Zeitschriften » FŒHN » Heft 13+14
Markus Wilhelm

Deutschland will Österreich

Die BRD ist eine sich ausdehnende Macht. Mit der Einverleibung der DDR ist ihr Hunger nicht gestillt, nur ihr Appetit gereizt. Die Gier der deutschen Wirtschaft nach Österreich und die aus diesem Grunde von den großen Konzernen draußen gesteuerte (und hier von ihren Mittelsmännern) betriebene EG-Anschlußkampagne haben wir in der vorigen Nummer ausführlich dokumentiert. Nur scheinbar ist durch den Zugriff auf die „deutschen Ostgebiete“ der Zugriff auf Österreich weniger wichtig geworden. In Wahrheit war, ist und bleibt unser Land ein Brückenkopf Deutschlands hin zu seinen klassischen Ausdehnungsgebieten.

Wie in allen Ländern der Welt sollen auch in der BRD die in die Politik Geschickten das von der großen Wirtschaft Diktierte durchsetzen. Wer’s noch nicht gesehen hat, wo’s hingeht, sieht’s hier. Wer’s hier nicht sieht, braucht einen Augenarzt.

A. Dregger, Frak­tionschef der CDU/CSU:

Österreich kann mit der Unterstützung einflußreicher politischer Kräfte in der Bundesrepublik Deutschland rechnen.

Kurier, 28.2.1989

H. P. Stihl, Präsi­dent der Industrie:

Aus wirtschaftlichen Gründen ist ein Beitritt des Alpenlandes ohne Zweifel wünschenswert und überfällig.

Wirtschaftsspiegel (der Deutschen HK in Ö.), 10/89

H. Kohl, Kanzler:

Es ist in hohem Maße erwünscht, daß Österreich auch in die EG kommt. Aus einer ganzen Summe von Gründen — und es sind legitimer Weise auch deutsche Gründe dabei.

Kurier, 30.4.1989

I. Kiechle, Landwirtschaftsminister der BRD:

Bonn wird Österreich jedenfalls nachhaltig unterstützen.

Presse, 4.2.1988

H. Kohl, Kanzler:

Bin einer, der Österreichs Beitritt mehr wünscht als so mancher in Wien.

Standard, 21.4.1989

O. Wolff von Amerongen, Ehrenpräsi­dent der Industrie:

Österreich wäre der deutschen Wirtschaft in ihrem Bemühen, die EG im Inneren liberal zu gestalten, ein sehr willkommener Partner.

TT, 31.5.88

E. Huber, General­sekretär der CSU:

Die CSU will die Beitrittsbemühungen Österreichs zur Europäischen Gemeinschaft mit allen Kräften unterstützen.

Allgäuer Zeitung, 22.5.1989

O. von Habsburg, EG-Parlamentarier der BRD:

Österreich soll bei EG-Ansuchen nicht trödeln.

Kurier, 3.10.88

G. Stoltenberg, Verteidigungsminister:

Österreich sollte den Antrag stellen.

Vorarlberger Nachrichten, 21.3.89

M. Geiger, außenpolitische Sprecherin des CDU/CSU-Parlamentsklubs in Bonn:

Ich befürworte eine baldige EG-Mitgliedschaft Österreichs.

Kurier, 21.1.90

H.-D. Genscher, Außenminister der BRD:

Bonn hat Österreich immer als willkommenes Mitglied der EG betrachtet.

AZ, 22.1.90

O. Franz, EG-Parlamentarier, Vorstands-Vorsitzender von Klöckner:

Die Republik Österreich sollte Bestandteil der Europäischen Gemeinschaft sein.

Wirtschaftsspiegel (der Deutschen HK in Ö.), 9/87

H. Stercken, CDU-Außenpolitiker:

Es ist ein politisches Interesse, daß die Außengrenze der Gemeinschaft an der österr.-ungarischen und nicht an der deutsch-österreichischen Grenze liegt.

Presse, 8.5.88

Th. Waigel, Finanz­minister der BRD:

Ich unterstütze den Beitrittsantrag ohne Wenn und Aber.

TT, 16.9.1989

L. Stavenhagen, Staatsminister im Bundeskanzleramt:

Es muß ausdrücklich gesagt werden, daß Österreich für die Bundesrepublik ein willkommener EG-Partner wäre.

Neue Volkszeitung, 3.9.1988

Ph. von Bismarck, EG-Parlamentarier der BRD:

Österreich ist ein Land Mitteleuropas und soll in die EG.

Basta, Mai 1989

F. Schoser, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Industrie- und Handelstages in Bonn:

Aus Sicht der deutschen Wirtschaft gibt es nur Argumente pro.

Kurier, 15.2.89

H. Münzner, VW-Vorstandsmitglied:

Wir halten die Einbeziehung Österreichs in den gemeinsamen EG-Binnenmarkt für eine wirtschaftliche Notwendigkeit.

Finanzsymposium Alpbach, 6.10.1988

B. Vogel, Minister­präsident a.D.:

BRD hat Interesse daran, Österreich so nahe wie möglich an die EG heranzuführen und wenn Österreich das möchte, auch den Beitritt zu befürworten.

Rundschau, 18.8.88

R. Scholz, Verteidi­gungsminister a.D.:

Über den Beitritt Österreichs sollte rasch und positiv entschieden werden.

Die Welt. 5.7.89

H. Kohl, Kanzler:

Ich bin ein stringenter Anhänger des EG-Beitritts Österreichs. Bei all dem, was wir in der Geschichte gemeinsam haben, sollten sich unsere Wege nicht ohne Not trennen!

Presse, 8.8.89

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Erstveröffentlichung im FORVM:
Mai
1990
Heft 13+14, Seite 3
Autor/inn/en:

Markus Wilhelm:

Geboren 1956, von Beruf Zuspitzer in Sölden im Ötztal, Mitbegründer des FŒHN (1978-1981), Wiedergründer und Herausgeber des FŒHN (1984-1998). Seit 2004 Betreiber der Website dietiwag.org (bis 2005 unter dietiwag.at), Landwirt.

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