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Die versunkene Stadt

Frauen im Widerstand gegen den Nationalsozialismus, Teil 3

Rita Thalmann, französische Historikerin, spricht über den oft verschwiegenen Beitrag von Frauen in der Résistance.
Eine Sendereihe von Context XXI, gestaltet von Mary Kreutzer mit Unterstützung des Nationalfonds der Republik Österreich für Opfer des Nationalsozialismus.

Rita Thalmann, französische Historikerin, spricht über den oft verschwiegenen Beitrag von Frauen in der Résistance.

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Rita Thalmann bei Wikipedia

Rita Thalmann (23. Juni 1926 in Nürnberg18. August 2013) war eine französische Historikerin, die sich vor allem mit dem Nationalsozialismus beschäftigte.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rita Thalmann wurde als Tochter des Nürnberger Textilgroßhändlers Nathan Thalmann und seiner Frau Helene geb. Hausmann aus Basel geboren. Beide Eltern waren gläubige Juden. Obwohl Nathan Thalmann im Ersten Weltkrieg mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet worden war, waren er und seine Familie nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten in Deutschland und der folgenden Diskriminierung der jüdischen Bevölkerung gezwungen auszuwandern. Über die Schweiz kamen sie nach Frankreich, wo sie sich in Dijon niederließ. Zu Beginn des Zweiten Weltkriegs wurde Nathan Thalmann als Ausländer interniert, seine Frau starb kurze Zeit danach in einem Krankenhaus in Dijon. Rita konnte mit ihrem älteren Bruder Alfred in die Unbesetzte Zone fliehen und in der Umgebung von Grenoble untertauchen. Der Vater wurde deportiert und 1943 im KZ Auschwitz ermordet. Den Kindern gelang es, illegal in die Schweiz zu kommen, wo sie schließlich bei den Eltern ihrer Mutter Unterstützung fanden.

Nach 1945 legte Rita Thalmann ihr Abitur in Straßburg ab und studierte danach an der Sorbonne in Paris Germanistik. Nach der Agrégation unterrichtete sie 15 Jahre in einem Gymnasium. Sie wurde schließlich mit der Arbeit Protestantisme et nationalisme en Allemagne de 1900 à 1945 promoviert (Thèse d’Etat) und unterrichtete danach an der Universität Tours. Sie wechselte an die Universität Paris VII, wo sie bis zu ihrer Pensionierung als Professeure d'histoire et de civilisation germanique lehrte. Ihre Forschungsgebiete waren der Nationalsozialismus, die Shoah und der Zweite Weltkrieg sowie die Stellung der Frau in der Gesellschaft.

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Publikationen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • mit Emmanuel Feinemann: La Nuit de cristal. Laffont, Paris 1972, (In deutscher Sprache: Die Kristallnacht. Jüdischer Verlag bei Athenäum, Frankfurt am Main 1987, ISBN 3-610-00398-7).
  • Jochen Klepper. Ein Leben zwischen Idyllen und Katastrophen. Christian Kaiser, München 1977, ISBN 3-459-01110-6 (Mehrere Auflagen).
  • Être femme sous le IIIe Reich. R. Laffont, Laffont, Paris 1982, ISBN 2-221-00859-6 (In deutscher Sprache: Frausein im Dritten Reich. Carl Hanser, München u. a. 1984, ISBN 3-446-13579-0).
  • La République de Weimar (= Que sais-je? 2300). Presses universitaires de France, Paris 1986, ISBN 2-13-039449-3 (Mehrere Auflagen).
  • als Herausgeberin: Femmes et Fascismes. Tierce, Paris 1987, ISBN 2-903144-38-9.
  • als Herausgeberin: La tentation nationaliste 1914–1945. = Entre émancipation et nationalisme. La presse féminine d'Europe 1914–1945. Deuxtemps Tierce, Paris 1990, ISBN 2-903144-59-1.
  • La mise au pas. Idéologie et stratégie sécuritaire dans la France occupée. Fayard, Paris 1991, ISBN 2-213-02623-8 (In deutscher Sprache: Gleichschaltung in Frankreich. 1940–1944. Europäische Verlags-Anstalt, Hamburg 1999, ISBN 3-434-50062-6).
  • mit Jean-Louis Huot und Dominique Valbelle: Naissance des cités. Nathan, Paris 1991, ISBN 2-09-294150-X.
  • Protestantisme et nationalisme en Allemagne. (de 1900 à 1945). D'après des itinéraires spirituels de Gustav Frenssen, Walter Flex, Jochen Klepper, Dietrich Bonhoeffer (= Dialogues des Nations. 1). Klincksieck, Paris 2000, ISBN 2-252-01885-2.
  • Tout commença à Nuremberg. Entre histoire et mémoire. Berg International, Paris 2004, ISBN 2-911289-64-1 (Autobiographie).

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Heinrich Thalmann: Ein Todesausweis liegt nicht vor. Die Geschwister Thalmann: Nathan, Frieda, Max und Meta, in: (Hrsg.) Historischer Verein in Verbindung mit dem Staatsarchiv, Wertheimer Jahrbuch 2006/2007, Stuttgart 2008, Verlag des Historischen Vereins Wertheim e.V. (ISSN 0511-4926).
  • Annette Wieviorka: Historienne du nazisme. Rita Thalmann. Nachruf in: Le Monde, 20. August 2013, S. 13.
  • Marie-Claire Hoock-Demarle: Rita Thalmann (1926–2013). Nachruf in: Francia. Bd. 41, 2014, S. 503–505, (Digitalisat).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Artikel und Vorträge von Rita Thalmann online

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Erstveröffentlichung:
November
2004
Radiosendungen 2004
Autor/inn/en:

Mary Kreutzer:

Politikwissenschafterin und Publizistin, Trägerin des Eduard-Ploier-Radio-Preises der Österreichischen Volksbildung, des Concordia Publizistikpreises (Kategorie Menschenrechte), des European Award for Excellence in Journalism, des Elfriede-Grünberg Preises, von Juni 2000 bis 2006 Redaktionsmitglied von Context XXI.

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