Zeitschriften » FŒHN » Heft 22
Markus Wilhelm

Der Haider Kapitalismus muß weg!

Auch ich würde lieber etwas Gemütlicheres sagen — von der Art: „Wir müssen den Druck auf Vranitzky steigern“, „Wir müssen die Reformkräfte innerhalb dieser oder jener Partei stärken“ —, aber es wäre verbrecherisch. Wer möchte, daß ihm jetzt recht gegeben wird, wird vorschlagen, man müsse „Österreich erneuern“ und „ökologisieren“ und „liberalisieren“ und weiß der Teufel oder die Werbeagentur was. Wer aber vor der Geschichte und vor der Mehrheit der Menschen dieser Erde das Richtige tun will, kann nur sagen: Der Kapitalismus muß gestürzt werden. Natürlich wird das eine entsetzliche Arbeit. Aber der Umsturz dieser Verhältnisse wird nicht annähernd soviele Opfer fordern wie diese Verhältnisse. Dieses auf Raub bauende System muß zerschlagen werden, nicht weil es immer wieder solche wie Haider hervorbringt, sondern weil es menschenfeindlich ist! Umgekehrt: Weil es von Grund auf menschenfeindlich ist, bringt es immer wieder solche wie Haider und Schlimmere hervor.

Demokrat sein wollen, und das Privateigentum z.B. an Fabriken, Banken, Grundbesitz nicht abschaffen wollen, geht nicht zusammen. Die, die so blind-wütig Haider bekämpfen, sind für jene Veränderung, die ihn unmöglich macht, wohl nicht zu haben. Wieviel Besseres könnte man mit den Kräften, die gegen ihn verjubelt werden, anfangen! Jaja, schonschon, sagen sie. Aber, sagen sie, das geht nie, sagen sie, die Kapitalisten enteignen, sagen sie. Womit sie dem, was zu tun ist, bei sich schon einmal nach Kräften vorgebeugt haben. Viele schauen sich das, was passiert, ErsteReihe-fußfrei an. Wir haben viel mehr Zuschauer als Handelnde. Du meinst, das zeichne ein gutes Stück aus? Das ist ja gerade das verhängnisvolle Mißverständnis, daß es sich um ein Stück handle. Es ist unser Leben! Solange wir das nicht kapieren, wird uns mitgespielt.

Wir leben in einem Unrechtssystem
Gegen den real existierenden Kapitalismus ist Haider geradezu ein Lamperl. Allein das Beispiel oben (Kurier, 26.11.93) befiehlt uns dringend, mit diesem System abzufahren

Der ganze Kapitalismus steht komplett gegen die menschliche Vernunft. Es ist ganz und gar unhaltbar, daß auf dieser Erde einem Teil von Menschen das gehört, was für alle wichtig ist, daß z.B. Weizenfelder und Obstplantagen, Ölfelder und Industrieanlagen nicht einfach hier sind, für alle!, sondern unter der Verfügungsgewalt einzelner stehen, gesetzlich, gerichtlich, staatlich, polizeilich und militärisch abgesichert! Der Kapitalismus ist, man denke nur an die Lohnarbeit vieler für wenige, durch und durch irrational und damit, nebenbei gesagt, der beste Boden für jedwede religiöse und politische Heilsbotschaft.

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Erstveröffentlichung im FORVM:
September
1996
Heft 22, Seite 60
Autor/inn/en:

Markus Wilhelm:

Geboren 1956, von Beruf Zuspitzer in Sölden im Ötztal, Mitbegründer des FŒHN (1978-1981), Wiedergründer und Herausgeber des FŒHN (1984-1998). Seit 2004 Betreiber der Website dietiwag.org (bis 2005 unter dietiwag.at), Landwirt.

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