Zeitschriften » Grundrisse » Jahrgang 2005 » Nummer 14

Kapitalismus, Geschlechterordnung und Revolution

Drittes Sommerseminar der grundrisse in Hegymagas/Ungarn von 4.-7. August 2005

Das diesjährige Sommerseminar der grundrisse.zeitschrift für linke theorie & debatte wird nicht zuletzt als Weiterführung der vorangegangenen beiden Seminare (zum Klassenbegriff bzw. zum Themenfeld „kommunistische Transformation“) die kritische Reflexion der Geschlechterordnung in den Mittelpunkt stellen. Als ausschließlich aus Männern bestehende Redaktion wird es auch an uns liegen, über theoretische Betrachtungen hinaus auch die „politische“, „alltägliche“ und oft unbewusste Verstrickung in die nach wie vor patriarchal geformte Geschlechterordnung in den Blick zu nehmen.

Wurden in den feministischen und linken Diskussionen Kapitalismus und Patriarchat nebeneinander gestellt, wobei sich immer die Frage nach der Gewichtung stellte, so muss eine zeitgemäße Theorie in systemüberwindender Absicht die patriarchale Geschlechterordnung – die heterosexuelle Matrix (Judith Butler) – als konstitutiv für den Kapitalismus begreifen. Es geht also darum, dass das ganze Leben, Gefühle, Emotionen, Beziehungen etc. – etwas verkürzt als affektive Arbeit bezeichnet – aber auch die Produktion des Lebens („Reproduktion“) der Organisation des Kapitalismus unterworfen ist. Dass das Patriarchat älter ist als der Kapitalismus widerspricht dem nicht, denn die Geschlechterordnung im Kapitalismus ist eine andere als im vorkapitalistischen Patriarchat. So ist es nicht zufällig, dass das Familiensystem mit dem Wohlfahrtsstaat, dem Höhepunkt des Fordismus zusammenfällt und dass die Geschlechterordnung jetzt eine andere, allerdings noch immer patriarchale ist, verbunden mit dem entsprechenden kapitalistischen Regime.

Wir können nicht wie Marx davon ausgehen, dass mit der Unterwerfung unter die Verwertung alle, auch die geschlechtlichen, Unterschiede verdampfen, sondern dass eine adäquate Analyse des Kapitalismus nur in Zusammenhang mit einer Analyse der Geschlechterordnung möglich ist. Und dass eine revolutionäre Umwälzung nur feministisch sein kann.

Die Themenfelder, die aller Voraussicht nach am Seminar behandelt werden, sind:

  • „Ehe schlecht – alles gut?“

Einleitende Gedanken zur Geschichte des Verhältnisses Marxismus / Feminismus

  • Frauen, Männer und Kinder in der politischen Arbeit
  • Welche Auffassung des Kapitals müssen wir aufgeben, um das Geschlechterverhältnis als konstitutiv für die kapitalistische Herrschaft begreifen zu können.
  • Die Kleinfamilie als konstituierendes Element für die Unterwerfung des Konsums unter den Zyklus der Kapitalreproduktion („Fordismus“) und die Auflösung des Familiensystems durch die Integration von Kommunikation, Beziehungen und Gefühlen in die kapitalistische Verwertung.
  • „Genderworkshop“

Das Seminar findet wieder im ungarischen Hegymagas, an den Hängen der Weinberge über dem Plattensee statt. Für leibliches Wohl wird bestens gesorgt, die Unterkünfte sind kleine Häuschen in den Weingärten. Neben genügend Freizeit zum Besuch des lokalen Kulturfestivals und zum Baden wird es am Sonntag, den 7. August die Möglichkeit der Teilnahme an einem Segeltörn am Plattensee geben. Die Kosten für den Seminarreader (wird Anfang Juli ausgeschickt), Unterkunft und Verpflegung beträgt etwa 80 Euro. Die TeilnehmerInnenzahl ist beschränkt, verbindliche Anmeldung mittels Einzahlung von 30 Euro auf das grundrisse-Konto, Kennwort: Sommerseminar. Anmeldeschluß ist der 30.6.2005. Bei Interesse/Teilnahme ersuchen wir um ein mail an grundrisse/ at /gmx.net, da detaillierte und kurzfristige Informationen via mail verschickt werden.

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Erstveröffentlichung im FORVM:
Juni
2005
Nummer 14, Seite 63
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