Zeitschriften » Context XXI » Print » Jahrgang 2001 » Heft 6/2001
Eva Krivanec

Liebe Leserin, lieber Leser!

Wenn weltpolitische Turbulenzen des gegenwärtigen Ausmaßes zeitlich mit einer vorübergehenden Schrumpfung der Redaktion zusammenfallen, passiert es leider, dass die geplanten Erscheinungstermine nicht mehr eingehalten werden können. An dieser Stelle deshalb noch eine nachgetragene Entschuldigung für die Verspätung der letzten wie auch der aktuellen Nummer.

Der bereits angekündigte Gewaltschwerpunkt hat durch den geradezu surrealen — wenn auch höchst realistisch mit der medialen Aufbereitung sensationeller Bilder rechnenden — Kulminationspunkt terroristischer Gewaltakte im Anschlag auf das World Trade Center in New York am 11. September, aber auch durch den als „Kampf gegen den Terror“ bezeichneten Krieg gegen Afghanistan und der damit in Zusammenhang stehenden „Kulturkampf“-Rhetorik, eine neue Dimension erhalten. Die dazu verfassten Beiträge stellen einen, notwendigerweise perspektivischen, Ausschnitt der derzeit geführten Diskussionen dar, sollten aber jedenfalls als Beiträge zu einer der Komplexität des Phänomens gerecht werdenden und weiterhin zu führenden Debatte, nicht als endgültige „Positionierung“ gelesen werden.

Andererseits wollten wir auch dem derzeit herrschenden „Tabula rasa-Phänomen“ — einer nahezu vollständigen Ausblendung sämtlicher Geschehnisse vor oder abseits des 11. September und folgendem — entgegenwirken und eine grundsätzliche Beschäftigung mit dem Themenkomplex „Gewalt“ miteinbeziehen. So enthält der Schwerpunkt neben einer Auseinandersetzung mit wichtigen Gewalttheorien von Hannah Arendt über Walter Benjamin zu Michel Foucault, die auf der Grundlage einer anlässlich der Ereignisse in Genua produzierten Radiosendung von Economy Class für Context XXI bearbeitet wurde, auch einen Beitrag zu Gewalt in der Psychiatrie und ähnlichen staatlichen Institutionen von Heidemarie Grübler.

Auch der letzte Teil der Surrealismus-Serie von Alexander Schürmann-Emanuely kommt um das Thema Gewalt nicht ganz herum, widmet sich aber vor allem dem leidenschaftlichen Verhältnis der Surrealisten zur Langeweile und der subversiven (und keineswegs langweiligen) Kraft der Leidenschaft.

Eine neue Serie, gestaltet von Thomas Schmidinger, wird die historische und aktuelle Situation der Roma und Sinti in mehreren Aspekten behandeln, beginnend mit einer Rezension des Buchs zur nationalsozialistischen Verfolgung der Roma und Sinti von Guenter Lewy.

Der im Frühherbst im Argument-Verlag erschienene Sammelband zur feministischen Politikwissenschaft, rezensiert von Eva Krivanec, zeigt, dass feministische Theoriebildung und Diskussion keineswegs überholt sind und wir uns fast überall befinden, doch nicht in einem post-feministischen Zeitalter, ebensowenig wie in einem post-patriarchalen.

Die nächste Ausgabe von Context XXI wird in Form einer Broschüre zum Thema „Rechtsextremismus, Antisemitismus und Rassismus an österreichischen Universitäten“ in Kooperation mit der ÖH und dem Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstands — aufgrund des Umfangs erst im Jänner — erscheinen.

Bis dahin gibt es wöchentlich Context XXI auf Deinem Freien Radio und — laufend aktualisiert — unsere Website unter: http://www.contextxxi.at.

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Erstveröffentlichung im FORVM:
November
2001
Heft 6/2001, Seite 3
Autor/inn/en:

Eva Krivanec:

Geboren 1976 in Wien. Studierte Philosophie, Politologie, Theaterwissenschaft und Germanistik, lebt in Berlin. Von Juli 2001 bis 2006 Redaktionsmitglied, von September 2001 bis August 2003 koordinierende Redakteurin von Context XXI.

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