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Eduard März

Leiter der Wirtschaftswissenschaftlichen Abteilung der Arbeiterkammer Wien, Professor für Nationalökonomie an der Wirtschaftshochschule Linz, einer der wenigen Theoretiker der österreichischen Sozialdemokratie, Vertreter eines undogmatisch und antidogmatisch offenen Austromarxismus.

Beiträge

Eduard März

Ist Eigentum egal?

Walter Hesselbachs Beitrag zur Theorie und Praxis der Gemeinwirtschaft
No. 205/206
Januar
1971

Dr. Eduard März, arbeitet derzeit an einem Buch „Große sozialistische Ökonomen“ sowie an einer Neuauflage seines 1959 erstmals erschienenen Marx-Buches. Der Autor des von März rezensierten Buches, Dr. h. c. Walter Hesselbach, geb. 1915, ist Vorsitzender des Vorstandes der Bank für Gemeinwirtschaft, (...)

Eduard März

Unser hinkender Kapitalismus

Über die Misere der österreichischen Wirtschaftsgeschichte
No. 202/I
Oktober
1970

Eduard März

Zio-Imperialismus?

No. 193
Januar
1970

Eduard März

Quer durch alte Mauern

Ernst Fischers Bedeutung für die österreichische und europäische Linke
No. 191/II
November
1969

Eduard März

Der Österreicher Dobretsberger

Zu seinem fast unbemerkten 65. Geburtstag am 28. Februar 1968
No. 171-172
März
1968

Friedrich Abendroth • Willy Brandt • Gerhard Bronner • Anton Burghardt • Felix Butschek • Fritz Csoklich • Julius Deutsch • Josef Dobretsberger • Heimito von Doderer • Heinrich Drimmel • Herbert Eisenreich • Anton Fellner • Iring Fetscher • Paul Flora • Rupert Gmoser • Willfried Gredler • Josef Hindels • Ernst Koref • Alexander Lernet-Holenia • Norbert Leser • Georg Lukács • René Marcic • Eduard März • Albert Massiczek • Hermann Mörth • Oswald von Nell-Breuning • Roland Nitsche • Bruno Pittermann • Walter Pollak • Viktor Pospischil • Ludwig Reichhold • Johann Schasching • Gustav Scherbaum • Willi Schlamm • Franz-Martin Schmölz • Eduard Speck • Franz Taucher • Rudolf Weiler • Erwin Weissel • Erik G. Wickenburg

100 Worte Sozialismus

No. 138-139
Juni
1965

Vor fünfzig oder gar hundert Jahren konnte man, tatsächlich oder vermeintlich, mit zehn Worten sagen, was Sozialismus sei. Reichen heute hiefür auch nur hundert Worte aus? Dies herauszufinden, schien uns eines größer angelegten Versuches wert. Von den vierzig Autoren, die auf unsere Frage (...)

Eduard März

Planung ohne Planwirtschaft (II)

No. 131
November
1964

Eduard März

Planung ohne Planwirtschaft

No. 130
Oktober
1964

Beiträge zu Eduard März

Michael Siegert

Mit dem Browning philosophiert

Der Mord an Moritz Schlick am 22. Juni 1936
No. 331/332
Juli
1981

Die Geschichte der Ersten Republik ist schlimmer, als man in der Schule lernt. Die peinlichen Episoden werden verdrängt. Mit Psychoanalyse und Neopositivismus entwickelten sich in dem 1918 klein gewordenen Österreich später weltumspannend gewordene Geistesrichtungen. Ihre Liquidierung geschah (...)

Eduard März bei Wikipedia

Eduard März (geboren 21. Dezember 1908 in Lemberg, Österreich-Ungarn; gestorben 9. Juli 1987 in Wien) war ein österreichischer Wirtschaftshistoriker.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eduard März wurde als Sohn eines Uhrmachers im damals zur Habsburgermonarchie gehörigen Lemberg geboren und kam im Zuge der Ereignisse des Ersten Weltkriegs als Kind nach Wien. Er wuchs in Wien auf, maturierte mit Auszeichnung an der Höheren technischen Lehranstalt für Textiltechnik und studierte an der damaligen Hochschule für Welthandel, die er mit dem Grad eines Diplomkaufmanns abschloss. März war aber auch literarisch interessiert und schloss sich, politisiert durch die Ereignisse des Juli 1927, früh der sozialistischen Bewegung an. März war Mitgründer einer linken Kabarettgruppe ("Rote Spieler") und näherte sich in der Radikalisierungsphase der politischen Auseinandersetzungen zu Anfang der 1930er-Jahre wie zahlreiche seiner Bekannten (Ernst Fischer, Fritz Jensen, Elias Canetti, Walter Hollitscher und andere) der KP. Während der Zeit des Austrofaschismus war März zunächst noch als Vortragender an der Volkshochschule Ottakring tätig, erhielt aber wegen seiner marxistischen Auffassungen Lehrverbot.

Wegen seiner jüdischen Herkunft von den Nationalsozialisten bedroht, gelang es März, der zur Finanzierung seines Studiums nebenberuflich für die IBM tätig gewesen war, dank der Unterstützung seines Arbeitgebers über die Türkei in die USA zu emigrieren. Dort diente März als Soldat bei der US-Marine, und schloss ein Studium an der Harvard Universität mit dem Doktorgrad (PhD) ab. Einer seiner wichtigsten und prägendsten Lehrer war Joseph Alois Schumpeter. März lehrte nach Abschluss seines Studiums an amerikanischen Universitäten, kehrte aber 1953 im Zuge der McCarthy-Ära nach Österreich zurück, wo er zunächst im österreichischen Institut für Wirtschaftsforschung bei Franz Nemschak Aufnahme fand. März löste sich in der Folge langsam von der in Österreich chancenlosen KPÖ und profilierte sich als unabhängiger linker Denker im Rahmen der SPÖ. Er baute ab 1956 in der Arbeiterkammer Wien die Wirtschaftswissenschaftliche Abteilung auf, die er 1957 bis 1973 leitete. Sie wurde zu einem bedeutenden Think Tank der Arbeitnehmerseite im Rahmen der österreichischen Sozialpartnerschaft, aus ihr gingen so profilierte Experten wie Oskar Grünwald und Ferdinand Lacina (langjähriger österreichischer Finanzminister) hervor, sie bot aber auch anregenden Querdenkern wie Theodor Prager eine Heimstätte.

März verfolgte aber auch seine wissenschaftliche Laufbahn weiter. Die angestrebte Habilitation an der Universität Wien blieb ihm aus wahrscheinlich vorrangig politischen Gründen versagt, aber 1971–73 war er als Gastprofessor an der Universität Salzburg tätig, und später erhielt er eine Honorarprofessur an der Universität Wien. Die von März und seinem Mitarbeiter Fritz Weber verfassten Studien zur Geschichte der Creditanstalt gelten als Standardwerke der österreichischen Bankengeschichte. Der zeit seines Lebens literarisch interessierte März hat auch in seiner Jugend politische Lyrik verfasst (etwa über die Scottsboro Boys) und er hat in späteren Jahren zwei Lesedramen geschrieben, von denen das erste das Schicksal des österreichischen Finanzministers Karl Ludwig von Bruck behandelte und das andere einen imaginären "Skandal in Neu-Kakanien" mit Anklängen an die Biografie von Josef Joham. Kurz vor seinem Tod ist Eduard März noch mit viel beachteten kritischen Erinnerungen an seinen zeitweiligen Weggefährten Elias Canetti hervorgetreten.

Eduard März war der Vater von Eveline Elisabeth März (geboren 7. August 1938 in Wien unter dem Nationalsozialismus) und des Biochemikers und Curriculum-Forschers Richard März.

Eduard März wurde im Urnenhain der Feuerhalle Simmering (Abteilung ML, Gruppe 61, Nummer 8) in Wien beigesetzt.

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schriften (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Marx'sche Wirtschaftslehre im Widerstreit der Meinungen. Wien 1959.
  • Österreichische Industrie- und Bankpolitik in der Zeit Franz Josephs I Wien Frankfurt Zürich 1963.
  • Österreichs Wirtschaft zwischen Ost und West. Wien 1965.
  • Einführung in die Marxsche Theorie der wirtschaftlichen Entwicklung. Wien 1976.
  • Österreichische Bankpolitik in der Zeit der großen Wende 1913-1923. Am Beispiel der Creditanstalt für Handel und Gewerbe. Oldenbourg Verlag 1981.
  • Joseph Alois Schumpeter: Forscher, Lehrer, Politiker. Wien 1983, (engl. Ausgabe Yale University Press 1992).

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Günther Chaloupek (Hrsg.): Eduard März als Wirtschaftshistoriker und Wirtschaftspolitiker, ÖGB-Verlag, ISBN 978-3-99046-140-2
  • Robert Schediwy: Eduard März als Kulturmensch. In: ders.: Ein Jahrhundert der Illusionen. Ökonomie Politik und Kultur im 20. Jahrhundert, Bremen 2008, S. 169ff
  • Günther Chaloupek: März, Eduard. In: Harald Hagemann, Claus-Dieter Krohn (Hrsg.): Biographisches Handbuch der deutschsprachigen wirtschaftswissenschaftlichen Emigration nach 1933. Band 2: Leichter–Zweig. Saur, München 1999, ISBN 3-598-11284-X, S. 406–409.
  • Werner Röder, Herbert A. Strauss (Hrsg.): Biographisches Handbuch der deutschsprachigen Emigration nach 1933. Band 1: Politik, Wirtschaft, Öffentliches Leben. München : Saur, 1980, S. 468f.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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