Zeitschriften » FŒHN » Heft 23+24
Markus Wilhelm

Die Ausschaltung

Als ein hartnäckiger Kritiker des ganzen EG-Systems mit leidenschaftlichen Vorträgen in immer mehr Orten in immer größeren Sälen immer öfter immer mehr Zuhörer überzeugen konnte, wuchsen auf der anderen Seite Hilflosigkeit und Nervosität. Vor allem die ÖVP fürchtete die kämpferischen „Argumente gegen einen ‘EG-Anschluß’“, mit denen Alfred Haiger, Professor für Tierzucht an der Universität für Bodenkultur in Wien, landauf landab vor allem „ihren“ Bauern aus der Seele sprach.

So, bitte, hatte die ÖVP das Schlagwort „ökosozial“ nicht gemeint, nämlich daß es einer ernstnehmen sollte. Nicht umsonst sitzt heute sein Erfinder J. Riegler in der Raiffeisen-Chefetage, sondern um viel Geld. Haiger nahm das „öko“ wörtlich, und das „sozial“ gar, und sah, daß das nicht mit der herrschenden österreichischen Agrarpolitik und erst recht nicht mit der drohenden der EG zu vereinbaren war. Es wäre ja alles gutgegangen, wenn er es nicht auch noch gesagt hätte. Er sprach z.B. vom Frevel der Lebensmittelvernichtung, wo andere von „marktentlastenden Maßnahmen“ sprachen. Früher hat man so etwas als Linkskatholik bezeichnet, heute (wo diese Gattung so gut wie ausgestorben ist) steht so einer, auch wenn er immer noch dort steht, weit links von der SPÖ. Haiger, der ein mitreißender Redner ist, nahm vor bis zu eintausend Zuhörern ohne Scheu Worte wie „Kapitalismus“, „arbeitsloses Einkommen“, „multinationale Konzerne“, „Zinseszins“ und „Ausbeutung“ in den Mund. Er höhnte über die Anbiederung der österreichischen Politiker an die EG und lenkte den Blick auf Hintergründe und Hintermänner. Man kann sagen, daß sich Haigers enormer Erfolg bei seinem Publikum gerade der Mischung aus einer zum Teil rückwärtsgewandten Argumentation etwa hinsichtlich der als noch möglich propagierten „Erhaltung der bäuerlichen Landwirtschaft“ einerseits und einer beherzten, fortschrittlichen Systemkritik andererseits verdankte. Wenn er zum Beispiel griffig das unbegrenzte Wachstum der Wirtschaft, dem sich die EG verschrieben hat, mit dem ungebremsten Wachstum eines Krebsgeschwürs verglich, hatte die ÖVP dem nichts entgegenzusetzen. Nichts Anständiges zumindest. Haiger mußte also ausgeschaltet werden! Landwirtschaftsminister F. Fischler etwa begann auf EU-Veranstaltungen die Unwahrheit zu verbreiten, Haiger würde auf EU-Veranstaltungen die Unwahrheit verbreiten. Der steirische Landeshauptmann J. Krainer intervenierte bei seinem Parteifreund M. Welan, dem Rektor der Universität für Bodenkultur, doch das öffentliche Auftreten des Steirers Haiger gegen den EG-Beitritt zu unterbinden. Der machte freilich weiter, und gerade als er im Spätherbst 1993 vor seiner einhundertsten Anti-EG-Veranstaltung stand, begann ihm ein junger Mann, als sei er etwas begriffstütziger als andere, von Vortragsort zu Vortragsort nachzureisen, nach Leibnitz, nach Fürstenfeld und nach Mondsee. Der Mann war indes ein Abgesandter der ÖVP, das begriffstützig kann ja trotzdem stimmen. Mag. Thomas Brandtner durfte sich Europareferent des ÖAAB nennen und hatte einen Spezialauftrag. Sein erster Versuch, Haiger im Kulturzentrum in Fürstenfeld am 10.11.1993 mit einer Wortmeldung voll platter EG-Propaganda auszuhebeln, schlug ebenso fehl wie sein zweiter am 3.12.1993 im mit 300 Zuhörern vollbesetzten Pfarrsaal in Mondsee. Auch die ebenbürtige Unterstützung durch einen Herrn Friedrich Hamburger, der sich als bekennendes ÖVP-Mitglied Achtung zu verschaffen suchte, konnte dem Erfolg von Haigers Anti-EG-Veranstaltung keinen Abbruch tun. Brandtner mußte die Lehre ziehen, daß ein Publikum, das den Professor soeben selber gehört hatte, das denkbar ungeeignetste war, um von seiner Schlechtigkeit überzeugt zu werden. Man mußte also auf Leute losgehen, die Haiger nicht kannten, um sie gegen Haiger aufzubringen. Aber man durfte auch denen natürlich nicht sagen, was Haiger in seinen Referaten sagt, sondern etwas, was er ganz bestimmt nie sagt. Brandtner log sich also Haiger als „gefährlichsten Anti-EG-Agitator“ so zusammen, wie er ihn brauchte, um bei seinem Auftrag eine Chance gegen ihn zu haben. In einem entsetzlich wirren Papier, das jedoch eine weitverzweigte ÖVP-Kampagne gegen Haiger lostreten sollte, unterstellte er diesem, „extreme Forderungen“ wie „Österreich muß ärmer werden“ und „Man muß den Bauern das Eigentum über ihr Land wegnehmen“ (...) „und andere“ zu erheben. Weil das, was Brandtner hier niederschrieb, natürlich nicht einmal er selber glaubte, meinte er, es mit noch etwas Absurderem erhärten zu müssen. Die Strategien von Haiger, so dichtete er ihm an, gemahnten „an Vorstellungen der Münchener Räterepublik, aber auch rechtsextreme ‘Lebensraum-’ und ‘Blut- und Boden’-Theoretiker der Zwischenkriegszeit“. Mit dieser Verleumdung, so denkt der schneidige Jungpolitiker, der ehrabschneidige, müßte Haiger doch wegzuputzen sein. Mit seinem Zettel eilt Brandtner vom ÖAAB hinüber zum Bauernbund. Sein Spezl Alois Leidwein ist ja Generalsekretär der Österreichischen Jungbauernschaft und zudem Europareferent des Bauernbundes. Und der hat Zugang zum Pressedienst, den Kammer und Raiffeisen („Meine Kammer. Meine Bank.“) im Agrarischen Informationszentrum (AIZ) betreiben. Wenige Tage später, am 14.12.93, ergeht Leidweins Aussendung unter dem Titel „Jungbauernschaft empört über BOKU-Professor Haiger“ an die wichtigsten Medien des Landes. Haiger verlange die Enteignung der Bauern, steht wieder da, erhebe wirre Forderungen, seine Thesen seien „nur eine Mischung zwischen Blut- und Bodenideologie und urkommunistischen Ideen“, seine „Bauernfreundlichkeit“ sei „nur gespielt“. Der üblen Nachrede kurzer Sinn: Der „an der BOKU scheinbar unterbeschäftigte Professor“ solle das „Ansehen der BOKU nicht für eigene Ideen mißbrauchen“, sondern sich „lieber seinen wissenschaftlichen Verpflichtungen widmen“, und vor allem stelle sich „hier die Frage, ob derartige Aktivitäten mit der Würde eines Universitätsprofessors vereinbar sind“. Das sollte das Zuspiel zu Busek sein, dem für die Hochschulen zuständigen Minister. Zuträger Brandtner seinerseits war mit seinem Zettel aus dem Bauernbundhaus heraus flugs auf den Minoritenplatz hinübergesaust, wo im Büro des Vizekanzlers schon dessen Kabinettchef ungeduldig auf ihn gewartet hatte. Sein Name: Botschafter Dr. Friedrich Hamburger. Ja, genau der! Unter seinem Vorsitz fanden in dieser Zeit dort sogenannte „Eurotreffs“ statt, bei denen ein Teil von Österreichs künftiger EU-Elite zusammenfinden und ein paar Insider-Informationen erhalten sollte. Hamburger war mit der Arbeit Brandtners sehr zufrieden und ließ am 17. Dezember in der Einladung zum nächsten „Eurotreff“ (auf dem Briefpapier „Republik Österreich - Büro des Vizekanzlers“) als „Tischvorlage“ ankündigen: „Mag. Thomas Brandtner: Boku-Professor Haiger - einer der gefährlichsten Anti-EG-Agitatoren“.

Beste Kontakte zwischen Brandtner und Busek in Sachen Haiger

Statt Empörung über letzteren hatte die Aussendung des empörten Jungbauernsekretärs inzwischen auf der Universität für Bodenkultur Empörung über diesen ausgelöst. Der neue Rektor L. März war bestürzt über die „unerträglichen persönlichen Verunglimpfungen und Unterstellungen“, wies insbesondere „die beleidigende Wortwahl“ zurück, forderte mit Vehemenz „eine Entschuldigung“ und stellte sich ganz entschieden hinter seinen Kollegen Haiger: „Maulkörbe gibt es bei uns nicht, und dabei bleibt es.“ Als auch die Hochschülerschaft an der BOKU Wien sich „auf das schärfste“ gegen den ehemaligen BOKU-Studenten Leidwein wendet und „eine öffentliche Entschuldigung“ fällig stellt, muß sich auch der Direktor des Bauernbundes, F. Ledermüller, von der Aussendung seines Gezüchts absetzen. Nach diesem Fehlschuß muß Brandtner nicht nur neu laden, sondern auch die Waffe wechseln. Er gründet mit sich selber die „Bürgerinitiative Ja zur EG“ und gibt seine Tirade als Flugblatt heraus. Um es hinten und vorne vollzubringen, müssen die Lügen, die er über Haiger verbreitet, noch um einiges größer werden: „Haiger will Österreich eine gnadenlose ‘Hungerkur’ verordnen“, heißt es da, und einen „Steinzeitsozialismus mit christlicher Verbrämung“. „Seine erbitterte Feindschaft gegen die Europäische Union und die EG“ führe geradewegs zum System des Nationalsozialismus. „Nein, Herr Professor!“, schließt das Flugblatt, „wir wollen keinen Rückfall in Massenarbeitslosigkeit und Massenelend! Ja zur EG!“ Was für ein Hirnverbrandtner muß einer sein, um zu glauben, die Leute seien so hirnverbrannt, so etwas zu glauben. Im Büro des Vizekanzlers war man unterdessen auch keineswegs untätig. Die für Hochschulfragen zuständige Ministerialrätin in Buseks Resort bestellte den „gefährlichsten Anti-EG-Agitator“ zu sich und machte ihn auf die möglichen Folgen seiner fortgesetzten Vortragstätigkeit aufmerksam: „Es könnte sein, daß wir Ihnen dann auch nicht helfen können!“ - - - Da Haiger auch damit natürlich nicht von seinem Tun abzubringen war, mußte aufs neue versucht werden, wenigstens die Leute von ihm abzubringen. Da traf es sich gut, daß Wissenschaftsminister Busek schon vor einiger Zeit mit den Salzburger Nachrichten eine Vereinbarung über die fallweise Zurverfügungstellung einer Sonderseite „Blickpunkt Universität“ hatte treffen können, die ohne Einflußnahme der SN-Redaktion offiziell von der ÖH und tatsächlich von der studentischen Fraktion der ÖVP, der Aktionsgemeinschaft, gestaltet werden konnte. Am 18. Jänner 1994 erschien dort ein dreispaltiger Artikel unter dem Titel „Aufregung um ‘bodenständigen’ Professor“ und ein einspaltiger, über die gesamte Seite reichender Kommentar, überschrieben mit: „Lebt Professor Borodajkewicz? oder die Grenzen der Freiheit der Wissenschaft und ihrer Lehre“. Im Artikel hieß es, Haigers Werthaltung erinnere „fatal an gewisse ‘Blut- und Boden’-Ideologien“ und er benutze „seine Vorlesungen, um mit dieser Ideologie gezielt Anti-EG-Propaganda zu machen“. Um eine Verleumdung zu belegen, braucht es immer eine noch größere Verleumdung. Also wird dieser Artikel illustriert mit einer frei erfundenen, aber Haiger zugeschriebenen Aussage, die zudem mit zwei ähnlich klingenden Zitaten des NS-Reichsbauernführers Darré in Verbindung gebracht werden. Österreichweit. Auf der noblen Universitäts-Seite. In den seriösen Salzburger Nachrichten. Im danebenstehenden Kommentar eines Günther Lebuda, vermutlich ein Deckname, wird der österreichische Demokrat Haiger neben den seinerzeitigen, wüst antisemitischen, antiösterreichischen Universitätsprofessor Taras Borodajkewicz gestellt, einen berüchtigten Nazi. Damals hatte ein Anhänger von Borodajkewicz bei einer Protestveranstaltung gegen diesen den Antifaschisten Ernst Kirchweger erschlagen. „Heute“, heißt es in diesem Kommentar, „Jahrzehnte später, erhebt, wie es angesichts der jüngsten Ereignisse den Anschein hat, die häßliche Fratze des Nationalsozialismus auf dreiste Weise ihr Haupt.“ Da man mit allen Mitteln Haiger seine Anti-EG-Vorträge einstellen mußte, gab sich der Kommentar über den angeblichen „groben Mißbrauch“ der angeblichen „wissenschaftlichen Gedanken- und Redefreiheit“ äußerst besorgt und stellte dem die „hohe Verantwortung“ des Wissenschafters entgegen: „Hoffentlich muß nicht erst wieder jemand erschlagen werden, um uns diese Verantwortung bewußt zu machen.“

Die Folge war natürlich, daß die Salzburger Nachrichten mit Leserbriefen überschwemmt wurden. Aber, zum Busek!, mit lauter solchen, die für den Auszuschaltenden eintraten. Die Zeitung, der diese Sache, obwohl sie außerhalb ihrer redaktionellen Verantwortung lag, äußerst unangenehm war, reagierte ausgesprochen anständig, indem sie Haiger die Möglichkeit einer ausführlichen Gegendarstellung einräumte und eine kleine Auswahl solidarischer Zuschriften abdruckte (28.1.94). In einem offenen Brief meldeten sich jetzt auch die Biobauern Innerschwandt zu Wort, die die seinerzeitige Veranstaltung in Mondsee organisiert hatten. Die in Umlauf gesetzte Behauptung, „Haiger wolle den Bauern das Land nehmen“, schreiben sie „als Zeugen des Vortrages“, „ist eine glatte Lüge“. „Uns erscheint diese Kampagne eine infame Inszenierung, um einen profunden Gegner einer EU-Mitgliedschaft mangels besserer Argumente mit falschen Behauptungen unmöglich zu machen.“ Während die Professorenschaft der Boku sich mit einstimmigem Beschluß hinter die deutliche Erklärung ihres Rektors stellte und damit eine mögliche Dienstenthebung Haigers verhinderte, schritt Brandtners Einbürgerinitiative nun vom Erdichten von Zitaten zum Dichten von Versen, die er samt einer Kopie des SN-Artikels seinem Flugblatt anfügte: „Was Haiger sagt, ist wunderlich, / doch manches ist auch fürchterlich. / Nimmt man sich Zeit, um hinzulauschen, / hört man die deutschen Eichen rauschen ... / Wir wollen keinen ‘Reichsnährstand’/ wir wollen freies Bauernland! / Wir bitten Enkerl und auch Opa - / seid für die Freiheit und Europa! / Ja zu Wohlstand und Frieden! / Ja zum freien Eigentum! Ja zur EG!“ Wenn wir schon bei der hohen Literatur sind, ist’s ja gar nicht weit zur hohen Politik. Am 14. Februar 1994 hält Außenminister Alois Mock den Eröffnungsvortrag der Wintertagung des ÖVP-nahen „Ökosozialen Forums Österreich“. Sein prominentester Zuhörer ist der Herr Vizekanzler, bei dem ja die Fäden der ganzen Intrige zusammenlaufen. Ihm verdankt Mocks Redemanuskript auch die Information, daß „manche EG-Gegner“ „Horrorvisionen entwerfen“: „Da gibt es z.B. einen prominenten, mit akademischen Würden versehenen EG-Gegner“, führt Mock aus, „der landauf, landab Vorträge zu Agrarfragen hält und stets betont, daß die Internationalisierung das eigentliche Grundübel unserer Landwirtschaft sei. (...) Seltsamer-, ja fast möchte ich sagen, absurderweise hält dieser EG-Kritiker eine solche Politik auch noch für ‘ökosozial’.“ Usw. Auf dieses Zuspiel hat woanders schon wieder einer gewartet: der Generalsekretär der Jungbauernschaft nämlich, weil er über den Pressedienst des AIZ die Entrüstung des Außenministers über den „prominenten, mit akademischen Würden versehenen EU-Gegner“ und seine „absurden Argumente“ allen Redaktionsstuben des Landes bekanntmachen muß. Als die Biobauern von Innerschwandt dem Pressesprecher Mocks, F. Krenkel, daraufhin die Tonbandaufnahme von Haigers Mondseer Vortrag anbieten, will dieser wissen, ob die behaupteten Aussagen darin vorkämen. Als dies verneint wird, sagt Krenkel: „Dann interessiert uns die Sache nicht mehr“.

Kronenzeitung-Original: falsch!
Plumpe FÖHN-Fälschung: richtig!

Das Ziel, Haiger zu stoppen, allerdings bleibt. Nach dem Abschluß der, wie er richtig sagt, „Scheinverhandlungen“ von Brüssel wird die Kampflinie gegen ihn sogar wesentlich verbreitert. Der Politikwissenschafter Paul Luif wird beauftragt, einen Argumente-Katalog gegen Haiger zu erarbeiten, der über die „Private Bürgerinitiative Österreich in Europa“ vertrieben wird. Von dieser haben wir bereits kurz gehört und werden noch ausführlich hören. Mit einem eigenen Flugblatt „Was Haiger sagt“ läuft sie immer wieder zu Vorträgen von ihm, die von der Österreichischen Gesellschaft für Europapolitik in ihrer „kompletten Gegner-Terminübersicht“ immer schön im voraus kundgemacht werden. Auch diese Organisation hat eine mehrere Seiten starke Argumentations-Hilfe im Angebot, die sie überall hinfaxt, wo ein Auftritt Haigers droht. Zu ihrem Paket gehören auch wieder Brandtners Flugblätter, die nun um die Aussagen des NS-Reichsbauernführers und die Nichtaussage Haigers ergänzt sind.

Politiker, die auf ihren Ja-Märkten auf Haigers grundsätzliche Kritik angesprochen werden, flüchten, etwa wie Andreas Khol in St. Peter im Mostviertel, gern in Verhöhnungen des „Viehzüchters“, der sonst nicht viel verstehe. Als ihm selbst dort von EU-Gegnern ein Vertrag mit folgendem Inhalt angeboten wurde: „Sollten sich meine Behauptungen zur EU als falsch erweisen, habe ich gelogen!“, weigerte sich Khol, „diese erpresserische Erklärung zu unterschreiben“ (NÖN, 11/94). Nicht gelogen ist, daß Eugen Stark, Funktionär der Tiroler Landeslandwirtschaftskammer, mit folgendem Argument für den Beitritt warb: „Die EU ist eine Räuberpartie, unsere Kinder sollten dazugehören.“ (Kl. Zeitung, 31.5.94). Es hätte dieses — bei umgekehrter Schlußfolgerung — genausogut eines von Haiger gegen die EU sein können, der zwei Tage vor der sogenannten Volksabstimmung seinen 148. Abend (!) dem Kampf gegen den ‘EU-Anschluß’ widmete. Dafür sah er sich am Ende dieses langen Weges im News vom 9. Juni 1994 der massiven Drohung des Außenministers ausgesetzt: „Nach einer schiefgegangenen Volksabstimmung werden wir jeden Demagogen, der uns auf diese Weise so massiv angegriffen und Österreich bewußt in die falsche Richtung gelenkt hat, ebenso deutlich und massiv stellen.“ Und News läßt keinen Zweifel, daß er damit u.a. „diverse Wissenschaftler“ und „Professoren“ meint.

So haben sich die zutiefst christlichen Politiker bis zuletzt streng an die Bibel gehalten, wo es heißt: „Wer nicht glaubt, wird vernichtet werden!“ (Mk., 16,16)

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Erstveröffentlichung im FORVM:
Juni
1997
Heft 23+24, Seite 97
Autor/inn/en:

Markus Wilhelm:

Geboren 1956, von Beruf Zuspitzer in Sölden im Ötztal, Mitbegründer des FŒHN (1978-1981), Wiedergründer und Herausgeber des FŒHN (1984-1998). Seit 2004 Betreiber der Website dietiwag.org (bis 2005 unter dietiwag.at), Landwirt.

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