Zeitschriften » FŒHN » Heft 23+24
Markus Wilhelm

„Im Zeichen des Anschlusses“*

Die Hauptbank für Tirol und Vorarlberg — Tiroler Landesbank — hat beschlossen, den Angestellten des Institutes aus Anlaß der Eingliederung in das Deutsche Reich eine außerordentliche Zuwendung in der Höhe eines Monatsgehaltes zu gewähren.

(Innsbrucker Nachrichten, 18.3.38)

Die Firma Julius Volland, Bauwarengroßhandlung in Innsbruck, hat aus Anlaß des Anschlusses an Deutschland und des Anbruches einer neuen besseren Zeit die Gehälter ihrer Angestellten um 10 v. H. erhöht.

(Innsbrucker Nachrichten, 18.3.38)

Die Firma Julius Meinl A.-G. und ihre befreundeten Firmen Brüder Kunz A.-G., Wiener Oel-Werke A.-G., Kärntnertor-Buffet und Kourmel-Pastetenfabrik werden am 18. März ihren Angestellten einen vollen Monatsgehalt und ihren Arbeitern vier Wochenlöhne zur Auszahlung bringen.

(Innsbrucker Nachrichten, 18.3.38)

Das Präsidium des Nationalsozialistischen deutsch-österreichischen Touring-Clubs hat aus Anlaß der großen Ereignisse einen halben Monatsgehalt zur Auszahlung gebracht.

(Innsbrucker Nachrichten, 18.3.38)

Anläßlich der Vereinigung Österreichs mit dem Deutschen Reich hat die Firma F. Miller, Optik, Photo und Kino, Innsbruck, Meranerstraße, ihren bewährten Mitarbeitern, die alle zwischen 2 und 32 Jahren im Betriebe beschäftigt sind, namhafte Zuwendungen ausbezahlt.

(Innsbrucker Nachrichten, 19.3.38)

Anläßlich der Wiedervereinigung Österreichs mit dem Deutschen Reich spendete die Firma Marsoner & Rainer ihren Mitarbeitern einen halben Monatsgehalt.

(Innsbrucker Nachrichten, 25.3.38)

Die solchermaßen vorbereitete Volkszustimmung zur bereits erfolgten Besetzung Österreichs durch Nazideutschland fand am 10. April 1938 statt.

Wenn im FÖHN die Rede vom Anschluß ist, ist der an die EU gemeint. Wer hier den Vorwurf erhebt, damit würde 1994 mit 1938 gleichgesetzt, denkt entweder nicht selber, oder — schlimmer — möchte, daß die Menschen nicht selber denken. „Anschluß“ war doch bloß das ganz und gar unzutreffende, völlig verharmlosende Propaganda-Wort der Nazis für die gewaltsam vollzogene Okkupation Österreichs durch Hitlers Truppen, so wie „Beitritt“ bloß das völlig unzutreffende, alles verharmlosende Propaganda-Wort der Geldsäcke hüben und drüben für den von ihnen mit allen Mitteln gesuchten und vollzogenen Anschluß Österreichs an das EU-Wirtschaftsreich ist. Nicht damit, daß man statt „Mitgliedschaft in der EU“ Anschluß an die EU sagt, verharmlost man den Einmarsch der Wehrmacht in Österreich, sondern indem man die militärische Besetzung unseres Landes in einen Anschluß umlügt.

*) Originaltitel, Innsbrucker Nachrichten, 18.3.38

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Erstveröffentlichung im FORVM:
Juni
1997
Heft 23+24, Seite 63
Autor/inn/en:

Markus Wilhelm:

Geboren 1956, von Beruf Zuspitzer in Sölden im Ötztal, Mitbegründer des FŒHN (1978-1981), Wiedergründer und Herausgeber des FŒHN (1984-1998). Seit 2004 Betreiber der Website dietiwag.org (bis 2005 unter dietiwag.at), Landwirt.

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