Zeitschriften » Grundrisse » Jahrgang 2011 » Nummer 38
Silke Chorus • Lisa Haller

Die Regulation geschlechtsspezifischer Arbeitsteilung

Auf der Suche nach einer feministischen Kritik der politischen Ökonomie

1. Einleitung

Mit der Ausbreitung von Lohnarbeit wurden in der sich formierenden kapitalistischen Ökonomie verschiedene Formen der Arbeitsteilung institutionalisiert, die seither in einem wechselseitigen Austauschverhältnis stehen. Diese arbeitsteiligen Austauschverhältnisse befinden sich in Folge ihrer reziproken Einflussnahme in andauernden Transformationsprozessen, die — so unsere These — maßgeblich durch die geschlechtsspezifische Arbeitsteilung und deren Organisation im Rahmen der gesellschaftlichen Arbeitsteilung vorangetrieben werden. [1]

Die jüngsten Veränderungen in der Organisation geschlechtsspezifischer Arbeitsteilung möchten wir im Rahmen dieses Beitrags genauer betrachten. Dabei soll uns an zentraler Stelle der Reproduktionsbegriff behilflich sein. Diesen verstehen wir einerseits als Reproduktion der menschlichen Verkehrs- und Austauschbedingungen zum Erhalt oder der Veränderung sozialer, politischer und ökonomischer Verhältnisse in ihrer historisch spezifischen Form, wobei wir von gesellschaftlicher Reproduktion sprechen sowie andererseits als Herstellung und Erhaltung menschlichen Lebens, wobei wir von individueller Reproduktion sprechen. Zur individuellen Reproduktion bedarf es in kapitalistischen Gesellschaftsformationen der marktvermittelten Reproduktion, die auf eine Reproduktionskostendeckung zielt sowie der privaten Reproduktion, die als unmittelbare Arbeit für und am Menschen charakterisiert werden kann. Wir haben es also mit drei Ebenen sozialer Reproduktion zu tun, die einander beeinflussen. [2] Arbeiten, die der privaten Reproduktion [3] menschlicher Lebens- und Arbeitskraft dienen, werden mehrheitlich von Frauen jenseits eines Lohnarbeitsverhältnisses verrichtet. Weil diese geschlechtsspezifische Zuteilung von privater Reproduktionsarbeit maßgeblich zur sozialen Ungleichheit zwischen Frauen und Männern beiträgt, ist sie zentraler Gegenstand zahlreicher feministischer Analysen, welche die geschlechtsspezifische Zuteilung von Arbeiten denaturalisiert und damit ihre politischen Gestaltungsmöglichkeiten aufgezeigt haben. Eine Kritik der politischen Ökonomie, die nicht hinter die Errungenschaften dieser feministischen Erkenntnisse zurück fallen möchte, steht vor der Herausforderung, in ihrer Analyse die geschlechtsspezifisch organisierte Arbeitsteilung als Bestandteil der gesellschaftlichen Arbeitsteilung in den Blick zu nehmen, um hiervon ausgehend das Wechselverhältnis zwischen Reproduktionsarbeiten in und außerhalb von Lohnarbeitsverhältnissen untersuchen zu können.

Diese Herausforderung führte uns auf die Suche nach theoretischen Anknüpfungspunkten, die es ermöglichen, die geschlechtsspezifische Organisation von privater und marktvermittelter Reproduktion in ihrer wechselseitigen Beeinflussung zu konzeptionalisieren. Hierbei stießen wir schnell auf den für unser Anliegen überaus bedeutsamen Terminus der sozialen Reproduktion, [4] der von feministischen Kritikerinnen der politischen Ökonomie entwickelt wurde. Diesen Terminus und Begrifflichkeiten, die sich von ihm ableiten, werden wir im Folgenden genauer betrachten. Anschließend werden wir im zweiten Teil des Beitrags die jüngsten Transformationen in der geschlechtsspezifischen Organisation von privater und marktvermittelter Reproduktion skizzieren. Dabei nehmen wir die Zeitspanne vom Fordismus [5] zum Postfordismus in den Blick und rekonstruieren die sich verändernde Widerspruchskonstellation zwischen Produktion und Reproduktion aus der Perspektive der geschlechtsspezifischen Arbeitsteilung. Im dritten Teil des Beitrags widmen wir uns der Suche nach den theoretischen Anknüpfungspunkten, die es ermöglichen, die geschlechtsspezifische Organisation von privater und marktvermittelter Reproduktion in ihrer wechselseitigen Beeinflussung zu konzeptionalisieren. Hiervon ausgehend werden wir im Ausblick des Beitrags die aktuellen Herausforderungen beschreiben, die sich aus einer integralen Theorie für die gesellschaftliche Arbeitsteilung ergeben.

1.1. Die soziale Reproduktion

Der Begriff der sozialen Reproduktion bezeichnet in der Auseinandersetzung um politische Regulierung das Wechselverhältnis zwischen Subjekt, Staat und [Re]Produktionsweisen, welches zur Erhaltung oder Veränderung bestehender sozialer, politischer und ökonomischer Verhältnisse notwendig ist. Der Begriff der sozialen Reproduktion umfasst alle Bereiche der gesellschaftlichen Arbeitsteilung, in denen die biologische Reproduktion der Spezies, die Reproduktion von Lebens- und Arbeitskraft und die Reproduktion des gesellschaftlichen Zusammenhanges gewährleistet werden. Weil die verschiedenen Tätigkeiten im Bereich der sozialen Reproduktion je nach hegemonialer Wertvorstellung und gesellschaftlichen Verhältnissen zeitweilig entlohnt, zeitweilig durch Einkommensübertragungen ermöglicht werden, wurde zur Beschreibung der unmittelbaren Arbeit am Menschen auf den englischen Begriff der Carework zurückgegriffen. Der Begriff der Carework fasst, unabhängig davon, ob Tätigkeiten entlohnt werden oder nicht, all diejenigen Arbeiten zusammen, deren Arbeitsgegenstand der Mensch selbst ist. Soziale Reproduktion beinhaltet also eine Reihe verschiedener Tätigkeiten, Institutionen und Prozesse. Diese wirken darauf ein, wie Menschen als gesellschafts- und arbeitsfähige Subjekte erzeugt, erhalten und reproduziert werden und darauf, wie wir im wechselseitigen Handeln einen Zusammenhang erschaffen und erhalten, in dem neben anderen Prozessen auch Tausch und Produktion stattfinden können.

1.2. Reproduktionsarbeit, Reproduktionskosten & Reproduktionsaufwand

In Abgrenzung zu theoretischen Ansätzen, die von klar definierten Arbeitssphären ausgehen, subsumieren wir unter den Begriff der Reproduktionsarbeit jedwede Form von menschlich verausgabter Arbeit. Indem Menschen unabhängig voneinander Waren produzieren, um diese auf dem Markt zu tauschen, wird auch die Herstellung von Waren zum Zweck des Tauschs zur Reproduktionsbedingung. Subjekte können in einer nach dem Prinzip kapitalistischer Warenproduktion organisierten Gesellschaftsformation ihr Arbeitsvermögen nicht zur alleinigen Grundlage der Sicherung ihrer Reproduktion machen, sondern es bedarf zur Deckung der Reproduktionskosten [6] einer zusätzlichen, marktvermittelten Reproduktionsarbeit, zu welcher das Subjekt neben seiner Arbeitskraft auf Produktionsmittel sowie auf die temporäre Freisetzung von privater Reproduktionsarbeit angewiesen ist. Über diese marktvermittelte Reproduktionsarbeit sprechen wir im Folgenden als Lohnarbeit. Der Reproduktionsaufwand setzt sich in kapitalistischen Gesellschaftsformationen aus dem zeitlichen Aufwand zusammen, der dazu benötigt wird, die private Reproduktion zu verrichten sowie aus dem zeitlichen Aufwand für die marktvermittelte Lohnarbeit zur Deckung der Reproduktionskosten. Häufig wird vernachlässigt, dass für die Verrichtung von marktvermittelter Lohnarbeit zur Reproduktionskostendeckung nicht nur die Produktionsmittel benötigt werden, sondern auch die Freistellung der Arbeitskraft von privater Reproduktionsarbeit unabdingbar ist. Diese unabdingbare Freistellung der Arbeitskraft wird durch private sowie durch gesellschaftliche Einkommensübertragungen ermöglicht. [7] Die Reproduktionskosten schwanken dementsprechend in Abhängigkeit davon, zu welchen Anteilen sich der Reproduktionsaufwand aus marktvermittelter Lohnarbeit und privater Reproduktionsarbeit zusammensetzt.

1.3. Reproduktionsarbeiten zwischen Entlohnung & Einkommensübertragung

Welche Arbeiten marktvermittelt und insofern als Lohnarbeit und welche Arbeiten hingegen privat und somit nicht im Rahmen einer Lohnarbeit organisiert sind, folgt keiner stringenten ökonomischen Funktionslogik, sondern einer staatlichen Steuerung in Abhängigkeit von politischen Kräfteverhältnissen, hegemonialen Wertvorstellungen und sozialen Aushandlungen und Kämpfen. Die Organisation der sozialen Reproduktion ist daher historisch kontextuell variabel. Dennoch gibt es ökonomische Motive, aus denen heraus in der Vergangenheit mehrheitlich Arbeiten am Menschen unentlohnt dem privaten Reproduktionsbereich und damit dem emotionalen Nahumfeld zugeschrieben wurden. Insofern im Zentrum des Arbeitsprozesses die Arbeiten am Menschen stehen, setzt das Arbeitsverhältnis die Entwicklung einer Beziehung zu jenem Menschen voraus, dessen Leben hergestellt und erhalten werden soll. Aus diesem Grund wurden in der Vergangenheit und werden bis in die Gegenwart hinein mehrheitlich Arbeiten am Menschen, bei denen die Entwicklung einer Beziehung zur Qualitätssicherung notwendig erscheint, jenseits einer marktvermittelten Entlohnung privat organisiert und in Rückgriff auf staatlich arrangierte Einkommensübertragungen ermöglicht. Zu einem großen Anteil werden Einkommensübertragungen privat im Rahmen von Partnerschaften, Freundeskreisen und Verwandtschaftsverhältnissen getätigt. Einkommensübertragungen in diesem Bereich sind nur zu einem geringen Anteil über das Unterhaltsrecht reguliert und werden von staatlicher Seite lediglich in Form von Einkommenssteuerrückzahlungen anerkannt. Neben dem Ausgleich von Unterhaltsleistungen durch Einkommenssteuerrückzahlungen reguliert der Staat das Wechselverhältnis zwischen marktvermittelter und privater Reproduktion durch Einkommensübertragungen, die einer Regulierung durch die Arbeitsmarkt-, Sozial- und Familienpolitik unterliegen.

1.4. Die Steuerungsfunktion des Staates bei der Verteilung von Arbeiten

Für die Verteilung eines erheblichen Anteils der gesamten Reproduktionsarbeit auf jene Subjekte, die den privaten Reproduktionsarbeiten nachgehen sowie die relative Entlastung anderer von der privaten Reproduktionsarbeit, die sich für die marktvermittelte Lohnarbeit verantwortlich fühlen, ist eine herrschaftsförmige Steuerung von staatlicher Seite notwendig. Die Funktion dieser staatlichen Steuerung ist es, die partielle Freistellung einiger Bevölkerungsgruppen von der privaten Reproduktionsarbeit zu gewährleisten, um durch diese Freistellung die kontinuierliche Eingliederung der von privater Reproduktion freigestellten Arbeitskräfte in die marktvermittelte Lohnarbeit sicherzustellen. Nicht zuletzt hat die staatliche Steuerung durch Sozial-, Steuer- und Familienpolitik die Funktion, die Reproduktionskosten der gesamten Bevölkerung durch eine gewisse Umverteilung des über die marktvermittelte Lohnarbeit erzeugten Mehrwertes zu garantieren. Insofern bewirkt eine staatliche Regulierung der privaten Reproduktionsarbeit durch die Reduktion von staatlichen Sozial-, Steuer- oder Familienleistungen indirekt auf die Lohnstückkosten und das volkswirtschaftliche Lohnarbeitskräftepotenzial. Obgleich sich die Arbeitsgegenstände historisch dynamisch zwischen der privaten und der marktvermittelten Reproduktionsebene bewegen, erfolgt die Zuordnung der Reproduktionsebenen aber in erstaunlicher Kontinuität entlang der Geschlechterhierarchie. So sind seit jeher mehrheitlich Frauen auf Einkommensübertragungen angewiesen, und zwar durch die Verrichtung von unentlohnter privater Reproduktionsarbeit.

1.5. Geschlechterverhältnisse & die kapitalistische [Re]Produktionsweise

Die sich in der Entwicklung des Kapitalismus kontinuierlich neu und immer wieder anders artikulierende Persistenz einer geschlechtsspezifischen Arbeitsteilung ist es, die uns dazu anhält, das Unternehmen, Arbeiten der privaten Reproduktionsarbeit als Voraussetzung von kapitalistischen Produktionsweisen sichtbar zu machen, als ein feministisches Anliegen zu bezeichnen. Geschlechterverhältnisse als durch kapitalistische Produktionsweisen abgeleitet zu begreifen, liegt uns im Umkehrschluss fern, da nicht zuletzt historisch das soziale Geschlechterverhältnis der kapitalistischen Produktionsweise vorgängig war und überdies auch in Gesellschaftsformationen ohne kapitalistische Produktionsweise nicht von einer Arbeitsteilung entlang der Geschlechterhierarchie abgesehen werden kann. [8] Infolge der sich immer wieder neu und anders artikulierenden Persistenz geschlechtsspezifischer Arbeitsteilung kann unserer Einschätzung nach darauf zurückgeschlossen werden, dass kapitalistische Produktionsweisen zwar auf abstrakte Differenz, nicht aber notwendigerweise auf Differenz entlang der Geschlechterhierarchie angewiesen sind. Dementsprechend verstehen wir Geschlechterverhältnisse und kapitalistische Produktionsweise als in einer wechselseitigen Austauschbeziehung stehend sowie als eng aufeinander bezogene, ohne dass ein Verhältnis in der einen oder anderen Richtung abzuleiten wäre. Auf derartige monokausale Ableitungen verzichtend, erscheint uns sowohl die Organisation der privaten Reproduktions- als auch die Organisation von marktvermittelter Lohnarbeit nicht einzig von Aushandlungen zwischen Kapital und Arbeit, sondern überdies von Aushandlungen zwischen den Geschlechtern und der Deutung ihrer „Differenz“ abhängig. Im Umkehrschluss beinhalten Veränderungen in den Produktionsweisen das Potenzial, auf die Arbeitsteilung entlang der Geschlechterhierarchie Einfluss zu nehmen.

1.6. Fragen, die uns umtreiben

Deshalb interessiert uns, welche Ansatzpunkte wie verknüpft werden müssten, um die reziproken Dimensionen sozialer Reproduktionsverhältnisse in ihrem Spannungsverhältnis zwischen subjektiver Eigenverantwortung, staatlichen Institutionen und kapitalistischer Produktionsweise in ihrer Komplexität erfassen zu können. Überdies fragen wir uns, in welcher Weise es gelingen kann, den Rahmen für eine feministische Kritik der politischen Ökonomie auszuloten, in der die geschlechtsspezifisch organisierte Arbeitsteilung als Bestandteil der gesellschaftlichen Arbeitsteilung sichtbar wird.

2. Genderregime & [Re]produktionsweise in der Transformation

Ein Forschungsansatz, der die geschlechtsspezifische Arbeitsteilung als Bestandteil der gesellschaftlichen Arbeitsteilung herausgearbeitet hat, ist die Genderregimeforschung. Feministische Wohlfahrtsstaatenforscherinnen zeigten mit Hilfe von vergleichenden Länderuntersuchungen Unterschiede und Ähnlichkeiten auf wie Frauen als Mütter, Erwerbstätige und Staatsbürgerinnen in die wohlfahrtsstaatliche Organisation einbezogen werden. Sie wiesen überdies darauf hin, in welchem Ausmaß die Wohlfahrt auf der unbezahlten privaten Reproduktionsarbeit von Frauen basiert (Ostner 1995; Sainsbury 1999). Wohlfahrtsstaaten tragen demgemäß je nach Ausgestaltung der privatrechtlichen sowie staatlichen Einkommensübertragungen dazu bei, die Geschlechterungleichheit zu verringern oder zu verfestigen (Kulawik 2005: 7). Aktuelle Arbeiten konstatieren eine Erosion des männlichen Ernährermodells, dessen Besonderheit war, dass die private Reproduktionsarbeit der Hausfrau mit der marktvermittelten Lohnarbeit des männlichen Familienernährers in unterschiedlichem Ausmaß in allen Wohlfahrtsstaaten in einem kohärenten Wechselverhältnis standen (Leitner et al. 2004). Eine Leerstelle der feministischen Wohlfahrtsstaatenforschung ist, dass diese zwar die Wirkungsweise wohlfahrtsstaatlicher Arrangements auf das Geschlechterverhältnis betrachtet, bislang jedoch nicht untersuchte, in welcher Weise Veränderungen im Verhältnis zwischen den Geschlechtern auf den Wohlfahrtsstaat sowie auf ökonomische Systeme Einfluss nehmen.

2.1. Genderregime & [Re]produktionsweise im deutschen Fordismus

Will man wissen, in welcher Weise die geschlechtsspezifische Organisationsform der privaten Reproduktionsarbeit auf die Kosten der Arbeitskraft im Produktionsprozess einwirkt, bietet sich die Möglichkeit einer historischen Betrachtung des deutschen Regulationsmodells an. Der keynesianische Wohlfahrtsstaat im zeitlichen Intervall des deutschen Fordismus basierte auf einer vermeintlich klaren Trennung zwischen dem öffentlichen und männlich codierten Raum und dem privaten und weiblich codierten Raum. Durch diese Sphärentrennung wird das männliche Familienernährermodell zu einer staatlich begünstigten Lebensform. Der private Reproduktionsbereich und die darin tätige weibliche Arbeitskraft bleiben — auf privatrechtliche Unterhaltsleistungen verwiesen — von der fordistischen Durchkapitalisierung der Gesellschaft ausgespart. Der marktvermittelte Lohnarbeitsbereich und die darin tätige männliche Arbeitskraft wird durch einen sogenannten Familienlohn, familiale Transferleistungen und Zuschläge sowie einkommenssteuerrechtliche Freibeträge dazu befähigt, die Reproduktionskosten und damit den Lebensunterhalt der von ihr abhängigen Familienangehörigen gewährleisten zu können. Abhängige Familienangehörige — mehrheitlich Frauen — bleiben damit durch ihre Arbeit im privaten Reproduktionsbereich auf privatrechtliche Unterhaltszuwendungen angewiesen. Ihre soziale Absicherung erfolgt in erster Linie über abgeleitete soziale Rechte sowie familienbezogene Transfers. Diese kommen nicht direkt den in der privaten Reproduktion Arbeitenden, sondern dem meist männlichen Haushaltsvorstand zu (vgl. Haller et al. 2011: 31). Arbeiten im privaten Reproduktionsbereich bleiben im fordistischen Zeitalter ein in der ökonomischen Betrachtung scheinbar „abwesender“ und indirekter, aus unserer Perspektive aber überaus zentraler Bestandteil des fordistischen Akkumulationsregimes. Die Funktionslogik dieses fordistischen Akkumulationsregimes setzt dementsprechend ein marktvermitteltes Lohnverhältnis auf Seiten des männlichen Familienernährers voraus, dessen Vergütung für die Reproduktionskostendeckung der Familienangehörigen ausreichen muss.

In dieser historisch spezifischen Form von Produktions- und Reproduktionsweisen standen eine marktvermittelte Massenproduktion, eine tayloristische Arbeitsorganisation, ein marktvermittelter Massenkonsum und eine vornehmlich private Reproduktionssphäre in einer abgesonderten Care-Ökonomie [9] in einem kohärenten Verhältnis zueinander.

2.2. Feministische Forderungen nach einer Steigerung der Frauenerwerbsquote

An der historisch spezifischen Form von Produktions- und Reproduktionsweise im Fordismus wurde von feministischer Seite starke Kritik laut: Die Freigiebigkeit von sozialpolitischen Leistungen im Fordismus sei auf die Annahme eines Normalarbeitsverhältnisses bezogen, das lediglich die Normalität von männlichen Arbeitsverhältnissen widerspiegele. Die unbezahlte private Reproduktion sei, so die feministische Kritik, inkludierter Part der Normalität der Vollzeit erwerbstätigen Normalarbeiter. Die Integration von mehrheitlich männlichen Arbeitskräften in die marktvermittelte Lohnarbeit verhindere die Entlohnung der weiblichen Arbeitskraft im Bereich der privaten Reproduktion (Kulawik 2005). Die private Reproduktionsarbeit sei folglich in dem Mehrwert enthalten, der über die marktvermittelte Lohnarbeit erwirtschaftet wird. Feministische Theoretikerinnen gingen daher von mehreren Produktionsweisen aus. Die private Reproduktionsarbeit sei in der häuslichen Produktionsweise, die marktvermittelte Lohnarbeit hingegen in der kapitalistischen Produktionsweise verortet, wobei beide Produktionsweisen aufeinander verwiesen seien (vgl. Folbre 1987). Die soziale Absicherung des männlichen Lohnarbeiters in der kapitalistischen Produktion führe zu einer Begünstigung von erzwungenen, unbezahlten Dienstleistungen in der privaten Reproduktionssphäre und damit zu einer eklatanten Abhängigkeit der privaten Dienstleisterinnen von Einkommensübertragungen.

Für Frauen sei deshalb nicht die Erhaltung dieser spezifischen Kohärenz von Produktions- und Reproduktionsweise erstrebenswert, vielmehr sei ihre Auflösung die Voraussetzung einer Befreiung aus privaten Abhängigkeiten. Die deutsche Frauenbewegung erhob daher die Steigerung der Frauenerwerbsquote sowie damit einhergehend die gleichberechtigte Partizipation von Frauen am Erwerbsleben zu ihrer prioritären Forderung.

2.3. Transformation im deutschen Regulationsmodell

Und ihre Forderungen wurden zunehmend hegemoniefähig. [10] Eine Vielzahl von arbeitmarkt-, sozial- und familienpolitischen Reformen der jüngsten Vergangenheit wurde mit der Steigerung der Frauenerwerbsquote sowie einer Gleichstellung hinsichtlich der Partizipationschancen von Frauen und Männern begründet. Unserer Analyse nach kann diese schrittweise Auflösung der fordistischen Produktions- und Reproduktionsweise jedoch nicht einzig mit den Forderungen der deutschen Frauenbewegung begründet werden, sondern muss auch auf die verschobenen Interessenskonstellationen sowohl in der Staatsform wie auch in der Wirtschaft zurückgeführt werden. Dies wird am Beispiel der jüngsten Veränderungen im Unterhaltsrecht deutlich. [11] Angesichts einer Pluralisierung und Individualisierung von Lebensformen sah sich der Staat immer häufiger in der Pflicht zahlungsunfähige und deshalb ausfallende unterhaltspflichtige Ernährer im Nachkommen dieser Pflicht zu unterstützen oder zu ersetzen und die Reproduktionskosten für abhängige Familienangehörige durch staatliche Einkommensübertragungen zu decken.

Darauf reagierte die Politik, indem sie mit einem Unterhaltsänderungsgesetz mehrheitlich Frauen — die bis dato einen marktvermittelt Lohnarbeitenden von der privaten Reproduktionsarbeit freistellten — das Anrecht auf privatrechtliche Einkommensübertragungen entzog. Auf diese Weise wurden die Frauen nun zur marktvermittelten Lohnarbeit gezwungen, jedoch ohne dass ihre Freistellung von der privaten Reproduktionsarbeit garantiert gewesen wäre. Kennzeichnend für die Reproduktionsverhältnisse im Postfordismus ist infolgedessen die Inanspruchnahme von Frauen für die marktvermittelte Lohnarbeit bei zeitgleicher Verringerung der sozialstaatlichen Unterstützung für die private unentlohnte Reproduktionsarbeit. Der mit der aktivierenden Arbeitsmarkt-, Sozial- und Familienpolitik einhergehende Erwerbszwang hat zur Folge, dass die Reproduktionskostendeckung abhängiger Familienmitglieder immer schwieriger wird. Ein bisher unbeachteter, nicht entlohnter und vornehmlich von Frauen ausgeführter Tätigkeitsbereich unterliegt damit tiefgreifenden Veränderungen.

Zwar wird auch im postfordistischen Zeitalter ein großer Anteil von privaten Reproduktionsarbeiten weiterhin unbezahlt und von Frauen zu Hause geleistet, jedoch immer weniger durch Einkommensübertragungen honoriert. Daneben wächst aber auch der Anteil der ehemals privaten Reproduktionsarbeiten, die nun marktvermittelt organisiert sind. Ehemals außerhalb der Warenform, in den Privathaushalten verrichtete private Reproduktionsarbeiten werden im postfordistischen Zeitalter also zunehmend auch innerhalb der Warenform, in Teilen sogar profitbringend organisiert und Kriterien der ökonomischen Effizienz und Profitmaximierung unterworfen.

2.4. Ende oder Wende in der Kohärenz von Produktions- und Reproduktionsweise?

Die Kohärenz von Produktions- und Reproduktionsweise im Fordismus war demnach nicht nur durch den Klassenkampf und den fordistischen Klassenkompromiss gewährleistet, sondern auch durch die spezifische Form der Geschlechterverhältnisse. [12] Das an bürgerlichen Geschlechterverhältnissen orientierte Ernährermodell wurde zwar auch im Klassenkompromiss um das Lohnniveau mit verhandelt, jedoch lässt sich seine Emergenz genauso wenig hinreichend aus der Entwicklung der Klassenverhältnisse allein erklären, wie es die durch dieses Geschlechtermodell geprägte, spezifische Organisation von privater und marktvermittelter Reproduktion tut. Berücksichtigt man die individuelle Reproduktion in Gänze, so wird deutlich, dass die Grenzen der fordistischen Form von Mehrwertproduktion und Kapitalakkumulation nicht nur die Produktivitätsgrenzen der fordistischen Produktionsweise — also den Bereich der marktvermittelten Lohnarbeit — betrafen, sondern auch die Grenzen der Durchkapitalisierung der privaten Reproduktion im Rahmen eines dominierenden tayloristischen Paradigmas der Arbeitsorganisation und der fordistischen Regulation des Geschlechterverhältnisses. Denn in der Spätphase des Fordismus setzte ein starkes Wachstum im personenbezogenen, öffentlichen und privatwirtschaftlichen Dienstleistungssektor ein. [13] Diese ökonomische Transformation beruhte wesentlich auf dem Einzug der Frauen in die marktvermittelte Lohnarbeit und ihren partiellen Rückzug aus der privaten Reproduktionssphäre (vgl. Esping-Andersen 1999). Die Nachfrage nach warenförmiger Carework — wie z.B. Kinderbetreuung, oder Alten- und Langzeit-Krankenpflege — und das Angebot an Arbeitskräften in diesen Bereichen erhöhte sich in Folge. Die Ausweitung der eher wertschöpfungsschwachen, weil zeitintensiven Carework kollidierte aber mit dem fordistischen Prinzip der Dominanz des relativen Mehrwertes [14] und des tayloristischen Produktionsparadigmas im Rahmen der fordistischen Regulation des Klassenverhältnisses — beides entscheidende materielle Voraussetzungen für dieses Entwicklungsmodell des Kapitalismus. Die fordistische Produktions- und Reproduktionsweise geriet also nicht allein deshalb in eine Krise, weil ihre inhärenten Produktivitätsgrenzen zunehmend erreicht waren, sondern auch weil die Dominanz der fordistischen Form des Mehrwertes durch die Ausweitung wertschöpfungsschwacher, gering produktiver Carework in Frage gestellt wurde. Das fordistische Zeitalter krankte letzten Endes also an einem „doppelten“ Produktivitätsdilemma. Indem Carework von der ehemals privaten Reproduktionsarbeit in marktvermittelte Lohnarbeit überführt wurde, geriet die Kohärenz zwischen Produktions- und Reproduktionsweise aus dem Gleichgewicht.

2.5. Widerspruchskonstellation — divergierende Produktivitäten nach der Transformation

Die Kohärenz zwischen Produktions- und Reproduktionsweise im Fordismus wurde durch eine wechselseitige Abhängigkeit getragen, nämlich die der Männer von der privaten Reproduktion der Frauen sowie die der Frauen von der Reproduktionskostendeckung des marktvermittelt Lohnarbeitenden. Infolge der veränderten Reproduktionskostenverteilung, die mit der Reduzierung von Einkommensübertragungen durch die jüngste Sozial-, Arbeitsmarkt- und Familienpolitik einhergeht, findet eine partielle Überführung der privaten Reproduktion in die marktvermittelte Lohnarbeit statt, durch welche sich die geschlechterspezifischen Abhängigkeitsverhältnisse verändern. Durch die Modifikationen in der starren geschlechterspezifischen Arbeitsteilung im Fordismus ergeben sich verstärkte Widerspruchskonstellationen in der Arbeits- und Lebensweise, die wir im Folgenden ausführen werden:

Die Arbeiten zur Herstellung von Waren zum Zweck des Tausches unterscheidet sich insofern genuin von Arbeiten am Menschen als das sich Arbeit am Menschen nicht vom restlichen Leben abtrennen, aufbewahren oder flüssig machen lassen (vgl. Polanyi 1978: 107). Arbeit am Menschen besteht unabhängig davon, ob sie in der privaten Reproduktion oder als marktvermittelte Lohnarbeit verrichtet wird, wesentlich aus der Entwicklung einer Beziehung zwischen der jeweiligen Care-ArbeiterIn und dem Menschen, dessen Leben hergestellt, erhalten und vielleicht verbessert werden soll. Die Arbeit am Menschen funktioniert daher nach einer anderen Logik als die industrielle Herstellung einer zum Zweck des Tauschs produzierten materiellen Ware. So kann im Arbeitsprozess der Arbeit am Menschen die Care-ArbeiterIn als Bezugsperson nicht beliebig ausgetauscht werden. Die Aufteilung in einzelne Arbeitsschritte sowie die Substituierung der Produktionsfaktoren zum Zweck der Produktivitätssteigerung sind insofern nur begrenzt möglich, ohne eine Verschlechterung der Care-Qualität und damit der jeweiligen Reproduktionsbedingungen zu riskieren (Chorus 2007b). [15] Arbeiten am Menschen können daher zeitbezogen weniger optimiert werden als klassische Arbeiten der marktvermittelten Lohnarbeit, die zum Zweck des Tausches produziert werden. So kann man zwar Autos und Medikamente schneller produzieren, aber man kann Kinder nur schwierig schneller aufziehen (Madörin 2006: 292). Die Produktivität der Arbeit am Menschen divergiert demnach im Vergleich zur Produktivität von Arbeiten, die lediglich zum Zweck des Tausches Waren herstellen. Durch die Möglichkeit der Arbeitszeitoptimierung bei der Herstellung von Waren zum Zweck des Tausches, verlieren warenproduzierende Arbeiten im Vergleich zu beziehungsförmigen Arbeiten an Bedeutung. Nicht zuletzt weil die inhärenten Produktivitätsgrenzen in der Produktion warenförmiger Lebensmittel und Konsumgüter tendenziell erreicht sind, machen diejenigen Arbeiten am Menschen, die zu Zeiten des Fordismus mehrheitlich als private Reproduktionsarbeit organisiert waren, im Vergleich zu derjenigen Arbeiten, die zum Zweck des Tausches ausschließlich als marktvermittelte Lohnarbeit organisiert sind, einen anwachsenden Anteil der gesamten gesellschaftlichen Arbeit aus. Kurz: Es werden tendenziell immer weniger Menschen für die Produktion von warenförmigen Lebensmitteln und Konsumgütern benötigt — der Bedarf an Arbeitskräften im Care-Bereich hingegen ist angesichts einer steigenden Erwerbstätigkeit durch die Reduktion von Einkommensübertragungen, den demografischen Wandels und eine Individualisierung von Lebensformen steigend.

Im Rahmen einer kapitalistisch dominierten Ökonomie sehen wir insofern ein unaufhörlich anwachsendes Problem: Aus dem wachsenden Wirtschaftszweig von wertschöpfungsschwachen Arbeiten am Menschen in der marktvermittelten Lohnarbeit kann nur dann Wert geschöpft und akkumuliert werden, wenn diese Arbeiten unter großem Zeitdruck und mit geringen Löhnen verrichtet werden.

3. Die Regulationstheorie als Analyserahmen für eine feministische Kritik der politischen Ökonomie?

Angesichts der aufklaffenden Widersprüche zwischen den Produktions- und Reproduktionsweisen und der hierüber zu Tage tretenden ökonomischen Krisen und gesellschaftlichen Missstände halten wir es für unverzichtbar, eine integrale Theorie zu entwickeln, welche die geschlechtsspezifische Arbeitsteilung und deren Organisation im Rahmen der gesellschaftlichen Arbeitsteilung konzeptionalisiert. Einen theoretischen Rahmen, der es ermöglichte, die Erhaltung oder Veränderung von Gesellschaftsformationen aus einer relationalen Perspektive zu betrachten und dabei verschiedene Ansatzpunkte zu verknüpfen, fanden wir in der Regulationstheorie. [16] Sie räumt der sozialen Reproduktion einen zentralen Stellenwert ein, insbesondere hinsichtlich der Möglichkeiten und Grenzen der ökonomischen Entwicklung des jeweiligen historischen Modus der Kapitalakkumulation.

3.1. Die Regulation von Reproduktionsverhältnissen aus einer feministischen Perspektive

Mittels der Regulationstheorie scheint es möglich, die wechselseitigen Einflussfaktoren von sozialen Kämpfen mit den Einflussfaktoren kapitalistischer Produktionsweise zu verbinden, ohne dabei die von den Subjekten auf eigensinnige Weise angeeigneten Alltagsideologien aus dem Blick zu verlieren.

Um die Anschlussstellen der bislang nur implizit geschlechtersensiblen Regulationstheorie für eine feministische Kritik der politischen Ökonomie nutzbar zu machen, werden wir im Folgenden Momente der Veränderung im Strukturzustand der verschiedenen Produktionsweisen benennen. Dabei werden wir zeigen, inwieweit die Regulationstheorie die soziale Reproduktion einzubeziehen vermag. [17]

3.1.1. Die vielfältigen Produktionsweisen als Anschlussstelle für eine feministische Kritik der politischen Ökonomie

Eine erste Anschlussstelle für unsere Analyse der gesellschaftlichen Reproduktion ergibt sich in der Regulationstheorie aufgrund ihres Begriffes von der kapitalistischen Produktionsweise. Die Regulationstheoretiker der Pariser Schule verstehen unter kapitalistischen Gesellschaftsformationen solche Gesellschaften, in denen eine kapitalistische Produktionsweise zwar relativ bedeutend ist, jedoch stets mit anderen Produktionsweisen in einer historisch spezifischen Verbindung steht. [18] Die kapitalistische Produktionsweise wird als krisenhafte und unvollständige Produktionsweise konzipiert, die allein aus sich selbst heraus nicht lebensfähig ist. Die Reproduktion der kapitalistischen Gesellschaft beruht weiter nicht nur auf abstrakten Tauschvorgängen, sondern setzt immer auch die Existenz nicht markt- und warenförmiger sozialer Beziehungen und Verhältnisse voraus (vgl. Hirsch 1990: 18). Daher spielen die unterschiedlichen Produktionsweisen — darunter auch die mehrheitlich von Frauen besetzte Haushaltsproduktionsweise — in der Analyse gesellschaftlicher Reproduktionsverhältnisse in ihrem je spezifischen, historischen Kontext eine bedeutende Rolle (Lipietz 1985: 110).

3.1.2. Der gesellschaftliche Ökonomiebegriff als Anschlussstelle für eine feministische Kritik der politischen Ökonomie

Die Regulationstheorie räumt in ihrer Entwicklungstheorie nicht nur anderen, nicht-kapitalistischen Produktionsweisen einen Stellenwert für die Existenz der kapitalistischen Produktionsweise ein, sie profiliert darüber hinaus auch einen gesellschaftlichen Ökonomiebegriff. Ökonomie wird als gesellschaftliche Veranstaltung verstanden, die innerhalb des Feldes aller sozialen Beziehungen und innerhalb eines komplexen Netzes gesellschaftlicher Verhältnisse stattfindet (Lipietz 1998: 12). Augenscheinlich wird hierbei, dass eine reine Ökonomie und demzufolge auch eine rein kapitalistische Ökonomie in der Regulationstheorie ausgeschlossen werden (Aglietta 1979: 16). Für unser Anliegen einer feministischen Kritik der politischen Ökonomie ist dieses erweiterte Ökonomieverständnis hilfreich. Es verdeutlicht, dass Ökonomie jenseits des Bereiches der direkten Produktionsverhältnisse auch dort stattfindet, wo Menschen füreinander da sind, wo andere „Rationalitäten“ herrschen und Menschen sich in wechselseitigen Austauschbeziehungen ergänzen.

3.1.3. Das Handeln der Subjekte als Anschlussstelle für eine feministische Kritik der politischen Ökonomie

Die ökonomische Geschichte wird mit der Regulationstheorie durch das konfliktive soziale Handeln verschiedenster sozialer Akteure und damit von den Subjekten selbst gemacht. Diese Subjekte handeln in den gesellschaftlichen Verhältnissen, in denen sie leben und in denen sie arbeiten, für andere sorgen, lieben, denken und fühlen und die sie selbstverständlich auch in Frage stellen und verändern können. Um das materielle Leben zu produzieren und zu reproduzieren, gehen Menschen auch in kapitalistischen Gesellschaften unterschiedliche private und marktvermittelte sowie gesellschaftliche Reproduktionsverhältnisse ein. Damit ist die ökonomische Geschichte der Menschen eine soziale Geschichte, die auf sozialem und somit stets auch vergeschlechtlichtem Handeln beruht. Diese Geschichte ist daher mehr als nur die Geschichte von Klassenkämpfen, sie ist ebenso die Geschichte ungleicher Geschlechterverhältnisse. Sie bringt unterschiedliche, miteinander verstrickte Produktionsweisen hervor. In deren Bezogenheit aufeinander finden die kapitalistische Produktionsweise und die Reproduktion ihrer grundlegenden Verhältnisse statt. Insofern die Regulationstheorie hier expliziert, dass das Alltagshandeln der Subjekte ökonomische Verhältnisse verändert oder aber fortschreibt, wird diese für eine feministische Analyse ökonomischer Verhältnisse brauchbar.

3.2. Akkumulationsregime = Produktions- und Reproduktionsweisen

Ihre entwicklungs- und strukturtheoretischen Annahmen über die kapitalistische Produktionsweise übersetzt die Regulationstheorie in konkrete Analysebegriffe. Für die Analyseebene, auf der sich der Begriff der sozialen Reproduktion ansiedelt, ist hier insbesondere für die Kategorie des Akkumulationsregimes relevant.

3.2.1. Die Verknüpfung von Produktions- und Reproduktionsweisen als Anschlussstelle für eine feministische Kritik der politischen Ökonomie

Die Kategorie des Akkumulationsregimes beschreibt die historisch regional verschiedenen Modi und Methoden von Mehrwertgewinnung und Kapitalakkumulation. Die Kategorie umfasst die Art und Weise, wie Arbeitskraft im Produktionsprozess angewandt wird, die Verteilungsrelationen des gesellschaftlichen Wertes und die Formen des Endverbrauches und Konsums. Akkumulationsregime finden — so formuliert es Lipietz — in allen historischen Formationen des Kapitalismus in „einem ‚äußeren Raum‘ statt“. Äußere Räume sind z. B. die Haushaltsproduktion, Formen der einfachen Warenproduktion und der Weltmarkt (Lipietz 1985: 120). Der Begriff der Akkumulationsregime beinhaltet also die historisch spezifische Verknüpfung von kapitalistischen Produktionsweisen mit nicht kapitalistischen Produktionsweisen. Er beschreibt außerdem Aspekte der individuellen Reproduktion als gesellschaftliche Bedingungen der sozialen Reproduktion und des Endverbrauches der direkt und indirekt Lohnabhängigen und setzt diese Bedingungen als eine zentrale Variable für eine stabile Kapitalakkumulation.

3.2.2. Die Lebensweise der Subjekte als Bestandteil des Akkumulationsregimes

Daraus können wir ableiten, dass der Endverbrauch und Konsum und damit auch die Lebensweise der direkt und indirekt Lohnabhängigen Bestandteil des Akkumulationsregimes sind, wenn sie warenförmig organisiert sind. Eine nicht warenförmig — oder nur in Teilen warenförmig — organisierte Lebensweise der direkt und indirekt Lohnabhängigen kann die Reproduktionskosten von Arbeitskraft aus der Perspektive des Kapitals senken, sie kann aber auch zu Verwertungsschwierigkeiten des Kapitals führen, wenn letzteres nach Ausdehnung strebt, diese nicht warenförmigen Räume sich jedoch einer Vermarktlichung unter den jeweils historischen Bedingungen versperren. In jedem Falle hat die Lebensweise der direkt und indirekt Lohnabhängigen, die Art des Endverbrauches und Konsums einen Einfluss auf das Akkumulationsregime, seine Entwicklungstendenzen und seine Entwicklungsmöglichkeiten. Diese Dimension ist die „zweite“ Seite der Akkumulation und deshalb werden Akkumulationsregime als Produktions- und Reproduktionsweisen bzw. als Konsumweisen einer Gesellschaftsformation beschrieben. Verallgemeinert sich eine individuelle Lebensweise zu einer hegemonialen Praxis, wie wir dies beispielhaft anhand der verallgemeinerten Form des männlichen Ernährers, ihrer Erosion und Transformation veranschaulicht haben, schlägt Quantität in Qualität um und wird hierüber zum relevanten Einflussfaktor für Politik und Ökonomie, was wir am Unterhaltsänderungsgesetz veranschaulicht haben.

3.2.3. Die Kohärenz zwischen Arbeits- und Lebensweise

Eine wesentliche Bedingung für eine relativ stabile Entwicklung der Kapitalakkumulation ist in der Regulationstheorie die Kohärenz zwischen Produktions- und Reproduktionsweise (vgl. Lipietz 1985: 119 f.). Arbeits- und Lebensweise müssen zueinander „passen“. Veränderungen in der gesellschaftlichen Organisation von marktvermittelter Lohnarbeit und Produktion müssen also über kurz oder lang mit Veränderungen in der Organisation von privater Reproduktion und Konsum einhergehen — und umgekehrt. D. h. jedoch im Sinne der Krisentheorie der Regulationstheorie nicht, dass diese Kohärenz sich wie von selbst herstellen würde. Sie ist vielmehr das prinzipiell erst mal immer offene Ergebnis von sozialen Konflikten, Bewegungen und Auseinandersetzungen (vgl. Lipietz 1985: 114). Im historischen Abriss vom Fordismus zum Postfordismus rekonstruierten wir skizzenhaft, wie diese Kohärenz durch vielfach determiniertes, soziales Handeln an verschiedensten „Schauplätzen“ der Gesellschaft zunehmend in Frage gestellt wurde und schließlich nicht mehr gewährleistet war. [19]

3.2.4. Der Modus der Kapitalakkumulation als abhängige Variable sozialer Reproduktion

Besonders interessant für eine feministische Perspektive auf die Kritik von kapitalistisch dominierter Ökonomie ist hier, dass die Regulationstheorie den jeweiligen Modus der Kapitalakkumulation als grundsätzlich abhängig von der Art und Weise versteht, wie private und marktvermittelte Reproduktion in der gesellschaftlichen Reproduktion organisiert sind. D. h. die immer auch durch Geschlechterverhältnisse geprägte Organisation der gesellschaftlichen Reproduktion hat einen Einfluss auf die historisch möglichen Formen, Entwicklungstendenzen und Grenzen von Mehrwertgewinnung und Kapitalakkumulation. So gesehen ist es naheliegend zu folgern, dass die jeweils historisch spezifischen Geschlechterverhältnisse einen prägenden Einfluss auf die Formen der Kapitalakkumulation, auf die ökonomischen Wachstums- und Krisendynamiken in kapitalistischen Gesellschaftsformationen besitzen.

3.2.5. Private und marktvermittelte Reproduktion als Leerstelle der Regulationstheorie

Wir resümieren, dass die schrittweise Auflösung der fordistischen Produktions- und Reproduktionsweise keineswegs allein einer ökonomischen Rationalität entspringt, noch reagiert die politische Regulation einfach auf sie. Dieser ökonomische und gesellschaftliche Wandel wird vielmehr von Menschen gemacht. Er wird durch soziales, politisches und immer auch vergeschlechtlichtes Handeln hervorgebracht und in sozialen Aushandlungen und Kompromissen, die stets auch Geschlechterkompromisse beinhalten, institutionalisiert.

Obwohl die Reproduktionsweise der direkt und indirekt Lohnabhängigen für die ökonomische Dynamik des fordistischen Zeitalters von zentraler Bedeutung ist, befassen sich die diesbezüglichen regulationstheoretischen Analysen auffällig selten mit Geschlechterverhältnissen. Diese blinden Flecken in den zeitdiagnostischen Analysen der Regulationstheorie sind unserer Auffassung nach, auf erhebliche Leerstellen in der Konzeptionalisierung der sozialen Reproduktion im Rahmen der Regulationstheorie zurückzuführen. [20] Nach unserem Dafürhalten zeichnet sich die spezifische Form der fordistischen Reproduktion ökonomisch betrachtet sogar darüber aus, dass nur jener Teil der individuellen Reproduktion zunehmend durchkapitalisiert wurde, der im Rahmen eines tayloristischen Produktionsparadigmas gewinnbringend produziert und konsumiert werden konnte (Chorus 2007a: 44 ff.). Diejenigen privaten Reproduktionsarbeiten innerhalb der individuellen und gesellschaftlichen Reproduktion, in der zwischenmenschliche Beziehungen zentral sind — also v. a. Fürsorge-, Pflege-, Beziehungs- und Erziehungsarbeit — bildeten nach wie vor einen zentralen, jedoch „äußeren Raum“ des Akkumulationsregimes. Um tatsächlich die jeweils historisch regional spezifische Konstellation von Produktions- und Reproduktionsweise in ihrer ökonomischen Bedeutung zu erfassen, ist es wichtig, die individuelle Reproduktion nicht nur unter dem Aspekt der kapitalisierten Lebensmittelproduktion zu betrachten, sondern gleichermaßen die private sowie die marktvermittelte Carework grundlegend einzubeziehen.

3.2.6. Endlich Lohn für die private Reproduktionsarbeit?

Wir sehen, dass Carework — im fordistischen Zeitalter noch außerhalb der marktvermittelten Lohnarbeit, in einem „äußeren“ Raum der kapitalistischen Akkumulation organisiert — im postfordistischen Zeitalter die Warenform annimmt. Dieser Prozess ist Ausdruck der Transformation eines Teiles der ehemals privaten Reproduktionsarbeit zu bezahlten, marktvermittelten Dienstleistungsarbeiten. Dabei ändern Care-Arbeiten nicht nur ihre sozioökonomische Form, sondern es verändert sich auch der Personenkreis derer, die diese Arbeiten ausführen. Die schlecht bezahlten, häufig migrantischen Careworkers sorgen mit ihren niedrigen Löhnen dafür, dass Care-Dienstleistungen trotz geringer Produktivität nicht allzu teuer werden und u. U. sogar noch Profit dabei herausspringt. Für die marktvermittelt arbeitenden Careworkers selbst ist es in der Regel nicht oder nur sehr eingeschränkt möglich, der eigenen privaten Reproduktionsverantwortung durch den Zukauf von Care-Dienstleistungen nachzukommen. Warenförmige Care-Dienstleistungen zu konsumieren bleibt vergleichsweise teuer und nicht für alle Einkommensklassen erschwinglich. Berücksichtigen wir dabei die Besonderheit von Arbeit am und mit Menschen, die abhängig sind und versorgt, betreut oder gepflegt werden müssen, wird fraglich, wie und ob das zunehmende Eindringen von Warenbeziehungen in die Care-Ökonomie ökonomisch nachhaltig und aus feministischer Perspektive wünschenswert ist.

4. Ausblick: Mit einer integralen Theorie auf der Suche nach neuen Herausforderungen

Eine integrale, feministische Kritik der politischen Ökonomie zeigt uns veränderte Problemlagen und neue Herausforderungen für einen solidarischen Feminismus im 21 Jahrhundert. Die unterschiedlichen Standorte der Produktion von warenförmigen Konsumgütern und warenförmigen Care-Dienstleistungen sowie die divergierende Entwicklung in der Arbeitsproduktivität führen uns auf den Umstand, dass Care-Dienstleistungen in Folge ihrer kaum optimierbaren Zeitintensivität in Relation zu warenförmigen Konsumgütern immer teurer werden. Verringern sich zeitgleich die Reallöhne, weil ein immer größerer Anteil des volkswirtschaftlichen Arbeitskräftepotenzials in den Niedriglohnsektoren des Dienstleistungssektors arbeitet, muss individuell und volkswirtschaftlich gesehen ein immer größeres Arbeitsstundenvolumen aufgebracht werden, um das Einkommensniveau zur Reproduktionskostendeckung nur zu halten. Wenn aber immer mehr Menschen einer marktvermittelten Lohnarbeit nachgehen müssen, ohne dass deren Einkommensniveau sich signifikant erhöht, dann wird die Frage relevant, wie der hierüber erwirtschaftete Mehrwert zu verteilen ist, um die Reproduktionskosten sowohl der direkt als auch der indirekt Reproduktionsarbeitenden gleichermaßen weiterhin zu sichern. Die Widersprüche der Vermarktlichung der privaten Reproduktion werden zwar bislang vor allem durch einen zusätzlichen Input weiblicher Arbeitskraft aufgefangen sowie kanalisiert und daher vor allem von feministischer Seite problematisiert. Sie betreffen jedoch bei weitem nicht ausschließlich Frauen, sondern im Grunde alle, insbesondere all jene, die einmal in ihrem Leben abhängig werden und versorgt, betreut oder gepflegt werden möchten. Die Konzeptionalisierung der geschlechtsspezifisch organisierten Arbeitsteilung als Bestandteil der gesellschaftlichen Arbeitsteilung im Rahmen dieses Beitrags, eröffnet insofern den Ausgangspunkt für politisches Handeln in breiten Bündnissen.

[1Der vorliegende Text ist ein erster Versuch, die geschlechtsspezifisch organisierte Arbeitsteilung als Bestandteil der gesellschaftlichen Arbeitsteilung zu konzeptionalisieren. Dieser Versuch beabsichtigt, auf die Notwendigkeit einer feministischen Kritik der politischen Ökonomie aufmerksam zu machen, ohne eine solche abschließend formulieren zu können.

[2Die soziale Reproduktion bildet die Gesamtheit der Reproduktionstätigkeiten, die dazu beitragen, dass sich eine Gesellschaft verändert. Die zweite Ebene der Differenzierung unterscheidet zwischen gesellschaftlicher und individueller Reproduktion. Im Rahmen dieses Beitrags liegt ein Schwerpunkt auf der individuellen Reproduktion, die sich auf einer dritten Ebene aus der marktvermittelten sowie aus der privaten Reproduktionsarbeit zusammensetzt.

[3Mit Hilfe einer vierten Ebene lässt sich die private Reproduktionsarbeit in diejenige Arbeit unterteilen, die jedeR nur an sich selbst vollziehen kann, sowie derjenigen Arbeit die an anderen vollbracht werden kann, für deren Verrichtung jedoch eine zwischenmenschliche Beziehung unerlässlich ist.

[4In den Ausführungen zur sozialen Reproduktion beziehen wir uns auf Bakker / Gill 2003: 18.

[5Fordismus ist eine Bezeichnung für das sog. „goldene Zeitalter“ des Nachkriegs-Kapitalismus, welches bis Ende der 1970er Jahre datiert wird und auf dessen Krise hin der Postfordismus folgte.

[6Unter Reproduktionskosten verstehen wir die Gesamtheit aller monetären Kosten, die benötigt werden, die Lebens- und Arbeitskraft von Subjekten zu erhalten sowie ihre Bedürfnisse zu befriedigen. Notwendige Produktionsmittel und ihre Kosten variieren historisch kontextuell (MEW 23: 185).

[7Die Freistellung der Arbeitskraft von marktvermittelter Lohnarbeit durch private sowie durch gesellschaftliche Einkommensübertragungen begünstigt durch die Einkommensteuer-, Familien- und Sozialpolitik ist insofern keineswegs als staatliche Wohltat zu betrachten, sondern sie wirkt selbst unverzichtbar an der Überführung von Arbeitskraft in Lohnarbeit mit. Hierzu ausführlich Lenhardt/ Offe 1977: 98-127 sowie Haug 1990: 890.

[8Vgl. hierzu ausführlich Klenner 1990: 865-874.

[9Vgl. hierzu ausführlich Madörin 2006: 277-299.

[10Vgl. hierzu kritisch: Fraser 2009: 43-57.

[11Vgl. hierzu ausführlich: Haller 2010: 215-234.

[12Vgl. hierzu ausführlich Chorus 2007a.

[13Vgl. hierzu ausführlich Kohlmorgen 2004: 169.

[14Relative Mehrwertproduktion funktioniert anders als die absolute Mehrwertproduktion: eine Steigerung des relativen Mehrwertes wird dadurch erzielt, dass der Anteil von Eigenarbeit im Verhältnis zur Mehrarbeit im Rahmen eines konstanten Normalarbeitstages verringert wird. Hierfür stehen v. a. zwei Mechanismen, die eng miteinander zusammenhängen, zur Verfügung: Produktivkraftsteigerung der Arbeitskraft durch Arbeitsorganisation und Technikanwendung und sinkende Reproduktionskosten von Arbeitskraft durch sinkende Produktionskosten der zu ihrer Reproduktion notwendigen Waren.

[15Zunehmend wird eine Verschlechterung der Care-Qualität in im Zuge einer Taylorisierung von Carework in Kauf genommen.

[16Eine gute Übersicht über die verschiedenen regulationstheoretischen Ansätze findet sich bei: Hübner 1989.

[17Wir werden uns dabei vor allem auf die Frühwerke der beiden regulationstheoretischen „Klassiker“ der Pariser Schule, Alain Lipietz und Michel Aglietta, beziehen.

[18Zum Begriff der kapitalistischen Produktionsweise in der Regulationstheorie: Lipietz 1985: 110; Hirsch 1990; Jessop 2001.

[19Eine feministische Forderung nach einer egalitären Teilhabe aller Geschlechter an der privaten Reproduktion könnte mit der regulationstheoretischen begründeten Notwendigkeit einer Kohärenz zwischen Arbeits- und Lebensweise begründet werden.

[20In regulationstheoretischen Analysen zum fordistischen Zeitalter liest es sich i.d.R. so, als wäre nunmehr die private Reproduktion der Arbeitskraft vollständig über den Konsum von Waren gewährleistet und somit der private Reproduktionsbereich vollständig durchkapitalisiert. Hierzu kritisch Kohlmorgen 2004: 154.

Literatur:

  • Aglietta, Michel (1979): A Theory of Capitalist Regulation. The US Experience. London: Verso.
  • Bakker, Isabella/ Gill, Stephen (2003): Power, Production and Social Reproduction: Human. In/security in the Global Political Economy. Toronto/ New York: Palgrave.
  • Chorus, Silke (2007a): Ökonomie und Geschlecht? Regulationstheorie und Geschlechterverhältnisse im Fordismus und Postfordismus. Saarbrücken: VDM Verlag Dr. Müller.
  • Chorus, Silke (2007b): „Who Cares? Kapitalismus, Geschlechterverhältnisse und Frauenarbeiten. Regulationstheoretische Sehkorrekturen“, in: Feministische Studien, 25 (2). S. 202-216.
  • Esping-Andersen, Gøsta (1999): Social Foundations of Postindustrial Economies. Oxford: Oxford Univ. Press.
  • Folbre, Nancy (1987): „A Patriarchal Mode of Production“, in: Albelda, Randy/ Gunn, Christopher/ Waller, William (Hrsg.): Alternatives to Economic Orthodoxy: A Reader in Political Economy. Armonk/ New York/ London: Sharpe. S. 323-338.
  • Fraser, Nancy (2009): „Feminismus, Kapitalismus und die List der Geschichte“, in: Blätter für deutsche und internationale Politik, 8/2009. S. 43-57.
  • Haller, Lisa (2010): „Unterm Strich: Die Auswirkungen der Rangfolgenänderung im neuen Unterhaltsrecht“, in: Scheiwe, Kirsten/ Wersig, Maria (Hrsg.): Einer zahlt und eine betreut? Rollenbilder im Kindesunterhaltsrecht im Wandel. Schriften zum Familien- und Erbrecht, Bd. 1. Baden-Baden: Nomos. S. 215-234.
  • Haller, Lisa/ Henninger, Annette / Wimbauer, Christine (2011): „Die Reduzierung der Kinderarmut als Rechentrick? Die Situation Unterhaltsberechtigter nach der Reform des Unterhaltsrechts“, in Zeitschrift für Sozialreform (ZSR), 57 (1). S. 27-52.
  • Haug, Frigga (1990): „Ökonomie der Zeit, darin löst sich schließlich alle Ökonomie auf. Neue Herausforderungen an einen sozialistischen Feminismus“, in: Das Argument, 184/1990. S. 879-894.
  • Hirsch, Joachim (1990): Kapitalismus ohne Alternative? Materialistische Gesellschaftstheorie und die Möglichkeit einer sozialistischen Politik heute. Hamburg: VSA-Verlag.
  • Hübner, Kurt (1989): Theorie der Regulation. Eine kritische Rekonstruktion eines neuen Ansatzes der Politische Ökonomie. Berlin: edition sigma.
  • Jessop, Bob (2001): „Kritischer Realismus, Marxismus und Regulation“, in: Candeais, Mario/ Deppe, Frank (Hrsg.): Ein neuer Kapitalismus? Hamburg: VSA-Verlag. S. 16-40.
  • Klenner, Christina (1990): „Doppelt belastet oder einfach ausgebeutet? Zur aneignung weiblcher Reproduktionsarbeit in der DDR“, in: Das Argument, 184/1990. S. 865-874.
  • Kohlmorgen, Lars (2004): Regulation, Klasse, Geschlecht. Die Konstituierung der Sozialstruktur im Fordismus und Postfordismus. Münster: Verlag Westfälisches Dampfboot.
  • Kulawik, Teresa (2005): „Wohlfahrtsstaaten und Geschlechterregime im internationalen Vergleich“; in: gender-politik-online. Im: WWW unter: http://web.fu-berlin.de/gpo/teresa_kulawik.htm (Eingesehen am 04.09.2007).
  • Lenhardt, Gero/ Claus Offe (1977): „Staatstheorie und Sozialpolitik. Politisch-soziologische Erklärungsansätze für Funktionen und Innovationsprozesse der Sozialpolitik“, in: von Ferber, Christian/ Kaufmann, Franz-Xaver (Hrsg.): Soziologie und Sozialpolitik. Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie (KZfSS), 19 (Sonderheft). S. 98-127.
  • Lipietz, Alain (1985): „Akkumulation, Krisen und Auswege aus der Krise: Einige methodische Überlegungen zum Begriff ‚Regulation‘“, in: PROKLA, 58/1985. S. 108-137.
  • Lipietz, Alain (1998): Nach dem Ende des „Goldenen Zeitalters“. Regulation und Transformation kapitalistischer Gesellschaften. Berlin: Argument-Verlag.
  • Madörin, Mascha (2006). „Plädoyer für eine eigenständige Theorie der Care-Ökonomie“, in: Niechoj, Torsten/ Tullney, Marco (Hrsg.): Geschlechterverhältnisse in der Ökonomie. Marburg: Metropolis.
  • Marx, Karl (1890): Das Kapital. Kritik der politischen Ökonomie. Erster Band, MEW Bd.23, Berlin: Dietz Verlag.
  • Ostner, Ilona (1995): „Arm ohne Ehemann? Sozialpolitische Regulierung von Lebenschancen für Frauen im internationalen Vergleich“, in: Aus Politik und Zeitgeschichte, 45/1985. S. 3-12.
  • Polanyi, Karl (1978): The Great Transformation. Politische und ökonomische Ursprünge von Gesellschaften und Wirtschaftssystemen. Frankfurt/Main: Suhrkamp Verlag.
  • Sainsbury, Diane (1999): Gender and Welfare State Regimes. Oxford: Oxford University Press.

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Erstveröffentlichung im FORVM:
Mai
2011
Nummer 38, Seite 14
Autor/inn/en:

Silke Chorus:

Geboren 1979, Dr. rer.pol., Studium der Politikwissenschaften und Neueren Geschichte in Berlin, Potsdam und Bilbao, Promotion zu den „Care-Seiten (in) der politischen Ökonomie“ an der FU Berlin, zurzeit in Elternzeit. Wissenschaftliche und politische Arbeitsschwerpunkte: Queerfeministische Kritik der politischen Ökonomie und feministische Ökonomik, Organisierung von Care-Arbeit in New York City, Gender-Theorien, NS-Geschichte.

Lisa Haller:

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