Zeitschriften » Wurzelwerk » Jahrgang 1982 » Wurzelwerk 15

Liebe Leser!

Was doch Kandidaturbeschlüsse und Wahlerfolge ökologisch orientierter Gruppierungen alles auslösen können!

War es noch vor wenigen Jahren ein Häufchen Unentwegter aus Subkultur und kritischer Wissenschaft, das eine Lanze für die qualitativ völlig neue und wohl bisher größte Herausforderung der Menschheit ritt, so ergrünt heute schon so manche Grauzelle.

Aber wie? Und was ist grün?

Die Publizität der Ereignisse in den letzten Wochen hat uns in der Überzeugung bestärkt, daß, wer einmal Farbe bekannt hat, dabei bleiben sollte.

Wenn auch die Ökologie ihre Unschuld verloren hat, so bedeutet dies doch nicht, daß die Etablierten ihre Schuld damit neutralisieren könnten.

Oder, daß sich Demokratiefeinde damit zu tarnen vermögen.

Etwas ausgesprochen Grundsätzliches zu diesen Themenkreisen fanden wir im „Konkret“ 5/80. Mit freundlichem Einverständnis des Hamburger Verlages drucken wir nun nach, was, — ob nun wieder oder erst jetzt — beeindruckend zutreffend ist. Und uns derzeit wichtiger erscheint als Wahlarithmetik oder Grün-Kosmetik. Nebenstehend also „Vom lieben Gott auf den Zwirn“ ...

Die organisierte Politisierung auch der österreichischen Alternativ-Bewegung — Zeit war es ja — spiegelt sich in den Massenmedien erstaunlich breit, wenn auch meist viel zu oberflächlich wider. Erst verkümmern ökologische Hintergründe und Sachfragen auf Grund ihres „geringen Informationsgehaltes“, „mangelnder Aktualität“, etc., dann verdichten sich negative Auswirkungen und Summationseffekte zu Aufmachern und Schlagzeilen. Erst werden alternative, gegenkulturelle Meinungen, Zellen und Initiativen weitestgehend ignoriert, abgelehnt, ja sogar bekämpft, dann öffnet sich einem politisch organisierten Spektrum plötzlich so manche hehre Pforte. Um differenzierte Vermittlung wird gebeten, denn, wie gesagt, grün ist nicht gleich grün.

In Salzburg wird entfacht agiert, in Wien zeitweise chaotisch sektiert. Bleibt zu hoffen, daß die Synthese in Niederösterreich und der Steiermark gefunden wird. Breite Anerkennung jedenfalls gebührt Erich Kitzmüller von der „Alternativen Liste Graz“ für seine programmatischen Essenzen. Die „Wurzel des Monats“ ist als bescheidener Dank gedacht.

Müll-„Entsorgung“ und „Klär“-Anlagen bilden weitere Schwerpunkte dieser Ausgabe.

Der Erscheinungstermin der „Kamptaler Öko-Nachrichten“ Nr. 2 hat sich aufgrund aktueller Ereignisse und schwebender Verfahren verzögert.

Robert Jungk arbeitet intensiv an seinem neuen Buch. Das angekündigte Interview ist ebenso wie die „Öko-Nachrichten“ für unsere November-Ausgabe vorgesehen. Wir bitten um Verständnhis.

Alle Basis- und Initiativgruppen sind herzlich eingeladen, die „Alternative Liste Niederösterreich“ als Hebel und das WURZELWERK als Sprachrohr zu benutzen. Alle Treffen sind öffentlich.

Wenn einer in die Umwelt geht, dann kann er was erleben. Wenn alle zur AL stehen, wird mancher Bonze beben.

In diesem Sinne hoffen wir, am Beginn einer neuen Demokratiserungsphase zu stehen, Ableger einer humanen und sozialen Entwicklung zu bilden. Bestimmt müssen wir noch viel lernen.

Je mehr Leute sich an diesem Bewußtwerdungsprozeß beteiligen, desto rascher wird er in konstruktivem Handeln fortschreiten. Der Reiz der Gratwanderung liegt im Gleichgewicht. Vom Purzlzwerg zum Knurzelsärg und zurück.

Mit Alternativen Grüßen

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Erstveröffentlichung im FORVM:
Oktober
1982
Wurzelwerk 15, Seite 6
Lizenz dieses Beitrags:
CC by
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