Zeitschriften » Context XXI » Print » Jahrgang 2005 » Heft 3-4/2005
Alexander Emanuely

Liebe Leserinnen und Leser!

Nestroy hat einmal geschrieben: „Wenn alle Stricke reißen, dann häng ich mich auf.“

Nach Durchforsten unserer Buchhaltung haben sich unsere Visionen — die immer jene alternativer Medienmache­rInnen wohl sein müssen — bewahrheitet: wir stehen kurz vor dem Ruin. Standen wir schon zwar immer, doch war da immer ein letzter Strick — an dem wir uns nicht aufgehängt, sondern kräftig gezogen haben, damit Context XXI ebenfalls weiter zieht. Nun hat sichs aber ausgezogen und wir stehen ganz nackt da. Vielleicht so ganz nackt auch nicht, da immerhin zwei Dutzend Texte druckreif in der Schublade aufs Verschicken warten.

Doch wieso Ruin? Wir — die Redaktion und die AutorInnen — arbeiten ehrenamtlich, mit viel Ehre und wenig Amt, laufen für die Zeitungen nicht nur Tastaturen kaputt und Festplatten voll, sondern auch Türen größerer FörderInnen ein. Nicht ganz vergeblich, doch vergeblich genug.

Woher dann die finanzielle Not? Alternatives Medium heißt: nicht gewinnbringend fürs Medium, sondern für die LeserInnen (so hoffen wir) und kostendeckend für Druck und Versand, für die Miete und das Telephon & etc ...

Nur decken sich die Kosten nicht, schon gar nicht, wenn gerade 1/3 der LeserInnen ihr Abonnement bezahlen. Wir mögen zwar nicht der Wiener Musikverein sein und bieten auch Sonntags keine Matineekonzerte, doch wenn ich mir die Zahl der AutorInnen der letzten sechs Jahre anschaue, dann haben wir doch ein ziemlich großes Orchester zusammengestellt — und Musik gibt es auch, wenngleich eine ziemlich atonale.

Nein, zum guten Ton gehört Context XXI nicht, denn gute Töne haben es an sich, angepasst, wohlklingend und brav zu sein. Als braves Blatt hätte Context XXI vielleicht mehr InserentInnen, mehr Rückhalt in dem Staate Ös­terreich und seinen Institutionen, also mehr Geld — hätte es dann aber auch eine Existenzberechtigung? Wohl kaum, denn an braven MeinungsvervielfältigerInnen gibt es schließlich genug. So stehen wir da, als Zeitschrift mit einer anschaulichen Existenzberechtigung, jedoch mit finanziellen Mitteln, die mehr als deprimierend sind.

Nun ist es an uns, bei jenen LeserInnen zu schnorren, die uns schon unter die Arme gegriffen haben und jene Le­serInnen aufzufordern ihren Beitrag einzuzahlen, die dies noch nicht taten — weils sonst vor lauter Verarmung keine Arme mehr gibt. Und die brauchen wir, um weiter am Strick zu ziehen, am richtigen nämlich: an jenem, der uns weiter in der Öffentlichkeit pendeln lässt, ganz ohne dass es uns dabei an den Kragen geht.

Herzlichst
Alexander Schürmann-Emanuely

FORVM des FORVMs

Vorgeschaltete Moderation

Dieses Forum ist moderiert. Ihr Beitrag erscheint erst nach Freischaltung durch einen Administrator der Website.

Wer sind Sie?
Ihr Beitrag

Um einen Absatz einzufügen, lassen Sie einfach eine Zeile frei.

Hyperlink

(Wenn sich Ihr Beitrag auf einen Artikel im Internet oder auf eine Seite mit Zusatzinformationen bezieht, geben Sie hier bitte den Titel der Seite und ihre Adresse bzw. URL an.)

FORVM unterstützen

Die Digitalisierung des FORVM und der Betrieb dieser Website ist ein Projekt von Context XXI. Im Rahmen von Context XXI sind bereits 5673 Beiträge veröffentlicht. 9972 Beiträge warten derzeit darauf, der Texterkennung zugeführt und verfügbar gemacht zu werden. Context XXI kann Euch in den kommenden Jahren noch Vieles bieten. Das kann zu unser aller Lebzeiten und dauerhaft nur mit Eurer Unterstützung gelingen. Ganz so wie unsere alternativen Zeitschriften auf Abos angewiesen waren und sind, so ist dieses Projekt auf regelmäßige Beiträge von Euch Lesenden und Nutzenden angewiesen — hier heißen sie halt fördernde Mitgliedschaften:

Persönliche Daten

bzw. zweites Namensfeld bei juristischen Personen

z.B. "p.A. Kommune 1"

einschließlich Hausnummer und ggf. Wohnungsnummer

Mitgliedschaft

Ich trete hiemit dem Verein Context XXI - Verein für Kommunikation und Information als förderndes Mitglied in der gewählten Beitragsgruppe bei. Ich kann meine Beitragsgruppe jederzeit ändern.

SEPA-Lastschriftmandat

Ich/Wir ermächtige/ermächtigen Context XXI – Verein für Kommunikation und Information, Zahlungen meiner/unserer Mitgliedsbeiträge von meinem/unserem Konto mittels SEPA-Lastschrift einzuziehen. Zugleich weise ich/weisen wir mein/unser Kreditinstitut an, die von Context XXI – Verein für Kommunikation und Information auf mein/unser Konto gezogenen SEPA–Lastschriften einzulösen. Ich kann/Wir können innerhalb von acht Wochen, beginnend mit dem Belastungsdatum, die Erstattung des belasteten Betrages verlangen. Es gelten dabei die mit meinem/unserem Kreditinstitut vereinbarten Bedingungen. Zahlungsart: wiederkehrende Lastschrift (Recurrent)

Werbung

Erstveröffentlichung im FORVM:
Juni
2005
Heft 3-4/2005, Seite 51
Autor/inn/en:

Alexander Emanuely:

Seit Juni 1999 Redakteur und von September 2001 bis 2006 geschäftsführender Redakteur, seither Vorstandsmitglied von Context XXI. Vorstandsmitglied des Republikanischen Clubs — Neues Österreich, Sprecher der LICRA-Österreich. Freier Autor in Wien.

Lizenz dieses Beitrags:
Copyright

© Copyright liegt beim Autor / bei der Autorin des Artikels

Diese Seite weiterempfehlen