Zeitschriften » Context XXI » Print » Jahrgang 2004 » Heft 2-3/2004
Stephan Grigat

Liebe Leserin, lieber Leser!

Context XXI erscheint in einer Republik, in der die Existenz von Antisemi­tismus am liebsten geleugnet wird, und deren Botschaften, wie in Beirut, Veranstaltun­gen mit Rednern von der Ju­denmördertruppe Hisbollah unterstützen, während jenen Menschen, welche der Ver­nichtungsmaschinerie der Nazis den Gehorsam verweigerten, nach wie vor die adä­quate Anerkennung versagt bleibt. Neben der Denunzia­tion dieser Zustände bieten wir Ihnen auch im vorliegen­den Heft wieder einige aus­führlichere theoretische Über­legungen, die sich, sei es in der Auseinandersetzung mit dem jüdischen Messianismus, sei es in der Kritik am Stalinismus, der Überwindung eben jener Zustände in der kapitalen, staatlich organisierten und postnationalso­zialistischen Welt verpflich­tet fühlen.

Auf unserer Homepage finden Sie eine Stellungnah­me der Arbeitsgemeinschaft Wehrdienstverweigerung, Ge­waltfreiheit und Flüchtlings­betreuung zur Kündigung ihrer Herausgeberschaft von Context XXI, welche die Not­wendigkeit der Trennung auch aus Sicht der Redakti­on nochmals deutlich vor Au­gen führt. Ebenfalls auf unserer Homepage finden Sie eine Entgegnung auf eben je­ne Stellungnahme von Han­nah Fröhlich für die Context XXI-Redaktion. Das Thema Krieg und Frieden wird sich auch ohne die Herausgeber­schaft der Arge weiterhin in Context XXI finden, so auch in dieser Ausgabe mit Aus­führungen zu einer Psycho­pathologie des Friedens.

Wir haben die Ausstellung Gastarbajteri, die noch bis zum 11. April im Wien-Museum zu sehen ist, als Anlass genommen, Ihnen einen klei­nen Schwerpunkt zu Migra­tion, Rassismus und Antiras­sismus zu präsentieren. Den Leserinnen und Lesern von Context XXI bieten wir eine Führung durch Gastarbajteri mit unserem Redakteur Tho­mas Schmidinger an. Ort und Zeit finden Sie auf Seite 13. Unser Schwerpunkt setzt sich aber nicht nur mit der Aus­stellung auseinander, sondern auch mit der in den letzten Monaten mehrfach in die Schlagzeilen geratenen Firma European Homecare, die das Menschenverwaltungslager in Traiskirchen betreut. Neben der exemplarischen Be­schreibung des europäischen Migrationsregimes in Spani­en finden Sie auch eine theo­retische Auseinandersetzung mit jenen Ausprägungen des Antirassismus, die mit einer Kritik an der rassifizierenden Kollektivierung von Indivi­duen nichts mehr gemein hat, sondern im Beharren auf schützenswerten kollektiven Identitäten stets beim Angriff auf den Lieblingsfeind der moralischen Weltgemeinschaft landet: Israel.

Sehr gefreut hat uns die Aufmerksamkeit, welche die Context XXI-Sondernummer zu Frauen im Widerstand ge­gen den Nationalsozialismus gefunden hat, die als Begleit­heft zu dem gleichnamigen, von LICRA-Österreich in Ko­operation mit zahlreichen wei­teren Institutionen veranstal­tetem Symposium als Heft 6-7/2003 erschienen ist und nach wie vor bei der Redakti­on bestellt werden kann. Vom Online-Standard über den Bund bis zu diversen feminis­tischen Internetseiten haben sowohl das Heft als auch die Veranstaltungen des Sympo­siums positive bis begeisterte Reaktionen hervorgerufen. Dem starken Interesse an dem Thema hoffen wir auch in die­sem Heft mit dem Beitrag über sowjetische Wider­standskämpferinnen entspre­chen zu können.

Die Abbildungen in die­sem Heft stammen von den Ausstellungen Gastarbajteri und Brecht & Piscator, aus dem Band „Blutigrot und sil­brig hell ...“ Bild, Symbolik und Agitation der frühen Ar­beiterbewegung, erschienen im Böhlau-Verlag und aus der Broschüre Roter Oktober. 70 Jahre Russische Revoluti­on. Die Titelgraphik stammt in diesem Heft erstmals nicht von diE nOt, sondern von no*signal.

Ich darf mich an dieser Stelle von Ihnen, geschätze Leserin und geschätzer Le­ser, wieder einmal als koor­dinierender Redakteur und Redaktionsmitglied verab­schieden.

Ab der nächsten Ausgabe wird Katrin Auer die Funktion der koordinie­renden Redakteurin über­nehmen.

Stephan Grigat, März 2004

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Erstveröffentlichung im FORVM:
März
2004
Heft 2-3/2004, Seite 3
Autor/inn/en:

Stephan Grigat:

Politikwissenschaftler und Publizist, Mitbegründer und wissenschaftlicher Direktor der Kampagne Stop the Bomb in Österreich, Mitglied von Café Critique. Von Juni 1999 bis September 2001, im November 2002 und von Oktober 2003 bis März 2004 Redaktionsmitglied, von Juni 1999 bis September 2000 sowie von Oktober 2003 bis Juni 2004 koordinierender Redakteur von Context XXI.

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