Zeitschriften » Context XXI » Print » Jahrgang 2003 » Heft 8/2003 — 1/2004
Fabian Kettner

Ein Handlungsreisender in Sachen Judenmord

Adolf Eichmann, die Moderne und der Antisemitismus

Die Betonung von Bürokratie und moder­ner Arbeitsteilung im Prozess der Menschenvernichtung blendet den Antisemitismus selbst noch beim Hauptorganisator der Shoah aus.

Am 31. Mai 1962 wurde Adolf Eichmann in Isra­el hingerichtet. Er war zuvor in Argentinien, wohin er sich nach der Niederwerfung des Nationalsozialismus wie vie­le Nazis über Umwege ge­flüchtet hatte, vom Mossad aufgespürt, nach Israel ent­führt, dort interniert und verhört worden. Darauf folg­te der Strafprozess. Mit Eichmann hatte man den Fachmann für die „Juden­frage“ im Reichssicherheits­hauptamt (RSHA) dingfest gemacht. Eichmanns Büro war die Schalt- und Koordi­nationsstelle der Vernich­tung der europäischen Ju­den. Jeder Transport nach Auschwitz ging durch seine Akten.

Hannah Arendt und Harry Mulisch waren in Is­rael als Prozessbeobachter vor Ort. Sie schrieben in den sechziger Jahren Berichte, die in Buchform zu Klassi­kern der Eichmann-Inter­pretation wurden. Auch Günther Anders legte mit seinen beiden offenen Brie­fen an den Sohn von Adolf Eichmann einen Klassiker vor, in welchem er, ähnlich wie Arendt, seine Diagnose der Moderne mit der Inter­pretation Eichmanns ver­band. Was aber ist von die­sen Interpretationen, die bis heute eine wichtige Rolle in den Diskussionen über den Nationalsozialismus spielen, zu halten?

„... kein Frankenstein“

Avner Less, Hauptmann der israelischen Polizei, war vom Staatsanwalt des Staates Isra­el beauftragt worden, Eich­mann vor dem Prozess zu verhören. Er saß dabei dem Mann gegenüber, durch des­sen Akten die Deportation seines eigenen Vaters nach Auschwitz ging. Seine Be­schreibung der ersten Begeg­nung mit Eichmann ist ty­pisch: „Mein unmittelbarer Vorgesetzter (...) und ich ließen ihn im Verhörraum vorführen. Wir warteten ge­spannt (...). Als dann der Häftling in Khakihose und -hemd mit offenen Sandalen an den Füßen vor uns stand, war ich enttäuscht. Ich weiß nicht mehr, was ich erwartet hatte — wahrscheinlich einen Nazi, wie man ihn aus Filmen kannte: groß, blond, mit ste­chenden blauen Augen, ein brutales Gesicht, das herrische Arroganz ausstrahlt. Doch nun stand plötzlich ein ganz gewöhnlicher Mensch vor mir, (...) kein Franken­stein und kein Teufel.“ [1] Die­se Fallhöhe zwischen unbe­stimmt erwartetem Bild, das man sich unbewusst während Eichmanns bisheriger Un­sichtbarkeit gemacht hatte ob seiner ungeheuerlichen Taten und der tatsächlichen Er­scheinung, fiel vielen Prozess­beobachtern auf. Als Eich­mann zum ersten Mal vor Gericht erschien, erwies er sich nach Harry Mulisch als „ein etwas ungepflegter, er­kälteter Mensch mit Brille. Um etwas von seiner einsti­gen Wirkung wiederzufin­den, muß eine neue Unsichtbarkeit entworfen werden: et­wa, daß er Himmlers Intimus war. Ich bin hier noch kei­nem begegnet, der sich nicht mit derartigen Übungen be­faßt, um das Satansbild in den Augen der Welt auf­rechtzuerhalten. (...) Was je­doch in diesem Glaskäfig hockt, ist ein einsamer, ster­bender Mann.“ [2]

Der Eindruck von der äußeren Erscheinung korre­spondiert mit dem Bild, das Hannah Arendt, Harry Mu­lisch und Günther Anders sich von Eichmanns Charak­ter und von dessen Arbeit im RSHA machten. Eichmann sei ein Bürokrat und Spießer gewesen, gewöhnlich, banal und durchschnittlich. Laut psychiatrischem Gutachten war er vollkommen normal. Als Kleinbürger habe er sei­nen Job getan, den „Verwaltungsmassenmord“. Auch wenn die Anklage vorsätzli­ches Handeln unterstellte, „hatte er überhaupt keine Motive“, „außer einer ganz gewöhnlichen Beflissenheit, alles zu tun, was seinem Fort­kommen dienlich sein konn­te“, „und auch diese Beflis­senheit war an sich keines­wegs kriminell“. [3] Eichmann war im RSHA auf seinem Posten und zeichnete sich dort aus durch „die willfährige Beachtung von Kommandos“, durch „Streberhaftigkeit, mit der er den Fahrplan machte“. [4] Wenn Arendt ihm „schiere Gedan­kenlosigkeit“ attestiert, „die ihn dafür prädisponierte, zu einem der größten Verbre­cher jener Zeit zu werden“ [5] dann kann er seinen Job nur formell getan haben, wie je­den anderen, wenn er woan­ders gesessen hätte. [6] Er hätte laut Mulisch „auch vergast (...), wenn er dazu den Be­fehl erhalten hätte“, wie er, „wenn Albert Schweitzer Reichskanzler gewesen wä­re“, diesem „ebenso vortreff­lich gedient“ hätte. Dass ihm seine Arbeit im Grunde gleichgültig gewesen sei, lasse sich aus Eichmanns Verhör­protokollen herauslesen.
Er sei auch kein Antisemit gewesen. Er sprach sich gegen den Radau-Antisemitismus des Stürmer aus und habe die „politische Lösung“ favori­siert, dabei aber „einer Irrlehre gedient, an die er nicht glaubte“. [7] Ganz im Gegenteil begeisterte er sich fürs Jüdi­sche: er lernte ein wenig He­bräisch, las mit Begeisterung Theodor Herzls Judenstaat und erschien zu dessen To­destag an seinem Grab.

Die Betonung der Unauf­fälligkeit, Durchschnittlichkeit, Normalität Eichmanns soll nicht ihn verniedlichen, sondern das Augenmerk len­ken auf das, wovon er sich nicht abhebe: die Normalität. „Das beunruhigende an der Person Eichmanns war doch gerade, daß er war wie viele und daß diese vielen weder pervers noch sadistisch, son­dern schrecklich und er­schreckend normal waren und sind. Vom Standpunkt unserer Rechtsinstitutionen und an unseren moralischen Urteilsmaßstäben gemessen, war diese Normalität viel erschreckender als all die Greuel zusammengenom­men, denn sie implizierte (...), daß dieser neue Ver­brechertypus (...) unter Be­dingungen handelt, die es ihm beinahe unmöglich ma­chen, sich seiner Untaten be­wußt zu werden.“ [8] So Arendts vielzitiertes Resü­mee. Adolf Eichmann wird in einen interpretativen Ge­samtzugriff auf die Moderne eingeordnet. Diese paradoxe (organisiert die Vernichtung der europäischen Juden und ist kein Antisemit) und gleichzeitig geradlinige (obrigkeitshöriger Bürokrat, der jeden Befehl gewissenhaft ausführt) Persönlichkeit sei für die Gegenwart typisch, in den Worten von Günther Anders, „etwas für den heu­tigen Zustand unserer Welt höchst Bezeichnendes, sogar etwas Unvermeidliches“. [9] Man kann hier zwei Er­klärungen des Phänomens Eichmann unterscheiden: die von Günther Anders und die von Hannah Arendt.

Arbeitsteilung

Günther Anders legt „zwei Wurzeln“ frei. Beide haben ihren Grund darin, dass die Welt menschlicher Herstel­lungen sich gegenüber den Menschen verselbständigt habe. Dies resultiere aus der modernen Form und Orga­nisation von Arbeit. Herstellungen“ wird ganz wörtlich und dinglich verstanden: die Produkte der Menschen, die technischen Geräte gewinnen ein Eigenleben. Dadurch ver­sage die Vorstellungskraft der Menschen. „... dasjenige, was wir nun machen können“ sei größer „als dasjenige, wovon wir uns ein Bild machen kön­nen“; „zwischen unserer Fähigkeit der Herstellung und der der Vorstellung“ ha­be sich „eine Kluft“ aufgetan. Eichmann habe „seinen mon­strösen Handlungen so (ge­genübergestanden), als wenn diese nicht der Rede wert, als wenn sie emotional ‚quantites negligeables‘ gewesen wären (...), weil sie so ungeheuer­lich groß gewesen waren.“ [10] Mit dem Ausfüllen eines For­mulars regelte er einen Trans­port nach Auschwitz, mit ein paar Federstrichen besiegel­te er das Schicksal von über tausend Menschen. Eigene Aktion und Resultat fallen auseinander.

Distanzierung vom Ge­schehen und Potenzierung der Effekte ist das eine Merk­mal bürokratischer Exekutive und Macht; das andere ist das der Arbeitsteilung. „Wir“ seien „fast durchweg Subal­ternarbeiter“ und als solche „interessieren“ wir uns nicht „für den Effekt unserer Ar­beit und damit für die Vor­stellung des Endeffekts überhaupt“; und dies sei so, „weil wir an diesem Interesse ge­hindert werden; weil wir uns (...) darauf beschränken sol­len, uns für die uns bezahlte arbeitsteilige Spezialleistung zu interessieren.“ Arbeit überhaupt habe sich verän­dert, ein „Mit-Funktionieren (...) mit dem Betrieb“ sei an die Stelle der „Zusammenar­beit mit anderen Arbeiten­den“ getreten. Dem Mit-Tun gelte die Anstrengung statt dem Tun, deswegen könnten organisierte Verbrechen ebenso glatt vollzogen wer­den wie jede andere Arbeit.

Die Nazi-Täter hätten sich „im Prinzip nicht anders be­nommen“ als im normalen Arbeitsbetrieb, in dem Ziel und Ergebnis, nicht aber Ge­wissenhaftigkeit und Effizi­enz der Arbeit „grundsätzlich als ‚moralisch neutral‘“ gelten würden. [11] Unter Bedingun­gen moderner Arbeit würden Verbrechen erleichtert. Der subjektiven Borniertheit des Erkennens geht eine objekti­ve Verhinderung des Erkennen-Könnens vorweg. Zudem gebe es einen Trend zur Totalisierung der Maschinen­welt, in welcher die Men­schen nur noch Stückwerk seien, Material.

Der leidenschaftslose Spießer

Hannah Arendt sieht Eich­mann als Paradeexemplar für den deformierten Menschen, der sich bestens in totalitäre Gesellschaften einfügt. Seine „Unfähigkeit, sich auszu­drücken“ war „aufs engste mit einer Unfähigkeit zu den­ken“ verknüpft. „Das heißt hier, er war nicht imstande, vom Gesichtspunkt eines an­deren Menschen aus sich irgendetwas vorzustellen.“ [12] Damit sei er gegen das Leid geschützt gewesen, das er an­deren zufügte. Auch bei Arendt korrespondiert der subjektiven Borniertheit eine objektive Einschränkung. Er habe kein schlechtes Gewis­sen entwickeln können, denn er habe in Einklang mit seiner Gesellschaft gelebt. Eichmann sei Exemplar der Massengesellschaft, der „Spießer“, „der Bourgeois in seiner Isolierung, in seiner Verlassenheit von der eige­nen Klasse“, „ein atomisier­tes Individuum“, „einzig be­sorgt um Karriere und Sekurität.“ Als „zuverlässiges Menschenmaterial“ sei er in der „totalen Organisation“ si­cher aufgehoben gewesen, deren verschiedene, von in­nen nach außen und von außen nach innen aufgebaute Einheiten vor der Realität schützten und eine reine Bin­nenperspektive ermöglichten. Der Führer einer solchen Be­wegung übernehme persön­lich „die totale Verantwor­tung für jede Aktion, Tat oder Untat, die ein Mitglied oder ein Funktionär (...) ver­übt hat.“ [13] Eichmann wäre also abgesichert gewesen. Er handelte wie jedes andere Exemplar und seine Recht­fertigungen wären, nach Maßgabe der Welt, in der er arbeitete, zutreffend.

Die Beschreibung und Diagnose von Eichmanns Charakter und Tätigkeit stützt sich auf dessen Aussa­gen im Prozess oder im Ver­hör. Immer wieder betont er, er habe nur auf Befehl ge­handelt und ein Befehl müsse unbedingt befolgt werden. Durch dieses Befehls- und Anordnungsverhältnis trage er nicht die Verantwortung für das, was durch seine Ar­beit geschehen sei. Er selber habe nicht getötet, lediglich evakuiert und deportiert. Ei­ne innere Motivation für die Judenvernichtung habe er nicht gehabt. Eichmann be­teuert, er sei „nie Antisemit gewesen“, verweist auf den obligatorischen jüdischen Freund aus der Schulzeit, mit dem er, auch als er „schon das Hoheitszeichen der NSDAP im Knopfloch“ trug, noch „zusammen in Linz auf der Landstraße spazieren“ ging. Auch in der Zentral­stelle in Wien, als seine Ar­beit darin bestand, eben die­sen Freund aus dem Deut­schen Reich mit allen Mitteln herauszutreiben, sei „die Zu­sammenarbeit (mit Juden) ei­ne sachlich korrekte gewesen.“ Vehement spricht er sich gegen die „Stürmerme­thoden“ aus, deren „Art und Weise keine Lösungsmög­lichkeiten in sich birgt“, äußert sich abwertend über die „Reichskristallnacht“, wo nur „sinnlos zerstört“ wurde und „die Auswanderung war ja auch dadurch wieder schwerstens getroffen.“ Er habe die „politische Lösung“ favorisiert, Ausgrenzung und forcierte Auswanderung, nicht aber Pogrom und auch nicht Massenvernichtung: „... so haben wir uns das wahrscheinlich alle nicht vorgestellt ...“, resümiert er la­pidar seine Reaktion auf die Kunde von Erschießungen und Vergasungen.

Es gibt aber auch ein be­kanntes Zitat Eichmanns, überliefert von seinem frühe­ren engen Mitarbeiter Dieter Wisliceny, welches die Diag­nose des unbeteiligten Sachbearbeiters in Frage stellt. Dieser sagte im Nürnberger Prozess aus: „Er sagte: Er würde lachend in die Grube springen, denn das Gefühl, daß er fünf Millionen Men­schen auf dem Gewissen hät­te, wäre für ihn außerordentlich befriedigend.“ [14] Arendt und Mulisch kennen diese Aussage. Für Arendt ist es ein Beispiel für Eichmanns „Wichtigtuerei“, und sie fügt diesen Satz, der Eichmann als überzeugten Antisemiten und nicht nur willigen, sondern wollenden Judenvernichter ausweist, dem das Ergebnis seiner bürokratischen Tätig­keit nicht nur bekannt, son­dern auch Ziel gewesen war, in ihr Gesamtbild ein. [15] Mu­lisch hält diesen Satz für „zweifellos authentisch“, gibt aber zu bedenken, dass es sich „auch um Prahlerei un­ter Freunden“ handele. [16]

Wisliceny weiß noch mehr über Eichmann zu berichten. Zwar kennt auch er ihn als typischen Bürokraten, aber er kennt auch dessen Un­barmherzigkeit. Als Wisliceny vom offiziellen Auftrag zur „Endlösung der Judenfrage“ erfuhr und erstmal Luft hol­te, forderte Eichmann Här­te. Auch Rudolf Höß, Kom­mandant des KZ Auschwitz, erinnert sich an Eichmann: „Das RSHA war immer für die restlose Beseitigung aller Juden, sah in jedem Arbeits­lager, in jedem Tausend Ar­beitsfähiger die Gefahr der Befreiung, das am Leben­bleiben durch irgendwelche Umstände.“ [17] Was stand hin­ter diesem Drang? Höß woll­te es wissen: „Ich habe ver­sucht, aus Eichmann dessen innerste, wirklichste Über­zeugung über diese ‚Endlö­sung‘ herauszubekommen (...). Doch auch in der fort­geschrittensten Alkohol­auflockerung (...) trat er, be­sessen geradezu, für die rest­lose Vernichtung aller er­reichbaren Juden ein.“ [18]

Gegenstimmen

Allzu klar war Arendt und anderen der Charakter Eich­manns; ihnen ebenso klar wie Eichmann selbst. Man braucht sich die Diagnose ei­nes autoritätsfixierten, ich-schwachen Charakters nicht erst aus Eichmanns Aussagen herauszufiltern; er liefert sie selber, gleichsam als hätte er die Diagnose zur Selbstver­teidigung präventiv einge­baut. Er spricht von seiner „innere(n) Bedingungslosig­keit“ Anweisungen gegenü­ber. „Ich habe gehorcht. Egal, was man mir befohlen hätte, ich hätte gehorcht.“ [19]

Die verschleiernde Selbst­darstellung lässt sich an Eich­manns Geschichte, wie er zum SD kam, zeigen. 1932 trat Eichmann in die NSDAP ein, — vor der Machtergrei­fung und wohlgemerkt als Österreicher lange vor dem Anschluss. Nach seiner eige­nen Darstellung landete er beim SD und bei der SS,— er ging nicht dahin. Als er beim oberösterreichischen Gaulei­ter Bollek einen Brief abgab, meinte dieser „es wäre besser, wenn ich erstmal ein bißchen Soldat spielen wür­de. (...) Ich sagte mir: gut, wirst du eben Soldat!“. Spä­ter habe Ernst Kaltenbrun­ner ihm gesagt „‚Du kommst zu uns!‘ Wie das damals eben so ging, burschikos. (...) Ich sagte dann: ‚Ja, gut!‘ So kam ich zur SS“. [20] So einfach war das. Eichmann stellt sich als unselbständig und naiv dar. Aber wieso soll man ihm das abnehmen? Und wieso ging er zum SD und zur SS? Wie­so zogen gerade die ihn an? Und wieso blieb er da?

Eichmann beruft sich nicht nur auf einen inneren, quasi sozialpsychologischen Notstand, sondern auch auf einen äußeren: „Hätte ich da­mals aber nicht gehorcht, wä­re ich damals bestraft wor­den.“ [21] Eichmann beruft sich auf den Befehlsnotstand, den noch jeder Angeklagte in Na­zi-Prozessen anführte, von dem man aber bereits seit den sechziger Jahren weiß, dass er nicht bestanden hat. Im Falle Eichmann & Kolle­gen bekamen jene den Be­fehl, „die nach seiner Er­mächtigung lechzten. Allein besitzen diese unselbständi­gen Bösen wenig mehr Ge­walt, als ihre amtliche und private Sphäre ihnen zubil­ligt; sie brauchen ihren Hit­ler und die leitenden Männer seines Gefolges, in deren Be­fehlen sie sich geborgen und zu Handlungen aufgerufen fühlen, wozu es ihnen allein an Mut gebricht.“ [22]

Weder Arendt noch An­ders entschuldigen Eich­manns Verhalten, aber sie leisten einer möglichen Ent­schuldung Vorschub. Sie leugnen nicht seine Schuld, aber wieso glauben sie ihm? Wieso sprechen sie nach, was er in seinen Memoiren über sich selbst sagte — auch wenn sie das, was er sich selber gut­schreibt, negativ konnotieren? Wieso übernimmt Mu­lisch die Worte des Assisten­ten von Eichmanns Verteidi­ger „eine Million anderer hät­ten an seiner Stelle genauso gehandelt“? [23]

Die von Arendt und an­deren initiierte Sicht auf Eichmann und die damit ver­bundenen Ansichten über den Menschen in der Mo­derne wurden zu einem zen­tralen Bestandteil des westli­chen Bewusstseins und der modernen Kultur. Aber es gab Gegenstimmen, wie jene von Jean Amery oder Hans Günther Adler. Sie hatten das Böse in Gestalt der Nazi-Exekutive aus der Nähe ken­nen gelernt, Amery unter Ge­stapo-Folter in der Festung Breendonck, Adler in The­resienstadt und in Auschwitz. Banal ist Eichmann nur als Nicht-mehr-Nazi. Als Nazi­funktionär aber werden die „Dutzendgesichter dann schließlich doch zu Gestapo­gesichtern“, so Amery, und „das Böse“ „überlagert und überhöht“ „die Banalität“. „Es gibt nämlich keine ‚Banalität des Bösen‘, und Hannah Arendt, die in ihrem Eichmann-Buch davon schrieb, kannte den Menschenfeind nur vom Hören­sagen und sah ihn nur durch den gläsernen Käfig.“ [24]

Auschwitz ohne Deutschland

Der von Arendt und anderen initiierte Zugriff auf Eich­mann war sicherlich ein Fortschritt gegenüber personali­sierenden und dämonisieren­den Sichtweisen des Nationalsozialismus, die sich auf markante Figuren wie Hitler oder Himmler und auf Or­ganisationen wie SS, SA oder die Gestapo konzentrierten. Durch die Mithineinnahme der diversen beteiligten Ins­titutionen wurde klar, dass die Shoah etwas grundsätz­lich anderes als ein besonders großes Pogrom war und nicht nur unter Hass und Af­fekt durchgeführt worden sein kann. Der Täterkreis wurde ausgeweitet; die In­tention, den Blick auf die Moderne zu richten, sollte ei­ne Kritik an der Gegenwart und an der Normalität er­möglichen; die Herleitung aus einem negativen Potenti­al moderner Gesellschaften, der Annahme eines „Be­triebsunfalls“ entgegenwir­ken und den Blick auf die nach wie vor bestehenden ge­sellschaftlichen Strukturen lenken, welche die Shoah er­möglicht und einen Men­schen wie Eichmann hervor­gebracht hatten.

Arendts Interpretation kam in Deutschland gut an. In den 1960er Jahren kann man in Deutschland einen grundlegenden Wandel des Täterbildes erkennen. Hatte bis dato der „sadistische Ex­zesstäter“ das Bild bestimmt, kam nun der „Befehlsver­walter“ hinzu. [25] Dies ermög­lichte einen „neuen Vermei­dungsdiskurs“, in dem „in­teresselose bürokratische Vollstrecker“ und „kalt distanzierte Verwaltungs- und Systemtäter“ Juden ermor­deten, die sie nicht interessierten. Dieses Bild verdich­tete sich zu einem „System quasi axiomatischer Glau­benssätze“ [26] und Eichmann in Jerusalem wurde zum „Lieblingswerk, ja zur Bibel des jungliberalen Bürger­tums.“ [27] Dies eröffnete die Möglichkeit der Distanzie­rung vom Mord, ohne die Ta­ten selber leugnen zu müs­sen. Es ermöglichte vor al­lem, nicht von den Tätern, nicht von Deutschland spre­chen zu müssen. Die Shoah wurde zwar nicht mehr aus der Geschichte der Zivilisa­tion herausgeschnitten, aber der Allgemeinheit überant­wortet und als logischer Aus­wuchs der Moderne behan­delt.

Konzentrationslager Buchenwald

Bürokratie und Industrie

Was aber ist unter Moderne zu verstehen? Die Vorstel­lungen über Moderne wer­den mit verschiedenen Be­griffen, Bildern und Be­schreibungen eingerahmt. Sie ordnen sich in einem assozia­tiven Eeld an. Es gibt zwei Signa der Moderne. Das ei­ne dreht sich um das assozia­tive Feld der Begriffe Ma­schine, Fabrik, Industrie, das andere um das von Bürokra­tie.

Im „Paradigma der tech­nisierten Tat“, im „Bild eines fabrikmäßigen, hygienischen und anonymen Massen­mords“ [28] wird in der Rede vom Vernichtungsprozess stets von „Fabrik“, „Maschi­nerie“, „fabrikmäßigem“ und „arbeitsteiligem Vorgang“ ge­sprochen, womit der glatte Ablauf, der große Maßstab und die moderne Organisa­tion des Tötungsvorgangs ge­fasst werden soll. Diese Redeweise hat sich hartnäckig festgesetzt.

Alf Lüdtke hat herausge­stellt, [29] dass Überlebende wie frühere Angehörige des so­genannten Sonderkomman­dos, stets dann sich selbst als „Automaten“ beschreiben, wenn es um ihre Tätigkeit im Rahmen des Vernichtungsvorganges geht. Sie können dadurch eine Distanz zu ihren Handlungen erzeugen, die ausgeführt zu haben an­sonsten unerträglich wäre. Was bei den Überlebenden als Versuch nachvollzogen werden kann, mit einem Trauma umzugehen, wird für die Täter zu einer Entschul­dung: wo die Vernichtung wie „automatisch“ abläuft, da konnten sie keine Rolle ge­spielt haben.

Es ist fraglich, ob Arendts und Anders’ Thesen über die Moderne, ihre Rationalität, ihre Bürokratie mit einer kri­tischen Theorie der Gesell­schaft kompatibel sind. Jene kritisiert zwar auch Verselb­ständigung, Verdinglichung und Entfremdung, überweist sie aber nicht Institutionen und Maschinen an sich, son­dern dechiffriert sie als verselbständigte Formen menschlicher gesellschaftli­cher Praxis, die noch keine menschliche ist, weil sie von Menschen noch nicht ange­eignet und mit Bewusstsein organisiert ist. Arendts und Anders’ Thesen müssten sorg­fältig und vorsichtig von ihrer sehr deutschen kulturkonser­vativen Herkunft getrennt und in eine kritische Theorie transformiert werden.

Was ist erstaunlich daran, dass auch Menschenvernich­tung mit den Mitteln ihrer Zeit betrieben wird? Zum an­deren läuft dieses Reden über „Holocaust & Moderne“ Ge­fahr, „die Rekonstruktion des Massenmords auf einen rou­tinemäßigen, technischen Vorgang zu reduzieren, wo­bei die Sprache der der in­dustriellen Fabrikation ähnelt und das Grauen eines Mas­senmordes ausgeblendet bleibt.“ [30] Es unterschlägt, dass circa 15 Prozent der er­mordeten Juden in Gettos umgebracht wurden oder krepierten. Etwa ein Viertel wurde von den Einsatzgrup­pen bei Erschießungen ohne jede Distanz abgeschlachtet. Auch bei diesen Tätern fin­det sich schon im Krieg die Selbstdarstellung als „Rädchen im Getriebe“. Man übersieht, dass die Vernich­tungslager weitgehend im­provisierte Einrichtungen wa­ren, die je nach Kommando nicht reibungslos funktio­nierten. Sie waren Neuent­wicklungen, Pionierarbeiten, mit deren Entwicklung die Deutschen und Österreicher vollkommen neues Gebiet betraten.

Shoah und Moderne

Vor allem Zygmunt Bauman betont die Rolle der Büro­kratie bei der Shoah. Sie, die Rationalität und ein Wille zur Ordnung belegten ihm zu­folge die „aktive Rolle (der Zivilisation) bei der Konzep­tion und Durchführung des Holocaust.“ Die Bürokratie sei „vielleicht“ der „wichtigs­te kausale Faktor für den Ho­locaust“, sie enthalte „sämt­liche Elemente, die zur Voll­streckung eines Genozids erforderlich sind.“ Fest stehen soll auf jeden Fall, dass ein Zusammenhang bestehe, den Bauman durch allgemeine Aussagen eher suggeriert denn beweist, indem er un­terstellt, „die Bürokratie schuf den Holocaust nach ihrem eigenen Bild.“ Ist die Maschinerie der Bürokratie einmal angeworfen, laufe sie nach einer eigenen Dynamik ab und einem eigenen Telos zu. [31]

Die Vorstellungen über Bürokratie bei Arendt und anderen sind verschwom­men. Man kann davon aus­gehen, dass sie dabei Dar­stellungen wie diese von Max Weber im Sinn hatten: „Ge­nauigkeit, Schnelligkeit, Ein­deutigkeit, Kenntnis der Akten, Kontinuität, Diskre­tion, Einmütigkeit, strenger Gehorsam, reduzierte Reibungsverluste, sowie Mate­rial- und Personalkosten — all das erreicht in einer streng bürokratischen Verwaltung einen Kulminationspunkt. (...) Die Bürokratisierung bietet zuallererst die Mög­lichkeit der Spezialisierung von Verwaltungsfunktionen auf der Basis völlig objekti­ver Kriterien. (...) ‚Objekti­ve‘ Amtsausübung richtet sich nach berechenbaren Re­geln und wird ‚ohne Ansehen der Person‘ vollzogen.“ [32] Bürokratie steht für Rationa­lität, Effizienz, Konsequenz, Ordnung, Interesselosigkeit, Objektivität, nur in Zweck-Mittel-Relationen denkend, Gleichgültigkeit, Mitleidlo­sigkeit. Entsprechend sei der Bürokrat: er gehe von Ar­beitsbeginn bis -ende in sein Büro, führe dort interesselos seine vorgesetzten Aufgaben aus, befasse sich mit den Ge­genständen dieser Arbeit aber nicht näher.
Sicher spielte die Büro­kratie bei der Judenvernich­tung in allen Phasen eine bedeutende Rolle. So wie es in Deutschland keinen Bereich öffentlichen Lebens gab, der davon nicht betroffen oder daran nicht beteiligt gewesen wäre. Sie ist notwendige, aber nicht hinreichende Bedin­gung. Darüber hinaus ist we­der Bürokratie an sich so, schon gar nicht waren es die Partei-Apparate des Natio­nalsozialismus, noch war Eichmann ein solcher Büro­krat.

Es war die deutsche Büro­kratie, welche die Juden ver­nichtete, und es ist ohne Zweifel, dass der Verwal­tungsapparat wusste, was er tat. Die Tätigkeit in einer Bürokratie mag langweilig, banal und für Außenstehen­de unsichtbar sein, aber dies muss nicht dazu in Wider­spruch stehen, dass die deut­schen Bürokraten sich über ihre Aufgaben im Klaren wa­ren und sie aus freiem Wil­len erfüllten. Vergleiche mit der französischen und vor al­lem der italienischen Büro­kratie zeigen, dass diese zwar kollaborierten, es aber nicht von sich aus getan hätten und dem Drängen der deutschen Besatzung zur Judendepor­tation einige Steine in den Weg legten oder sich ganz verweigerten.

Wer in die Fänge einer Verwaltung geriet, wurde auch nicht automatisch und zwingend vernichtet; manch Getto ließen die zuständigen Stellen länger leben und wi­dersetzten sich der Auflö­sung. Wenngleich nicht aus humanen Gründen, aber dies spricht gegen eine unterstell­te Teleologie der Vernichtung nach einer inneren Logik der Bürokratie, nachdem man ihren Mechanismus einmal angeworfen und ein Ziel vor­gegeben habe.

Zum anderen war die Ver­waltung im 3. Reich nicht sehr effizient: auch sie wur­de durch die Polykratie ge­hemmt; und sie war auch dann nicht effizient an sich, dafür besonders, wenn es um die Vernichtung der Juden ging. Bei dieser Aufgabe war man sich einig.

Spricht man über Büro­kratie an sich, braucht man sich nicht mehr die Frage zu stellen, wer einer Bürokratie aus welchem Grund welche Aufgabe gibt — und wer mit­macht und wer nicht. Von Hi­storikern wird Raul Hilberg stets zur Unterstützung der These der besonderen Be­deutung der Bürokratie her­angezogen. Es ist auch seine zentrale These „daß der Ver­nichtungsprozeß ein büro­kratischer Vorgang war, der nur zum Erfolg führen konn­te, weil alle möglichen Fach­leute ihre Ideen und Kenntnisse dazu beigetragen hat­ten.“ Aber er hält auch fest, „daß Bürokraten zu Tätern wurden vermöge ihrer Stel­lung und Kompetenz in ge­nau der Entwicklungsphase, die ihr Eingreifen erforder­lich gemacht hatte; daß sie denkende Menschen gewe­sen waren; und vor allem, daß sie verfügbar blieben, al­so weder ihren Dienst quit­tiert, noch Maßnahmen der Verwaltung behindert hat­ten.“ Man muss zum einen „diese allumfassende Bereitschaft“ [33] sehen, zum anderen die Weltanschauung, den Er­lösungsantisemitismus, der die gewaltige Maschinerie des Dritten Reichs antrieb.

Der Verwaltungsapparat, in dem Eichmann arbeitete, war das im Spätsommer 1939 von Heinrich Himmler unter Reinhard Heydrich ge­gründete Reichssicherheitshauptamt. Michael Wildt be­schreibt das RSHA als „eine spezifisch nationalsozialisti­sche Institution neuen Typs“, anpassungsfähig, fle­xibel, unbürokratisch und ideologisch geleitet und höchst motiviert. [34] Das RSHA unterschied sich deutlich von der klassischen Bürokratie. Deren typische Organisation wurde von SS-spezifischen Verhaltenswei­sen durchbrochen. Eine of­fene Führungsstruktur und vage gehaltene Zentraler­lasse ließen Untergebenen und Organisationseinheiten Handlungsspielräume. Er­wartet wurden Führereigen­schaften, Einsatzbereitschaft und Improvisationstalent. Heydrich und Himmler sprachen sich ausdrücklich gegen typische Beamte aus. Sie bevorzugten Funktionä­re, den „politischen Beam­ten“ einer „kämpfenden Verwaltung“. [35]

Eichmann hätte sich in diesem Apparat nicht so lan­ge halten und er hätte in ihm nicht so weit kommen kön­nen, wenn er der Bürokrat gewesen wäre, als der er ge­zeichnet wird. Er organisier­te die Vernichtung nicht vom Schreibtisch aus. Eichmann & Kollegen waren Pioniere, sie mussten organisieren, was es vorher noch nicht gegeben hatte.

Auf Basis welcher empi­rischen Erkenntnisse analy­sierten Arendt und andere Eichmann? Die Faktenlage war sicher dünn; inzwischen kann man jede einzelne seiner Aussagen widerlegen. Eichmann war Antisemit, dies lässt sich besonders anhand seiner frühen Tätig­keit beim SD von 1935-38 nachweisen, als die Tätigkeit dieses Apparates vorzugs­weise in der Erforschung des „weltanschaulichen Geg­ners“ und gegenseitiger Schulung in Sachen Juden bestand, sowie anhand eines Interviews, das nach dem Krieg in Argentinien mit ihm geführt wurde. Er war kein „Schreibtischtäter“. Nicht nur kannte er das Ergebnis seiner Tätigkeit, weil er die Vernichtungslager und KZs sowie Massenerschießungen der Einsatzgruppen inspizierte; er war auch derjenige, der das Terrain gedanklich wie topographisch vorberei­tet und das Zustandekom­men der Deportationen durch zahlreiche Dienstreisen und Arbeitstreffen orga­nisiert hatte. Die nach der Struktur des RSHA unterge­ordnet scheinende Stellung Eichmanns sollte nicht täu­schen. Über seinen Vorge­setzten hinweg erhielt er direkte Anweisungen von Reinhard Heydrich und Heinrich Himmler. Er han­delte in Eigenverantwortung und aus eigener Initiative und konnte Anweisungen er­teilen.

Hannah Arendt und andere konnten nicht überblicken, welche tatsächliche Rolle Eichmann gespielt hatte. Aber wie­so übernahmen sie seinerzeit einfach das, was Eichmann ih­nen vorsetzte? Sie fielen leicht­sinnig auf ihn herein, weil er ihnen gut ins vorgefasste theo­retische Konzept passte. Durch diese Einordnung in ih­re Diagnose über den Cha­rakter der Moderne wird die Person Eichmann eingeebnet und dessen Verteidigungsstra­tegie übernommen. Eich­mann, sein Charakter und sein Handeln drohen in Hannah Arendts oder Günther An­ders’ Diagnose von Eichmann im besonderen, das der Deut­schen überhaupt in Zygmunt Baumans Diagnose von der Moderne im allgemeinen un­terzugehen. Bei allen spielt Antisemitismus keine Rolle.
Wie sehr Eichmann in sei­ner Arbeit steckte, offenbart er, wenn er sich über Mitarbeiter beschwert, die — offen­kundig im Gegensatz zu ihm — „das Ziel und das Wollen“ nicht verstanden hätten. „Sie haben auch nicht ein funda­mentales Buch gelesen, verar­beitet, aufgenommen.“ Im Ge­gensatz zu ihm, der wenigstens eines kannte: Theodor Herzls Der Judenstaat. „Sie hatten keinen Kontakt, keinen inne­ren Kontakt zur Sache. Sie schlossen sich dem Problem als solchem nicht auf.“ [36]

[1zitiert nach Jochen von Lang: Das Eichmann-Protokoll. Ton­bandaufzeichnungen der israelischen Verhöre. Frankfurt a. M. u. a. 1985, S. 265

[2Harry Mulisch: Strafsache 40/61. Eine Reportage über den Eichmann-Prozeß. Berlin 2002, S. 57

[3Hannah Arendt: Eichmann in Jerusalem. Ein Bericht von der Banalität des Bösen. München 1992, S. 16 f.

[4Günther Anders: Wir Eichmann-Söhne. Ein Offener Brief an Klaus Eichmann. München 1988, S. 16

[5Arendt: Eichmann, a. a. O., S. 16

[6Mulisch, a. a. O., S. 151, 177

[7ebd., S. 150

[8Arendt: Eichmann, a. a. O., S. 326

[9Anders: Eichmann-Söhne, a. a. O., S. 21

[10ebd., S. 24, 30

[11Günther Anders: Die Antiquiertheit des Menschen. Bd. 1, München 1997, S. 286ff.

[12Arendt: Eichmann, a. a. O., S. 78

[13Hannah Arendt: Elemente und Ursprünge totaler Herr­schaft. München 1991, S. 542 f, 575 ff, 590

[14Das Protokoll des Prozesses gegen die Hauptkriegsverbre­cher vor dem Internationalen Militärgerichtshof. Berlin 1996, S. 411 f.

[15Arendt: Eichmann, a. a. O., S. 75

[16Mulisch, a. a. O., S. 78

[17Rudolf Höß: Kommandant in Auschwitz. Autobiographi­sche Aufzeichnungen. München 1978, S. 138

[18ebd., S. 133

[19zitiert nach Lang, a. a. O., S. 180

[20ebd., S. 20

[21ebd., S. 180

[22Hans G. Adler: Der verwaltete Mensch. Studien zur Depor­tation der Juden aus Deutschland. Tübingen 1974, S. 120

[23zitiert nach Mulisch, a. a. O., S. 59

[24Jean Amery: Die Tortur, in: Ders.: Jenseits von Schuld und Sühne. Stuttgart 1977, S. 52

[25Habbo Knoch: Die Tat als Bild. Fotografien des Holocaust in der deutschen Erinnerungskultur. Hamburg 2001, S. 641 ff.

[26Gerhard Paul: Von Psychopathen, Technokraten des Ter­rors und „ganz gewöhnlichen“ Deutschen, in: Ders. (Hg.): Die Täter der Shoah. Göttingen 2002, S. 21

[27ebd., S. 25

[28Paul, a .a. O., S. 21

[29Alf Lüdtke: Der Bann der Wörter: „Todesfabriken“. Vom Reden über den Völkermord — das auch ein Verschweigen ist. in: WerkstattGeschichte, Nr. 13, 1996, S. 5 ff.

[30Peter Longerich: Politik der Vernichtung. München 1998, S. 241

[31Zygmunt Bauman: Dialektik der Ordnung. Die Moderne und der Holocaust. Hamburg 1992, S. 31, 119, 120

[32zitiert nach ebd., S. 28

[33Raul Hilberg: Unerbetene Erinnerungen. Der Weg eines Holocaust-Forschers. Frankfurt a. M. 1994, S. 108

[34Michael Wildt: Die Generation des Unbedingten. Das Führungskorps des Reichssicherheitshauptamtes. Hamburg 2002, S. 12

[35Gerhard Paul: „Kämpfende Verwaltung“. Das Amt IV des Reichssicherheitshauptamtes als Führungsinstanz der Ge­stapo. in: Ders. /Klaus-Michael Mallmann (Hg.): Die Ge­stapo im Zweiten Weltkrieg. Darmstadt 2000, S. 42 ff.

[36zitiert nach Lang, a. a. O., S. 63

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Erstveröffentlichung im FORVM:
Dezember
2003
Heft 8/2003 — 1/2004, Seite 7
Autor/inn/en:

Fabian Kettner: Fabian Kettner ist Mitglied des Arbeitskreises Rote Ruhr Uni in Bochum (www.rote-ruhr-uni.org)

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