Zeitschriften » Context XXI » Print » Jahrgang 1998 » ZOOM 2/1998

Liebe Leserin, lieber Leser!

Das aktuelle Heft eröffnet mit einer Replik von Manfred Gmeiner auf Franz Schandls Thesen zu Gewalt und Gewaltlosigkeit bzw. -freiheit in der letzten Num­mer. Es folgt eine Reihe von Artikeln, die auf den ersten Blick nicht unbedingt direkt zusammenhängen, aber doch nur die zwei Seiten einer Me­daille beleuchten. Die Vor­derseite zeigt die zunehmend grenzenlose Freiheit des Ka­pitals, für welche neuerdings das Kürzel MAI steht (Seite 28) — der Maibaum am Um­schlag bezieht sich auf mehr als den Erscheinungsmonat dieser Ausgabe. Die Kehrseite ist die zunehmend grenzenlo­se Unfreiheit der Menschen, die innerhalb der Festung Eu­ropa durch das Stichwort Schengen auf ihren Begriff ge­bracht wird. Den Beitrag von Hannes Hofbauer (Seite 23) haben wir mit freundlicher Genehmigung von Autor und Verlag dem jüngst erschienen Buch „Menschenjagd“ (Pro­media, öS 218,—) entnommen, dessen Autorinnen das „Schengenland in Österreich“ einer kritischen Analyse un­terziehen. Die Herausgebe­rinnen Anny Knapp und Herbert Langthaler von der „asylkoordination Österreich“ schreiben im Vorwort:

„Menschenjagd“ doku­mentiert konkrete Maßnah­men Österreichs und anderer EU-Staaten zur Verhinderung von Migration und Flucht im Rahmen des Schengener Ab­kommens. Wie sich diese Po­litik in konkreten Gesetzesbe­stimmungen niederschlägt und für Schutzsuchende auswirkt, wird in den Beiträgen ebenso analysiert wie die Situation von Schubhäftlingen vor und nach der Abschiebung.

An dem Buch haben auch Redaktionsmitglieder der ZOOM mitgeschrieben, ein Ergebnis der neuen Nachbar­schaft mit der asylkoordinati­on, die seit letztem Herbst Wand an Wand mit der ZOOM-Redaktion tätig ist.

Ebenfalls unter Mitwir­kung der ZOOM ist bei Ele­fanten Press das Buch „De­likt: Antifaschismus — Brief­bombenterror in Österreich und Kriminalisierungskam­pagnen von rechts“ erschie­nen (herausgegeben von Wolfgang Purtscheller, Mar­kus Kemmerling und Vaclav Kopecky, mit Gastbeiträgen von Wolfgang Gombocz, El­friede Jelinek, Doron Rabinovici und anderen, ebenfalls um öS 218,—). Die Autorin­nen zeigen auf, wie der rechts­extreme Terror in Österreich als Katalysator für einen markanten Rechtsruck der Ge­sellschaft diente.

„Delikt: Antifaschismus“ hat bereits erste Reaktionen ausgelöst. Ein im Buch nur mit Vornamen genannter Amtsdirektor im Heeresnachrichtenamt fühlt sich in seinem beruflichen Fortkom­men behindert und FP-Klubobmann Ewald Stadler, dem in den Buchbeiträgen eine prominente Rolle zukommt, dokumentiert in einer Serie von vier parlamentarischen Anfragen zum Buch neuerlich seine Position als Denunziant der Republik.

Die Anfragen richten sich gegen Minister Einem, Sicherheistdirektor Sika, Rechtsanwalt Prader einerseits und Wolfgang Purtscheller andererseits sowie gegen die beiden Adressaten von BBA-Bomben Terezija Stoisits — de­ren Namen Stadler, Zufall oder nicht, wiederholt falsch schreibt — und Wolfgang Gombocz. Zwischen den Zei­len entwickelt Stadler die vom rechtsextremen Ministerialrat im Bundeskanzleramt Günter Rehak entwickelte Theorie, Stoisits könnte sich die an sie gerichtete Briefbombe selbst zugeschickt haben, weiter und dehnt diese auf Wolfgang Gombocz aus. Insbesondere den Obmann des sloweni­schen Kulturvereins „Artikel VII“ macht Stadler vom Op­fer zum Täter, indem er etwa vom Innenminister dessen Er­kenntnisse über die Kontakte zwischen Gombocz und Fuchs erfragt und wissen will, warum dieser angesichts die­ser „Tatsachen“ weiter an der Einzeltätertheorie festhält.

Da wir gerade bei Büchern sind, möchten wir unsere Le­serinnen noch einmal auf das nach wie vor sehr aktuelle kritische Handbuch der ZOOM-Mitarbeiter Klaus Heidegger und Peter Stey­rer zum „NATO-Streit in Österreich“ (Thaur-Verlag, öS 248,—) hinweisen. Alle drei Bücher können, sofern im Buchhandel nicht erhältlich, auch über die ZOOM-Redaktion bestellt werden.

Zum Abschluß noch ein Hinweis in eigener Sache: Mittlerweile hat sich das „Bu­reau N° 2 — Agentur für Kom­munikation und Information“ als Zweigverein der Arbeitsgemeinschaft für Wehrdienst­verweigerung, Gewaltfreiheit und Flüchtlingsbetreuung konstituiert. Es wird dem­nächst die Medieninhaber­schaft der ZOOM überneh­men. Herausgeberin bleibt weiterhin die Arge WDV.

Viel Spaß beim Lesen wünscht

die ZOOM-Redaktion
im Mai (nicht im MAI) 1998

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Erstveröffentlichung im FORVM:
Mai
1998
ZOOM 2/1998, Seite 3
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