Zeitschriften » FŒHN » Heft 17
Burkhart List

Fake News der Vergangenheit wirken bis heute

Im Jahr 1992 schrieb Markus Wilhelm ein paar Zeilen die seither immer wieder ihr Gift versprühen. Eine dreiste Verleumdung, ehrenrührig und grundfalsch, aber jede Klarstellung nützt offenbar nichts. Sie taucht immer wieder im Internet auf. So auch jetzt. Das Originalzitat:

Zur Preislage des Journalismus in Österreich

Anfang der 80er Jahre hat ein junger Journalist namens Burkhart List im Rennbahn Express aufgedeckt, daß die Wiener Firma Immuno AG Affen für Versuchszwecke aus Afrika importiert. Wenn wir seitdem nichts mehr von Herrn List gehört haben, liegt das daran, daß er vom Fleck weg von der Immuno AG als P.R.-Mann engagiert worden ist. (Cash Flow 10/89)
Lassen wir die, die in den Himmel aufgefahren sind, und reden wir von denen, die noch in den Redaktionsbüros auf dieses erhebende Ereignis warten.

(Markus Wilhelm, Foehn, Juni 1992, Heft 17)

Was hier behauptet wird ist zutiefst ehrenrührig. Wahr ist vielmehr, dass ich einen Rundfunkbeitrag zum Thema im Jahr 1982 gestaltet hatte, woraus dann ein Tierschutzaktivist eine Story im Rennbahn Express bastelte. Meinen Namen schrieb er dabei so falsch, dass ich annahm, niemand könne mich mit diesem Elaborat in Verbindung bringen. Ein Irrtum, wie sich herausstellen sollte. Man könnte meinen eine Banalität, aber nein, daraus wurde eine Verleumdung gestrickt, die mich als korrupten, käuflichen Journalisten darstellt, der sich von einem Konzern abwerben läßt. Die Tatsachen widerlegen diese Mutmaßungen. Dass man ab dem Jahr 1982 nichts mehr von mir gehört habe liegt schlicht an der Ignoranz von Kollegen des Cash Flow und Markus Wilhelm (dessen Arbeit ich ansonsten durchaus schätze). Vom Fleck weg, als PR-Mann der Immuno AG, habe ich also den Noricum-Skandal 1985 aufzudecken begonnen, den international beachteten Dokumentarfilm „Sklaven und Herrn in der Wüste“ gedreht, den Mord an einem Staatspolizisten in Beirut aufgeklärt, mich in die Neonaziszene in der BRD zusammen mit STERN-Redakteuren eingeschleust und vieles mehr. Weder Wilhelm noch sonstigen Ignoranten des Cash Flow ist das offenbar aufgefallen. Von 1979 bis 1987 habe ich als investigativer Journalist für renommierte Medien gearbeitet und musste nach einer bis dahin beispiellosen Hetzkampagne gegen mich im Zusammenhang mit dem Noricum-Skandal eine andere Existenzsicherung finden. Das war die Gründung von Hargitay & Partners Wien im Jahr 1987, die erste Agentur in Österreich, die sich auf Krisenkommunikation spezialisierte. Einer der ersten Klienten war die Immuno AG, heute Baxter. Zehn Jahre später begründete ich mit Georg Chaimowicz den neuen SIMPLICISSIMUS.

Burkhart List, Jänner 2021

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Erstveröffentlichung im FORVM:
Januar
2021
Autor/inn/en:

Burkhart List:

Geboren 1949 in Ziersdorf/Österreich, ist freier Journalist. Nach dem Studium war er als Herausgeber und Redakteur für verschiedene Zeitschriften tätig, u.a. bei der »Volksstimme«. Ab 1979 freier Journalist mit Arbeiten für den ORF, den »Stern«, das Magazin »Basta« u.a., darunter Reportagen über die Camorra, das südafrikanische Apartheidsregime, die Unrechtsherrschaft im Senegal und in Mauretanien. List deckte den Noricum-Skandal rund um illegale Waffengeschäfte Österreichs mit dem Iran auf. Nach einem Intermezzo als Unternehmensberater gab er ab 1996 den neuen »Simplicissimus« heraus und arbeitete ab 1999 wieder als freier Journalist mit Fokus auf internationalen Konflikten und Regierungskorruption. Seit 2003 recherchiert er intensiv zum Thema Wiedergutmachungsbetrug; Berichterstattung u.a. in der »Süddeutschen Zeitung«, woraus auch der Film »Deutschland gegen Deutsch. Politkrimi um ein Millarden-Komplott und den größten Justizskandal der BRD« (Regie: Michael Juncker) entstand. Burkhart List hat drei Kinder und lebt in Berlin und Wien.

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