Zeitschriften » Context XXI » Print » Jahrgang 2002 » Heft 2/2002
Heide Hammer
Wessen Freundschaft?

connecting people

In dem von Asylkoordination Österreich und UNICEF Österreich herausgegebenen Erzählband werden ungewöhnliche Beziehungen sichtbar, die unter ständig fragilen, existenzbedrohenden Bedingungen geknüpft werden.

Aus den Erfahrungen der Betreuungs- und Hilfsorganisationen im Flüchtlingsbereich wurde ein Projektkonzept entwickelt, dessen Realisierung den jungen Flüchtlingen und ihren PatInnen gelingt. Der überwiegende Teil, der vorerst nur in Wien (seit Anfang April 2002 auch in Graz, Linz und Salzburg) begonnenen Kontakte, verbindet männliche Jugendliche aus Afghanistan mit lange oder immer schon in Österreich Lebenden, meist Frauen. Andere Herkunftsländer sind Äthiopien, Sierra Leone und Ruanda.

Nach ihrer Ankunft im Land bleiben häufig auch unbegleiteten, minderjährigen Flüchtlingen Zugänge zu Deutschkursen, Ausbildungen oder Arbeitsmöglichkeiten verwehrt, ihre Unterbringungs- und Betreuungssituation ist ungenügend, wenn auch die Zahl der in Schubhaft befindlichen Jugendlichen rückläufig ist.

Das Buch bietet Raum, um Persönliches Öffentlich zu machen, vor dem Hintergrund einer restriktiven Flüchtlingspolitik und deren Verhinderung von Lebensperspektiven, die in der Beziehung auch Teil der Auseinandersetzung österreichischer StaatsbürgerInnen wird. “Ich fühle mich verantwortlich, ja. Ich fühle mich betroffen, wenn es Reza nicht gut geht, ich fühle mich ratlos oder traurig, weil mir sein Schmerz nahe geht. Ich kann und will mich dieser Verantwortung nicht mehr entziehen, aber ich habe auch Angst, Reza zu enttäuschen, ohne es zu wollen; ich habe Angst, dass er Enttäuschungen erlebt, die sein erschüttertes Vertrauen noch weiter untergraben. Und ich weiß auch, dass er Dinge geschafft hat, seit er geflüchtet ist, von denen ich mir schwer vorstellen kann, wie man sie meistert.” (Veronika, S. 30)

“Diese ständige Unsicherheit und das Warten ist sehr belastend für mich. Ich bin jetzt seit eineinhalb Jahren in Österreich und ich hoffe sehr, dass die österreichische Regierung eine Lösung für unser Problem finden wird.” (Hamid, S. 68)

Geschichten, die zu Intervention animieren, etwa um die koordinierenden Organisationen mit dem Kauf des Buches zu unterstützen oder selbst am Projekt mitzuwirken.

connecting people
Jugendliche Flüchtlinge und ihre PatInnen erzählen
Herausgegeben von UNICEF Österreich und asylkoordination Österreich
Wien, Mandelbaum, 2002
9,90 Euro

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Erstveröffentlichung im FORVM:
Mai
2002
Heft 2/2002, Seite 33
Autor/inn/en:

Heide Hammer:

Philosophin und Sozialwissenschafterin, Redaktionsmitglied von Context XXI seit April 2001, seit Juli 2001 Betreuung der Radio-Produktion.

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