Zeitschriften » FŒHN » Heft 13+14

FOEHN-Post

FOEHN-Leser. Nein, der Landatagsabgeordnete Fiegl hat nicht dementiert. Ja, er hat wirklich im Gasthaus vor Zeugen zur Judenvernichtung im Dritten Reich gesagt: „Viel zu wenige hat man umgebracht!“ Ja, er sitzt wirklich im Tiroler Landtag. Nein, für die ÖVP. Ja, als Fremdenverkehrssprecher seiner Partei.

Grünling. Da hilft die ganze Wissenschaft nicht: Grüner Star ist unheilbar! Du hast noch das Wort des Peter Pilz vom letzten Wahlsonntag-Abend im Ohr: „Den Haider machen wir im Parlament zur Schnecke.“ (Basta, 12/1986) Aber wenn Du im Kampf gegen die Bräunlichen auf die Grünlichen gesetzt hast, hast Du auf die Falschen gesetzt. Voggenhuber hat auf die Frage, ob er ein Rezept habe, Haider zu stoppen, in die TV-Kamera hinein bekannt: „Das ist nicht mein Ziel.“ (16.4.89) Und dem Kurier verriet dieses Brschloch: „Ich verabscheue seine (Haiders) politi­schen Inhalte. Aber ich trete dafür ein, daß er sie verwirklichen kann.“ (MOZ, 6/ 89)

TIWAG-Bedienstete. Tatsachen sind eine hartnäckige Sache. So können wir uns den Aufmacher „Wirklichkeit der Lüge überführt. Erfindungen der TIWAG stim­men!“ sparen. Inzwischen (zwei Jahre nach Erscheinen der FOEHN-Nummer unter dem Titel „Stromkolonie Österreich“) gesteht auch Verbund-Chef Fremuth: „Derzeit sind Tirol und Vorarlberg eine Stromkolonie der BRD“! (TT, 20.1.90) Das Heft ist in dritter unveränderter Auflage noch zu haben. Natürlich werden wir die ganze Chose ausführlich dokumentieren. Vielen Dank Ihnen auch und allen anderen für die Unterstützung.

Abonnent. Besten Dank für Ihre Mitteilung, daß das Wort vom „europäischen Haus“ zum erstenmal von Adolf Hitler in seiner Völkerbundrede (Austritt Deutsch­lands aus dem Völkerbund) im Herbst 1933 verwendet wurde.

Senatsrat. Sie sind wirklich ausgesprochen dumm, Herr Dr. Frenzel, die Argumente, die Sie vorbringen. Jedenfalls warnen wir Sie davor, noch einmal öffentlich zu versuchen, Ihr klitzekleines Renommee aufzubessern, indem Sie die unwahre Behauptung machen, „die Stadt Innsbruck fördert ja auch den kritischen FOEHN“.

Frau S. Das mit der „Osthilfe“ gibt auch unter Anführungszeichen noch keinen Sinn. Oder würden Sie von einem Fischer, der auf einer Angel einen Wurm in den See hineinhängt, sagen, er füttere die Fische?

Geschichtsfreund. Ob man es beweisen könne, daß Swarovski den Aufstieg Haiders finanziert, frägst Du. Wir denken, schon. Gut kann man auch beweisen, daß die alten Swarovskis — fast durch die Bank früheste illegale NSDAP-Mitglieder — die Nazis gefördert haben, wo es ging. Ein andermal vielleicht ausführlicher über dieses Unternehmen und seine Tradition.

U. Nicht nur Sie haben nichts gehört. Kein einziger roter oder schwarzer oder grüner Landespolitiker hat auch nur ein Sterbenswörtchen zum Einkauf des Springer-Konzerns beim „Unabhängigen Tiroler Volksblatt für Westösterreich und Südtirol“ verlauten lassen. Er oder sie könnte dann womöglich nicht mehr mit jeder Plattheit in der TT Platz finden. Der Ausverkauf geht die Damen und Herren Abgeordneten solange nichts an, als er der eigenen Karriere nicht schadet.

Landeshauptmann. Sie verbreiten trotz zweier entgegengesetzter Gerichtsurteile, „daß die inkriminierten Aussagen von Herrn Markus Wilhelm unwahr sind“. Dies habe, schreiben Sie, „sowohl das Erstgericht, als auch der Senat des Oberlandesgerichtes Innsbruck festgestellt“. Was sollen wir da noch sagen? Vielleicht das, was ein Kollege von Ihnen, Landesrat in Ihrer Regierung, einmal in aller Öffentlichkeit gesagt hat: „Der Partl lügt ja wie gedruckt!“

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Erstveröffentlichung im FORVM:
Mai
1990
Heft 13+14, Seite 74
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