Zeitschriften » FŒHN » Heft 21
Markus Wilhelm

Haider = Vranitzky

Haider ist nicht das Problem Österreichs, zu dem er aufgeblasen wird. Noch weniger ist er nur noch die Lösung des Problems, für die er sich ausgibt. Haider ist nicht das Problem, er ist dessen deutlichster Ausdruck, wie ein Fieberthermometer nicht die Krankheit ist, und nur ein Narr glauben kann, mit der Zertrümmerung des Fiebermessers das hohe Fieber beseitigen zu können. Haider ist genausowenig das Problem wie bei einem vor Schmerz sich Wälzenden und Schreienden das Schreien und das Sichwälzen das Problem ist, das es wegzubringen gilt.
Haider ist nicht das Problem. Das Problem ist, daß der zum Problem gemachte Haider alles zudeckt. Das ist seine Funktion.

Müßte die SPÖ(ÖVP) Haider erfinden, wenn es ihn nicht schon gäbe? Hat sie ihn erfunden?
Haider ist nicht der Gegner der Massen, er ist nur der vom wirklichen Gegner vorgeschützte Gegner. Er ist ein Würstchen, und wenn wir in ihm etwas anderes sehen als ein Würstchen, dann sitzen wir schon der Propaganda auf, dort Unterschiede zu sehen, wo keine wirklichen sind, nämlich zwischen den Parteien, und dort keine, wo riesengroße sind, nämlich zwischen den gesellschaftlichen Klassen. Die lärmende Kampagne gegen Haider (an der er selbst wie ein Berserker mittut) ist in Wahrheit eine Kampagne gegen die breite Masse der österreichischen Bevölkerung, weil sie gedacht und gemacht ist, diese in die Irre zu führen. Erst der von einigen gerissenen Strategen geplante und von hunderttausenden selbst hinters Licht Geführten mit echter Begeisterung ins Werk gesetzte Anti-Haider-Taumel macht die gesteigerte massenfeindliche Politik möglich, die in Österreich betrieben wird. In diesem flächendeckend aufgezogenen Ablenkungsmanöver kämpfen in vorderster Reihe ganze Bataillone von Künstlern, Wissenschaftern und Medienleuten. Dazu später. jeder, der vor Haider zum Erschrecken gebracht wird, zählt - als ein außer Gefecht Gesetzter im Kampf gegen die herrschenden Zustände, Vranitzky über diese, wie er es nennt, „antifaschistische“ Strategie: „Meine Festigkeit gerade auf diesem Gebiet sichert mir einen nicht unbeträchtlichen Wählersockel, denn in den Wahlkämpfen der Vergangenheit ist diese meine Haltung gerade auch von Menschen, die gar nicht grundsätzlich sozialdemokratisch eingestellt sind, anerkannt worden.“ (Armin Thurnher, Franz Vranitzky im Gespräch, 1992)

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Erstveröffentlichung im FORVM:
Dezember
1995
Heft 21, Seite 3
Autor/inn/en:

Markus Wilhelm:

Geboren 1956, von Beruf Zuspitzer in Sölden im Ötztal, Mitbegründer des FŒHN (1978-1981), Wiedergründer und Herausgeber des FŒHN (1984-1998). Seit 2004 Betreiber der Website dietiwag.org (bis 2005 unter dietiwag.at), Landwirt.

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