Zeitschriften » radiX » Nummer 1

Gründungserklärung der Ökologischen Linken (ÖKOLI)

Nach längeren Vorbereitungen gibt es nun auch in Österreich eine „Ökologische Linke“ ÖKOLI, die ab Dezember 1998 ihre Zeitschrift radiX herausgibt. Mit dieser Zeitschrift wollen wir ein breites Spektrum an InteressentInnen ansprechen und über einen engen „Szenekreis“ hinauskommen.

Da Ökologie für uns eng mit politischen und ökonomischen Fragen zusammenhängt wollen wir keine „linke Ökoorganisation“ sein, sondern einen gesamtpolitischen Anspruch erheben. Unseren LeserInnen wollen wir insbesondere die Zusammenhänge zwischen Umweltzerstörung und Kapitalismus vor Augen führen. Daraus ergibt sich eine eindeutig antikapitalistische Ausrichtung unserer Politik, was uns deutlich von den Grünen unterscheidet. Statt des bestehenden Kapitalismus streben wir einen antistaatlichen, herrschaftslosen Sozialismus an in dem die Menschen ihre Bedürfnisse selbstständig regeln können.

In unserer politischen Arbeit wollen wir Theorie und Praxis miteinander verbinden. Wir sehen uns dabei ganz in der Tradition der kulturellen Moderne und Aufklärung und vertreten damit ein säkulares, rationales Weltbild. Mit vormodernem Naturromantizismus oder Esotherik-Wahn verbindet sich unser Ökologiebegriff keinesfalls. Unser Ökologiebegriff geht von der Notwendigkeit der langfristigen Erhaltung der natürlichen Lebensgrundlagen der Menschheit aus und nicht von einer Flucht der Menschen zu einer „Beseelten Natur“ im esoterischen Sinne oder anderen romantischen Schwärmereien.

Obwohl wir als antinationale Gruppierung gegen jedes Konstrukt von „Volk“ oder „Nation“ auftreten, gilt unsere internationale Solidarität all jenen Menschen die auch sonstwo auf dieser Erde für wirkliche Befreiung kämpfen. Darin sehen wir keinen Widerspruch zu unserer antinationalen Haltung. „Nationale Befreiungsbewegungen“ können so aber sicher nur unsere kritische Solidarität erwarten, Gruppierungen die im Namen der Befreiung Kriegsverbrechen an Zivilbevölkerung oder anderen Linken begehen oder einen verantwortungslosen Nationalismus predigen sicher gar keine.

Natürlich treten wir — wie hoffentlich die meisten Linken — gegen Rassismus, Antisemitismus, Sexismus und jede Staatsgewalt auf.

  • ökologische Linke (Ö)
    Schottengasse 3a/1/4/59 1010 Wien
    e-mail: oekoli swi.ml.org
  • Ökologische Linke Wien (siehe oben)
  • Ökologische Linke Vorarlberg
    Postfach 73 6800 Feldkirch
  • ökologische Linke (BRD)
    c/o Manfred Zieran
    Neuhofstr. 42 60318 Frankfurt/Main
    Tel.: 0049/69/599270

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Erstveröffentlichung im FORVM:
Dezember
1998
Nummer 1, Seite 48
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