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Gerhard Scheit

Krieg der Stämme oder der Projektionen?

Über die deutsche Notwendigkeit, in Jugoslawien Krieg zu führen [1]

Die zivilgesellschaftlichen Freunde des Kriegs – wie Dan Diner, Jürgen Habermas oder Daniel Goldhagen – wollen den Kosovo-Krieg als vollkommene Integration Deutschlands ins westliche Bündnis verstanden wissen. Aber die Frage lautet: wer integriert hier wen. Die Arbeiten von Jürgen Elsässer [2] und Matthias Küntzel [3] über den Weg in diesen Krieg liefern Indizien und Argumente dafür, daß Deutschland auf einer neuen internationalen Grundlage seine alten nationalen Interessen durchsetzt. Die Schwierigkeit besteht allerdings darin, daß die Interessen im Falle Deutschlands nicht so einfach zu fassen sind. Mit ihnen verhält es sich wie mit dem Wert im Verständnis von Marx: Es steht ihnen nicht auf der Stirn geschrieben, was sie sind. Sie verwandeln vielmehr jedes politische Handeln in eine gesellschaftliche Hieroglyphe. Und wer sich an dieser Politik beteiligt, wird den Sinn der Hieroglyphe nicht entziffern können, sondern immer nur rationalisieren.

Nationen und Stämme

Jürgen Elsässer sieht im völkischen Bewußtsein die Besonderheit deutscher Politik. Demnach organisiert Deutschland in Jugoslawien seit Anfang der neunziger Jahre den Aufstand der Stämme gegen die Nationen und führt auf neuer Basis fort, woran die Nazis scheiterten. „Der Triumph der Anti-Hitler-Koalition war ein Sieg der Nationalisten über die Völkischen.“ Nun scheint sich dieses Ergebnis umzukehren. Der Rückgriff aufs Völkische erfolgt in einer Situation, da sich die ökonomischen Bedingungen für die Nationen schwerwiegend verändern. Das „Bluts- und Stammesdenken“ erscheint in diesem Zusammenhang plötzlich nicht mehr als „Ideologie der ‚Ewiggestrigen‘“, sondern als „Avantgarde“. Die von Stämmen und Clans betriebene Plünderungswirtschaft in Somalia, Schwarzafrika oder auf dem Balkan folge, so Elsässer, aus dem Kollaps der jeweiligen Nationalökonomien und spiegle das Ende der friedlichen Tauschbeziehungen wieder: „In der ökonomischen Wüste wird nicht mehr gehandelt und getauscht, sondern gemordet und geraubt. Während im prosperierenden Kapitalismus die Individuen aus tradierten Bindungen freigesetzt werden und nur noch lose als Staatsbürger und Konsumenten miteinander verbunden sind, kann im kollabierenden Kapitalismus der einzelne nur als Mitglied einer Bande oder eines Stammes überleben, die sich durch ihr hohes Maß an Gewalttätigkeit und Opferbereitschaft Vorteile im Konkurrenzkampf schaffen.“ [4]

Aber von „Stamm“ kann bei den völkischen Ideologien immer nur unter Anführungszeichen gesprochen werden. Der einzelne bleibt zwangsläufig ein Konsument, auch wenn er als Mitglied eines „Stammes“ sich Vorteile verschaffen möchte; die Individuen sind weiterhin als Staatsbürger und Konsumenten durch Staat und Kapital vermittelt, auch wenn sie zugleich als Bande miteinander verschworen sind; die Tauschbeziehungen, die niemals so friedlich waren, wie es scheint, bestehen im selben Maß fort, als Raub und Mord hinzutreten, kann doch der Raub nur auf das Getauschte und Verwertete, für Tausch und Verwertung Produzierte, zurückgreifen. Anders als ursprünglich stammesgesellschaftliche Strukturen und frühere, auf Raub beruhende Ökonomien, bleiben die ökonomischen Wüsten der Gegenwart der Totalität des Weltmarkts ausgeliefert, und was als Rückkehr zu Raub und Mord erscheint, wird in Wahrheit durch die Wertvergesellschaftung in Gang gesetzt und angeheizt.

An diesem Problem haben merkwürdigerweise schon die Dialektiker der Aufklärung laboriert. Bereits Horkheimer und Adorno diagnostizierten in den frühen vierziger Jahren, daß die moderne Gesellschaft sich nunmehr – also in der Aufschwungphase des sogenannten Fordismus! — unmittelbar als „Gangsterherrschaft“ [5] offenbare: der organisierte Raub trete an die Stelle des regulierten Tausches; „Rackets“ an die Stelle der Klassen [6]. Damit wurde eigentlich bestritten, daß die Marxsche Wertformanalyse noch irgendeine Bedeutung für die Analyse der gegenwärtigen Gesellschaft hätte: sie wäre demnach nur mehr eine Theorie für die Vergangenheit des Kapitalismus. Die Dialektik der Aufklärung fundiert zwar die gegenwärtig herrschende Vernunft und die abendländische Zivilisation materialistisch im Tauschprinzip, für die Gegenwart jedoch wird zugleich dessen Ende, die Aufhebung des Wertgesetzes behauptet und der Übergang zur Gangsterherrschaft konstatiert. Die Tauschgesellschaft erscheint nur noch als eine bestimmte Periode der Geschichte, die nun zu Ende gehe, ja das Streben nach Profit wird mitunter nicht mehr als Folge und Funktion eines automatischen Subjekts, sondern als historisch vergängliche Variante des Strebens nach Macht begriffen. Wenn Marx das Profitmotiv als bloße Funktion der Verwertung des Werts analysierte, wird es in der Dialektik der Aufklärung zugleich ontologisiert, soweit man es von einem weiter unbestimmten und wohl auch unbestimmbaren Machtbegriff ableitet. Die Kritische Theorie schwankte darum vielfach zwischen einem an Marx orientierten Begriff von Tausch und Kapital und einem Verständnis von Macht, das sich mit einiger Notwendigkeit von Nietzsche herleitet. Diese Tendenz zur Ontologisierung der Macht ist nun nicht einfach ein Bruch mit der Marxschen Theorie, sondern hat im Innersten mit den realen Veränderungen im Verhältnis von Staat und Kapital in den dreißiger Jahren zu tun, mit der Formierung dessen, was Heinz Langerhans 1934 „Staatssubjekt Kapital“ nannte [7].

Es ist kein Vergnügen, sich auf dieser schwankenden theoretischen Grundlage zu bewegen. Und Jürgen Elsässer unternimmt mit seiner Gegenüberstellung von Nationen und Stämmen so etwas wie den Versuch, diese Grundlage zu stabilisieren. Die Gegenüberstellung, die durch das Bedürfnis bestimmt ist, auf die Seite der guten, zivilisierten Nationen gegen die schlechten regressiven Stämme sich zu schlagen, wird zu einer Art Manichäismus des Nationalen, soweit die dialektische Einsicht verloren geht, daß die Zivilisiertheit der Nationen und die Regressivität der Stämme einander wechselseitig bedingen. Die fast unlösbare Aufgabe besteht aber darin, bei aller Parteilichkeit für das kleinere Übel, diesen Zusammenhang des Ganzen als des Unwahren im Bewußtsein zu halten — davon zeugt das zwiespältige Engagement Horkheimers und Adornos für die Vereinigten Staaten nach dem Beginn des Zweiten Weltkriegs.

Bei Hannah Arendt jedoch, bei der Jürgen Elsässer offenkundig Anleihe nimmt, fehlt dieser negativ dialektische Zusammenhang durchaus. Wenn sie in ihrem Buch über Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft den Aufstieg der völkischen Bewegung beschreibt, will sie damit nicht zuletzt ihre Vorstellungen einer geglückten „nationalen Emanzipation“ und eines menschlichen Staats konturieren: wie eindrucksvoll und materialreich dieser Aufstieg als Vorgeschichte des Nationalsozialismus auch aufgerollt wird, Hannah Arendt verkennt deren Triebkräfte, soweit sie die Völkischen als antinationale und staatsfeindliche Bewegung zu definieren sucht, in der „völkischen Verbundenheit“ nur den schlechten „Ersatz“ für die gute „nationale Emanzipation“ und nicht deren inneren Zusammenhang wahrnimmt. [8] Damit korrespondiert untergründig die Beschreibung der afrikanischen Stämme in den Kapiteln über den Imperialismus. Ganz im Geiste der Erfindung des Rassenbegriffs in der frühen Neuzeit bezeichnet sie jene Stämme ganz unreflektiert als „Rassen“ — „welchen alle eigenen geschichtlichen Erinnerungen und alle der Erinnerung werten Taten fehlen ... was sie auch physisch erschreckend und abstoßend machte, war die katastrophale Unterlegenheit oder Zugehörigkeit zur Natur, der sie keine menschliche Welt entgegensetzen konnten.“ Und es entsteht sogar der Eindruck, als hätte die Weltlosigkeit der „Rassenstämme“ den Imperialismus geradezu provoziert und damit auch den totalitären Prozeß mitverschuldet. „Das Unwirkliche liegt darin, daß sie Menschen sind und doch der dem Menschen eigenen Realität ganz und gar ermangeln. Es ist diese mit ihrer Weltlosigkeit gegebene Unwirklichkeit der Eingeborenenstämme, die zu den furchtbar mörderischen Vernichtungen und zu der völligen Gesetzlosigkeit in Afrika verführt hat.“ [9]

Mit einem solchen kolonialistisch geprägten Begriff des Stammes läßt sich weder begreifen, was in Afrika geschah noch was in Jugoslawien geschieht. Die Kosovo-Albaner sind kein Stamm im ursprünglichen Sinn; die Assoziation des Blutes ist im Zusammenhang einer Stammesgesellschaft etwas wesentlich anderes als im Zusammenhang einer Gesellschaft, aus der einmal SS-Brigaden rekrutiert worden sind und die nun auf die D-Mark setzt.

Die Totalität des Verwertungsprozesses durchdringt Bewußtsein und Unbewußtes aller Akteure. Die Individuen in Afrika oder Südosteuropa denken, handeln und fühlen eben nicht mehr mit dem magischen Bewußtsein einer unberührt gebliebenen Stammeskultur — ‚magisch‘ im Sinne irgendeiner sogenannten Naturreligion -, sondern mit dem der allgemein und überall herrschenden Magie: diese „Stammesmitglieder“ verehren denselben Fetisch wie die Börsianer in New York, Tokio oder Frankfurt: sie sind eingebunden in denselben Verblendungszusammenhang, der durch Ware, Geld und Kapital gebildet wird.

Aber dieser Fetisch läßt sich durchaus auf verschiedene Weise verehren – und hier beginnt die Spezifik des deutschen Wahns. Hannah Arendt zitierend stellt Mathias Küntzel fest: das „völkische Stammesbewußtsein“ bei Deutschen und Albanern mißt im Grunde alles an den „fingierten Maßstäben des Blutes“, der westliche Nationalismus aber beschäftigt sich „doch immerhin noch mit der Welt und ihren greifbaren Realitäten“ [10]. Abgesehen davon, ob es sich etwa beim Militäreinsatz in Somalia noch um greifbare Realitäten handelte, wäre die Frage zu stellen: Sind die Maßstäbe des Blutes nur einfach fingierte, d.h. frei erfundene, also Lüge und Manipulation? Wie verhalten sie sich also zum Fetisch von Ware und Kapital?

Wer die deutsche Öffentlichkeit vor und während des Kriegs so genau beobachtet hat wie Matthias Küntzel, stößt ja überall auf Maßstäbe, die nicht einfach nur frei erfunden, sondern geradezu zwanghaft halluziniert werden, die nicht als Mittel zum Zweck der Manipulation dienen, sondern sich gleichsam selber manipulieren: „mit traumwandlerischer Sicherheit“, sieht Küntzel überall Journalisten und Politiker „die halluzinatorische Zuschreibung“ [11] bestimmter Volkscharaktere reproduzieren, seien es die feindlichen Serben oder die verwandten Albaner, Gegenrasse oder Hilfsvolk. Der Intrige, der geplanten Aktion und der bewußt eingesetzten Propaganda entspricht ständig und überall ein innerer Zwang, eine unbewußte Verschiebung und pathische Projektion. Wenn Außenminister Fischer und Kriegsminister Scharping im Gleichklang mit Presse und Fernsehen ununterbrochen während des Kriegs die Serbische Sonderpolizei mit der SS, Milosevic mit Hitler, die Vertreibung der Albaner mit dem Holocaust gleichgesetzt haben, so gehen bewußte Argumentationsstrategie und obsessive Projektion, reine Propagandamaßnahme und zwanghafte Übertragung ineinander über. Die antiamerikanischen Gegner des Kriegs (die übrigens in den meisten Fällen Aversionen gegen die Psychoanalyse haben) wollen von solchen gespenstischen Vorgängen natürlich nichts wissen, da in ihren Augen das Schlimme an den Deutschen einzig darin besteht, den USA zu folgen; selbst mit der Gleichsetzung von Hitler und Milosevic, Nazis und Serben etc. hätten die Deutschen nur eine von Clinton beiläufig ausgestreute Propagandalüge übernommen. [12] Dabei kann doch der zwanghafte Charakter, diese Lüge zu glauben, der fortwährende Druck, Vergangenheitsbewältigung ‚am andern Objekt‘ zu betreiben, schlechterdings nicht deutlicher werden als in Scharpings Bemerkung, „wir Deutschen“ würden in Serbien, „die Fratze unserer eigenen Vergangenheit“ erblicken.

Dieses schier unübertreffliche Potential, das die Deutschen mitbringen, diese bis ins Detail der Kriegsvorbereitung und -propaganda funktionale Psyche rührt, wie nahezu alles Produktive und Staatstragende in Deutschland, von der Vernichtungspolitik des Nationalsozialismus her. Dessen Volksgemeinschaft war Projektionsgemeinschaft; mit ihr reagierte man hierzulande auf die Krise des Kapitals. So wenig die Täter und Zuschauer je für diese als Massenmord realisierte Projektion zur Verantwortung gezogen wurden, so wenig ist die Projektion selbst je zur Sprache gebracht und zu Bewußtsein gekommen: stattdessen führte die Tabuisierung der Nachkriegsära zu verschiedenen Formen der Reaktionsbildung, die als Trauerarbeit und Vergangenheitsbewältigung beschworen wurden und in Wiedergutmachungsgesten und Philosemitismus mündeten. Genau sie dienen nun dazu, alte Projektionen neu zu armieren. Wenn man also die Lage der Albaner mit der Situation der Juden im Dritten Reich identifiziert, dann wird damit zugleich ein Verbotenes durchgelassen: es kann ohne Tabubruch an die alte Politik gegen die Serben angeknüpft und das einstige Bündnis mit den Albanern erneuert werden. Zu welchem Zweck aber sollte dies geschehen? Kann eine Projektion überhaupt Mittel zum Zweck sein?

Kritik der reinen Projektion

Die ganze Entwicklung in Jugoslawien vom Anfang der neunziger Jahre bis zum Kosovo-Krieg läßt sich als eine gezielte Strategie verfolgen, Deutschland und den Prinzipen seiner Macht zur Vorherrschaft zu verhelfen. Die traumwandlerische Sicherheit allerdings, mit der diese Strategie umgesetzt wird, läßt das Ziel der Strategie selber gespenstisch werden. Wenn etwa Matthias Küntzel anzugeben versucht, was konkret Deutschland mit seiner Jugoslawien-Politik im Schilde führe, dann kann auch er nur davon sprechen, daß dieses Land sich „Einflußzonen“ „als strategische Basis für ein neues deutsches Selbstbewußtsein“ schaffen möchte — „nicht nur innerhalb der Europäischen Union, sondern auch im Verhältnis zu Washington und Moskau“. Selbstbewußtsein erscheint als Selbstzweck der Politik. Auf „diese machtpolitische Logik lief schon die Anerkennungspolitik gegenüber Kroatien und Slowenien hinaus.“ [13] Die Logik bleibt äußerst abstrakt: kaum werden klassische imperialistische Ziele und Zwecke angeführt (die zu entdecken andere Bücher zum Krieg größte Mühe verwenden [14]), keine Rohstoffquellen und Absatzmärkte, sondern Macht um ihrer selbst willen, Selbstbewußtsein an sich. Sogar die Einführung der D-Mark scheint dieselbe Funktion zu erfüllen wie die Wiederaufnahme von „Lili Marleen“, dem alten Nazischlager, als täglichen Programmschluß im deutschen Soldatensender auf jugoslawischem Boden [15].

Uli Krug geht einen Schritt weiter. Er sieht in der deutschen Politik eine von allen Interessen, Zwecken und Zielen abstrahierte Entfesselung von „Projektionskriegen“, die gewissermaßen nur dazu dienen, die Angst und den Schrecken vor der weltweiten Krise ‚am andern Objekt‘ zu bewältigen. Der Hinweis auf Rohstoffquellen und Absatzmärkte erscheint aus dieser Perspektive wie ein Versuch, das wahnhafte Bedürfnis zu rationalisieren, denn alles, was mit Einflußzonen gewaltsam erobert werden kann, gibt es inzwischen auf dem Weltmarkt mit friedlichen Mitteln viel wohlfeiler zu kaufen. „Klar wie nie gestehen die, die diese Kriege führen wollen und müssen, ein, daß es sich um reine Projektionskriege handelt: Kriege, die man logischerweise nicht nur nicht gewinnen kann, sondern die man stets aufs neue führen muß.“ Eben darin liege das Schreckliche: „in der Abwesenheit materieller Interessen, (...) im zwanghaften moralischen Rigorismus (...), der sich um die Folgen seine Tuns nicht mehr kümmert“. Projizierender Wahn und kriegerische Staatsräson sind nicht mehr voneinander zu scheiden: die Räson aber scheint der nackte Wahn zu sein, sich über die Krise hinwegzutäuschen: „Nicht der Weltmarkt darf die Welt ruinieren, sondern eine sich diesem verweigernde, nicht dessen Gesetzen gehorchende Macht muß projiziert werden. Darin vertritt ‚Serbien‘ einerseits den verhaßten Sozialismus; andererseits büßt es für die unmöglich gewordene Liebe der Deutschen zum NS-Volksstaat ... Daß die neugewonnene deutsche Souveränität mit verblüffender schlafwandlerischer Sicherheit sich die gleichen Freunde und den gleichen Feind wie vor 50 Jahren suchte, hat nichts damit zu tun, daß Deutschland den tatsächlichen Zweiten Weltkrieg wiederholen möchte, sondern damit, daß der Feind, gegen den Deutschland diesen Krieg führte – der abstrakte, krisenhafte Charakter der Akkumulation, der Selbsterhaltung und Selbstvernichtung in eins setzt – stärker denn je ist ... Der letzte Weltkrieg ist der Prototyp der aktuellen postnationalen Gewissenskriege ... Daß ein ehemaliges Opfer – Serbien – dieses Gewissenkriegs auch heute wieder der Bösewicht ist, an dem die verfolgende Unschuld Deutschlands sich austoben darf, macht es als deutsche Projektionsfläche so unwiderstehlich.“ [16]

Die Argumentation beinhaltet allerdings einen Widerspruch, der auf ein grundsätzliches Problem des Projektionsbegriffs verweist: Warum ist Serbien als Projektionsfläche unwiderstehlich, wenn es doch nur Projektionsfläche ist? „Die Feindschaft gegen den Serben“ sei „Feindschaft um ihrer selbst willen“ [17], schreibt Krug. Wäre sie es wirklich, dann müßte es reiner Zufall sein, daß es die Serben und nicht die Kroaten oder Slowenen trifft, und Uli Krug spricht selbst von „nahezu beliebigen Projektionsobjekten“, an denen die Verteidiger der Marktwirtschaft ihre Exempel statuieren, um gegen deren höchst eigenen Krisencharakter Krieg zu führen. Von dieser Beliebigkeit ausgehend, kann der Serbenhaß auch mit dem Antisemitismus gleichgesetzt werden. Allerdings betont Krug in diesem Fall doch, daß es sich nicht um Wesensgleichheit, sondern um Artverwandtschaft handle – ohne allerdings die Differenz auszuführen, was aus dem Gedanken einer Feindschaft um ihrer selbst willen auch gar nicht möglich ist.

Die Serben werden im wahnhaften Bewußtsein der Deutschen wohl kaum jemals das Finanzkapital verkörpern; Milosevic wird in nächster Zukunft gewiß nicht mit Wall-Street assoziiert werden – eine solche Assoziation, wie sie immerhin Stalin zuteil wurde, setzt zumindest eine schärfere Konkurrenz zwischen Deutschland und USA voraus. Wenn also die Serben für jenes Bewußtsein den Krisencharakter der kapitalisierten Gesellschaft personifizieren, dann offenkundig in anderer Weise als die Juden; dann stehen sie für einen andere Dimension dieser Krise, und darin gibt es durchaus eine historische Kontinuität.

Wovon in der Reduktion der Kriege auf Projektionskriege abstrahiert wird, sind die Voraussetzungen, damit Projektionsmechanismen überhaupt funktionieren. Gesellschaftliche Totalität entgeht dem Projektionsbegriff. Mit der weltweiten Krise versucht sie Uli Krug gleichsam herbeizubeschwören. Auch dieses Problem, das die Schwierigkeiten deutlich macht, psychoanalytische Kategorien unmittelbar als gesellschaftliche zu verwenden, reicht zurück bis zur Dialektik der Aufklärung, worin der von Freud stammende Projektionsbegriff für den Antisemitismus entwickelt wurde. Zum einen sehen Adorno und Horkheimer hier die Opfer der Projektion gewissermaßen als auswechselbare, da doch alle Züge den Juden nur unterschoben werden; zum anderen jedoch legen sie gewisse Voraussetzungen des Projektionsmechanismus frei, die verantwortlich sind dafür, daß das antisemitische Ressentiment gerade die Juden auserwählt hat. Solche Voraussetzungen zu analysieren, hat jedoch nichts damit zu tun, der antisemitischen oder antiserbischen Projektion selbst ein Wahrheitsmoment zuzubilligen, es sei denn jenes, daß sie zur politischen Realität Deutschlands gehört wie der Fetisch zum Kapitalverhältnis. Sie selber sagt – ihrem Begriff gemäß — immer nur etwas über den aus, der projiziert, nicht jedoch über den, auf den projiziert wird. Aber – und hier endet der Horizont des Projektionsbegriffs — es war kein Zufall, daß etwa die Juden – und nicht die Sinti und Roma oder die versklavten Schwarzen — vom wahnhaften Bewußtsein der kapitalisierten Gesellschaft ausersehen wurden, die abstrakte Seite der Warenproduktion und das zinstragende Kapital zu personifizieren; und es ist ebensowenig ein Zufall, daß die Serben dem wiedervereinigten Deutschland als Feindbild dienen, um politische und militärische Macht zu akkumulieren, Einflußzonen für ihr Selbstbewußtsein zu schaffen.

Was die Serben zum Objekt der Projektion auserkoren hat, ist ein gewisser Widerstand, den sie der deutschen Politik entgegensetzen. Wie immer man über diesen Widerstand denken mag, und wie sehr er seinerseits nationalistisch und rassistisch motiviert sein mag, als eine in der Projektion erscheinende Voraussetzung ist er – das liegt in der Logik des Begriffs — lediglich wie das Kantsche Ding an sich zu betrachten. Ich weiß nicht, ob es eine Kausalität gibt zwischen der Tatsache, daß sich die Milosevic-Regierung gegenüber der Weltbank bzw. dem Weltwährungsfond unbotmäßig verhielt und der Bereitschaft der USA, am Kosovo-Krieg führend teilzunehmen. Ich weiß aber, daß jenes unbotmäßige Verhalten in Deutschland und Österreich ganz andere Projektionen wachruft als in den Vereinigten Staaten. Auf den 1914 zur Front rollenden deutschen Transportzügen stand zu lesen: „Die Serben sind alle Verbrecher, / Ihr Land ist ein dreckiges Loch!“ Wie in einer Reflexhandlung griff die nationalsozialistische Volksgemeinschaft die Projektion auf: „Als die jugoslawische Regierung sich Anfang April 1941 weigerte, sich der deutschen Kriegsmaschinerie politisch zu unterwerfen, wurde in der deutschen Öffentlichkeit das alte Feindbild von den Serben als ‚Attentäter, Verschwörer, Putschisten und Weltbrandstifter‘ wiederbelebt.“ [18] Und die nationalsozialistische Besatzungspolitik zog daraus die bekannten Konsequenzen. Im Unterschied zu den Albanern wurde aus der serbischen Bevölkerung keine eigene SS-Einheit rekrutiert.

Der Serbenhaß weist dabei historisch vermutlich ebensoweit zurück wie der Judenhaß: aber er entspringt an einem anderen gesellschaftlichen Ort: nicht im Zentrum, sondern an der Peripherie jenes Reichtums, der in Europa akkumuliert wird, an der Grenze zwischen Abendland und Morgenland, Christentum und Islam, kapitalisierter Gesellschaft und türkischer Herrschaft. Weil der serbische Nationalismus aus dieser Lage an der Peripherie andere Konsequenzen zog als andere Nationalismen in ähnlicher Lage, weil er sich nicht als verlängerter Arm des nächstgelegenen Zentrums, der deutschen und deutsch-österreichischen Metropole begriff, sondern gegen diese seinen Arm immer wieder erhob, war er zur Projektionsfläche des deutschen Nationalismus, zum Ding an sich des wahnhaften deutschen ‚Erkenntnisvermögens‘, prädestiniert – dies aber in einer ganz bestimmten Situation: in der Situation, da kein Osmanisches Reich mehr existierte und noch kein Sozialismus in einem Land, also keine wie immer konstituierte politische Macht, die sich der Kapitalisierung der Gesellschaft entziehen oder ihr äußere Grenzen entgegensetzen konnte und der Aufsplitterung in Nationalstaaten zuwider handelte. Genau in einer solchen Konstellation stiegen die Serben zum Hauptfeind Nummer eins auf. In der Propaganda und in den Haßtiraden des Ersten Weltkriegs wurden sie an erster Stelle genannt, meist vor den Russen, in einigem Abstand erst Franzosen und Engländer: „Serbien muß sterbien“ und „jeder Russ’ ein Schuß“, bei ihm witterte man serbische Einflußnahme und sah vor allem auch das Bündnis mit Serbien; „jeder Franzos’“ aber nur „ein Stoß“ und „jeder Brit ein Tritt“. Der deutsche Rassismus war immer sehr differenziert.

Diese Konstellation verschob sich mit der Revolution in Rußland, der Niederlage Deutschlands und dem Zerfall der Habsburgermonarchie, die dem wahnhaften Bewußtsein und der völkischen Raserei der Deutschen und Deutsch-Österreicher andere Voraussetzungen bot: die Projektion einer jüdischen Weltverschwörung als Bündnis von Wall-Street-Finanzkapital und Moskauer Bolschewismus, die diese Konstellation ideologisch verwertete und dem Zweiten Weltkrieg zugrunde gelegt wurde, hob selbstverständlich das antiserbische Feindbild nicht auf, sondern integrierte es. Wenn diese Feindbildprojektion an die zweite Stelle rückte, heißt das nicht, daß sie auf regionaler Ebene depotenziert worden wäre. Hier behielt das Feindbild nicht nur seine alte Bedeutung, sondern wurde selbst noch gesteigert: die Weltverschwörungsimagination intensivierte auch noch den Serbenhaß und führte zu einer im Vergleich zum Ersten Weltkrieg wesentlich verschärften Politik gegenüber den Serben.

Mit dem Ende der Sowjetunion kehrt nun in gewisser Weise eine ideologische Konstellation zurück, wie sie nach dem Ende des Osmanischen Reichs kennzeichnend war: die Serben rücken wieder auf zum Hauptfeind Nummer eins. Die Transportfahrzeuge, die heute Richtung Südosteuropa unterwegs sind, werden – soviel ich weiß – nicht mehr mit derartigen Parolen beschriftet wie im Ersten Weltkrieg, und die heutige UÇK ist mit der einstigen SS-Division der Albaner nicht gleichzusetzen. Aber klar ist, daß die Serben und Milosevic in Deutschland und Österreich als Personifikation eines staatlich organisierten Verbrechens gelten, um unsichtbar zu machen, daß jeder Staat organisiertes Verbrechen ist und daß dieses Verbrechen auf neue Weise organisiert werden muß, damit der Reichtum, den es eingebracht hat und weiterhin einbringt, nicht verloren geht.

Das Werk der Krise

In bestimmter Hinsicht handelt es sich beim Militäreinsatz gegen Jugoslawien um einen Krieg der sozialdemokratischen und grünen Eliten in Deutschland. Als Repräsentanten des ökologisch gepolsterten Sozialstaats stehen sie seit geraumer Zeit vor einer, ihre Identität gefährdenden Aufgabe, die ihnen von den Finanzmärkten und der Standortkonkurrenz diktiert wird: sie müssen die ökologische und sozialstaatliche Regulation, die doch ihre Identität ausmacht, einem neoliberalen Kurs opfern, weil von ihm ihre Regierungstauglichkeit abhängt. Die paradoxe Situation, in die sie hier geraten sind, wird moralisch bewältigt: der aktive Kriegseinsatz gegen „jede Form von Totalitarismus“ ist der extremste Ausdruck dafür, daß sie gewillt sind, als Vollzugsorgan der Krise zu fungieren, die Sehnsucht nach dem alten Regulationsregime dabei aber als „totalitäres“ Verhalten den Staatskommunisten und Rechtsradikalen zu überlassen.

Die deutsche Notwendigkeit, in Jugoslawien Krieg zu führen, hängt aber mit der Krise in einem umfassenderen Sinn zusammen. Und daraus erklärt sich vielleicht, warum die Kriegspolitik der linken Eliten, die doch einer sehr spezifischen Paradoxie entsprang, zum gemeinsamen Nenner der Nation sich so sehr eignete – gebildet aus stillschweigender Hinnahme ebenso wie aus antiserbischer Euphorie. Klaus Thörner hat daran erinnert, daß die deutsche Außenpolitik seit dem 19. Jahrundert ganz Südosteuropa als Deutschlands „Hinterland“ begriff, wie dies Friedrich List bereits 1842 formulierte. Und für diese Auffassung können durchaus noch bestimmte imperialistische Interessen namhaft gemacht werden: „Aus den südosteuropäischen Ergänzungsräumen sollten Rohstoffe, Agrarprodukte und, nach Bedarf, billige Arbeitskräfte in das Deutsche Reich geliefert werden.“ [19] Im Sinne dieser Interessen war es nur rational, im Hinterland keinen mächtigen Staat zu dulden, sondern Zerspitterung zu fördern. So gesehen äußerte sich auch noch Heinrich Himmler ganz rational, als er sagte: „Bei der Behandlung der Fremdvölkischen im Osten müssen wir darauf sehen, so viel wie möglich einzelne Völkerschaften anzuerkennen ... Ich will damit sagen, daß wir nicht nur das größte Interesse daran haben, die Bevölkerung des Ostens nicht zu einen, sondern im Gegenteil in möglichst viele Teile und Splitter zu zergliedern.“ [20] Und auf ganz ähnliche neuere strategische Einschätzungen in Deutschland (konkret von Experten im Auswärtigen Amt) hat Matthias Küntzel hingewiesen, denen zufolge Chaos und Krise als die „angemessenen Formen und Strukturen der Veränderung und Überwindung der sowjetischen Strukturen“ seien. [21]

Es ist dies eine einfache Logik der Macht, die zumindest durchsichtig bleibt, solange man sich nicht fragt, worin die Macht eigentlich besteht: Die Schaffung von Chaos erlaubt es einem mächtigen Staat als Ordnungsfaktor hervorzutreten. Der Unterschied aber, der Deutschland konstituiert, liegt darin, daß hier das Mittel die Identität ausmacht; daß – mit Adorno gesprochen [22] — die Lüge geglaubt wird; daß die Zersplitterung der anderen in Ethnien mit der eigenen ethnischen Homogenität begründet wird.

Dieser Unterschied läßt sich in bestimmter Weise vielleicht wirklich nur mit psychoanalytischen Kategorien fassen. Allerdings sprechen Horkheimer und Adorno von pathischer Projektion, um den antisemitischen Wahn von Projektionen im allgemeinen abzuheben, ohne welche in ihrer Auffassung ein Individuum gar nicht existieren kann. Die pathische Projektion aber kennzeichnet, daß sie keine Erfahrung mehr zu machen erlaubt; daß sie nicht reflektiert werden kann: „Das Pathische am Antisemitismus ist nicht das projektive Verhalten als solches, sondern der Ausfall der Reflexion darin.“ [23] Allerdings wäre hier eine weitere Bestimmung anzufügen: im Unterschied zum individuell-pathologischen Fall der Projektion ist die gesellschaftliche „Pathologie“, von der hier gesprochen wird, wesentlich systemkonform. Während die Würde eines geistig Kranken gerade darin gesehen werden kann, gesellschaftlich nicht funktional zu sein, handelt es sich bei der pathischen Projektion nationaler und antisemitischer Art um zutiefst funktionalen Wahnsinn: sie geht mit dem irrationalen Ganzen vollständig konform.

Ihre Funktionalität für Staat und Kapital liegt genau darin, bewußtlos das Geschäft der Krise zu besorgen. Das heißt aber: man hat es mit einer Funktionalität ohne eigentliche Zwecksetzung zu tun. Mögen die von pathischer Projektion Besessenen noch so sehr von ihren Zielen, sei’s die Herrschaft der arischen Rasse oder die Verhinderung eines zweiten Auschwitz, träumen und reden, sie tun das Werk der Krise, worin ein Zweck als bewußt gewolltes und projektiertes Resultat so wenig existieren kann wie fürs Ganze — für jenes Unwahre, das nur die Verwertung des Werts kennt. Nichts anderes als die Identität dieses Ganzen gewaltsam durchzusetzen ist es ja, was Marx als Krise begreift. [24]

Die Sowjetunion und Jugoslawien können als — wie auch immer: hilflose, im Verlauf fehlgeschlagene oder von Anfang an verdorbene — Versuche betrachtet werden, sich der Totalität des Kapitalverhältnisses zu entziehen, Deutschland hingegen besinnt sich mit dem Stichdatum 1989 wieder darauf, die Identität des Ganzen gegenüber solchen Versuchen gewaltsam durchzusetzen.

Es gehört also zur Kontinuität deutscher Politik, daß sie in der Situation der Krise aktiv wird wie keine andere. Aber Deutschland wird nicht nur aktiv, wenn eine Krise etwa in Südosteuropa heranreift, es selbst reift überhaupt in diesen Krisen heran. Darin besteht die deutsche Notwendigkeit, in Jugoslawien Krieg zu führen.

[1Der Text geht auf einen Vortrag zurück, der am 14.2.2000 in Hamburg als Veranstaltung der „Jugoslawien-Filmgruppe“ (mit Unterstützung der GEW-Studierendengruppe) gehalten wurde. Einige dabei in der Diskussion geäußerten Fragestellungen sind ebenso berücksichtigt worden wie die mittlerweile erschienene Publikation von Matthias Küntzel über den „Weg in den Krieg“ (Berlin 2000).

[2Siehe hierzu die Texte von Jürgen Elsässer in dem von ihm herausgegebenen Band: Nie wieder Krieg ohne uns. Das Kosovo und die neue deutsche Geopolitik. Hamburg 1999.

[3Matthias Küntzel: Der Weg in den Krieg. Deutschland, die Nato und das Kosovo. Berlin 2000

[4Jürgen Elsässer: Schafft zwei, drei, viele Kosovo. Der Aufstand der Stämme gegen die Nationen. In: Elsässer, Nie wieder Krieg ohne uns, S.120-124

[5Max Horkheimer: Vernunft und Selbsterhaltung. Gesammelte Schriften, hg.v. Alfred Schmidt u. Gunzelin Schmid Noerr, Bd.5, Frankfurt am Main, S. 332

[6Max Horkheimer: Die Rackets und der Geist [Aufzeichnungen und Entwürfe zur Dialektik der Aufklärung]. In: Gesammelte Schriften, Bd.12, Frankfurt am Main 1985, S.288

[7Heinz Langerhans: ‚Die nächste Weltkrise, der zweite Weltkrieg und die Weltrevolution‘ [1934]. In: Karl Korsch: Schriften 1928-1935, Gesamtausgabe Bd.5, Amsterdam 1996, S.768-776

[8Hannah Arendt: Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft. München 1991, S.83, 277-292

[9Ebd. S.323. Auf ähnliche Weise stellt Arendt dann doch einen Zusammenhang zwischen Zivilisation und Barbarei her: es sei, als ob „eine globale, durchgängig verwebte zivilisatorische Welt Barbaren aus sich selbst heraus“ produziert“, sie reflektiert aber nicht den Begriff der Barbarei, so daß für sie die „Lebensumstände“ der Rechtlosen unter totalitärer Herrschaft, „essentiell die gleichen sind wie die wilder Volksstämme oder außerhalb aller Zivilisation lebender Barbaren.“ (S.470) Daß aber gerade eine bestimmte Form der Zivilisation zum Vorbild einer bestimmten, von dieser Zivilisation ausgestoßenen Flüchtlingsgruppe werden kann, wie im Falle von Deutschland und Albanern, wird damit nicht mehr denkbar.

[10Küntzel, Der Weg in den Krieg, S.205

[11Ebd. S.88

[12Vgl. etwa Hannes Hofbauer (Hg.): Balkankrieg. Die Zerstörung Jugoslawiens. Wien 1999, S.144f.

[13Küntzel, Der Weg in den Krieg, S.95

[14Vgl. etwa Hofbauer (Hg.), Balkankrieg, S.223-250

[15Vgl. Küntzel, Der Weg in den Krieg, S.90f.

[16Uli Krug: Interesse, Gewissen und Projektion im Jugoslawienkrieg. In: Context XXI, 4-5/1999, S.6-8

[17Ebd. S.7

[18Klaus Thörner: Serbien muß sterbien. Konstanten deutscher Balkanpolitik. In: Elsässer, Nie wieder Krieg ohne uns, S.19

[19Ebd. S.16

[20Zit.n. ebd. S.19

[21Küntzel, Der Weg in den Krieg, S.94

[22„Ein Deutscher ist ein Mensch, der keine Lüge aussprechen kann, ohne sie selbst zu glauben.“ Minima Moralia. Reflexionen aus dem beschädigten Leben. Frankfurt am Main 1980, S.141

[23Theodor W. Adorno, Max Horkheimer: Dialektik der Aufklärung. Theodor W. Adorno: Gesammelte Schriften, hg.v. Rolf Tiedemann, Bd.3, Frankfurt am Main 1997, S.214

[24Vgl. Karl Marx: Das Kapital. Bd.1, MEW 23, S.127f.

zuerst erschienen in karoshi 5/2000

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Erstveröffentlichung im FORVM:
Mai
2000
Autor/inn/en:

Gerhard Scheit:

Geboren 1959, Musikstudium, Studium der Theaterwissenschaft und Germanistik, dissertierte über „Theater zwischen Moderne und Faschismus (Bronnen, Brecht)“, arbeitet als freier Autor und Lehrbeauftragter in Wien.

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