Zeitschriften » MOZ » Jahrgang 1990 » Nummer 52
Branka Wehowski
Frauenkultur im ungeteilten Berlin:

... dass der Kopf autonom bleibt, der geistige Kopf

BerlinerINNENgespräche nach der Grenzöffnung

Branka Wehowski sprach mit Künstlerinnen und anderen Frauen über ihr Lebensgefühl nach dem 9. November 1989.
Sprachliche Eigenheiten und Idiome wurden beibehalten, auf den Abdruck der Fragen wurde zugunsten einer höheren Verdichtung verzichtet.

„... erst mal überwiegt die Konsumgeilheit.“
Fotos: Karl Lind

„Es geht nur noch um Geschäfte“ — die Mitarbeiterin eines Frauenkollektivs

Das Lebensgefühl hat sich sehr verschlechtert. Der Freudentaumel ist ganz schnell wieder weggegangen. Als Lesbe und Feministin habe ich überhaupt nichts davon gespürt. Kreuzberg hat sich zum Negativen verändert. Die Konsumgeilheit ist größer geworden. Und diese Enge! Das geht bis in die Wohnungsnot, die größer geworden ist.

Ich arbeite im Naturkostladen. Wir sind ein Frauenkollektiv, auch nur Lesben. Wir haben Schwierigkeiten, den Mietvertrag erneuert zu kriegen. Ich denke, das liegt daran, daß Berlin jetzt Haupstadt wird, und zweitens: Es kommen immer mehr Spekulanten. Alle möchten sich ganz schnell noch Wohnungen und Häuschen und Läden grapschen, weil die hier das große Geschäft wittern. Und dann gibt’s auch viele, die wollen Geschäfte im Osten machen. Letztlich, unterm Strich, geht’s nur noch um Geschäfte.

Ich glaube z.B., daß die Gesetze sich eher zu unseren Ungunsten verändern werden. Dieses Handeln ist für mich auch ein Handeln um Gesetze, zwischen denen der DDR und denen von uns. Wenn ich an den Abtreibungsparagraphen denke, dann werden die sicher nicht den aus dem Osten (die Indikationslösung ist dort bislang unbekannt; B.W.), sondern den aus dem Westen nehmen. Und so wird das mit allen Gesetzen sein. Die westlichen Gesetze werden die aus dem Osten überrollen und die aus dem Osten sind schon mal frauenfreundlicher. Und deswegen wird das eher zu unseren Ungunsten sein.

Obwohl sie die besseren Gesetze hatten, halte ich die DDR-Frauen für ganz und gar nicht emanzipierter. Ich habe nicht das Gefühl, daß die freier sind als wir. Das ist ganz klar — erst mal überwiegt bei denen genauso die Konsumgeilheit. Es kommen z.B. Prostituierte aus dem Osten ’rüber und bieten sich an für weniger Geld als westdeutsche. Das westdeutsche, an DDR-Frauen gerichtete Flugblatt finde ich noch viel schlimmer. (Es sind in Ost-Berlin in Hausbriefkästen Flugblätter gefunden worden, worin „Arbeit, Wohnung, netter Herr“ in Westdeutschland versprochen wird; B.W.)

Die Perspektiven, die ich für eine autonome Frauenkultur in Berlin sehe, und wovor ich Angst habe, ist, daß die Fronten einfach schärfer werden.

An Fastnacht sind gezielt Angriffe auf Frauen verübt worden, von denen vermutet wurde, daß sie Lesben sind. Sowohl von West- als auch von Ostberlinern. Das schaukelt sich auf. Die Faschisten werden durch diese Wiedervereinigung eher stärker.

„Abbau der Sozialrechte und Kinder-Küche-Kirche“ — die britische Journalistin und Weltreisende

Okay, ich bin Engländerin und im August ’89 für 4 Monate nach Berlin gekommen. Ich habe die Stadt anfangs ganz toll gefunden, aber in der Zwischenzeit hat sich viel verändert. Die Maueröffnung selbst — und was im letzten Sommer passiert ist — war eine große Werbung, PR-Aktionen für den Kapitalismus.

Viele blöde Witze habe ich in den britischen Zeitungen gesehen, auch in „THE GUARDIAN“ oder in „The Correspondent“, ‚gute‘ Zeitungen. Blöde Witze über militärische Deutsche oder territoriale Deutsche usw. Aber das ist auch die Unkenntnis — wenn man dort aufgewachsen ist, ist praktisch alles, was man über Deutschland kennt, daß sie mal Nazis waren und den Krieg verloren haben. Ich meine jetzt vom Kino her oder vom Fernsehen. Denn von der Literatur oder der Kunst kennen die meisten Leute gar nichts — die haben nur diesen ‚Achtung-Achtung-Jawoll‘-Typ im Kopf.

Ich glaube, sich mit den Ostdeutschen zusammenzuschließen, bedeutet eine Neigung zu einer konservativen Politik: Abbau der Sozialrechte und, ideologisch, daß Frauen zum Herd — Kinder-Küche-Kirche — zurückkehren sollen.

Wie es zum Beispiel in den Westländern mit der Abtreibung steht, wieweit die Frauen zu gehen haben, bevor sie solche Rechte selber als selbstverständlich betrachten können.

Ich stelle mir die kulturellen Freiräume für Frauen in Zukunft als noch härter umkämpft vor. Man wird immer mehr darum kämpfen, daß man die Förderungen bekommt. Extra-Förderungen wegen der Mauer werden fallen. Da wird sich sehr viel verändern, und ich habe ein bißchen Angst davor. Aber im Vergleich zu London hat Berlin ganz viel Raum für Frauen. Es ist unglaublich!

Mercedes — bald mit dem größten Verwaltungshaus mitten in Berlin?

„Wenn schon Vereinigung, dann Hurenvereinigung“ — Prostituierte im Gespräch

A: Berlin ist größer geworden und interessanter — obwohl auch schon vorher ein gutes Lebensgefühl hier war —, aber jetzt ist schon mehr Freiheit.

Und total interessant, die Frauen aus’m Osten kennenzulernen und die Szene da so’n bißchen zu checken, wie’s da so ist.

B: Ich hab’ in der letzten Zeit total schöne und gute Kontakte zu Ost-Frauen gekriegt — ich find’ das total schön. Gefällt mir gut.

A: Wobei ich diese blöde ‚Wiedervereinigung‘ völlig langweilig finde, weil’s einfach viel interessanter ist, zwei verschiedene Staaten zu haben. So ’ne geballte Ladung Deutschland dann auf einmal zu kriegen nach der Wiedervereinigung — das ist ein bißchen too much, finde ich. Und vor allem die geballte Ladung Männer — deutsche Männer vor allem. Das finde ich ’n bißchen viel.

B: Wenn schon Wiedervereinigung, dann Hurenvereinigung! Ost- und Kosthuren! (Lachen)

A: Ich denke schon, daß es nicht nur spannender, sondern auch spießiger wird.
Wenn es zwei getrennte Staaten gibt, kann ich mich noch nach Westberlin zurückziehen. Da hält sich die Spießigkeit doch mehr oder minder in Grenzen, und die Anmache von Männern aus’m Westen oder Osten war eigentlich schon immer ...
obwohl ich schon denke, daß die Ostmänner viel weniger Skrupel haben oder einfach nicht so Angst vor Frauen haben. Die Westmänner haben schon ziemlich viel Angst vor Frauen. Und die Ostmänner sind naiver.

Nee, ich mein’, denen kann ich dann meine Schranken aufzeigen. Die Wiedervereinigung halte ich für ’ne Katastrophe.

„so’ne Flutwelle Deutschtum“ — Journalistin und Diavisionistin

A: Wir sind jetzt brutal international, und das ist grenzenüberschreitend! Zuerst wollte ich ja verzweifeln, als die Mauer aufging. Hab’ ich gedacht: „Oh, Gott, jetzt kommt so’ne Flutwelle ‚Deutschtum‘ da rüber ...“

B: Vaterland ...

A: Ja, ‚Vaterland‘ Ich kann’s nicht hören! Die haben eine Sprache drauf, die Leute, ich könnte ausrasten. Und dann bin ich heute in der U-Bahn gestanden, da waren in einer Ecke Süddeutsche — ich erkenn’ sie schon am Lachen — und nebendran, da saß die ganze Bankreihe voller Russen. Ich war mit ’nem Engländer da, da neben mir stand einer, der war eindeutig aus Sri Lanka oder so in der Gegend, und da waren noch ’n paar Türken auf der anderen Seite, und da hab’ ich gedacht: Naja, vielleicht wird’s doch nicht so schlimm. Aber ich bin nicht ganz sicher.

B: Immer, wenn jetzt was nicht klappt, muß die DDR herhalten. Es geht so leicht, nicht? Auf der anderen Seite z.B. fand ich ganz interessant, was die Künstlerin, eine Malerin, die gestern auf der Vernissage in Cottbus war, erzählte. Die war SED-Mitglied und ist auch Sympathisantin der PDS. Sie sagte, daß sie auch immer viel zu kritisieren hatte an der DDR. — Die war im Harz und ist total beschimpft worden von Freunden, von Schulfreunden, oder von Leuten, mit denen sie sich vor einem halben Jahr in der Kneipe und so noch nett unterhalten konnte. Die machen sie nur noch an, und in den Kneipen hängen nur noch schwarze Wahlplakate. Die sagt, es ist nur noch tiefstes Schwarz, alles, was ihr da entgegenwinkt. Sie ist total schockiert und hat sich jetzt ein Försterhaus in der Nähe von Berlin gekauft. Ist ja billig noch. Die hatte das Geld nicht so — die hat sich das zusammengeliehen. Ehe die Wessis (d.h. Westdeutsche; B.W.) das jetzt alles aufkaufen, hat sie im Wald irgendwo ein Haus gekriegt — mit Pumpe und ohne Wasseranschluß ... und da geht sie erst mal hin — also so emigrationsartig. Weil es ihr zuviel ist.

A: Ich war heute in Ost-Berlin im „Haus der Demokratie“.

B: War das nicht einmal die Stasi-Zentrale?

A: Ich weiß es nicht. Der unabhängige Frauenverband hat da so ’n ganz kleinen Raum, da stehen nur zwei Schreibmaschinen drin, und sie wissen nicht, wie sie anfangen sollen. Das soll ja irgendwie von diesem Basisverlag finanziert werden, der auch „Die Andere“ (eine Frauenzeitung) finanziert hat, aber „Die Andere“ gibt’s ja schon gar nicht mehr. Jetzt haben sie Schiß, daß sie über den Tisch gezogen werden. Was ich eigentlich auch verstehen kann.

„Keine Besucher seitdem ...“ — die Theatermacherin

Daß das Theater hier einen unheimlich schweren Stand bekommen hat, weil eine so extreme Wende stattgefunden hat. Es ist ein wirklicher Massenwahn da. In den Theatervorstellungen, die bei uns laufen, da waren also schier keine Besucher seitdem (bei normalerweise vollem Haus; B.W.). Wir haben auch nicht das Geld, keine Subventionen, um sagen zu können: „Hier Eintritt frei!“ oder so, wie in den großen Staatshäusern Westberlins. Die ziehen einem einfach die Gäste weg — also dieses Ereignis, ja. Und an sich — sehr stark ist das Gefühl, daß man unheimlich um seine Identität kämpfen muß, was ich vorher eigentlich nicht so hatte. Es liegt vielleicht auch daran, daß ich einfach noch keinen kulturellen Kontakt hatte. Weil mir die Zeit dazu fehlte.

B: Ich habe in Ost-Berlin die Erfahrung gemacht, daß die Frauen da gar nicht so sehr darauf aus sind, von ‚uns‘ vereinnahmt zu werden. Während man hier doch sehr häufig die Angst formuliert, die Frauen seien ‚im Bauch verschluckt‘ und müßten sich nun mit Händen und Füßen da drinnen wehren.

Erhoffst Du Dir denn etwas von der Ost-Berliner Theaterlandschaft?

A: Ja, auf jeden Fall — also auch gegenseitig. Ich würde da auch unheimlich gerne auftreten. Und ich denke, der Kampf oder die Bewegung, die entsteht, das ist eine Frage des Glücks, des Zufalls, ob Du jemanden kennenlernst, der halt theaterinteressiert ist. Oder Du gehst bewußt zu Theatern und man tauscht sich wirklich geistig aus, da wirst Du halt merken, sind die auf Deiner Schiene oder nicht. Dann mußt Du’s einfach weiterversuchen. So wie die Frauen halt immer angefangen haben, sich zu bewegen, um etwas entstehen zu lassen. So muß das, glaube ich, zwischen DDR-Frauen und West-Frauen auch sein.

Und was wichtig ist, daß der Kopf eben autonom bleibt. Der geistige Kopf. Daß Du nicht Deine Vorbilder hast und nach irgendwelchen Schablonen arbeitest, sondern daß Du Deine Kraft, Deine kreative Kraft bewahrst, daß Du Dich schützt. Ängste spielen ja bei jeder Begegnung eine Rolle.

Deshalb ist das auch eine psychologische Begegnung. Und die darf sich eben nicht überschlagen. Ich finde halt, daß die Grenzöffnung übereilt war. Die kommt für mich nicht aus einer Erkenntnis heraus.

Es wird nicht nur spannender, sondern auch spießiger

„Die Ost-Männer sind aggressiv geworden“ — die 1989 exilierte DDR-Frau

Ich muß Dir ganz ehrlich sagen, ich bin in Ost-Berlin ein paar Monate in der ‚Szene‘ gewesen. Die richtige Frauenbewegung hat sich erst vor 2 Jahren herausgebildet, z.B. im Night-Club am Dienstag für Frauen und Schwule. Und vorher gab’s da überhaupt nix.

Ich bin hier in den Westen gekommen, weil ich dadurch ’ner ganzen Menge Probleme aus dem Weg gegangen bin. Und weil ich einfach sehr oft eingeladen wurde, nach Paris und nach New York, und mir gesagt habe: Ich warte nicht, bis sich das total wendet.

Ich bin eigentlich total gegen die Wiedervereinigung. Weil es dann wieder einen deutschen Staat gibt, und das ist verdammt gefährlich. Klar, es liegt auf der Hand, daß die Rechten damit wiedererstarken. Ich kann Dir folgendes sagen: Eine Freundin von mir wurde drüben zusammengeschlagen. Sie ist Mulattin, von Beruf Mannequin. Ist auf der Straße gelaufen, da kam so’n Typ, so in ganz normalen Klamotten und meinte: „Iiihh, du Nigger“, und hat sie zusammengeschlagen. Das Problem drüben war, daß man die Skin-Heads nicht als Skin-Heads erkannt hat, daß die kein Westgeld hatten, um sich ’ne Bomberjacke zu kaufen. Du erkennst die Leute überhaupt nicht. Und drüben gibt’s verdammt viele.

Ich kenne aber auch Frauen drüben, die bleiben da, um eine Frauenbewegung erstmal aufzubauen. Ich denke schon, daß sich jetzt ganz viel drüben ändern wird. (...) Aber ich bin auch der Meinung, daß die Ost-Frauenbewegung verschluckt wird. In Ost-Berlin ist es noch offener, im südlich gelegenen Erfurt werden Frauen schon als ‚Hexen‘ diffämiert.

Die Ostmänner sind aggressiver geworden. Mir ist aufgefallen, daß ich auf der Straße häufiger von Ostdeutschen angemacht werde. Und auf jeden Fall fahren die Männer in Ost-Berlin jetzt ganz schnell und sehr riskant. In Ost-Berlin war’s ja so: Du mußtest 13 Jahre warten, um ein Auto zu bekommen, und so sind halt überwiegend ältere Leute Auto gefahren. Weil die Wartezeit so lang war. Und überwiegend Männer. Frauen vielleicht 10 Prozent. Und die Männer fahren jetzt total aggressiv. Die Männer sind total aggressiv, weil sie eigentlich nicht mehr weiter wissen.

FORVM des FORVMs

Vorgeschaltete Moderation

Dieses Forum ist moderiert. Ihr Beitrag erscheint erst nach Freischaltung durch einen Administrator der Website.

Wer sind Sie?
Ihr Beitrag

Um einen Absatz einzufügen, lassen Sie einfach eine Zeile frei.

Hyperlink

(Wenn sich Ihr Beitrag auf einen Artikel im Internet oder auf eine Seite mit Zusatzinformationen bezieht, geben Sie hier bitte den Titel der Seite und ihre Adresse bzw. URL an.)

FORVM unterstützen

Die Digitalisierung des FORVM und der Betrieb dieser Website ist ein Projekt von Context XXI. Im Rahmen von Context XXI sind bereits 5780 Beiträge veröffentlicht. 9879 Beiträge warten derzeit darauf, der Texterkennung zugeführt und verfügbar gemacht zu werden. Context XXI kann Euch in den kommenden Jahren noch Vieles bieten. Das kann zu unser aller Lebzeiten und dauerhaft nur mit Eurer Unterstützung gelingen. Ganz so wie unsere alternativen Zeitschriften auf Abos angewiesen waren und sind, so ist dieses Projekt auf regelmäßige Beiträge von Euch Lesenden und Nutzenden angewiesen — hier heißen sie halt fördernde Mitgliedschaften:

Persönliche Daten

bzw. zweites Namensfeld bei juristischen Personen

z.B. "p.A. Kommune 1"

einschließlich Hausnummer und ggf. Wohnungsnummer

Mitgliedschaft

Ich trete hiemit dem Verein Context XXI - Verein für Kommunikation und Information als förderndes Mitglied in der gewählten Beitragsgruppe bei. Ich kann meine Beitragsgruppe jederzeit ändern.

SEPA-Lastschriftmandat

Ich/Wir ermächtige/ermächtigen Context XXI – Verein für Kommunikation und Information, Zahlungen meiner/unserer Mitgliedsbeiträge von meinem/unserem Konto mittels SEPA-Lastschrift einzuziehen. Zugleich weise ich/weisen wir mein/unser Kreditinstitut an, die von Context XXI – Verein für Kommunikation und Information auf mein/unser Konto gezogenen SEPA–Lastschriften einzulösen. Ich kann/Wir können innerhalb von acht Wochen, beginnend mit dem Belastungsdatum, die Erstattung des belasteten Betrages verlangen. Es gelten dabei die mit meinem/unserem Kreditinstitut vereinbarten Bedingungen. Zahlungsart: wiederkehrende Lastschrift (Recurrent)

Werbung

Erstveröffentlichung im FORVM:
Mai
1990
Nummer 52, Seite 48
Autor/inn/en:

Branka Wehowski: Religions- und Literaturwissenschafterin und Juristin, lebt in Berlin.

Lizenz dieses Beitrags:
Copyright

© Copyright liegt beim Autor / bei der Autorin des Artikels

Diese Seite weiterempfehlen