Zeitschriften » Context XXI » Print » Jahrgang 2006 » Heft 4-5/2006
Thomas Rammerstorfer

Die Entwicklung Oberösterreichs im Nationalsozialismus

Einige Eckdaten

1938

  • 11.03.: In den größeren Städten und Orten, u. a. in Linz, Wels und Steyr, beginnt die Machtübernahme durch einheimische Nazis
  • 12.03.: Einmarsch deutscher Truppen und österreichischer „Legionäre“. Hitler spricht in Braunau und Linz.
  • 13.03.: Hitler besucht das Grab seiner Eltern in Leonding. Es „wird zum Schauplatz nationalsozialistischer Verehrung“. Mit Einschränkungen ist es das bis heute.
  • 13.05.: Spatenstich für die Hermann-Göring-Werke in Linz durch den „Taufpaten“. Am selben Tag befiehlt Hitler den Bau der Nibelungenbrücke, die diesen Namen noch heute trägt.
  • 31.05.: Das steirische Ausseerland wird an OÖ angeschlossen, die neue Verwaltungseinheit erhält den Namen „Oberdonau“.
  • 03.08.: Beginn mit dem Bau des KZ Mauthausen. Dazu Gauleiter Eigruber (im März ’39): „Wir Oberösterreicher erhalten aber noch eine andere, besondere Auszeichnung für unsere Leistungen während der Kampfzeit. Nach Oberösterreich kommt das Konzentrationslager für die Volksverräter von ganz Österreich.“
  • 16.10.: Die ehemals tschechoslowakischen Bezirke Krummau und Kaplitz werden an OÖ angeschlossen.
  • 01.11.: Ebelsberg und St. Magdalena werden zu Linz eingemeindet. Linz wächst durch Eingemeindungen während der NS-Zeit von 5539 auf 9621 ha, bzw. von 112 000 auf 194 000 EinwohnerInnen. Auch die Einwohnerzahlen von Wels und Steyr verdoppeln sich durch Eingemeindungen .

1939

  • 03.02.: Beginn des zweigleisigen Ausbaues der Bahnstrecke vom Gesäuse nach Linz, zum Transport des steirischen Erzes dorthin.
  • 22.02.: Beginn des Baues von 2500 Wohnungen in Steyr
  • 11.07.: Der Bau des Aluminiumwerkes Ranshofen wird bewilligt.

1940

  • 25.05.: Errichtung von Gusen I mit einer Durchschnittsbelegung von 11.500 Häftlingen. 01.07.: 25 000 „Fremdarbeiter“ aus 17 Nationen arbeiten in Oberdonau.
  • Dezember: In Nussdorf am Attersee wird eine Marineversuchsstation eingerichtet, die sich mit Unterwassersprengungen befasst. In Steyr wird mit der Fertigung von Flugzeugkabinen begonnen.

1941

  • 12.03.: Die Eisenwerke Oberdonau beginnen die Panzer-Produktion.
  • 10.08.: Baubeginn des Flugmotorenwerkes in Steyr
  • 01.10.: Die Leitung der ostmärkischen Salinen wird von Wien nach Bad Ischl verlegt.
  • 08.10.: Elektrifizierung der Bahnstrecke Attnang/Puchheim - Salzburg abgeschlossen
  • 15.10.: In den Hermann-Göring-Werken wird der erste Hochofen angeblasen. Bis Kriegsende folgen 3 weitere. Insgesamt 12 wären geplant gewesen.

1942

  • 01.01.: Nach einem Aufruf von Gauleiter Eigruber spenden die OberösterreichInnen 12 Waggonladungen Winterbekleidung sowie 20.000 Paar Ski.
  • Frühjahr: Die Steyr-Daimler-Puch-Werke beginnen als erster Konzern der „Ostmark“ mit dem Einsatz von KZ-Häftlingen. Damit diese nicht täglich nach Mauthausen zurücktransportiert werden müssen, erhält Steyr eigene KZs.
  • 25.03.: Erster Koksausstoß in der Kokerei der Hermann-Göring-Werke
  • 15.05.: Errichtung von KZs für die Energieversorgungsbauten in Ternberg und Dippoldsau
  • 15.10.: Baubeginn des Ennskraftwerkes Großraming, Errichtung eines KZ
  • 27.10.: Die Stickstoffwerke Linz nehmen die Produktion auf.

1943

  • Die Steyr-Werke entwickeln eine Panzer-Draisine.
  • Anfang des Jahres Beginn der Gewehrproduktion im KZ Gusen
  • 08.02.: Aufgrund der Niederlage in Stalingrad arbeiten die Beschäftigten mehrerer Industriebetriebe eine Gratis-Schicht („Panzer-Schicht“).
  • 04.10.: Eröffnung der Linzer technischen Hochschule
  • 11.10.: In Redl-Zipf Produktionsstätte des flüssigen Treibstoffes der V2-Rakete
  • 01.11.: Ein neuer Schnellzug verbindet Linz und Berlin in 15 Stunden.
  • 18.11.: Errichtung des KZ Ebensee mit zuletzt über 18 000 Häftlingen
  • 31.12.: Laut Landeschronik Oberösterreich sind an diesem Tag von 337.000 Beschäftigten in Oberdonau 182.794 „Ausländer“. Dazu leben mehr als 60.000 geflohene Menschen aus andren „Reichsgauen“ in OD.

1944

  • 23.02.: Erste Bombenangriffe auf Oberösterreich (Steyr)
  • 04.06.: Aluminiumwerk Ranshofen nimmt den Betrieb auf
  • 30.10.: Errichtung eines Nebenlagers von Mauthausen in Lenzing für 600 Frauen
  • 27.12.: Für die Flugzeug- und Metallbauwerke Wels Errichtung des KZ Wels

1945

  • 01.01.: 61 Betriebe werden stillgelegt, vor allem Brauereien sowie die Papierfabriken Nettingsdorf und Laakirchen
  • 02.02.: Ausbruchsversuch aus dem KZ Mauthausen: „Mühlviertler Hasenjagd“
  • 08.05.: An der Enns treffen US-amerikanische und sowjetische Soldaten aufeinander.
  • 09.05.: Die letzten SS-Einheiten legen die Waffen nieder. In den Hermann-Göring-Werken wird die Arbeit wieder aufgenommen.
  • 04.07.: Der Bahnbetrieb zwischen Linz und Salzburg wird wieder aufgenommen.
  • 26.09.: Die Papierfabrik Nettingsdorf nimmt den Betrieb wieder auf.

1946

nehmen die restlichen großen Industriebetriebe wie Steyr oder die Stickstoffwerke Linz die Arbeit wieder auf, insofern sie überhaupt eingestellt wurde. Gleichzeitig werden die Betriebe unter österreichische Verwaltung gestellt. Ab 1947 rollen in Steyr Traktoren statt Panzer vom Fließband.

Quellen u.a.

  • Kepplinger, Aspekte nationalsozialistischer Herrschaft in Oberösterreich
  • Lehr, Landeschronik Oberösterreich

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Erstveröffentlichung im FORVM:
März
2006
Heft 4-5/2006, Seite 0
Autor/inn/en:

Thomas Rammerstorfer:

Thomas Rammersdorfer war 2005 bis 2006 Redakteur von Context XXI.

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