Zeitschriften » Wurzelwerk » Jahrgang 1981 » Wurzelwerk 4
Andi Kirnbauer
Architektur

Holzbauten

Ursprünglich war Holz in vielen Regionen der Welt als Baustoff vorherrschend. Mit dem Vordringen der Massivbauweise, dem Aufkommen holzfeindlicher Bauordnungen — bedingt auch durch den zellstoffverzehrenden Papierberg — wurde Holz als Baustoff sehr lange zurückgedrängt.

Der Vorrang des Profitdenkens, die Überbetonung des Funktionalismus ohne Rücksicht auf Psyche und Ästhetik verstärkte diesen Trend.

Speziell in den Sechzigerjahren erhielt die amerikanische Holzarchitektur durch die individuellen „Selfmade-houses“ der Alternativbewegung wieder neue Impulse. Holz wurde zu einem bevorzugten Baumaterial dieser „Randarchitekturen“.

Der Baustoff Holz bietet mit seinen bauphysikalischen und baubiologischen Eigenschaften und konstruktionsfreudigen Möglichkeiten für den Architekten mehr Gestaltungsfreiheit (zu niedrigeren Preisen) als jedes andere Baumaterial. Problempunkte wie Auskragung, schiefe Winkel und abweichende Fensterformen sind leicht zu lösen.

Aufgrund dieser Möglichkeiten entstanden die vielen fantasievollen Häuser, welche sowohl vom Grundriss als auch von der Raumwirkung her neue und richtungsweisende Ideen verwirklichten.

Die unerfreulichen Tatsachen in der trauten Heimat:
Anteil an hölzernen Ein- und Zweifamilienhäusern:
Österreich 1,2%
BRD 11%
Norwegen 93%
England 10%
Finnland 77%
Schweden 96,5%

Wiewohl bioklimatische und ökologische Unterschiede zu berücksichtigen sind, zeigt die angeführte Statistik doch deutlich, wie wenig Gebrauch man in Österreich — einem Großproduzenten und Großexporteur von Holz — beim Bauen davon macht. Wiewohl gerade die westlichen Bundesländer einschließlich der Steiermark auf eine alte Holztradition zurückblicken können, hat sich auch dort vieles zum Schlechten gewandt. Die „Behübschung“ neuzeitlicher Baustoffe in Gestalt der Nachahmung traditioneller Bauelemente, ja auch die kunstofferne Nachahmung des Holzes selbst sprechen nicht gerade für eine hochstehende Kultur.

Selten findet man bei uns ein in seiner Gesantheit durchgestaltetes Holzhaus. In den eingangs erwähnten Entwicklungen, aber auch in verschiedenen Vorurteilen, deren Berechtigung heute nicht mehr gegeben ist, sind vermutlich einige der Ursachen dafür zu finden.

Holz ist einer der wenigen Baustoffe, der sich ständig regeneriert (wenn man ihm Zeit 1äßt und forstökologische Kriterien berücksichtigt).

Auch im Hinblick auf die Energie-Wirren sollte die Frage des Energieaufwandes bei der Herstellung von Baustoffen ins Auge gefaßt werden:

MaterialkWh/m3kWh/ton
Aluminium 85.000 32.000
Stahl 82.000 10.500
Glas 15.000 5.700
Kunstoffe 11.000 11.000
Kalk 2.300 1.750
Ziegel 2.200 1.200
Gips 800 1.000
Mineralwolle 180 6.000
Schnittholz 100 190

Durch sinnvolle und vermehrte Verwendung von Holz und Holzbaustoffen könnten dem Architekten und dem Bewohner, der Landschaft und dem Betrachter in vielerlei Hinsicht Impulse gegeben werden.

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Erstveröffentlichung im FORVM:
September
1981
Wurzelwerk 4, Seite 8
Autor/inn/en:

Andi Kirnbauer: (schreibender u. zeichnender) Jung-Architekt. Wir verdanken ihm neben der Bau-Serie schon zahlreiche Zeichnungen u. Fotos. Wer Bauen und Wohnen als unmittelbare und manifestante Lebensäußerung versteht, kann an seinen Ausführungen nicht vorbei. Andi lebt und arbeitet (teilweise) in Bad-Fischau.

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