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Maria Wölflingseder

Mobilfunk und Impfungen

Seit einigen Jahren — also bereits vor dem Auftreten von SARS-CoV-2 — kommt in den als vertrauenswürdig beschworenen Medien Kritik an Impfungen und an Mobilfunk nur mehr als Absurdität vor, die Verschwörer, Aluhutträger, Esoteriker oder Rechtsradikale verbreiten würden. Die seit langem bekannten Erkenntnisse über unerwünschte Effekte von Impfungen werden ignoriert. Genauso die Ergebnisse zahlreicher Studien über Mobilfunk — auch solche, die von Regierungen in Auftrag gegeben wurden. Sie verweisen auf gravierende potentielle gesundheitliche Schädigungen. Aktuell fordern auf EU-Ebene über 260 Wissenschaftler:innen ein Moratorium der Ausrollung der 5G-Technologie, so lange bis sicher ist, dass keine Risiken für Gesundheit und Umwelt entstehen. [1] Da aber bereits das GMS-Netz (2G) Genbrüche und dadurch Krebs und andere Schädigungen verursachen kann, wird 5G kaum eine Unbedenklichkeit bescheinigt werden können.

Mobilfunk und Impfungen sind wichtige Erfindungen, deren Einsatz jedoch nur nuançiert und sorgsam erfolgen darf.

Die Sinnhaftigkeit muss jeweils abgewogen werden und die Sicherheit muss immer Vorrang haben. Bezüglich mobiler Datenübertragung gibt es auch unbedenkliche Varianten und genug Schutzmaßnahmen. Nicht jede Impfung des immer umfangreicher gewordenen nationalen Impfplans ist notwendig und die notwendigen müssen bezüglich ihrer oft problematischen Inhaltsstoffe verbessert werden. Seit Covid-19 ist jedoch ein differenzierter Diskurs in vielerlei Hinsicht kaum mehr möglich. Auch hinsichtlich Impfungen und Mobilfunk scheint es nur mehr Befürworter oder Gegner zu geben. Dieses völlig simplifizierende Lagerdenken ist absolut fehl am Platz.

Warum wird die mediale Message Control der Mobilfunkindustrie und der Pharmakonzerne fast lückenlos eingehalten, obwohl die Pressefreiheit immerzu beschworen und der Anspruch des investigativen Journalismus hochgehalten wird? Ein eklatanter Widerspruch. Da die Welt heute nahezu aus lauter aberwitzigen Widersprüchen besteht, nehmen wir sie oft gar nicht mehr wahr. Oder haben wir bereits kapituliert, angesichts der vielfach erlebten Ohnmacht? Gesellschaftliche Kritikfähigkeit hat in den vergangenen drei Jahrzehnten stark abgenommen. Im Zuge des Erstarkens des neoliberalen Autoritarismus wurden sämtliche einst weitreichenden emanzipatorischen und partizipatorischen Bestrebungen einem erschreckenden Konformismus geopfert. Nur so ist zu erklären, warum auch viele Menschen, die sich dem kritischen, linken, linksliberalen oder alternativen Spektrum zugehörig fühlen, die akademisch gebildet sind, die staatlich verordnete und medial ventilierte Formei gebetsmühlenartig wiederholen: Jede Kritik an Impfungen und an Mobilfunk stamme von Verschwörungsschwurblern. Die Propaganda wirkt. Da niemand etwas mit Verschwörern zu tun haben möchte, werden Kritiker:innen von vornherein hinter eine fiktive Demarkationslinie zum Erlaubten platziert. Da greift eine zwanghafte Abgrenzung, eine aberwitzige Segregation rapide um sich, ohne sich überhaupt mit der Thematik und den Argumenten auseinanderzusetzen.

Rechtsradikale versuchen sich vieler Themen zu bemächtigen. Deshalb grenzen sich alle relevanten Mobilfunk-Initiativen — etwa diagnose:funk, Kompetenzinitiative, Mobilfunk Bürgerforum — dezidiert von ihnen ab. Und die Mitglieder wissenschaftlicher Beiräte von Regierungen oder universitäre Mediziner:innen als Aluhutträger abzutun, ist schlicht absurd. Dennoch herrscht mehr denn je eine staatliche und mediale Ignoranz gegenüber gesundheitlichen Schädigungen, die durch Mobilfunk und Impfungen ausgelöst werden können. Wie in einem Glaubenskrieg wird ein Freund-Feind-Schema konstruiert, eine Gut-Böse-Dichotomie ohne Zwischentöne heraufbeschworen. Eilfertige Journalist:innen und — vor allen junge — Wissenschaftler:innen oder gar Antifa-Aktivist:innen erteilen im Zuge echter oder vermeintlicher Entlarvungen von Verschwörungsmythen Mobilfunk und Impfungen die Absolution jeglicher Bedenklichkeit. Offenbar ohne Faktencheck, obwohl sie diesen stets wie einen Schutzschild gegen das Böse vor sich hertragen.

Disruption

Mobilfunk, insbesondere 5G und alle zukünftigen Varianten, sind der Schlüssel zum digitalen Umbau all unserer Lebensbereiche. Mobilfunk ist aber nicht nur gesundheitlich höchst bedenklich. Mit zunehmender Digitalisierung steigt auch der Energie- und Ressourcenverbrauch enorm, genauso die Möglichkeiten der Überwachung und Steuerung jedes Individuums. Außerdem ist 5G für die Militarisierung von besonderer Bedeutung, die künftig nicht mehr nur auf der Erde, sondern auch im Weltall stattfinden wird. Die Entwicklung von Weltraumwaffen und jene der Kriegsführung mittels künstlicher Intelligenz schreitet rasant voran. Im Silicon Valley, der Kaderschmiede der digitalisierten Welt, wurde der Begriff „Disruption“ geprägt. [2] Kurz gesagt: Innovationen sollen Bestehendes vom Markt verdrängen. Die aktuelle Situation deutet darauf hin, dass jene, die sich nicht schnell genug an die digitalen Entwicklungen anpassen — Wirtschaftsbetriebe, Kommunen, Militär, Individuen — unter die Räder zu kommen drohen. Wie überall in unserem auf Konkurrenz beruhenden Gesellschaftssystem, muss sich auch hier jede und jeder einen Vorsprung im Wettbewerb verschaffen.

Wohl einer der ungeheuerlichsten Widersprüche: Die vierte industrielle, also die digitale Revolution könnte — sinnvoll angewandt — tatsächlich viel dazu beitragen, unseren Planeten zu retten, und die Menschen von schwerer, gefährlicher, gesundheitsschädigender und stupider Arbeit zu befreien. Sie könnte auf vielfache Weise förderlich sein, ein gutes Leben für alle zu ermöglichen. Zum ersten Mal in der Menschheitsgeschichte ist diese Möglichkeit aufgrund des umfassenden Wissens und der technischen Gegebenheiten vorhanden. Aber unter den herrschenden gesellschaftlichen Verhältnissen, unter dem systemimmanenten obersten Gebot der Geld- und Machtvermehrung wird geradezu das Gegenteil forçiert — ökologischer und anthropologischer Suizid nicht ausgeschlossen.

Auch Impfungen betreffend gibt es keine differenzierte Herangehensweise wie sie viele Ärztinnen seit langem fordern. Martin Hirte fasste es bereits vor Corona treffend zusammen:

Impfungen haben ihre Berechtigung: Sie können vor gefährlichen Krankheiten schützen. Die generelle Verteufelung von Impfungen ist eine irrationale, fundamentalistische Position. Dasselbe gilt für die Auffassung, zu impfen sei immer besser, als nicht zu impfen.

(Hirte 2018, 8.133)

Wer hätte zu Beginn des Auftretens von Covid-19 gedacht, dass Ungeimpfte dermaßen unter Druck gesetzt und zum Sündenbock gemacht werden würden. Impfstoffe brauchen normalerweise gut zehn Jahre Entwicklungs-und Überprüfungszeit. Außerdem gab es bisher noch nie einen erfolgreichen mRNA-Impfstoff. Diese notzugelassene Impfung mit allem Nachdruck als „sicher und wirksam“ zu propagieren, entbehrt jeder wissenschaftlichen Grundlage. (Vgl. Away 2021) Folglich steht in den Kaufverträgen zwischen Biontech/Pfizer und den Regierungen, die die Vakzine ankauften:

Der Käufer erkennt an, dass die langfristigen Wirkungen und die Wirksamkeit des Impfstoffs derzeit nicht bekannt sind und dass der Impfstoff unerwünschte Wirkungen haben kann, die derzeit nicht bekannt sind [...]. Der Käufer erklärt sich hiermit bereit, Pfizer, Biontech (und) deren verbundene Unternehmen [...] von und gegen alle Klagen, Ansprüche, Aktionen, Forderungen, Verluste, Schäden, Verbindlichkeiten, Abfindungen, Strafen, Bußgelder, Kosten und Ausgaben freizustellen, zu verteidigen und schadlos zu halten. [3]

Seit der Einführung des sogenannten „Grünen Passes“ im Sommer 2021, der über den COVID-19-Impfstatus Auskunft gibt, ist für viele Feuer am Dach. Die Wirtschafts- und Sozialhistorikerin Andrea Komlosy stellt fest: „Dieser Eingriff in die bürgerlichen Freiheitsrechte ist ein Kipppunkt in der Entwicklung von Demokratie und Rechtsstaatlichkeit.“ [4]

Hier ein Beispiel dafür, wie Menschen in Österreich, die im Frühjahr 2020 einer Impfpflicht — die es ja in vielen europäischen Ländern bereits vor Corona gab — vorbeugen wollten, als Verschwörungsphantasten abqualifiziert wurden. Auf der Plattform #aufstehn [5] wurde eine Petition für die „Freiwilligkeit von Schutzimpfungen“ gestartet. Binnen kurzer Zeit unterschrieben sie über 30.000 Personen. Plötzlich war sie verschwunden. Auf meine Anfrage nach dem Grund, bekam ich im Mai 2020 von den Betreiberinnen der Plattform folgende Antwort per E-Mail:

Aufgrund etlicher Meldungen hat unser Team den Inhalt der Petition genauer untersucht und ist zu dem Entschluss gekommen, dass die Petition gegen unsere Nutzungsbedingungen verstößt. Die Forderung einer verfassungsmäßigen Verankerung der ,Freiwilligkeit von Schutzimpfi1ngen‘ ist in Österreich keine legitime Forderung: In Österreich ist jeder medizinische Eingriff grundsätzlich eine Körperverletzung und ohnehin nur durch Zustimmung der Betroffenen bzw. deren Vertreter_innen zulässig. Die Petition suggeriert jedoch, in Österreich wäre ein solcher Impf-Zwang geplant, was einer Fehlinformation gleichkommt. Aus diesem Grund haben wir uns entschieden, die Petition zu verbergen.

Warum stehen Impfungen und Mobilfunk — insbesondere das 5G-Netz, das völlig neue digitale Anwendungen ermöglicht — so sehr im Brennpunkt der Aufmerksamkeit? Wir stehen vor einer „Wende menschheitsgeschichtlichen Ausmaßes“, einem „Übergang vorn Industriezeitalter in ein neues, kybernetisches Zeitalter, im Sinne einer Mensch-Maschine-Verbindung“, schreiben Hannes Hofbauer und Andrea Komlosy. Am Trans- oder Posthumanismus wird mit Hochdruck getüftelt. Das Zeitalter der Verwertung der Arbeitskraft neigt sich dem Ende zu. Das Kapital hat stattdessen längst begonnen, nach unserem Körper selbst und seinen Erfahrungen zu gieren. Das heißt Gesundheit und Krankheit Betreffendes wird auf vielfältige Weise verwertet, genauso wie all unser Tun und Lassen, ja unser Denken. Alles wird in digitale Daten umgewandelt, gesammelt und vernutzt. Diese dienen einerseits kommerziellen Zwecken, dem Verkauf von Dienstleistungen und Produkten, und andererseits zunehmend der staatlichen Überwachung und Steuerung. (Vgl. Hofbauer / Komlosy 2020, 5.793.) Impfungen sowie unzählige Selbstoptimierungsmaßnahmen für immer höhere Leistungs- und Konkurrenzfähigkeit sind auch deshalb monetär besonders lukrativ, weil sie am gesunden Körper vollzogen werden und somit für jeden Menschen anwendbar sind.

Negieren von Gesundheitsgefahren hat System

Würden Medikamente dieselben Prüfergebnisse wie Handystrahlen liefern, müsste man sie sofort vom Markt nehmen. Denn keine Firma der Welt würde Arzneimittel entwickeln, die bei Versuchstieren oder in Zellexperimenten Krebs auslösen und dann behaupten, das werde beim Mensehen so schon nicht auftreten.

Dieses Zitat von Randall Huber, damaliger Leiter des Umweltreferats der österreichischen Ärztekammer, stammt aus dem Jahr 2005. Es befindet sich immer noch online auf zahlreichen Seiten, zum Beispiel von ORF help, Der Standard oder Die Zeit. Dabei handelt es sich um Berichte über die großangelegte von der EU finanzierte „REFLEX-Studie“. Sie belegt, dass elektromagnetische Felder in der Stärke, wie sie von jedem GSM-Handy (2G) erzeugt werden, einen gentoxischen Effekt auf menschliche Zellkulturen haben. Somit ist die Gefahr für Gehirntumore, Leukämie, Nervenschädigungen und viele andere gesundheitliche Beeinträchtigungen erhöht. Seit damals ist es jedoch immer stiller, gespenstisch still geworden um dieses Thema, obwohl es seit 25 Jahren hunderte Studien gibt, die unerwünschte Effekte belegen. Und mittlerweile haben sich die Strahlungsfrequenzen, das Datenvolumen und die Anzahl der Strahlungsquellen drastisch erhöht.

Auf ähnliche Weise wurde viele Jahre lang von der Industrie und der von ihren Lobbys beeinflussten Politik die potentielle Gesundheitsgefahr zahlreicher anderer Stoffe negiert, bevor gehandelt wurde. Das betrifft etwa Krebs erregende und Hormonsystem, Nerven und Fruchtbarkeit schädigende Substanzen wie Asbest, Amalgam-Zahnfüllungen, Schwermetalle generell, Aluminium, Glyphosat und andere Pestizide, das Insektizid DDT, Phthalate (Weichmacher) in Kunststoffen, Flammschutzmittel in Polstermöbeln, Matratzen und Teppichen, Dioxin in Holzschutzanstrichen, Halogenkohlenwasserstoffe, Feinstaub und andere Gifte in der Luft oder die Immissionen in Wasser und Luft rund um AKWs. Auch die Tabakindustrie wusste Jahrzehnte lang erfolgreich zu verhindern, dass Rauchen als Krebsrisiko anerkannt wurde. Bei Asbest dauerte es fast hundert Jahre von den ersten Warnungen bis zum Verbot.

Anlässlich der Installierung des 5G-Netzes ohne jegliche Prüfung auf gesundheitliche Auswirkungen sind neue Bücher erschienen und zahlreiche — teils bereits langjährig bestehende Vereinigungen — aktiv geworden. In Deutschland haben sich 158 Bürgerinitiativen zum „Bündnis Verantwortungsvoller Mobilfunk Deutschland“ zusammengeschlossen. Fast 200 Initiativen haben sich mit 17 Forderungen an die Regierung gewandt als Reaktion auf deren verharmlosende — als Dialog mit der Bevölkerung getarnte — 5G-Bewerbung. [6]

Grenzwerte — höchstens Beruhigungspillen

Auch der Umweltmediziner und stellvertretende Leiter der Medizinischen Universität Wien Hans-Peter Hutter gehört zu den Warnenden. Er verweist in seinem Buch „Sind wir noch zu retten?“ auf 5tudien, die gesundheitliche Schäden durch Mobilfunk bestätigen. Die möglichen Beeinträchtigungen sind vielfältig, sogar bereits bei Strahlung unterhalb der Grenzwerte. Hutter betont, Grenzwerte — egal um welche Gefährdung es sich handelt — seien immer nur „politische Kompromisse“. (Hutter / Langasch 2021, S. 104) Was sagen Grenzwerte überhaupt aus? Es gibt sie für zahllose einzelne problematische Stoffe. Aber die Summe all dieser, die ein Mensch abbekommt, kann auf die Dauer brenzlig werden. An den Grenzwerten der Handystrahlung ist zudem äußerst fragwürdig, dass nur der Mittelwert herangezogen wird, jedoch nicht die Spitzen der gepulsten Strahlung. Zur Veranschaulichung: Der Durchschnittswert des Drucks auf den Kopf bei mehrminütigem Streicheln ist gleich wie bei einem kurzen heftigen Schlag. Der Unterschied in der gesundheitlichen Auswirkung ist jedoch erheblich. Es kommt also nicht nur auf Stärke und Frequenz der Strahlung an, sondern auch auf die Pulsung.

Das heißt, dass auch Strahlung unter diesen meist irreführenden Grenzwerten Schäden verursachen kann. Diese betreffen vor allem das zentrale Nervensystem, das Immun-, Hormon- und Herz-Kreislauf-System, die Spermienqualität und generell das Wohlbefinden. So können etwa Kopfschmerzen, Konzentrationsstörungen, Nervosität, Tinnitus, Schlaflosigkeit und Depression die Folge sein. Besonders auffällig ist die Zunahme von Gehirntumoren an jener Kopfseite, an der das Mobiltelefon benutzt wird. Die weitreichendste Wirkung ist wohl jene der Störung vieler Zellaktivitäten. Diese werden nämlich mit schwacher natürlicher elektromagnetischer Strahlung gesteuert. Durch Resonanzen kann es zu massiven Störungen kommen, etwa zu Zellstress, Erschöpfung der Zellenergie, Brüchen in der Erbsubstanz der DNA, Schädigung der Zellreparaturmechanismen und zur Öffnung der Kalzium-Kanäle, letztlich zu oxidativem Stress und zu Krebs.

Auch bei Pflanzen und Tieren wurden massive Schädigungen festgestellt. Viele Insekten, darunter Bienen, Zugvögel oder auch Wale werden in ihrer Orientierung stark beeinträchtigt. Die magnetischen Kristalle in ihrem Nervensystem — auch Menschen haben solche im Gehirn — dienen normalerweise als Empfangsantennen für Erdmagnetfelder und für die natürliche elektromagnetische Strahlung. Die milliardenfach höhere und gepulste Strahlung stört diese Lebensbedingungen jedoch erheblich. Auch bei strahlungsbelasteten Rindern wurden vermehrt Fehlgeburten und viele andere Schäden festgestellt — zum Beispiel grauer Star oder Erblindung. Elektrosensible Menschen werden oft als psychisch krank behandelt, weil ihre Beschwerden ja angeblich nur von der Furcht vor Strahlung herrühren würden. Bei Tieren zielt dieses Argument wohl ins Leere.

Generell ist zu bedenken, dass sich sämtliche Belastungen nicht summieren, sondern multiplizieren. Das heißt, Beschwerden aller Art können durch Strahlung stark erhöht werden. Mobilfunk, also hochfrequente Funktechniken — das ist Strahlung zwischen 100 Kilohertz (100.000 Schwingungen pro Sekunde) und 300 Gigahertz (300 Milliarden Schwingungen pro Sekunde) —, die bei permanenter oder oftmaliger Strahlung gesundheitlich problematisch sein können, gibt es teilweise schon länger als Handys und Smartphones. Dazu gehören auch Schnurlostelefone, WLAN, Bluetooth, Mikrowellenherde, Babyphone, Smart Meter, Radar, Funkanwendungen in Autos, RFID, Behördenfunk TETRA für Blaulichtorganisationen, Richtfunk, Satellitenfunk bei 5G, Powerline oder PLAN, Rundfunk und Fernsehen. Es wurden also bereits Erfahrungen mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen gesammelt. Deshalb waren in der DDR die Grenzwerte für diese Funkstrahlung tausendfach niedriger als heute in Deutschland. (Vgl. Hutter / Langasch 2021, S. 141-165; Buchner / Krout 2021, S. 34-86; Mutter 2020, 823-108; http://www.dignose-funk.org)

Hans-Peter Hutter kritisiert in einem Interview die konstante Ignoranz und Fahrlässigkeit der Politik. Diese folge schlicht der Industrie anstatt den wissenschaftlichen Warnungen. Die Industrie wiederum setzt auf ein „breites Bashing unabhängiger Wissenschaft, und das obwohl diese die Technik nicht generell ablehnt. [...] Letztlich ist zu befürchten und in Ansätzen bereits spürbar, dass die wenig rücksichtsvolle Art der Telekommunikationsbranche auch auf andere Industriezweige überschwappen kann.“ [7]

Europaweiter Stopp von 5G gefordert

Auch Thomas Szekeres, bis März 2022 Präsident der Österreichischen und der Wiener Ärztekammer sprach im November 2019 Klartext im Rahmen der Präsentation des „Österreichischen Infrastrukturreports 2020“ beim Infrastruktursymposium Future Business Austria — „Zukunftsinfrastruktur 5G: Vom digitalen Traum zur Wirklichkeit“. Er weist darauf hin, dass zahlreiche Studien die Annahme eines kausalen Zusammenhangs zwischen Mobiltelefonnutzung und Krebs erhärtet hätten. Und weltweit gäbe es bereits mehrere Gerichtsurteile, sogar Höchstgerichtsurteile, die die Gesundheitsschäden durch Mobilfunkstrahlung unmissverständlich belegen. Die Politik müsse endlich ihrem gesetzlichen Auftrag nachkommen und das Vorsorgeprinzip walten lassen. Vielerorts wurde der 5G-Ausbau bereits gestoppt: in Städten wie Brüssel, Genf, Florenz, Grenoble, irn Silicon Valley, im gesamten Bundesstaat Hawaii, im gesamten Land Slowenien, in 600 italienischen Gemeinden und in vielen anderen, auch österreichischen Gemeinden. Szekeres verweist, wie alle anderen Expertinnen und Initiativen, auf nicht potenziell gesundheitsgefährdende kabelgebundene Alternativen, die schneller und datensicherer wären. Und bezüglich drahtloser Datenübertragung stünden auch Frequenzen im Infrarot-Spektrum und im Lichtspektrum als LiFi (Light Fidelity) zur Verfügung. [8]

Die Salzburger Nachrichten verweisen in einem selten kritischen Beitrag über Mobilfunk sogar auf den Bundesrechnungshof. Dieser hat „im Bericht über die Einführung intelligenter Messgeräte (Smart Meter) festgestellt, dass Österreich über keine Rechtsgrundlagen zum Schutz der Allgemeinbevölkerung vor der Einwirkung durch elektromagnetische Felder in den Bereichen Elektrizität, Telekommunikation und Gesundheit verfüge. Eine entsprechende Verordnung zum Schutz der Bevölkerung sei zu prüfen.“ [9]

Regierung ignoriert eigene Studie

Aufgrund der möglichen Gefahren bestätigt schließlich auch die 2019 vom österreichischen Parlament in Auftrag gegebene Studie die Forderung nach einem 5G-Moratorium. Diese Analyse wurde vom Institut für Technikfolgenabschätzung (ITA) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) gemeinsam mit dem Austrian Institute for Technology (AIT) durchgeführt. Das sind durchaus regierungs- bzw. industrienahe Einrichtungen. Der 130-seitige Abschlussbericht befindet sich seit Frühjahr 2020 auf der Internetseite des Parlaments. [10] Mediale und politische Reaktionen: Null! Stattdessen gingen unverzüglich die ersten 350 5G—Standorte in Betrieb und der damalige Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) verkündete: „Wir haben das Ziel, Österreich zu einer der führenden Digitalnationen Europas zu machen.“ Und das rote Wien brüstet sich ohnehin seit geraumer Zeit in zahlreichen großformatigen Zeitungsinseraten:

„Wien Wird 5G Hauptstadt. Das schnellste Netz Europas. Wien Wird die erste Stadt Europas mit Hächendeckendem 5G—Netz. Dafür sorgen Wir mit einem 20 Millionen Euro starken Investitionsprogramm. [...] Der Ausbau des 5GNetzes und vieles mehr machen Wien zu einem herausragenden Ort zum Leben [...]“ [11] Angesichts dieser Präpotenz der Ignoranz darf es nicht verwundern, wenn unter jenen Menschen, die überhaupt noch die Kraft aufbringen, sich nicht jeder Niederträchtigkeit zu ergeben, auch welche befinden, die anfällig für inadäquate Reaktionen sind.

Rudolf Schober von der Solidarwerkstatt in Linz ist seit Vielen Jahren in Sachen Digitalität ehrenamtlich engagiert. Er schreibt angesichts des „brüllenden Schweigens“ zur Regierungsstudie von „neoliberaler, konzerngetriebener Kommandowirtschaft“. Auch er fordert Alternativen: den „flächendeckende Ausbau von Breitband in Form von Lichtwellenleiter in ganz Österreich. [...] Für die 5G-Mobilfunktechnik kann einzig eine örtliche Campuslösung in Betracht gezogen werden, das heißt räumlich begrenzte Versorgung von Industrie und Gewerbe, an deren Produktionsstätten, bei Gesundheitswesen und Wissenschaft in deren Arbeits- und Forschungslabors, ohne flächendeckende Belastung von Mensch und Natur durch Funk [...]“ [12]

„War Game Memo“

Die Mobilfunkindustrie mit ihrer enorm zahlungskräftigen Lobby hat tatsächlich ganze Arbeit geleistet. Mit welchen Methoden arbeitet sie? Die Wissenschaftlichkeit von Studienergebnissen wird stets angezweifelt. Wenn das schwer möglich ist, werden die Wissenschaftler:innen eingeschüchtert, diskreditiert und verleumdet. Die Reproduzierbarkeit der Ergebnisse wird generell in Frage gestellt, anstatt dessen wird eigene Forschung finanziert und kontrolliert. Weltweit werden einheitliche Pressemitteilungen und Sprachregelungen verbreitet und ausgesuchtes Personal für Presseanfragen geschult. Ungeachtet der zahlreichen Warnungen wurde jahrzehntelang jedes Gesundheitsrisiko ihrer Produkte und Anwendungen abgestritten. Mittlerweile finden sich allerdings bereits in Gebrauchsanweisungen Warnungen, um im Krankheitsfall nicht geklagt werden zu können. Versicherungen haften nämlich für keinerlei Schäden durch Mobilfunk. Diese haben bereits „gelernt“ etwa aus den vielen Krebsfällen durch Asbest, die noch jahrzehntelang nach der Kontaminierung auftreten können. Aber in den 1990er Jahren reagierte die Mobilfunkindustrie mit organisierter Abwehr von Erkenntnissen. Motorola ließ sich von einer der weltweit größten PR-Agenturen — spezialisiert auf politisches Lobbying — beraten, wie man die Forschungsergebnisse unglaubwürdig machen kann. Ergebnis war das „War Garne Memo“, ein interner Kriegsspielplan. Rufmord ist das Erfolgsrezept. Das haben unter anderem auch die Mediziner Henry Lai und George Carlo aus den USA zu spüren bekommen, zwei Vorreiter in der Forschung über Mobilfunk. Oder auch Wilhelm Mosgöller und Michael Kundi von der Wiener Medizin-Universität. [13]

In Österreich bietet die Mobilfunkbranche ebenfalls Aufklärung nach ihrem eigenen Gutdünken. Die Anbieter haben sich 1996 zum Forum Mobilkommunikation, einer freiwilligen Interessensvertretung, zusammengeschlossen. Ihre Internetseite [14] bietet ein reichhaltiges Studium ihrer kruden Vorstellungen von „verantwortungsvollem Umgang mit Mensch, Technologie und Umwelt“. Hier wird auch erklärt, wie jene Menschen — die nicht von der völligen Harmlosigkeit der M0bilfunkstrahlung überzeugt sind — einzuordnen wären, und wie mit ihnen umgegangen werden soll.

Kampfroboter und Smart City

Um all die geplanten Zukunftsvisionen umzusetzen, braucht es bis zu 100.000 neue Satelliten im All. Alleine dem SpaceX- und Starlink-Chef Elon Musk schweben bis zu 42.000 vor. Damit soll auf jedem Fleckchen Erde und Meer eine Verbindung mit 5G-Funk möglich sein. Die Militarisierung des Weltraums braucht ebenfalls satellitengestützte Raketen und allerlei mörderische Objekte im All, die großteils im Geheimen entwickelt werden. Bisweilen sind über 4.000 Satelliten unterwegs, die die für uns vielfach wichtige Ionosphäre beschädigen und vermüllen. Aber bei neuen militärischen Entwicklungen fallen doch immer auch gewinnbringende Nebenprodukte für den Zivilbereich ab. Waren es einst Teflonpfanne und PC, so wird es in Zukunft die Smart City mit dem Internet der Dinge sein. All unsere gechippten Gegenstände, unsere Smartwatches und Datenbrillen stehen dann miteinander und mit den Stationen permanent in Verbindung. Sie verstrahlen uns nicht nur Tag und Nacht in der Wohnung und im Freien, sondern sie lassen auch den Verbrauch von Energie und anderen Rohstoffen rapide ansteigen.

Das lukrativste Nebenprodukt ist die Totalüberwachung und Steuerung jedes Individuums. Peter Hensinger, stellvertretender Vorsitzender der kompetenten und höchst umfangreich tätigen deutschen Initiative diagnose:funk gibt zu bedenken:

Noch nie hat eine neue Technik so fundamental psychosoziale und demokratische Strukturen verändert. Daten sind das Gold des 21. Jahrhunderts. Die Industrie fordert das Recht auf die 360-Grad-Kundenanalyse, bereits bei Kindern. Der gläserne Konsument, erschaffen durch Big Data, ist eine Bedingung für das Anheizen des konsumorientierten Wachstums. [15]

Vielfach wird auch vor dem Einsatz der biometrischen Gesichtserkennung im öffentlichen Raum gewarnt. Manche europäischen Großstädte sind bereits mit entsprechenden Kameras ausgerüstet. Die Möglichkeiten aller bisherigen Diktaturen waren Kinderkram dagegen. Aber der öko-smarten Zukunft wird allerorts vollmundig gehuldigt. „Der Mensch in der Mitte“, lautet das Motto der digitalen Agenda 2025 für Wien. „Die industrielle Revolution hat die Menschen noch zu Maschinen-Sklaven gemacht“, aber nun soll das befreiende Digitalzeitalter anbrechen. „Dass die digitale Revolution im Gegensatz zur industriellen dem Menschen dienen soll. Darüber dürfte hoffentlich Konsens herrschen.“ [16]

Nicht nur die österreichische Regierung ignoriert die in Auftrag gegebene Studie, sondern auch die deutsche schenkt den Gutachten des Wissenschaftlichen Beirats der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen (WBGU) wenig Aufmerksamkeit. Bereits 2019 sah der Beirat dringenden Handlungsbedarf angesichts einer wachsenden gesellschaftlichen Ungleichheit durch die Digitalisierung sowie einer zunehmenden Machtkonzentration aufgrund der Aufhebung der Privatsphäre und der Überforderung der Regierungen. Zum 517 Seiten starken Gutachten „Unsere gemeinsame Digitale Zukunft“ heißt es:

Die Digitalisierung entfaltet ihre disruptive Kraft mit großer Geschwindigkeit und globaler Reichweite, während ihre Regulierung größtenteils nacheilend erfolgt. [...] Die Menschheit ist im Begriff nicht nur den Planeten irreversibel zu verändern, sondern auch sich selbst. [17]

Seit 2020 hat sich die Problematik dieser Kritikpunkte durch die zahlreichen Corona-Maßnahmen drastisch verschärft. Dennoch bleiben die Warnungen und Vorschläge ungehört.

Impfen mit Bedacht

„Impfen ist die beste Medizin!“, lautete die Maxime bereits vor Corona. Als Krönung der medizinischen Kunst, ja, als Versicherung gegen vielerlei gesundheitliche Gefahren werden Vakzine propagiert. Je mehr desto besser. Es wird akribisch geforscht an Impfungen aller Art — gegen Bluthochdruck genauso wie gegen Kokain-Sucht. Aber bereits vor der Entwicklung der Covid-Impfstoffe gab es vielfache Kritik. Allerdings nicht von der offiziellen österreichischen Ärzt:innenvertretung, der Ärztekammer.

Der Münchner Arzt und Impfexperte Martin Hirte hingegen, Mitbegründer der Initiative „Ärztinnen und Ärzte für individuelle Impfentscheidung e.V.“, [18] hat 2012 ein fundiertes Standardwerk zu allen Impfungen, Impfstoffen und Impfschäden verfasst, das regelmäßig aktualisiert aufgelegt wird. Impfungen sind der intensivste pharmazeutische Eingriff in das Immunsystem gesunder Menschen.

Sie üben vielfältige und unüberschaubare Einflüsse auf den Körper aus — sie sind nicht zu vergleichen mit der normalen Auseinandersetzung des Organismus mit Krankheitserregern. [...] Die Wissenschaft im Impfwesen ist nicht objektiv, sondern unterliegt starken kommerziellen und politischen Einflüssen. [...] Die Abwägung von Nutzen und Schaden durch Impfmaßnahmen bleibt außen vor. [...] Die Auswahl an Impfstoffen wird zunehmend eingeschränkt. Impfstoffe werden ohne eingehende und unabhängige Prüfung der Sicherheit zugelassen und öffentlich empfohlen. Die Impfempfehlungen verstoßen damit gegen die grundrechtlichen Schutzpflichten des Staates und sind verfassungsrechtlich bedenklich. [...] Das Impfwesen ist weltweit dominiert von einem medizinisch-industriellen Komplex, der möglichst hohe Impfraten zum Ziel hat. [...] Impfkomplikationen und Langzeitwirkungen werden kaum registriert und erforscht.

(Hirte 2018, 5.133f.)

Auch das „Deutsche Netzwerk Evidenzbasierte Medizin e.V.“ geht nicht mit der gegebenen Praxis konform und fordert in seiner Stellungnahme vom 2. Mai 2019 „eine differenzierte Bewertung von Impfungen und evidenzbasierte Entscheidungshilfen“ anstatt einer Impfpflicht. In dem Statement heißt es unter anderem: „Die mediale Berichterstattung ist wenig differenziert. [...] Generalisierend wird von ‚den Impfungen‘ gesprochen. Lagerbiidung und Simplifizierung werden der Komplexität der einzelnen Impfverfahren jedoch nicht gerecht. Wir können ja auch nicht behaupten, dass chirurgische Eingriffe generell nützlich oder abzulehnen sind [...]. So ist auch jede Impfung für sich unter den Aspekten von Wirksamkeit, unerwünschten Effekten und Kosten zu beurteilen. Allein die Impfempfehlung durch die STIKO (Ständige Impfkommission) oder die Kostenübernahme durch die Krankenversicherung geben noch keinen Aufschluss über das langfristige Nutzen-Schaden-Verhältnis bei Implemenderung eines Impfverfahrens in ein Gesundheitssystem.“ [19] In Österreich gibt es zwar — außer der Anfang 2022 beschlossenen, jedoch sogleich wieder ausgesetzten Covid—Impfung keine Impfpflichten. Aber die im Impfpian vorgesehenen Impfungen für Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre haben sich seit den 1980er Jahren von elf auf 32 erhöht; die jährliche Grippeimpfung nicht mitgezählt. In den europäischen Ländern gibt es jedoch überwiegend eine Impfpfiicht. Ausgenommen sind neben Österreich Großbritannien, Irland, die Niederlande, Luxemburg, Schweden und Finnland. In Belgien besteht Impfpflicht nur gegen Kinderlähmung und in Deutschland seit März 2020 gegen Masern. In den meisten anderen EU—Ländern sind neun bis 14 Impfungen Pflicht. Manche davon müssen mehrfach verabreicht bzw. aufgefrischt werden. In Italien gibt es seit 2017 zehn und in Frankreich seit 2018 elf Pflichtimpfungen.
Auch für Österreich fordern viele Politiker:innen eine Impfpflicht für Kinder — und Jugendliche. Der Druck auf die Eltern wurde stark erhöht. Und es wird — nicht erst seit Corona — dabei massiv mit Angst gearbeitet. Merkwürdigerweise hinterfragt niemand, warum die Impfpläne in den EU-Ländern recht unterschiedlich lauten. (Vgl. Wölflingseder 2021)

Totimpfstoffe mit problematischen Zusatzstoffen

Das gängige Argument, mittels Impfungen wurden doch alle schweren Krankheiten ausgerottet, stimmt nur bedingt. Lediglich die Pocken und großteils die Kinderlähmung konnten mit Impfungen besiegt werden. Gegen Pest, Cholera und Typhus gab es nie eine Impfung. Sie verschwanden, weil sich die Lebensbedingungen verbessert haben. Eine weitere unredliche Argumentation ist das Pochen auf den Herdenschutz. Einen solchen — also Schutz vor der Ansteckung durch andere — bieten aber nur wenige Impfungen: jene gegen Masern, Mumps, Röteln und bedingt Windpocken.

Bei vielen Impfstoffen besteht dringender Verbesserungsbedarf. Gab es früher vor allem Impfungen mit lebenden, also vermehrungsfähigen Keimen, die sogenannten Lebendimpfstoffe, so sind heute zunehmend Impfungen mit abgetöteten Keimen, die sogenannten Totimpfstoffe in Verwendung. Diese funktionieren allerdings nur mit Wirkstoffverstärkern, mit den sogenannten Immunverstärkern (Adjuvantien) — als solche dienen Aluminiumsalze. Es gibt zahlreiche Hinweise, dass sie große gesundheitliche Probleme verursachen können. Während die offiziellen Vertreter:innen des Impfwesens dies bestreiten, Wird auf internationalen Kongressen zum Thema Autoimmunerkrankungen immer öfter die Problematik der Wirkstoffverstärker und der Konservierungsmittel — meist Quecksilber — neben anderen Umweltgiften als Mitverursacher für diese Erkrankungen unter die Lupe genommen. Laut dem österreichischen Medizinpublilisten Bert Ehgartner wird in manchen internen Informationen der Hersteller sogar selbst auf diese Problematik hingewiesen. [20]

In den letzten 30 Jahren haben schwere chronische Autoimmunerkrankungen — vor allem auch bei Kindern — ein besorgniserregendes Ausmaß angenommen. Ein Drittel der Bevölkerung in den Industrieländern leidet darunter. Dazu gehören Neurodermitis, Schuppenflechte, Asthma, Allergien, Hashimoto (chronische Schilddrüsenentzündung), Typ-I-Diabetes, Multiple Sklerose, Autismus, Polyneuropathie, Morbus Crohn (chronisch entzündliche Darmerkrankung), Narkolepsie (Schlafkrankheit) und andere. Auch beim plötzlichen Kindstod ist ein Zusammenhang mit Impfungen, insbesondere mit bestimmten Fünf- oder Sechsfachimpfstoffen, bemerkt worden. Bei Säuglingen, die in den Tagen oder Wochen nach Impfungen Krampfanfällle bekommen oder stundenlang schrill schreien, kann ebenfalls ein Impfschaden vorliegen. Da die gesundheitsschädigenden Einflüsse heute zahlreich sind und die Krankheiten oft nicht akut, sondern — teilweise auch bei Impfungen — erst später auftreten können, ist es meist unmöglich, die Ursache auszumachen. Oft macht auch die Summe zahlreicher Schädigungen krank. (Vgl. Hartmann 2015)

Als die gesundheitliche Problematik von Aluminium bekannt wurde, hat die Kosmetikindustrie sofort reagiert und diesen Stoff aus den meisten Deos verbannt, da er Brustkrebs auslösen kann. Die Pharmaindustrie bleibt dennoch stur bei ihren Wirkstoffen in den Impfungen. Bert Ehgartner, ebenfalls Verfasser eines umfangreichen Buchs über alle Impfungen, hat auch zu Aluminium geforscht. Er erläutert: Dieses Element kommt im Boden nur gebunden vor, aber in isolierter Form hat es im menschlichen Organismus keinerlei Funktion — etwa im Gegensatz zu Zink, Kupfer oder Selen. Deshalb spielt der Körper oft verrückt, wenn es bei Impfungen muskulär gespritzt wird. Das hat übrigens eine ganz andere Wirkung als eine orale Aufnahme. Da Aluminium für den Körper ein gänzlich unbekannter Stoff ist, weiß er nicht, wie er darauf reagieren soll. Studien haben ergeben, dass viele auf Lebensmittel allergisch werden, die gemeinsam mit Aluminium verabreicht werden — so etwa auf Hühnereiweiß, das oft Bestandteil von Impfstoflen ist. (Vgl. Ehgartner 2012, 2014, 2019)

lmmunsystemstärkende Impfungen

Es gibt Forschungsansätze, Impfungen in unbedenklicherer Form zu verabreichen. Etwa sie zu inhalieren oder unter die Haut anstatt in den Muskel zu spitzen — dabei sind keine schädlichen Aluminiumsalze nötig. Es sind aber bereits bzw. noch immunsystemstärkende Impfungen in Verwendung, jene mit Lebendimpfstoffen. Sehr spannend lesen sich die ausführlich beschriebenen Begegnungen sowohl von Bert Ehgartner als auch von David Sieveking mit dem dänischen Arzt Peter Aaby, der ihnen vorn jahrzehntelangen Weg zu seinen Erkenntnissen erzählte. Aaby und sein Team arbeiten seit über 40 Jahren im westafrikanischen Guinea-Bissau. Bei seinen Studien ging es auch um die Impfungen. Es zeigte sich Erstaunliches. „Die Masernimpfung hatte derart positive Auswirkung auf das Überleben, dass dies nicht durch die Vermeidung der Masern zu erklären war“, erläutert Aaby. „Sogar in Jahren ohne Masernwellen hatten die geimpften Kinder eine doppelt so hohe Chance, die Regenzeit zu überleben als ungeimpfte.“ Dieselbe Tendenz zeigte sich auch bei anderen Lebendimpfungen, etwa gegen Tuberkulose oder Polio. Aabys Erklärung: Lebendimpfstoffe haben unspezifische positive Effekte auf das Immunsystem, so dass die Abwehrkräfte insgesamt gestärkt werden. Bei Impfungen mit abgetöteten Wirkstoffen und Aluminiumsalzen kehrte sich der Trend hingegen um, die Abwehrkräfte wurden geschwächt, und die Kinder starben öfter an Lungenentzündung, Malaria oder einer Durchfall-Erkrankung. Zahlreiche weitere Studien in vielen Ländern, auch in Dänemark, kommen ebenfalls zu diesem Ergebnis. Dennoch möchte weder die WHO noch die Pharmaindustrie seit Jahrzehnten etwas davon wissen. Etwa zwei Drittel der verabreichten Impfungen bestehen aus Totimpfstoffen mit Aluminium-Wirkstoffverstärkern. Verwunderlich, da es ja auch weniger bedenkliche gäbe. Die Auswahl wird leider zunehmend reduziert, und auch der Zugang zu Einzelimpfungen immer schwieriger. Oft werden nur mehr Mehrfachimpfungen angeboten. (Vgl. Ehgartner 2019, Sieveking 7.018, Hirte 2018)

Unhinterfragbare Heilsversprechen

Wenn wir zulassen, dass das Gesundheitswesen endgültig von Big Pharma, und das Kommunikations- und Informationsmanagement von Big Data übernommen wird, werden diese wichtigen Lebensbereiche zum Spielball ihrer Lieblingsbeschäftigung: Make Big Money. Von den Regierungen ist wenig Regulatives zu erwarten. Sie sind zunehmend zur Exekutive der globalen Player geworden. Selbst bei der WHO ist der Einfluss der Pharmakonzerne kein geringer. (Vgl. Hunko 2020 mit zahlreichen Quellen, Franck 2017, Lasko 2020)

Mit religiöser Heilserwartung sollen wir all die technischen und pharmazeutischen Erlösungsangebote freudig empfangen. Wer auch nur leise Zweifel an diesen oktroyierten Wohltaten hegt, scheint bereits verdächtig. Ein Großteil der Weltbevölkerung braucht jedoch dringend viel Grundlegenderes. Aber jene, die an den krankmachenden Verhältnissen Kritik üben, werden tunlichst überhört. Einerlei, ob der Papst ermahnt, dass „diese Wirtschaft tötet“, oder ob der Club of Rome, der Weltklimarat oder die Welthungerorganisation seit Jahrzehnten das Wort erheben. Einerlei, ob das Verbot von Landraub und illegaler Abholzungen gefordert wird. Einerlei, ob FriedensforscherInnen, EthikerInnen und DatenschützerInnen ihre Beunruhigungen kundtun. Einerlei, ob Bürgerinitiativen gegen Lärm, Abgase und Overtourism protestieren. Einerlei, ob ÄrztInnen Mobilfunkanlagen in der Nähe von Kindergärten und Schulen und WLAN in allen Bildungseinrichtungen für absolut unverantwortlich halten. Einerlei, ob Caritas, Gewerkschaft oder MindestsicherungsempfängerInnen und ArmutspensionistInnen die rasante Ausbreitung von Armut — vor allem durch unbezahlbare Mieten — anprangern. Wen kümmert es? Was ändert sich dadurch?

Es gilt die Mechanismen sichtbar zu machen, die solche Ohnmacht hervorbringen. Und aufzuzeigen, dass eine radikale Kehrtwende dringend von Nöten ist. Anstatt dessen lassen wir zu, dass die Gesellschaft gespalten wird, und dass KritikerInnen und AnalytikerInnen an den Pranger gestellt und ihre Argumente als Schwurbelei lächerlich gemacht werden. Die Bandbreite dessen, was überhaupt noch geäußert werden darf, ohne sofort ins verschwörerische rechte Eck gestellt zu werden, ist schmal geworden. Die stets als vertrauenswürdig beschworenen Medien sind bereits weitgehend auf Linie gebracht und bedeutende Treiber der Hetze. Die Methoden sind altbekannt, aber schon lange nicht mehr so massiv eingesetzt worden. Dazu zählen Diffamierung, das Absprechen jeglicher Kompetenz, der Vorwurf der Kontaktschuld, [21] Edit-Wars und Mobbing auf wikipedia sowie gerichtliche Klagen. Auch vor der Bedrohung von Leib und Leben wird nicht zurückgeschreckt. Ortwin Rosner zeigt in zwei ausführlichen Beiträgen auf, wie es zur „Verrohung des öffentlichen Diskurses“ gekommen ist, wie „ein Klima der Einschüchterung, der Angst und der Denunziation“ geschaffen wird. Viele Maßnahmen der Regierungen erinnern an „Konzepte totalitärer Staaten, die längst überwunden geglaubt waren“. (Rosner 2020, 2021)

Opt-out gibt es keines

Wir können in kein Exil fliehen, opt-out wird es keines geben! Die Verstrahlung mit hochfrequentem Funk wird total sein — auf dem gesamten Globus und im All. Und die Impfpflichten sind seit Jahren stark im Steigen. Die vielen Türen, die im Zuge der 1968er Bewegung bis in die 1990er Jahre in alien gesellschaftlichen Bereichen in Richtung Emanzipation und Partizipation aufgestoßen wurden, scheinen heute fest verschlossen. Die Erkenntnisse einst vielbeachteter kritischer Wissenschaftler wie Günther Anders, Erwin Chargaf£ Robert Jungk, Ivan Illich oder Paolo Freire würden heute wohl als Fake News in Abrede gestellt. In Zeiten, in denen „Wissenschaftsfeindlichkeit“ zum Kampfbegrifl geworden ist, ist es allerhöchste Zeit, uns an das Erbe kritischer Wissenschaft zu erinnern, uns nicht einschüchtern zu lassen und den gravierenden Fehlentwicklungen vehement entgegenzutreten. Die Worte des Zukunftsforschers Robert Jungk (1913-1994) sind aktueller denn je, obwohl sie bereits Mitte des vorigen Jahrhunderts formuliert wurden. (Den ersten Satz zitiert er von John von Neumann):

Wir haben mit den Mächtigen paktiert und uns von ihnen für ihre Ziele einspannen lassen. [...] Wir lehnen die Prätention der angewandten Wissenschaft ab, [...] denn die Technik, die Atomindustrie, die in die Natur eingreifende Biologie, die menschensortierende und praktische Psychologie haben den Weg der Wahrheit verlassen und sich zu Instrumenten der Versklavung machen lassen. Indem sie der Unmenschlichkeit Vorschub leisten, gefährden sie die Quelle jeden möglichen wirklichen Fortschritts: die furchtlos fühlende und denkende Persönlichkeit.

(Jungk 1952, 5. 190)

[1http://www.gappeal.eu (Alle Links in diesem Beitrag wurden — wenn nicht anders angegeben — am 1. November 2021 zuletzt abgerufen.)

[2disrupt (engl.): stören, unterbrechen, zerbrechen

[3http://www.nachdenkseiten.de/ ? p=749 69#h02

[7Interview vom 28.8.2018, http://www.credoweb.at

[12www.solidarwerkstatt.at/digital/studie-des-oesterreichischen-parlaments-
bestaetigt-die-notwendigkeit-eines-5g-moratoriums

[13Vgl. Video von Klaus Scheidsteger 2019: War-Gaming für den Profit — Mobilfunkstrahlung, Krebsgefahr & Industrielobbyismus, verlinkt auf: www.diagnose—?lnk.org/publikationen/artikel/detail&newsid=l4s6

[15www.diagnose«funk.0rg/publikationen/dokumente-downloads/fachpublikationen

[16Andrea Schröder, in: Wien weekend Magazin Nr. 15, 30.9./1.10.2021‚ S. 10

[20Shoenfeld, Yehuda / Agmon«Levin, Nancy / Tomljenovi, Lucija (Hrsg.): Vaccines & Autoimmunity, Hoboken 2015 und Mail von Ehgartner vom 13.4.2022: „Außerdem berichten die Hersteller neuartiger Adjuvantien gerne über die Nachteile der alten Adjuvantien.“

[21Selbst wer nur in die Nähe einer „falschen“ Person gerät, steht automatisch unter Verdacht, „schuldig“ zu sein. Sei es, dass mich jemand zitiert, oder ich nur mit jemand spreche, der in den Augen der Faktenchecker nicht lupenrein ist.

aus: Martin Birkner (Hg.), Emanzipatorische Wissenschaftskritik in Zeiten von Klimakrise und Pandemie, Wien-Berlin 2022, Mandelbaum Verlag, 240 Seiten, 20 Euro.

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Erstveröffentlichung im FORVM:
Oktober
2022
Autor/inn/en:

Maria Wölflingseder:

Geboren 1958 in Salzburg, seit 1977 in Wien. Studium der Pädogogik und Psychologie. Arbeitsschwerpunkt: Kritische Analyse von Esoterik, Biologismus und Ökofeminismus; zahlreiche Publikationen. Bei den Streifzügen seit Anbeginn. Mitherausgeberin von „Dead Men Working“ (Unrast-Verlag, 2004). Nicht nur in der Theorie zu Hause, sondern auch in der Literatur, insbesondere in der slawischen. Veröffentlichungen von Lyrik sowie Belletristik-Rezensionen.

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