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Franz Schandl

Bestellung-Bezahlung-Belieferung

Jedes Mal das Selbe? — Irgendwie schon, denn sonst müssten wir ja nicht unentwegt darüber schreiben, worüber in der bürgerlichen Gesellschaft nicht gesprochen wird, weil es sie zu haben gilt: die Kunden, die zahlen. Nun, wir haben derer zu wenig, das soll man ganz offen bekennen. Unsere Auflage liegt derzeit bei 800-1000 Stück, damit kommen wir locker aus. Leider. Das verkauft und verschenkt sich in den Jahren dann langsam. Mehr ist nicht.

An der Zahl kann man einiges erkennen. An der Zahl etwa im Adressenetikett erkennt man, wann das Abo zu Ende geht. Steht dort eine 3, heißt das, dass das Abo mit Ende 2003 abläuft, steht eine 2 samt rotem Strafpunkt, bedeutet dies, dass das Abo schon abgelaufen ist und bezahlt werden sollte. Steht dort gar eine 5, sind wir ganz glücklich, denn da wurde ein Dreijahresabo eingelöst und bis Anfang 2006 braucht sich jene Person nicht drangsaliert und belästigt fühlen. Was niemanden von außertourlichen Zahlungen abhalten sollte.

Wir möchten jetzt auch was tun, was linke Zeitungen sonst meist geheim halten. Also, die einbezahlten Abos (Stichtag 1. März) für 2003 betragen magere 124 Stück, wir werden mehr als 100 rote Mahnpunkte versenden. Wir bitten das Warnsignal am Pickerl als Zahlungsaufforderung zu verstehen. Bis zum Jahresende möchten wir an der 300-Abo-Marke zumindest kratzen. Wirklich. Das ist sowieso bescheiden, aber es zeigt auch an, in welcher Verkaufsklasse wir spielen.

Was uns stört, ist z.B., dass fast jede dritte Abonnementbestellung nicht beglichen wird. Das ist eine dieser typisch linken Unsitten, die schon das eine oder andere Projekt abgestochen haben. Bei uns hat das nun zur Folge, dass wir Abonnenten erst dann in die Aboliste aufnehmen, wenn das Geld bei uns eingegangen ist. Das ist zwar ärgerlich — vor allem erhöht es auch den Verwaltungsaufwand durch Einziehen einer Kontrollschiene —, aber leider nicht zu vermeiden.

Wer bestellt, aber nicht bezahlt, wird nicht beliefert. So einfach geht das. Wir werden sicher kein eigenes Mahnwesen oder sonst ein zeit- und lebensvernichtendes Unwesen einführen, nur weil manche ihre Seriosität so gering schätzen. Wir bitten also um Reflexion dieses Verhaltens, nicht um beleidigte Reaktionen. Wir möchten gerne die Leute so ernstnehmen, wie sie selbst genommen werden möchten.

Wir werden sicher keine Zeitschrift machen, die sich nicht rechnet. D.h. die Abonnenten müssen die Streifzüge finanziell tragen. Ist das zu gewährleisten, gibt es die Zeitschrift, funktioniert das nicht, gibt es sie nicht. Dann muss davon ausgegangen werden, dass die minimalen Voraussetzungen der Existenz nicht da sind. Nicht, dass wir jetzt unmittelbar bedroht sind, soll gesagt werden, aber wir leben schon Jahre knapp über dem Notstand. Ganz deutlich gilt es zu sagen, dass die Bittstellerei nervt. Es ist wie eine Rettung, die die Bedrohung nicht aufhebt, sondern als permanenten Zustand etabliert. Wie bei einem Ertrinkenden, dessen Kopf man zwar immer wieder aus dem Wasser zieht, ihn aber doch nicht an Land lässt.

Die Streifzüge betrachten sich zweifellos als geistige Hilfestellung, als Anregung. Natürlich fordern wir die Leser, aber wir fördern sie auch. Gleiches erwarten wir von ihnen. Nur so kann der gemeinsame Bewegungsraum ausgeweitet werden. Und ein Tipp noch: Ein Geheimtipp wollen wir nicht sein. Wer also meint, es sei eine Freude uns zu haben und der Nachbar oder die Freundin braucht das gar nicht, denkt fehl. Also: Verratet uns weiter. Solch Vorgehen kann nie ein Vergehen sein. Wir bitten um Besserung und Besserstellung.

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Erstveröffentlichung im FORVM:
März
2003
Autor/inn/en:

Franz Schandl:

Geboren 1960 in Eberweis/Niederösterreich. Studium der Geschichte und Politikwissenschaft in Wien. Lebt dortselbst als Historiker und Publizist und verdient seine Brötchen als Journalist wider Willen. Redakteur der Zeitschrift Streifzüge. Diverse Veröffentlichungen, gem. mit Gerhard Schattauer Verfasser der Studie „Die Grünen in Österreich. Entwicklung und Konsolidierung einer politischen Kraft“, Wien 1996. Aktuell: Nikolaus Dimmel/Karl A. Immervoll/Franz Schandl (Hg.), „Sinnvoll tätig sein, Wirkungen eines Grundeinkommens“, Wien 2019.

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