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Gruppe 180°
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Leere Kassen – volle Supermärkte

Komische Welt ist das! Stand letztens in der Zeitung, „wir“ hätten in den letzten Jahren über „unsere“ Verhältnisse gelebt. Außerdem irgendwas von Anspruchsdenken, das in Deutschland zu ausgeprägt sei. Dann kam in den Nachrichten, dass Deutschland wieder Exportweltmeister ist. Das heißt: Niemand überhäuft andere Länder so mit seinem Zeug wie Deutschland. Nicht mal „die Chinesen“ – und das sind viel mehr. Wieso schafft Deutschland denn Sachen außer Landes, wenn es doch scheinbar viel zu wenig gibt? Aber stimmt das überhaupt? Immer wenn ich in den Supermarkt komme, ist der völlig überfüllt. Und jedesmal, wenn ich durch die Innenstadt laufe, macht da ein neues Geschäft auf, um mir irgendwas zu verkaufen. Und der Einzelhandel erzählt immer, er bleibe auf den Sachen sitzen.

Das heißt: Alles, was die da rumstehen haben, werden die gar nicht los. Warum eigentlich? Wenn es doch den Leuten an immer mehr fehlt, warum nehmen sie sich das nicht einfach? Ja richtig: Weil sie dafür bezahlen müssen. Aber warum hat denn nicht einfach jedeR genug Geld? Weil mensch dafür ja arbeiten muss. Kann aber nicht jedeR, weil schon viel zu viel produziert wird. Um all das herzustellen, was da im Regal steht, werden nämlich immer weniger Menschen gebraucht. Ist das nicht gut? Dann können die Nicht-Arbeitenden ja die Zeit damit verbringen, all das zu verbrauchen, was die anderen produziert haben, damit die auch weiter Arbeit haben. Geht aber nicht. Weil erstens fehlt den Arbeitslosen ja das Geld, zweitens fänden das die Arbeitenden doof, weil sie das mit der Arbeit auch nicht freiwillig machen. Aber wenn die das Arbeiten doof finden, warum produzieren sie dann so viel, dass sie damit auch noch andere Länder zuschütten? Sollten wir nicht eher alle viel weniger arbeiten und dafür mehr konsumieren?

Geht nicht. Weil ohne Arbeit kein Geld, ohne Geld kein Konsum, und das, obwohl alles da ist. Nennt sich Kapitalismus, der Scheiß. Den könnte auch mal jemand abschaffen.

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Erstveröffentlichung im FORVM:
März
2009
Heft 45, Seite 11
Autor/inn/en:

Gruppe 180°:

Seien wir doch mal realistisch: Mit dem Kapitalismus ist keine menschenfreundliche Gesellschaft zu machen. „Soziale Marktwirtschaft“ & Co, die glauben, den Kapitalismus „bändigen“ zu können, sind doch nichts als schlechte Utopien. Schauen wir uns doch mal die nackten Tatsachen an. Um eine Gesellschaft einzurichten, die den Bedürfnissen der Einzelnen gerecht wird, hilft nur noch diejenige Bewegung, die die herrschenden Verhältnisse insgesamt aufhebt.

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