doch so nützlich ist — an der Basis sabotiert; so konnte auch die Bevölkerung ungefähr von allem Bescheid wissen, was im Lande vor sich ging und den Anweisungen der liberalen Bürokraten oder der einige Sender kontrollierenden radikalen Elemente Folge leisten. So wurde Prag, nachdem der Rundfunk dazu aufgefordert hatte, die Operationen der russischen Polizei zu sabotieren, in eine echte „Labyrinthstadt“ verwandelt, in der alle Straßen ihren Namen und alle Häuser ihre Nummer verloren hatten, um mit Parolen im besten Stil des Pariser Mai bedeckt zu werden. Sie war ein jeder Polizei Trotz bietendes Zuhause der Freiheit geworden, ein Beispiel für revolutionäre Zweckentfremdung des polizeilichen Urbanismus. Dank einer außergewöhnlichen proletarischen Organisation konnten alle Zeitungen frei gedruckt und vor der Nase der Russen verbreitet werden, die lächerlicherweise ihre Räume besetzt hielten. Mehrere Fabriken verwandelten sich in Druckereien, aus denen Tausende von Zeitungen und Flugblättern herauskamen. Es wurde sogar eine falsche Nummer der „Prawda“ auf russisch gedruckt. Der XIV. Parteikongress konnte drei Tage lang unter dem Schutz der Arbeiter der „Auto-Praha“-Fabrik geheim gehalten werden, die „Kadar-Operation“ sabotieren und die Russen dazu zwingen, mit Dubcek zu verhandeln. Indem die Russen einerseits ihre Truppen und andererseits die inneren Widersprüche der tschechoslowakischen Bürokratie benutzten, konnten sie aus der Gruppe der Liberalen eine Art verkappte Vichy-Regierung machen. Husak, der an seine Zukunft dachte, wirkte als Hauptagent der Annullierung des XIV. Kongresses (indem er die offenbar von ihm empfohlene Abwesenheit der slowakischen Delegierten geltend machte). Schon am Tage nach dem „Moskauer Abkommen“ erklärte er: „Wir können dieses Abkommen billigen, von dem ausgehend überlegene Männer (von uns unterstrichen) das Volk aus der jetzigen Sackgasse hinausbringen können, so dass es sich in Zukunft nicht zu schämen braucht.“

Wenn das tschechoslowakische Proletariat revolutionär wird, braucht es sich nicht vor der Schande zu schämen, Husak, Dubcek oder Smrkovsky sein Vertrauen geschenkt zu haben. Es weiß bereits, dass es sich nur auf seine eigenen Kräfte verlassen kann und dass Dubcek und Smrkovsky es nacheinander enttäuschen werden, wie die Neo-Bürokratie es kollektiv enttäuscht hat, als sie vor Moskau gewichen ist und sich in eine Reihe mit dessen totalitären Politik stellte. Die gefühlsmäßige Anhänglichkeit für diese oder jene Persönlichkeit gehört zur Periode des Elends des Proletariats, d.h. zur alten Welt. Die Novemberstreiks und die Selbstmorde haben dann den „Normalisierungs“prozess etwas verlangsamt, der erst im April 1969 zuende kommen konnte. Indem sie sich in ihrer Wahrheit wiederherstellt, wird die bürokratische Macht noch wirksamer bekämpft. Alle Illusionen sind nacheinander verloren worden, und die Anhänglichkeit der Massen für die reformistische Bürokratie ist verschwunden. Indem sie die „Kollaborateure“ rehabilitieren, verlieren die Reformisten ihre letzte Chance, künftig vom Volk unterstützt zu werden. Das revolutionäre Bewusstsein der Arbeiter und Studenten wird um so tiefer werden, als die Unterdrückung sich verschärft. Die Rückkehr zu den Methoden und zum „bornierten und schwachsinnigen Geist der fünfziger Jahre“ ruft schon gewaltsame Gegenwirkungen der Arbeiter und Studenten hervor, deren verschiedene Verbindungsformen sowohl Dubcek und seinen Nachfolger als auch ihre Herren vor allem beunruhigen. Die Arbeiter proklamieren ihr „unveräußerliches Recht darauf, eventuelle äußerste Maßnahmen“ durch ihre „eigenen äußersten Gegenmaßnahmen zu erwidern“. (Antrag der C.K.D.-Arbeiter beim Verteidigungsminister vom 22.4.69). Die Wiederherstellung des Stalinismus zeigt endgültig den illusorischen Charakter jedes bürokratischen Reformismus und die angeborene Unfähigkeit der Bürokratie, ihre Verwaltung der Gesellschaft zu „liberalisieren“. Ihr angeblich „humaner Sozialismus“ ist nichts anderes als die Einführung einiger bürgerlicher Zugeständnisse in ihre totalitäre Welt — und schon richten sie diese Zugeständnisse zugrunde. Die einzig mögliche Humanisierung des „bürokratischen Sozialismus“ ist ihre Abschaffung durch das revolutionäre Proletariat — nicht durch eine angebliche „politische Revolution“, sondern durch die totale Subversion der bestehenden Verhältnisse und die praktische Auflösung der bürokratischen Internationale.

Paris dépavé
« L’ennemi de classe n’est pas éliminé. Il vit. Il s’agite, sape notre société, entrave notre progrès social. Il est là, et il est en nombre non négligeable. Nous sommes submergés par l’Occident de théories, concepts et conceptions de toutes sortes, et tous négatifs ».
Tito, Discours au 28 août 1969, à Zadar.

Die Unruhen am 21. August 1968 haben gezeigt, wie weit der übliche Stalinismus in der Tschechoslowakei wiederhergestellt wurde und wie stark er durch die proletarische Kritik bedroht wird: 10 Tote, 2.000 Verhaftungen, sowie der angedrohte Ausschluss bzw. Prozess gegen den Strohmann Dubcek können den Bummelstreik auf nationaler Ebene nicht verhindern, durch den die tschechoslowakischen Arbeiter das Fortbestehen des wirtschaftlichen Systems ihrer inländischen und russischen Ausbeuter gefährden.

Wenn die russische Intervention den objektiven Umgestaltungsprozess in der Tschechoslowakei bremsen konnte, musste der internationale Stalinismus doch teuer dafür büßen. Die bürokratischen Mächte in Kuba und Hanoi, die unmittelbar vom sogenannten sowjetischen Staat abhängig sind, konnten nur zu großer Schande ihrer trotzkistischen und surrealistischen Bewunderer und der linken schönen Seelen dem Eingreifen ihrer Herren Beifall spenden. Mit besonderem Zynismus hat Castro die militärische Intervention ausführlich dadurch gerechtfertigt, dass sie durch die Gefahr einer Wiederherstellung des Kapitalismus notwendig gemacht wurde, womit er die Wahrheit seines eigenen „Sozialismus“ entlarvt. Hanoi und die arabischen bürokratischen Mächte, die selbst einer fremden Besatzung unterworfen sind, bleiben ihrer absurden Logik so weit treu, dass sie eine ähnliche Aggression billigen, da sie diesmal von ihren angeblichen Beschützern durchgeführt wird.

Was die Mitglieder der bürokratischen Internationale betrifft, die um die Tschechoslowakei trauern, so tut das jedes aus eigenen nationalen Gründen. So hat die „tschechoslowakische Affäre“, die unmittelbar der großen Erschütterung der revolutionären Mai-Krise folgte, der KPF einen weiteren starken Schlag versetzt, so dass sie sich jetzt in die Fraktion der Alt-, Neo- und Orthostalinisten gespalten hat, die zwischen ihrer Treue Moskau gegenüber und ihren Interessen auf dem bürgerlichen politischen Schachbrett gerüttelt werden. Erwies sich die KPI bei ihrer Denunzierung kühner, so wegen der nahenden Krise Italiens und vor allem wegen der direkten Beeinträchtigung ihrer „Togliatti“-Linie. Was die nationalistischen Bürokratien Jugoslawiens und Rumäniens betrifft, so war das für sie eine günstige Gelegenheit, ihre Klassenherrschaft zu festigen, da sie die Unterstützung ihrer Bevölkerung dadurch zurückgewinnen, die nur noch die mehr angenommene als wirkliche russische Gefahr sehen. Der Stalinismus, der schon den Titoismus und den Maoismus als andere Bilder seiner selbst geduldet hat, kann immer irgendeine „rumänische Unabhängigkeit“ dulden, solange sie sein überall treu imitiertes „sozialistisches Modell“ nicht unmittelbar gefährdet. Es erübrigt sich, von der chinesisch-albanischen Kritik des „russischen Imperialismus“ zu sprechen — in der Logik ihres „anti-imperialistischen“ Deliriums werfen die Chinesen den Russen einmal vor, nicht in die Tschechoslowakei einzugreifen, wie sie es vorher in Ungarn getan haben (vgl. „Peking-Information“ vom 13. August), während sie gleichzeitig die „widerwärtige Aggression der faschistischen Breschnjew-Kossygin-Clique“ denunzieren.

„Die Auflösung der internationalen Assoziation der totalitären Bürokratien ist jetzt eine vollendete Tatsache“, schrieben wir in der Nummer 11 der S.I.. Die tschechoslowakische Krise hat nur die fortgeschrittene Zersetzung des Stalinismus bestätigt. Niemals hätte er überall eine so wichtige Rolle bei der Niederschlagung der Arbeiterbewegung spielen können, wäre nicht das bürokratisch-totalitäre russische Modell sowohl mit der Bürokratisierung der alten reformistischen Bewegung (der deutschen Sozialdemokratie und der II. Internationale) als auch mit der immer bürokratischer werdenden Organisation der modernen kapitalistischen Produktion verwandt gewesen. Jetzt aber, nach mehr als vierzig Jahren der konterrevolutionären Geschichte, kommt die Revolution überall wieder ans Leben und sie lässt die Herren in Ost und West schaudern, deren Unterschiede und tiefere Verwandtschaft sie zugleich angreift. Die mutigen isolierten Proteste, die nach dem 21. August in Moskau laut wurden, kündigen die Revolution an, die zwangsläufig bald in Russland selbst ausbrechen wird. Von nun an kennt die revolutionäre Bewegung ihre wirklichen Feinde, und keine der Entfremdungen, die von den beiden Formen des Kapitalismus — dem bürgerlichen Privat- und dem bürokratischen Staatskapitalismus — erzeugt werden, kann ihrer Kritik entgehen. Den riesigen Aufgaben gegenüber, die auf sie warten, wird sie sich nicht mehr damit beschäftigen, Gespenster zu bekämpfen und Illusionen zu fördern.

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Erstveröffentlichung im FORVM:
Januar
1977
Numéro 12, Seite 35
Autor/inn/en:

Pierre Gallissaires:

Geboren 1932 in Talence (Gironde). Übersetzer und Mitgründer der Edition Nautilus in Hamburg.

Hanna Mittelstädt:

Geboren 1951 in Hamburg. Autorin und Übersetzerin, Mitgründerin der Edition Nautilus in Hamburg.

Situationistische Internationale: Situationistisch / Situationist: All das, was sich auf die Theorie oder auf die praktische Tätigkeit von Situationen bezieht. Derjenige, der sich damit beschäftigt, Situationen zu konstruieren. Mitglied der situationistischen Internationale.
Situationismus: Sinnloses Wort, missbräuchlich durch Ableitung des vorigen gebildet. Einen Situationismus gibt es nicht — was eine Doktrin zur Interpretation der vorhandenen Tatsachen bedeuten würde. Selbstverständlich haben sich die Anti-Situationisten den Begriff „Situationismus“ ausgedacht.

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