Zeitschriften » Context XXI » Print » Jahrgang 1996 » ZOOM 3/1996
Elfriede Hufnagl
Backslash, Hacktic, Jansen & Janssen, AutorInnenkollektiv Keine Panik (Hg.):

Der kleine Abhörratgeber

Computernetze, Telefone, Kame­ras, Richtmikrofone

Man/frau braucht nichts „Bö­ses“ im Schilde zu führen, und trotzdem ist es gut zu wissen, wie die Privatsphäre zu einem offenen Buch für Staats­schützerInnen und sonstige zwielichtige Personen werden kann. „Der kleine Abhörrat­geber“ ist kein Handbuch zum Basteln und Tüfteln, son­dern ermöglicht auch Laien und Laiinnen, einen Blick hin­ter die Kulissen zu werfen.

Franziska F. könnte bei­spielsweise folgende Proble­me haben: Sie will einen E-mail-Liebesbrief an Franzi K. schicken und will nicht, daß Karli K., ihr zweiter Gelieb­ter, diese E-mail — wie es fast immer der Fall ist — abfängt. Also schickt sie Franzi keine E-mail, sondern einen am Computer geschriebenen Lie­besbrief. Da aber der eifersüchtige Karli im Haus gegenüber wohnt, weiß Fran­ziska, daß Karli versuchen könnte, die elektromagneti­sche Strahlung von Franziskas Computer abzufangen, und schon hätte er das Beweis­stück schwarz auf weiß auf seinem Bildschirm (Karli ist ein Tüftler!). Aber auch Fran­ziska ist nicht von vorgestern: Nachdem sie kein Geld für einen hermetisch abgesicherten Metallschrank für ihren Com­puter hat, kauft sie sich sofort einen strahlungsarmen LCD-­Bildschirm, der sich nicht nur positiv auf ihre Gesundheit auswirkt, sondern auch Karli im Dunkeln tappen läßt.

Der eifersüchtige Karli hat sich nun etwas anderes über­legt, wie er ihr hinter die Schli­che kommen kann. Franziska hat einen Anrufbeantworter mit einer Raumüberwachungs­funktion. Nichts ist einfacher für ihn, als Franziskas Code für den Anrufbeantworter zu knacken. Er gibt die richtige Piepstonfolge ein, und schon hört er, wie sie sich mit ihrer Freundin über das „Problem Karli“ unterhält. Auch ohne Raumüberwachungsfunktion hätte Karli kein Problem ge­habt, das Karli-Problem-Gespräch mitzuhören, denn so­gar das Frequenzfluten bzw. Frequency flooding ist für ihn kein Fremdwort: Über die Te­lefonleitung ein Hochfre­quenzsignal schicken, und schon ist das Mikrofon im Te­lefonapparat oder Anrufbe­antworter aktiviert.

Franziska ist mittlerweile schon einigermaßen genervt von Karlis Aktionen, kauft sich den „Kleinen Abhörratge­ber“, erfährt dort, wie sie sich gegen Karli schützen kann, oh­ne den Kontakt zur Außenwelt abbrechen zu müssen, schickt Franzi nun jeden Tag eine E-mail, ohne daß Karli mitliest, denn sie hat ja jetzt ihre „Pretty Good Privacy“ (eine Disket­te mit diesem Verschlüsse­lungsprogramm ist im Kauf­preis inkludiert). Franziska er­fährt darüber hinaus noch vie­le interessante Details über verschiedene Abhör- und Überwachungsmethoden, an die Karli bisher noch nicht ge­dacht hat.

Backslash, Hacktic, Jansen & Janssen, AutorInnenkollektiv Keine Panik (Hg.): Der kleine Abhörratgeber. Computernetze, Telefone, Kame­ras, Richtmikrofone, inkl. Dis­kette mit Verschlüsselungs­programm, Edition ID-Archiv, Berlin, Amsterdam 1996. 143 S., ca. öS 130,—

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Erstveröffentlichung im FORVM:
Juni
1996
ZOOM 3/1996, Seite 29
Autor/inn/en:

Elfriede Hufnagl:

Redaktionsmitglied von Context XXI (ZOOM) bis Dezember 2000.

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