Zeitschriften » Streifzüge » Print-Ausgaben » Jahrgänge 2001 - 2010 » Jahrgang 2009 » Heft 47
Ricky Trang
2000 Zeichen abwärts

Die Spezialisten des Überlebens

Dem Kapital ist es egal, wenn Wüsten entstehen, die Polkappen schmelzen, die Ressourcen zu Ende gehen, den Menschen die Lebensgrundlagen entzogen werden. Der Kapitalismus stößt an seine Grenzen, eine Krise jagt die andere, jede schlimmer als die zuvor. Zeit für eine radikale Wende. Wann, wenn nicht jetzt!
Die Litanei ist endlos und die Schlachtlämmer geraten in Bewegung, wollen bewegen und alles neu gestalten. Auf dass nur nichts geschieht und alles so bleibt, wie es immer war.

Zur falschen Zeit am falschen Ort aus all den falschen Gründen. Die störenden Symptome beseitigen, um weiter dem Spektakel des Überlebens zu frönen.

Dem Spektakel, dem schlechten Traum der gefesselten Gesellschaft, der schließlich nur ihren Wunsch zu schlafen ausdrückt; als solches nicht länger nur Wächter dieses Schlafes, sondern Beschützer und Verbündeter. Garant des Fortbestehens des sedierten Vor-sich-hin-Dämmerns, aus dem niemand mehr erwachen will. Ein Traum, der sogar von Zeit zu Zeit die Illusion erweckt, wach zu sein. Besonders in Krisenzeiten, erfordern diese doch spektakuläre Veränderungen zur Aufrechterhaltung des Schlafes. So ist das Spektakel als konkrete Verkehrung des Lebens die autonome Bewegung des Leblosen. Und „it’s time for a change“ als die perfekte Waffe des Spektakels, welches es zu nichts anderem bringen will als zu sich selbst.

All ihr Spezialisten des Überlebens, es gilt nicht aufgrund der Not, der Gefährdung des vertrauten Schlafes, zu kämpfen, sondern für unsere Begierden, für die Umkehrung des Verkehrten. Wir wollen nicht den Mangel an Leben prolongieren, sondern die Welt verändern und das Leben neu erfinden. Dies ist von einer gewissen hedonistischen Berechnung nicht zu trennen. Irgendwann ist der Augenblick da, in dem die Leidenschaft und das Bewusstsein, dass eine andere Welt möglich ist, wieder zu wachsen beginnen. Nicht aufgrund der Not der Unterdrückten, sondern aufgrund unseres unwiderstehlichen Verlangens nach Leben.

Bis dahin schlafwandelt weiter zu euren bewegenden Veränderungen, damit das Überleben weitergeht wie bisher!

Ihr könnt mich mal!

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Erstveröffentlichung im FORVM:
Oktober
2009
Heft 47, Seite 38
Autor/inn/en:

Ricky Trang:

Lizenz dieses Beitrags:
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